INDIGOS - der stille Sturm 10

Nancy Tappe () & Kathy Altaras

übersetzt von georg keppler, [..] = eingefügt vom übersetzer; anmerkungen vom übersetzer
Nancy Tappe hat eine Gehirnbesonderheit, die ihre sensorischen Wahrnehmungen mischt - wenn sie Fisch isst, schmeckt sie zum Beispiel Dreiecke, und sie sieht Menschen (nicht die Aura) als Farbe. Diese besonderen Fähigkeiten hatte sie bereits jahrelang beruflich eingesetzt, als sie plötzlich an Neugeborenen eine neue Farbe bemerkte: Indigo. Nancy Tappe identifizierte das als den Anfang eines unterschiedlichen Aspektes von Bewusstsein in Kindern, einen evolutionären Schritt.

Viele Menschen griffen Aspekte aus der Forschungsarbeit von Nancy auf und nutzten sie nach eigenemm Ermessen. In und mit dem bekannt gewordenen Begriff "Indigokinder" entfaltetes sich der uralte Wunsch danach dass "es meine Kinder einmal besser haben sollen" in einen Mythos mit der Geschmacksnote der gegenwärtig unerfüllten Wünsche. Das war von Nancy nicht beabsichtigt worden, sie wurde davon überrascht. Die Ergebnisse ihrer Forschung öffentlich zugänglich zu machen war ihr ihr Herzensanliegen, nicht aber der entstandene Mythos in dem aus dem Zusammenhang gerissene Information mit Wunschdenken aufgeblasen wurde.

Mit dem Buch wird der Indigo Begriff ent-mystifiziert. Das ist notwendig damit Nancy's dank ihrer besonderen Wahrnehmung gemachten Forschungsergebnisse den Menschen die Einsichten erschließen können, die Nancy selber hatte. Kann ich Leser die Infomation mit dem in Verbindung bringen was ich bisher erlebt habe? Und wenn ja, dann bekomme ich ein zusätzliches Werkzeug in der Kommunikation mit und im Verstehen von den mich umgebenden Menschen. So ist es jedenfalls mir ergangen.

Bisher konnte ich mich davon abhalten aus den Informationen eine weitere Konstitutionslehre zu machen. Das trifft die Dynamik des Geschehens nicht. Indigos sind hier um existierende Muster zu zerbrechen oder zumindest aufzuweichen. Alle Muster behindern Veränderungen. Wenn sie in Stein gemeißelt sind, dann verhindern sie Veränderungen und müssen erst zerbrochen werden. Sofort die neuen Muster wieder in Stein zu meißeln behindert zukünftige Veränderungen. In welchem Ausmaß ist das sinnvoll? Denn ganz ohne Struktur kommen wir nicht klar. Flexible Muster braucht es, unscharfe Regeln, fuzzy logic und dynamische Gesetze, und das ganze am besten Widerspruchsfrei. Willkommen in der Zukunft.
Kapitel:
1: nancy & indigo
2: der mythos
3: indigos begegnen
4: humanisten
5: künstler
6,7,8: in arbeit
9: schüler & lehrer
11: in arbeit
12: an alle indigos


kapitel 10: indigos im beruf

(..)

Die Indigos fangen gerade erst an Änderungen zu bewirken. Die Demografie der Arbeitsplätze ändert sich enorm. Kaukasier verlieren gerade schnell ihre Mehrheit. Die Zahlen ändern sich zu schnell um eine Prozentzahl anzugeben, doch sollten sie wissen dass 2025 die meisten Entscheidungsträger auf der Welt jung, weiblich und braun sein werden. Der androgynen Energie der Indigos geschuldet werden Frauen die Männer auf einigen der weniger kreativen Gebieten zahlenmäßig übertreffen. Viele Indigos werden allein erziehend sein, und als Folge davon werden die beruflichen Entscheidungen die sie treffen oft, aus Notwendigkeit, mit der Gesundheit und dem Wohlbefinden ihrer Kinder zusammen hängen. Viele werden auf einem Kontinent leben und auf einem anderen arbeiten. Manche werden überhaupt keinen Arbeitsplatz haben, ihre Produktivität geschieht an verschiedenen Orten und sie wird mit Menschen verkettet sein die sie persönlich kennen, oder mit Menschen an weit entfernten Orten die sie niemals persönlich treffen.

