Neues Immunsystem

Die Entwicklung des Thymus - von Immunität zu Harmonisierung

statt

Sauberkeit = Keimfreiheit?

"Wissenschaftliche Studien weisen auf einen Zusammenhang zwischen penibler Hygiene im häuslichen Umfeld und dem Auftreten von Allergien hin. Durch den verringerten Kontakt mit Krankheitserregern besonders während der frühen Kindheit tendiere das Immunsystem dazu, Reaktionen auf eigentlich harmlose Stoffe wie zum Beispiel Pollen oder Hausstaub zu zeigen. Evolutionsforscher vermuten außerdem, dass der menschliche Körper darauf angewiesen sei, dass bestimmte Bakterien und auch Würmer in ihm oder seiner Umgebung leben." [Spiegel 40/2009]

Dass kleine Kinder Gelegenheiten brauchen, sich mit den Erregern ihrer Umgebung auseinanderzusetzen, um ihr Immunsystem zu trainieren, ist schon lange bekannt: "Ein Löffel Dreck pro Tag" und ähnlich Sprüche sind so alt die Lehre von Pasteur. Während meines Sportstudium würde die Anatomie Vorlesung & Prüfung vom Leiter des Kinderkrankenhauses der Universitätsklinik abgehalten. Er berichtete von dem vergeblichen Versuch, eine Station des Kinderkrankenhauses keimfrei gegenüber der Umwelt abzuriegeln. Der Zugang war nur durch Luftschleusen mit Spezialkleidung unter Desinfektionsmaßnahmen möglich.

Borrelia spec. Ganz im Gegensatz zum erwünschten Ergebnis, nämlich der Reduzierung gesundheitsgefährdender Keime in der Abteilung, wurde die abgeriegelte Station eher zu einer Brutstätte in der sich insbesondere die Keime gut vermehrten, die man versucht hatte zu verbannen. Der Versuch wurde nach etwa einem Jahr abgebrochen und nicht wiederholt.

Wir haben insbesondere in Krankenhäusern den Keimen durch hemmungslosen Gebrauch von Antibiotika und Desinfektionsmitteln ein derartig gutes & erfolgreiches Überlebenstraining aufgezwungen, dass wir im Wettlauf zwischen Entwicklung neuer Antibiotika und der Resistenzbildung der bekämpften Keime immer weiter an Boden verlieren:

Aus wikipedia:

Unter einer nosokomialen Infektion (..) oder Krankenhausinfektion wird eine Infektion verstanden, die durch den Aufenthalt oder die Behandlung in einem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung verursacht wurde. (..) In den letzten zwei Jahrzehnten hat auch der vermehrte und irrationale Antibiotikaverbrauch in der Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten zu einer besorgniserregenden Zunahme von multiresistenten Problemerregern (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus, Vancomycin-resistente Enterokokken und weitere) geführt. Der vermehrte Einsatz von Breitspektrum-Antibiotika steht mit der Zunahme von multiresistenten Erregern in direkter Wechselbeziehung. Immer häufiger kompliziert sich demzufolge auch die antibiotische Therapie von Hospitalinfektionen, wobei häufig mehr als ein Medikament appliziert werden muss.
  • Die Gesamtzahl dieser nosokomialen Infektionen wird auf 400.000 bis 600.000 pro Jahr geschätzt [Quelle: Tote durch Klinik-Bakterien, SZ, 17./18. April 2010, S. 6]. (..)
  • Nach einer anderen Quelle [Quelle: Keime, gegen die nichts mehr hilft, Süddeutsche Zeitung, 10. Oktober 2008, S. 22] erkranken in Deutschland jährlich etwa 3 Millionen Menschen an Infektionen, die sie sich im Krankenhaus zugezogen haben.
Nun, ich neige nicht dazu die Krankenhäuser zu verteufeln. Sie sind lediglich an der Spitze einer menschlichen Entwicklung die unsere Reaktion auf die "schmutzige" Geschichte der Seuchen darstellt. Es hat Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende gedauert bis wir anerkannt haben, dass das Ausbrechen von Seuchen wie Pest, Pocken & Co sehr viel mit mangelnder Sauberkeit zu tun. Wir haben von Erfolg geleitet im Laufe der Jahrhunderte immer entschiedener darauf reagiert, teils mit kollektiven Maßnahmen wie Kanalisation, teils mit individuellen Maßnahmen wie täglicher Körperhygiene ...

