Zeit: Mittwochs 19 - 21:00
Leiter: Georg Keppler
Kosten: keine
Fragen:
Abwesenheit 2026: ganzer Mai

Wohlspannung: raus aus dem entweder-oder
Wenn ein Pferd auf der Weide steht, satt ist und nicht bedroht, weder weglaufen muss noch nach Futter suchen, dann geht es in eine Ruhehaltung zwischen Schlaf und Überlebenskampf. Einer der beiden Hüften steht die andere Hinterhand entlastend etwas hoch, Kopf hängt leicht nach unten; für Detail auf das Foto links klicken (dann wieder schließen).
In dieser Haltung kann das Pferd innerhalb eines Wimpernschlags entweder flüchten oder sonstwie angemessen auf die jeweilige Situation reagieren. Es ist allzeit bereit ohne sich zu stressen, ruht auf der Schwelle zwischen d'rauf hauen oder abhauen einerseits (Anspannnung) und Schlaf andererseits (Entspannung), ohne sich auf das eine oder andere festgelegt zu haben. Es befindet sich in einer Wohlspannung.
Das können wir auch. Oder zumindest konnten wir es einmal. Die meisten von uns haben dieses Können verloren, weil es uns abtrainiert wurde, weil wir es uns abgewöhnt haben... Es lässt sich aber ziemlich leicht re-aktivieren, vorausgesetzt ich bin bereit es zu üben und ihm im Alltag wieder (s)einen Platz zu geben.
Worum geht's?
Durch andauernden Stress wird Atmung chaotisch / hektisch. Denn sie bedient was immer wir durch gewählte und gezwungene Aktivitäten von ihr fordern. Hektische Aktivität hat eine Auswirkung. Sie mindert unser innewohnendes Streben nach Ausgeglichenheit (Wohlspannung), und die biologische Synchronisation im Organismus nimmt entsprechend ab. Dadurch kann Stress im seine Auswirkungen ungebremst entfalten, Wohlspannung ist schnell keine Option mehr. Ständige Abspannung setzt sich durch, so dass wir irgendwann todmüde die totale Entspannung suchen müssen und alles was dazwischen liegt mehr oder weniger überspringen.Wer Stress rechtzeitig bemerkt, kann mit kohärentem Atmen - einer einfachen Atemübung - den Auswirkungen andauernden Stesses entgegenwirken und sie mit etwas Übung stoppen. Die Voraussetzung dafür ist, dass ich mich im Moment des Stresses an das kohärente Atmen erinnere und sie durchführe. Das ist freiwillig. Es braucht meine Initiative.
sinnbildlich gesehen: Das Orchester
Die Atmung ist der Dirigent eines Orchesters von Organen: Herz (1. Geige), Lunge, Leber, Magen, Nieren, Duodenum, Pankreas, Milz, Ileum, Jujenum, Colon ... Wenn der Dirigent an auf seinem Handy rumdaddelt (nicht kohärente Atmung), dann macht jeder im Orchester was er will. Einer übt seinen Teil der Partitur, jemand anders geht eine rauchen, der dritte sendet social messages und jemand hat sogar sein Notebook rausgeholt und verfolgt Börsenkurse - Kakophonie. Sobald der Dirigent mit dem Taktstock gegen sein Pult schlägt, legen alle ihre Nebenbeschäftigung zur Seite und beginnen ein gemeinsames Klangkunstwerk zu erschaffen das keiner allein hinbekommen könnte. 1 plus 1 macht dann 5.Zuviel Stress bedeutet in diesem Bild, dass der Dirigent vergessen hat wozu er da ist, dass er zu sehr in Probleme vertieft ist, um den für seine Aufgabe notwendigen Überblick zu behalten. Er braucht meine Initiative, dass ich ihm (der Atmung) auf die Schulter tippe und daran erinnere was zu tun ist, zum Wohle aller. Sonst daddelt er weiter auf seinem Handy herum, und der Rest des Orchesters macht was die/der einzelne gerade für wichtig hält und kann.
physiologisch gesehen: willkürlich / unwillkürlich
Unser Körper regeneriert sich jede Nacht in den ersten 30 Minuten nach dem Einschlafen. Diese Aktivierung der Selbstheilungskräfte, gekennzeichnet durch so genannte "alpha"-Gehirnwellen, passiert auch während eines kurzen Nickerchens von maximal 30 min. Wer also Nickerchen machen kann, sollte das unbedingt tun weil sie/er damit die tägliche Regeneration VERDOPPELT. Aufgepasst, wer länger "nickt" verpasst den Effekt und ist anschließend mehr erschöpft wie zuvor.
Wenn aber täglicher Stress und Hektik zu viel werden, fällt der erschöpfte Mensch direkt in den Tiefschlaf. Die regenerierende Einschlafphase wird übersprungen, die nächtliche Selbstheilung kann nicht, zumindest nicht ausreichend statt finden. Irgendwann können die täglichen Arbeiten nicht mehr erledigt werden und fangen an aufzulaufen. Der Müll bleibt bildlich gesehen auf der Straße liegen und behindert das Tagesgeschehen. Wieso machen wir das?