Mittlerweile gibt es Bücher wie "Eat Dirt!" und deren deutsche Übersetzung (Dreck macht gesund - siehe Foto links), die sich aufgeschlossen mit dem Unterschied zwischen sinnvoller Sauberkeit und sinnloser Keimfreiheit beschäftigen. 100%-ige Keimfreiheit bedeutet nämlich Tod.

Auch das Fernsehen hat reagiert. Am 6.12.2017 ist im Rahmen von "SWR2 Wissen" folgender Beitrag gesendet worden: Bakterien-WG im Darm - Gesund dank Mikroben. Sie können sich dort in der SWR-Mediathek die Sendung als Video anschauen, als Audio anhören oder das Manuskript als PDF herunterladen.

Und was ist Hygiene?

Aus wikipedia:

Das Wort Hygiene stammt aus dem Griechischen und bedeutet in etwa "gesunde Kunst".

Hygiene im engeren Sinn bezeichnet die Maßnahmen zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten, insbesondere Reinigung, Desinfektion und Sterilisation. In der Alltagssprache wird Hygiene auch fälschlich an Stelle von "Sauberkeit" verwendet, obwohl letztere nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Aufgabenkreis der Hygiene darstellt. (..)

Bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Sauberkeit und Desinfektion in der Medizin nicht als notwendig angesehen. So wurden die Operationsschürzen der Chirurgen praktisch nie gewaschen. Medizinische Instrumente wurden vor dem Gebrauch nicht gereinigt. Auch wurden nicht selten in Krankenhäusern die Wunden von verschiedenen Patienten nacheinander mit demselben Schwamm gereinigt. (..)

Ignaz Semmelweis gelang in den 1840er Jahren erstmals der Nachweis, dass Desinfektion die Übertragung von Krankheiten eindämmen kann. (..) Semmelweis wies seine Studenten daher an, sich vor der Untersuchung der Mütter die Hände mit Chlorkalk zu desinfizieren. Diese wirksame Maßnahme senkte die Sterberate von 12,3 % auf 1,3 %. Das Vorgehen stieß aber bei Ärzten wie Studenten auf Widerstand. Sie wollten nicht wahrhaben, dass sie selbst die Infektionen übertrugen, anstatt sie zu heilen. [aus: wikipedia]


Hygiene, Sauberkeit, Keimfreiheit - das sind also auch ziemlich emotional beladene Themen. Kann ich mit der an und für sich "guten & sauberen" Absicht medizinischen Beistand zu leisten "Schlechtes" bewirken? Ja, das geht. Gut gemeint ist keine Garantie für ein "gutes" Ergebnis, für Gesundheit. Gesundheit zeigt sich als Ergebnis und bestätigt die Qualität der guten Absicht oder eben ihren Mangel daran.

"Gut gemeint" ging im maskulin-schweren Machtverhalten der totalitären Regime (Nationalsozialismus, Stalinismus und ihre Kinder) mit der vereinfachende Gleichsetzung von Sauberkeit mit Hygiene dann schon noch einige Schritte weiter: Das Ausrotten ganzer Volksgruppen im eigenen Land, sowie in sämtlichen sich dieser Ansicht widersetzenden anderen Ländern wurde mit Rassen- (Eugenik) bzw. Klassenhygiene rationalisiert und begründet. Eine Volkskörper sollte durch wie auch immer geartete "hygienische" Maßnahmen "rein" gehalten oder "bereinigt" werden.

Heute schütteln wir mit demonstrativem Unverständnis unseren Kopf und machen im Kleinen damit weiter. Mit Antibiotika, Chemotherapeutika und Desinfektionsmitteln strebe ich die Ausrottung ganzer Mikroben- und Zellgruppen im eigenen Körper und meinem Einzugsbereich an. Mein Körper soll durch die wie auch immer gearteten Maßnahmen "rein" gehalten oder "bereinigt" werden. Ob das wohl klappen kann? Die Geschichte sagt nein! Auch dieses Verständnis von Reinheit, Hygiene, Keimfreiheit und Sauberkeit ist lebensfeindlich und führt zur Abwesenheit von dem, was ich anstrebe: Gesundheit.


Vom Schmutzfink zum Saubermann

In der Nutztierhaltung zeigt sich genau, warum, wann und wie viel Sauberkeit notwendig ist. Je mehr Tiere auf einem begrenzten Raum, umso radikaler muss sauber gehalten werden. Das ging uns genauso, nur dass wir nicht eingesperrt wurden, sondern freiwillig das enge Zusammenleben gewählt habe. Es geht/ging ums nackte Überleben. Als ich noch 50 qkm für mich hatte, brauchte ich nicht täglich zu duschen. Wind, Regen und jede Menge Gegend haben dafür gesorgt, dass Schmutz kein Thema ist. Dann kam die Zivilisation mit ihren Vor- und Nachteilen, und ich wurde im Laufe der Jahrhunderte gezwungen mir über Dinge Gedanken zu machen die vorher kein Thema waren, z.B. Sauberkeit.

Der Weg war lang und steinig, und wir sind ihn keineswegs nur freiwillig gegangen. Ganz im Gegenteil, solchen Themen wie Sauberkeit haben wir uns nur gestellt weil und wenn es gar nicht anders ging. Die Alternative wäre zurück zu 50 qkm unberührter Natur mit den dazugehörigen Unbequemlichkeiten gewesen. Sauberkeit wurde zum unbequemen Erfolgsmodell das uns aus Richtung Tier sein in Richtung Mensch sein vorangetrieben hat. Und darum übertreiben wir es jetzt - ins Extrem der entgegengesetzten Richtung aus der wir kommen. Wir versuchen alles keimfrei zu halten, selbst den Mülleimer. Im Verlauf davon haben wir vergessen was Keimfreiheit wirklich bedeutet:
  1. Abwesenheit von jeglichen Keimen ist Abwesenheit von Leben. In meinem Darm leben etwa 7 kg Keime, ohne die ich nur Honig und Wasser verdauen könnte.
  2. Abwesenheit von jeglichen Keimen bedeutet aber auch einen extremen Sog auf das Leben der Umgebung, das von allen Seiten vehement in diese viel versprechenden "Siedelungsräume" drängt in denen es im Moment keine konkurrierendes Leben gibt.
Keimfreiheit ist also nicht die Lösung und Schmutz auch nicht. Die Lösung liegt irgendwo dazwischen und es gibt auch schon ein Fachwort dafür, nämlich SYMBIOSE-LENKUNG. Es wird bisher jedoch nur in der Alternativmedizin und auch dort nur mit Bezug auf den menschlichen Darm verwendet. Vielleicht ist an der Zeit, dieses Konzept zu erweitern?

Extreme sind ja bekanntlich menschlich, vor allem das Fallen in sie - vom einen ins andere nämlich. Und dann ist da noch der goldenen Mittelweg, jedenfalls theoretisch. Kenn' ich alles sehr gut aus meinem eigenen Leben. Ich tue irgend etwas was ich gut kann - in meinem Fall war es Handball - und ich tue es so oft und so lang bis ich nicht mehr weiter geht. In meinem Fall war die Grenze nicht mein zunehmendes Alter. Ich habe mit 26 Jahren gerade noch die Botschaft meines Körpers mitbekommen: meine verformten Knochen und Gelenke wurden verletzungsanfällig, sie fingen allmählich an auseinanderzufallen - wegen Überbeanspruchung.

Also hörte ich von einem auf den anderen Tag mit dem Handball auf. Das war "extrem" wirksam! Denn mein Essverhalten war meinenem Hochleistungs-Stoffwechsel angepasst gewesen: 6 Stunden Sport pro Tag verbraucht 'ne Menge Kalorien. Und mein Essverhalten habe ich nicht von einem Tag auf den anderen mit-verändert. Weder sah noch spürte ich die Notwendigkeit und aß fröhlich weiter wie ich es gewohnt war. Mit etwa Dreißig zeigte sich (m)eine Diabetes so deutlich, dass ich sie nicht länger übersehen konnte. Sie war eindeutig angefressen. Und obwohl schon meine Großmutter an Diabetes starb, kann sie wirklich nichts für die meinige.

Einmal erkannt - das hatte immerhin 4 Jahre gedauert - ergriff ich Gegenmaßnahmen. Die Einzelheiten und weiteres in themenbezogene Gegensätze fallen, während ich die goldenen Mitte anpeilte, erspare ihnen. Nur soviel, der Leberzauber ist eine Auswirkung davon. Sie können sich vielleicht anhand eigener Erfahrungen meine Jahrzehnte dauernde Annäherung (wie eine Intervallschachtelung) ausmalen. Schauen sie sich bitte eins ihrer eignen Lebensthemen an, dann verstehen sie genau was ich meine.