Gute Arbeit setzt Konzentration voraus. Es gibt zwei Möglichkeiten Konzentration zu erlangen - durch Entspannung oder durch Stress. Während Entspannung in der von uns geschaffenen Betriebsamkeit nur freiwillig möglich ist, kann Stress auch erzwungen werden.
Das tun z.B. Adrenalin Junkies ganz gezielt. Viele andere hetzen sich weniger gezielt mittels "zwingender" Umstände tagsüber (im beta-Zustand) derartig ab, dass Sie abends todmüde ins Bett und sofort in tiefen Schlaf fallen. Da der alpha-Zustand so übersprungen wird, wacht Mann/Frau morgens ähnlich müde auf, wie er/sie abends eingeschlafen ist. Es konnte ja kaum körperliche Regeneration, fast keine Selbstheilung stattfinden.

Durch die vielen mutwilligen Wiederholungen des betriebsamen Alltags wird die im Menschen angelegte Fähigkeit situations-gemäß von Überlebensaktivität (Sympathikus dominiert) auf Regeneration (Vagus dominiert) umzuschalten, ausgehebelt und schließlich inaktiv. Der Mensch läuft im Hamsterrad des Dauerstresses, trainiert sich dabei das Umschalten ab ohne es zu merken.
Die gute Nachricht? Es lässt sich rückgängig machen. Das Umschaltvermögen von Sympathikus (willkürliches Nervensystem) auf Vagus (unwillkürliches Nervensystem), und damit die Selbstheilungskräfte, kann ich re-aktivieren, mir wieder antrainieren.
Willkürlich kann ich z.B. meinen Arm anheben, aber nicht meinen Darm bewegen. Das heißt jedoch nicht, dass ich keinen Einfluss auf die unwillkürlichen Prozesse in meinem Körper habe. Die Schnittstelle ist die Atmung. Meinen Atem kann ich verändern, ihn kohärent machen, die Schnittstelle Sympathikus/Vagus ansteuern. Das nimmt innerhalb weniger Atemzüge Einfluss auf den Herzschlag und wirkt dann, in einer Kaskade, auf sämtliche unwillkürlichen Funktionen meines Körpers - das Orchester spielt wieder ein gemeinsames Klangkunstwerk.
Info & Tools
Audio-Vorlagen:
- 5 sec kohärentes Atmen