Wenn ich jetzt wieder auf die Keimfreiheit zurückkomme, dann sehen sie hoffentlich die Parallele, die ich aufzuzeigen versuche: Die extrem-Reaktion gilt es jetzt anzuerkennen und mein Verhalten entsprechend zu ändern. Dabei ist sinnvoll daran zu denken dass beide Extreme jeweils ein sehr ähnliches Ergebnis gehabt haben, nämlich Abwesenheit der gewünschten Gesundheit: Während ich das erste Extrem etwa 10 Jahre lang auslebte, hat es mir beim zweiten schon nach vier Jahren und ohne Insulin gedämmert. Das nenn' ich lernfähig. Wir brauchen es mit der Ausbreitung der neuen Seuchen nicht so weit zu treiben wie im Mittelalter.


Es geht ums UND

Sauberkeit, Hygiene, Keime sind weiterhin ein Thema, dessen Lösung wir noch nicht gefunden haben. Was nicht erfolgreich sein kann, hat sich durch langjährige Versuche & Irrtümer gezeigt. Beide Extreme bergen nicht die Lösung, sondern sie bergen das gleiche Problem! Ist das wirkliche eine Überraschung? Schauen wir uns ein paar weitere Beispiele aus der Geschichte an: Konsequent zu ende betrachtet, ist das Problem anders, als es erscheint. Egal, welche Theorie, welche Religion, welche Herkunft, welches Wirtschaftssystem, sie alle respektieren den freien Willen nicht besonders. Also liegt's nicht an den Systemen, sondern daran, was wir daraus machen. Das Problem ist, dass wir - alle Menschen - den freien Willen anderer nicht besonders gut respektieren können/möchten/wollen.


Das BÖSE in mir?

Neuron, welches das logische UND repraesentiert Das Böse wird es als Inbegriff des moralisch Falschen verstanden, oder als Kraft, die moralisch falsches Handeln antreibt, (..) insbesondere wird ein Verhalten damit bezeichnet, dessen Absicht eigenwillig und gegen den Willen anderer gerichtet ist oder diesen grundsätzlich nicht berücksichtigt. [aus: wikipedia]

Dazu möchte ich ein paar provokative Fragen im Raum stehen lassen: Moral ist also auf keinen Fall in Stein gemeißelt, sondern etwas, was sich entsprechend unseren Lebenserfahrungen immer weiter entwickelt. Moral evolutioniert! Alles Gute und alles Böse kommt weder vom Himmel noch aus der Hölle, sondern wurde von uns Menschen entprechend unserer bewussten und unbewußten Absichten geschaffen, nämlich entsrechend dem, was wir gerade als moralisch vertetbar empfunden haben. Da waren und sind schon ganz schöne Klöpse dabei.

LMAA Sobald wir etwas als "böse" erkennen - auch wenn es in der Vergangenheit als "gut" eingestuft wurde - dann können wir es ändern. Dieses Einstufungen sind aber auch in der Gegenwart ziemlich unterschiedlich. Was dem einem (noch) moralisch wünschenswert erscheint, z.B. ein Selbstmordattentat oder die Ausrottung einer Volksgruppe ist für andere (schon) barbarisch und vielen egal, solange es sie nicht direkt betrifft.

Willkommen Mein persönliches Empfinden für gut & böse wird davon bestimmt, was ich aus meinem Innern heraus für gut oder böse halte. Nennen wir es mein Gewissen und seien wir uns bewusst, dass es in die Summe der Gewissen der mich umgebenden Menschen eingebettet ist. Und diese Summe der Gewissen hat zu einer bestimmten örtlichen Gesetzeslage geführt, in der ich dann lebe und zwar im Guten wie im Bösen.

Je mächtiger jemand in der Vergangenheit war oder in der Gegenwart ist, desto "böser" empfindet er es, wenn ich seine/ihre Empfindungen nicht teil(t)e. Ich jedoch empfinde es als umso "böser", je mehr ich dazu gezwungen werden, die Empfindungen anderer zu teilen. Beide haben wir dabei unser Gewissen vergessen, was dem Mächtigen signalisiert, dass er meine Freiheit nicht genug achtet und mir, dass ich seine guten Absichten nicht genug achte. Ich vergesse, meinen freien Willen dem Wohle aller zu beugen und der/die Mächtige vergisst, seinen freien Willen dem Wohle aller zu beugen. Und da treffen wir uns wieder wie Stalin & Hitler, wie Islam & Christentum, wie ...

Khalil Gibran Das, was ich meinem polaren Gegenspieler vorhalte, tue ich selber. Nur weil ich darüber reden kann bin ich noch lange nicht ohne Makel, wenn es darum geht meinen freien Willen gern dem Wohle aller zu beugen. Und das ist trotzdem was mein Gewissen von mir verlangt. Nur in dem Ausmaß in dem ich das tue, kann ich mit ruhigem Gewissen schlafen und bleibe/werde gesund. Mein Heil ist nicht dein Heil, trotzdem, lass uns zusammen gehen Hand in Hand. Anders geht es nämlich nicht!



M/Dein Wille geschehe!

Das Gute ist in mir, jedenfalls als Möglichkeit. Auch das Schlechte ist in mir, sobald ich mein Gewissen missachte, den Funken Gottes in mir vergesse und die Funken Gottes in allen anderen ignoriere. Das geht Hand in Hand. Gut und Böse ist dann also "nur" eine Richtung, meine Ausrichtung. Und ich lebe in einer Welt, die durch die Summe der Ausrichtung aller Beteiligten entsteht. Zu dieser gemeinsamen Welt füge ich meine Ausrichtung hinzu, im Guten wie im Schlechten, den infinitesimalen Anteil eines Sandkorns zum Strand.

Und doch ist der Strand die Summe aller Sandkörner. Jedes tragt bei. Und "Nichts tun" ist auch ein Beitrag. Da gibt's kein wichtig oder unwichtig. Es es nicht egal, ob ich's schleifen lasse. Dass jemand anders für mich tun kann/darf/soll/muss, macht meinen Beitrag nicht kleiner, nur anders. Wenn ich für jemand anders tun kann/darf/soll/muss, macht das meinen Beitrag nicht größer, nur anders. Mit jedem Tun oder nicht-Tun trage ich zum Ganzen bei, meinen Teil. Wenn ich nicht zufrieden bin, kann ich meinen Beitrag optimieren, immer weiter den Suggestionen meines Gewissens folgend, zum Wohle aller. Den Beitrag anderer kann ich nicht optimieren, ich kann ihn auch nicht minimieren. - Und was tue ich?

"Mein Wille geschehe" und das bitte sofort!

Ich will gesund sein, und zwar ohne etwas dafür tun zu müssen. Und ich bin nicht extrem, ich bin total ausgewogen. Aus dem Gleichgewicht komme ich nur durch äußere Einflüsse, gegen die ich mich nicht genug wehre. - Was? Sie behaupten, ich könne keine Kompromisse machen? Ich mache ständig Kompromisse. Jeden Tagen werde ich erneut dazu gezwungen.

So drückt sich ein Kämpfer aus, der mal Opfer ist und mal Täter, aber immer entweder das eine oder das andere. Wo bleibt das "wir"? Ob das anders werden kann, flächendeckend? Denn das ist notwendig, damit Systeme menschenfreundlich werden können. Kein Messer ist schlecht, weil ich jemandem damit die Kehle durch schneide. Und vom Äpfelschälen wird das Messer nicht gut. So ist es mit Religionen, Wirtschaftssystemen, Regierungsformen. Sie sind weder gut noch schlecht, sondern haben gute und schlechte Auswirkungen abhängig von den Absichten ihrer Betreiber. Ob diese Absichten bewusst oder unbewusst sind, spielt eine untergeordnete Rolle. Wie hört sich das Folgende für sie an?

"Unser Wille geschehe" zum Wohle aller!

Ich bin auf dem Weg, gesund zu werden und bereit alles zu tun, was dazu gehört. Ich vermeide die Extreme und strebe nach Ausgleich. Aus dem Gleichgewicht komme ich nur dann, wenn ich Einflüsse aus meinem Inneren unterdrücke. - Sie meinen, ich könne keine Kompromisse machen? Wenn ich auf Augenhöhe mit-entscheide, dann halte ich mich sehr gut an gemeinsam beschlossene Kompromisse, auch wenn es dabei mal unbequem für mich wird.

Ist diese Sprache kriegerisch? Redet hier ein Täter oder ein Opfer? Wenn ich das Ganze wieder auf meine Hass-Beziehung zu Keimen umlege, dann geht es auch hier darum, das UND zu finden, samt dem darin versteckten Frieden. Nicht alle Keime sind schlecht und wollen mir ans Leder. Viele sind für mich lebensnotwendig. Wie lerne ich zu unterscheiden, wie lerne ich mit den verschiedenen Keimen je nach Art unserer Beziehung (zwischen Keim und mir) angemessen umzugehen. Alle Keime umbringen ist nicht die Lösung und mit allen Keimen kuscheln auch nicht. Wie sieht das "wir" aus, das UND, was dient dem Wohle Aller, Keime mit eingeschlossen?