- 5,5 sec kohärentes Atmen

- 6 sec kohärentes Atmen

Atem dirigieren
Kohärenz von Bio-Rhythmen
über Sychronizität
Tummo Tutorial
das Energiefeld des Menschen
Die Wahrnehmung dass der Mensch von einem Energiefeld umgeben ist, ist so alt wie die Menschheit. Das Energiefeld selbst ist vermutlich so vielfältig wie die Menschheit. Wie vielfältig seine Wahrnehmung ist kann ich nur spekulieren, jedoch sind künstlerischen Darstellungen eher stiliesiert, wie z.B. die Mandorla.
Mandorla (ital. für „Mandel“) ist ein Fachbegriff aus der Kunstgeschichte und bezeichnet eine Glorie oder Aura („Aureole“) rund um eine ganze Figur. Damit unterscheidet sich die Mandorla vom Heiligenschein, der nur das Haupt umgibt.
Von Ausnahmen abgesehen sind im christlichen Kulturkreis Mandorlen Jesus Christus vorbehalten und zeigen ihn im beliebten Bildschema Majestas Domini bzw. als Pantokrator. (links: Pantocrator by Arcabas, La Salette Basilica, France)
Organisierte Religionen entwickeln notgedrungen ein Streben nach Vereinheitlichung und standardisierter Lehre. Insbesondere in Zeiten wo lesen und schreiben nur elitären Minderheiten zugänglich war, dienten bildliche Darstellungen als Erinnerungshilfen für Basiswissen - im weitesten Sinne eine Art Bilderschrift. Das führt mit der Zeit zu religionsspezifischen Reglementierungen von Darstellung, an die sich Künstler halten müssen/können, unabhängig von ihrer eigenen tatsächlichen Wahrnehmung. (Foto rechts: eine Mahakala Darstellung aus dem tantrischen Buddhismus)
Nicht in die großen Religionen eingebundenen Darstellungen sind etwas freier. (links: Alex Grey "Theologue", Ausschnitt)
Auf jeden Fall ist das Energiefeld des Menschen nicht statisch. Und es ist eingebettet in größere Energiefelder, z.B das Energiefeld der Erde, welches wiederum in das der Sonne eingebettet ist.
Unser Energiefeld hat auch Untereinheiten, denn jedes DNS Molekül ist von einem eigenen elektromagnetischen Feld umgeben. In spirituellen und quantenphysischen Kreisen herrscht Verdacht bis Gewissheit dass das all diese Felder Information austauschen, dass die DNS zumindest potentiell über elektromagnetischen Resonanzketten mit dem Universum verbunden ist.
Resonanz und damit die Verbindung mit dem Universum ist natürlich, diese Verbindung nach Kräften einzuschränken ist menschlich. Die elektromagnetischen Resonanzketten in Jesus Christus waren wohl sehr viel weniger bis gar nicht mehr eingeschränkt, deshalb vielleicht die spezielle Darstellung seines Feldes als Mandorla.
Die Kernlehre von Jesus Christus lautet vereinfacht gesagt: "Was ich kann, kannst du auch." Davon fühle ich mich meistens überfordert. Nur an sehr guten Tagen habe ich den Mut diese Herausforderung aufzugreifen und mein Potential dafür anzuerkennen. Können heißt (noch) nicht tun, aber ich kann es lernen. Dabei helfen tut mit Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, die auch den Mut haben diese Herausforderung aufzugreifen und das Potential in sich selbst anerkennen. Das ist nicht mehr und nicht weniger als den eigenen Widerstand immer mehr aufzugeben, so dass das Licht der Schöpfung /des Schöpfers den Weg in mir nehmen kann den es in Jesus Christus genommen hat.
Das wunderbare an unseren Energiefeldern ist dass sie miteinander plappern wenn wir sie lassen. Sie tun das auch wenn wir sie einschränken, aber dann eben eingeschränkt. Ganz unterbinden können wir es nicht. Aber wir können die erhalten Information entsprechend unserem freien Willen interpretieren und von ihrem eigentlichen Gehalt entfremden. Das macht auf die Dauer krank. Und wenn ich damit aufhöre werde ich wieder gesünder.
Solange Energiefelden uneingeschränkt miteinander plappern dürfen gibt es keine Widersprüche, nur fließen von Information. Das ist gesund und macht gesund. Und es fühlt sich gut an. Die begleitenden Gefühle sind die verschiedenen Spielformen der Liebe, wie Vertrauen, Gewissheit, Freude.
Es braucht einen besonderen Ort für solche Begegnungen, zuträglich für die Erschaffung des gemeinsamen Energiefeldes. "Wo zwei oder mehr in meinem Namen zusammen kommen, da bin ich." Das ist eine weitere Kernbotschaft von Jesus Christus. Zugegeben, sie ist etwas kryptisch. Was bedeutet "in meinem Namen"? Wer hat die Deutungshohheit dafür?
Vielleicht funktioniert die Bildung des gemeinsamen Feldes nicht entlang von Formalitäten, festgelegten Ritualen, kann nicht erzwungen werden. Vielleicht ist es immer nur ein Versuch, der manchmal efolgreich ist und manchmal nicht. Vielleicht zeigt sich der Erfolg(Misserfolg an in der Gruppe herrschenden Gefühlen. Sind es Vertrauen, Gewissheit, Freude, dann hat es funktioniert, ...
Es braucht einen besonderen Ort für solche Begegnungen, etwas abgelegen und doch gut erreichbar - das ist absichtlich doppeldeutig. Der besondere Ort ist mein Herz, besser unser Herz. Ein Herz allein reicht ja nicht.
Dieser besonder Ort der gemeinsamen Herzen ist etwas abgelegen, nicht wegen der Entfernung, sondern wegen unserer inneren Entfremdung. Wir haben es uns angewöhnt den Fluß der Information zwischen dem eigenen Energiefeld und dem anderer einzuschränken. Darum ist kein Platz für andere in meinem Herz, und somit für mich auch nicht. Resonanz braucht aber mindesten zwei - ein minimales WIR. Und das ganze freiwillig von beiden/allen Seiten, ohne jeden Zwang.
Mein Weg ist nicht dein Weg, trotzdem lass' uns zusammen gehen, Hand in Hand!" (Khalil Gilbran)