MIT einander Leben statt gegen einander Kämpfen

Abgesehen von der pragmatischen Sinnhaftigkeit von erweiterter Symbioselenkung und der Tatsache, dass sie uns von den virulenten Krankenhauskeimen quasi aufgedrückt wirkt, gibt es ein viel weit reichenderes Argument, als nur "dem Druck nachgeben".

"Es gibt eine kraftvolle Metapher dafür, was in eurer Biologie und in eurem Bewusstsein geschieht. Ihr bewegt euch aus einem Paradigma, das euer Immunsystem beinhaltet, in ein Paradigma, das von nun an die Thymusdrüse einbezieht. Was habe ich gerade gemeint? Ich drücke es nochmals anders aus:

Das Immunsystem identifiziert den Feind und bekämpft ihn.

Die Thymusdrüse identifiziert den Feind und harmonisiert mit ihm.

Von Bekämpfen zur Harmonie, das ist das Thema der nächsten 12-Jahres Periode." Das betrifft Bewusstsein, Biologie, Politik und sogar Physik. Achtet auf Harmonisierung auf allen Feldern der Wissenschaft - Dinge, die anfangen einen Sinn zu ergeben und miteinander verzapft sind." [Kryon Book 9, page 83, siehe auch auf der Kryon homepage Questions & Answers, 3rd Quarter 2003]



In dieser Verschiebung ist unser Verhältnis zu Mikroben natürlich nur eines von vielen Verhältnissen, die wir haben. Das betrifft auch alle anderen Bereiche, in denen ich entweder, den Untergebenen (Opfer) oder Chef spiele (Täter). Mehr Augenhöhe auf allen Ebenen ist gefordert: Dabei geht es nicht nur um wie sag' ich's..., was ja nur heißt wie bring' ich den-/diejenige dazu, zu tun, was ich will, sondern vor allem darum, dass ich zukünftige Entscheidungen gemeinschaftlich mit den Betroffenen auf Augenhöhe treffe. Es geht darum, sie gleichberechtigt mit-entscheiden zu lassen und gemeinsam getroffenen Entscheidungen gemeinsam zu leben, bis sie neu verhandelt und verändert werden. Es geht darum, nicht nur in die süßen Apfel zu beißen und zu tun, was mir passt, sondern auch in die sauren, die jemand anderem süß schmecken.

Im Laufe meiner Beratungen und Seminare habe ich gemerkt, wie wir alle empfindsamer werden, bewusst oder unbewusst. Worüber sich Menschen austauschen können und wie schnell wir auf energetische Maßnahmen reagieren ist heute ganz anders als vor 15 Jahren. Trotzdem versuchen viele, sich gegen die unbequemen Aspekte der steigenden Empfindsamkeit zu sperren oder zumindest sie so gut wie möglich zu ignorieren. Damit werden natürlich auch die Segnungen blockiert, die sich aus der gestiegenen Empfindsamkeit ergeben werden. Ein solcher unbequemer Aspekt, vielleicht der unbequeme Aspekt ist, dass ich immer besser wahrnehme, in welchem Ausmaß ich meines Glückes und auch meines Peches Schmied bin.

Es wird für mich immer schwieriger, für irgendetwas, was mich betrifft, bei anderen die Schuld zu suchen. Und wenn es mir doch gelingt, dann dauert es nicht sehr lang, bis mein Leben mir zeigt, dass es nicht so ist, dass niemand Schuld hat, weder andere noch ich, sondern dass ich lediglich die Konsequenten meines Tuns zu spüren bekomme, im Guten wie im Schlechten. Wenn ich gegen mein besseres (Ge-)Wissen irgendwo "nur" mitgemacht habe, schützt mich das keinesfalls vor den Folgen meiner Unterlassung. Und wenn jemand anderes gegen sein/ihr besseres Wissen bei mir mitgemacht haben, bekommt auch er/sie den gerechten Anteil unserer Suppe zum Auslöffeln.

Thymus im reifen menschlichen Fetus http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1f/Thymus_de.png "Allmählich werdet ihr einen erwachten Thymus bemerken. Davon werdet ihr in ungefähr einem Jahrzehnt Notiz nahmen, falls überhaupt. Und zur Frage welche Symptome ihr erfahren könntet? Nicht alle davon werden positiv sein, aber das sind sie auch nicht, wenn ihr aufwächst: Vielleicht erlebt ihr gelegentliche Kopfschmerzen, Klingeln in den Ohren, ungewöhnliche Schlafmuster, manchmal alles überwiegende Müdigkeit, zunehmende Wahrnehmung der Gefühle von anderen, zunehmende Empfindsamkeit gegenüber bestimmten Situationen in einer Menschenmenge, einen Wechsel im Geschmack bezüglich Musik und/oder anderen schönen Künsten, und die Erkenntnis, dass manche der von euch gewählten Freunde euch nicht mehr weiter dienlich sein mögen." (Kryon Book 9, page332, siehe auch auf der Kryon homepage Questions & Answers, 3rd Quarter 2003)


aus Wikipedia: Der Thymus ist ein Organ des lymphatischen Systems von Wirbeltieren. Er befindet sich beim Menschen entsprechend oberhalb des Herzens. Der Thymus des Menschen ist ein zweilappiges Organ, wobei bei Neugeborenen jeder Lappen ca. 5 cm lang und 2 cm breit ist. Im Kleinkindalter wächst der Thymus noch etwas, bis zur Pubertät behält er seine Größe, danach wird sein Gewebe mehr und mehr durch funktionsloses Fettgewebe ersetzt.

Esoterisch gesehen ist die Rückbildung des Thymus nach der Pubertät keine Notwendigkeit, sondern ein zeitgemäßer Effekt unserer Lebensführung. Bei Menschen, die ihre "Kindlichkeit" nicht verlieren oder sie erneut erwerben, dürfte das auch einen Effekt auf die Größe und vor allem die Funktion des Thymus haben.


Harmonieverlust & Spiritualität

Ich bin als Funke Gottes und in Liebe auf die Erde gekommen, um Erfahrungen (ein Lernprogranmm für diese Inkarnation) zu machen, die nur in der hier herrschenden Dualität möglich sind. Das bedeutet im Vergleich zu meinem Dasein ohne Körper ein Hormonieverlust, der mit meiner Fleischwerdung einhergeht: und damit es nicht zu einfach wird, bin ich wie ein guter Golfer mit einem Handikap gestartet. Das habe ich gewusst und gewählt, kann mich aber im Gegensatz zum Golfer jetzt nicht daran erinnern.

Jedes Problem und auch jede Lösung, die sich bei mir geistig, emotional und körperlich entwickeln, haben ihre Ursache in meiner bisherigen Lebensführung(en). Die Summe meiner Gewohnheiten - Denkstrukturen, Gefühlsmuster und Verhaltensschemata über Inkarnationen hinweg - lasst sie entstehen, alles im Dienste meines für diese Inkarnation gewählten Lernprogrammes. Und ohne an meinen Gewohnheiten etwas zu ändern, kann ich keine Lösung finden, mein Problem kann nicht schrumpfen, kann sich nicht rückentwickeln.

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:P_culture.svg Im alten Paradigma des Immunsystems habe ich entweder den Feind identifiziert und bekämpft (Opposition), oder einen Freund identifiziert und mit ihm fraternisiert (Konjunktion). Das nenne ich die "Entweder - Oder - Energie" des Solarplexus (Nabelschakras), dem der alte Chef des Immunsystems, die Milz, zugeordnet wird.

Lasse ich mich auf einen Streit ein, egal ob mit Worten, Gefühlen oder Taten, dann erzeuge ich die "entweder oder" - Energie. Der Stärkere zwingt den Schwächeren in die Unterwürfigkeit bis hin zum Tod. Der Konflikt scheint zwar so aus der physischen Welt zu verschwinden, wird aber in Wirklichkeit karmisch gefestigt. Irgendwann wird der Schwächere als Stärkerer kommen, und das Drama lauft mit vertauschten Rollen ab. (Die letzten werden die Ersten sein, ...)

Im neuen Paradigma der Thymusdrüse identifiziere ich den Feind und harmonisiere mit ihm. Das ist die "und" - Energie, hier beschrieben mit einer Sufi - Anekdote:

Mullah Nazruddin wurde zu einem philosophischen Wettstreit an den Hof des Kalifen geladen. Als er wieder in sein Dorf zurück kam, wurde er neugierig erwartet. Auf die Frage, "Wie war's denn?", antwortete Mullah Nazruddin, "Der Hofphilosoph und seine Theorien zogen einen engen Kreis und schlossen mich aus. Aber die Liebe und ich, wir zogen einen erweiterten Kreis und nahmen ihn mit hinein."


Wie sieht der "erweiterte Kreis" aus?
  1. Mein Körper lügt nicht. Er ist der Erfüllungsgehilfe meines Herzenswunsches. Was immer mein Körper manifestiert, dient der Erfüllung meines Herzenswunsches.
  2. Meine Gefühle sind momentane Handlungsaufforderungen, meinem Herzenswunsch treu zu sein. Sie wollen ausgedrückt werden. Wie ich sie ausdrücke, ob zerstörerisch oder schöpferisch, ist meine Wahl und meine Verantwortung.
  3. Meine Denkstrukturen helfen mir, mich in der gegenwärtigen Situation so zu orientieren, dass ich meinen Herzenswunsch im Brennpunkt meines Lebens behalte. Das bedeutet nicht, dass meine Wünsche die Wahrheit widerspiegeln. Es bedeutet, dass sie meine Wahrheit widerspiegeln. Wenn sich die gegenwärtige Situation ändert, ändert sich auch meine Wahrheit (und hoffentlich, bitte-bitte auch meine Gedanken).

aus: Esoterisches bis zum Anschlag, Kryon durch Lee Carroll, Mt. Shasta Juni-07:

Wahrheit ist das Merkmal, wenn das menschliche Herz die Liebe Gottes heiratet, und das Ergebnis ist die Passion für einen spirituellen Weg, der diesen Menschen erweitert.

Einige von euch haben diese Erfahrung gemacht und ihr kennt die Wahrheit, oder? Und ihr sagt oft, "Das ist meine Wahrheit." Aber wie geht es euch, wenn es nicht die Wahrheit von eurem Gegenüber ist? Sie mögen ihre eigene haben, anders als eure, doch mag diese [ihre Wahrheit] genauso leidenschaftlich bezüglich ihrer Heirat mit ihrer Liebe Gottes sein. Was sie in ihren Potentialen sehen, und was sie tun - ihre Handlungen, die Integrität mit der sie Spirit wertschätzen, die Richtungen, in die sie gehen - können sehr, sehr unterschiedlich von euren sein. Wie fühlt ihr euch damit? Liegen sie falsch?

"Kryon, bist da dabei uns zu erzählen, dass es viele Wahrheiten gibt?" Ja, und mehr als das. Es gibt tatsächlich viele Wahrheiten. Doch das menschliche Gehirn, voreingenommen in Singularität, schreit, "Es darf nur eine Wahrheit geben! Das ist etwas im Kern jeglicher Spiritualität - eine Wahrheit! Es kann nicht viele geben. Wir alle suchen nach der EINEN Wahrheit. Sie ist für alle Religionen und die meisten der Kriege auf dem Planeten verantwortlich. Das ist die angemessene Suche nach Gott."

Und ich sage, "Wie 3D von euch!" Was wäre, wenn es multiple Wirklichkeiten der Wahrheit gäbe, die alle an den gleichen Ort führen? Wart ihr damit im Frieden? Denn das ist die Weise, wie es funktioniert. Für den Fall, das ihr wirklich die eine Singularität der Wahrheit braucht, hier ist sie: Ihr seid alle miteinander verbunden. Wie geht es euch damit? Doch denkt darüber nach - kennen sämtliche Teile aller irdischen Maschinen das vollständige Bild? Wissen sie, warum sie existieren? Nicht in der linearen Welt, dort nicht. Was wäre, wenn ihr alle Teile einer gigantischen "Wahrheits - Maschine" wärt, alle zusammen für einen Zweck arbeiten würdet, den ihr nicht wirklich versteht? Ich sage euch, dass diese Verbindungen der Wahrheiten wie die Speichen der Achse eines Rades sind. Es gibt Milliarden davon, und sie führen alle zum Zentrum, und sie werden alle Wahrheit genannt.



Was kann ich in diesem Rahmen für jemand anderen tun? Ich kann für jemand anderen genau das tun, was ich für mich selber tue oder getan habe. Nicht mehr und nicht weniger. Liebe ich mich? Und wie sehr? Liebe ich mich genug, um meinen Denkstrukturen, Gefühlsmustern und Verhaltensgewohnheiten zu erlauben, mich mittels Lösungen (statt Problemen) an meinem Herzenswunsch ausgerichtet zu halten? Genau in diesem Ausmaß kann ich auch andere lieben und ihnen ermöglichen, sich mittels Lösungen (statt Problemen) an ihrem Herzenswunsch ausgerichtet zu halten. Immer vorausgesetzt, sie wollen das.



quellennachweis für fotos, graphiken & bilder:
Thymus im reifen menschlichen Fetus - http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1f/Thymus_de.png
Masken - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:P_culture.svg
UND-Neuron - http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Und-Neuron.pn