Indigos werden ihre Karriere nicht als ein singuläre Entität betrachten; sie sehen sich selbst als Baumeister ihrer Vita. Es fällt ihnen leicht Arbeit anzunehmen und aufzugeben, sie ziehen es vor Positionen einzunehmen oder wegzulassen die sie als Individuum erweitern und die es ihnen gestatten neue Fertigkeiten zu erwerben und neue Interessen. Möglicherweise wechseln sie aus profitorientierter Arbeit in den non-profit Sektor, wiederum abhängig von ihrem globalen Interesse und der Kreativität die sie in die Arbeit einbringen können. Sich suchen in jedem Job die Möglichkeit ihre Fähigkeiten zu erweitern, die Möglichkeit kreativ zu sein und die finanziellen Mittel für den Lebensstil den sie mögen. Sie setzen ihre Arbeit nicht mit ihrem Leben gleich, und sie identifizieren sich auch nicht mit ihrer Arbeit. Sie sind Individuen. Arbeit ist ein von den Dingen die sie tun.

Sie glauben auch nicht an Firmenloyalität. Die Indigos von heute glauben nicht daran dass sie im Rentenalter von einer Firma oder der Regierung versorgt werden, es sei denn sie opfern dieser Firma oder Regierung ihre Werte oder ihr Leben. Nochmal, sie leben im und für das Jetzt. Sie demonstrieren ihre Werte konsequent mit ihrer Arbeitshaltung als Angestellte. Sie betrachten einen Arbeitstag so wie es in ihrem Vertrag steht. Wenn der Vertrag besagt dass der Tag vorbei ist, gehen sie egal ob die Arbeit getan ist oder nicht. Das gilt insbesondere für die Humanisten. Wenn ihre Einarbeitungszeit von 3 oder 6 Monaten vorbei ist, erwarten sie eine Gehaltserhöhung und eine Beförderung, egal ob die Qualität ihrer Arbeit das hergibt oder nicht. Sie scheuen sich nicht die gleiche Gehaltssteigerung zu verlangen wie ihre Kollegen, wiederum unabhängig von der Qualität ihrer Arbeit. Falls sie, und das ist bemerkenswert, sie tatsächlich so viel oder mehr arbeiten wie ihr Chef, und der Chef dafür die Meriten einheimst (etwas dass ständig passiert ist), dann bringen es die Indigos zur Sprache und erwarten die entsprechende Vergütung dafür. All diese Verhaltensweisen sind klare Beispiele für ihren Sinn der Selbstermächtigung. Das Indigo Konzept von „Recht auf Arbeit“ bedeutet das „Recht so zu arbeiten wie ich will“. Sie erwarten Anerkennung und Belohnung auf Grund ihrer Anwesenheit, nicht auf Grund ihrer Leistungen.

Für jene von uns die älter sind oder nicht-Indigos, sind diese Erwartungen bemerkenswert und manchmal haarsträubend. Wir mussten unseren Weg verdienen. Sie erwarten dass ihrer einfach geschieht. Wir beurteilen das als mangelnde Arbeitsethik. Nancy sieht das anders. Für sie ist es eine Frage von Fokus und Perspektive.

Lassen sie uns die einzelnen Typen der Indigos betrachten. Humanisten sind sozial. Arbeit bietet ihnen eine Möglichkeit die Welt zu globalisieren und die Menschen überall zu verbinden. Wenn sie in einer Position sind die ihnen gestattet ihre sozialen Medien Geräte zu nutzen, in Gruppen zu arbeiten, frei miteinander zu kommunizieren und Wohl des Ganzen beizutragen, dann sind sie glücklich. Die Kultur ihrer Arbeitsumgebung ist für sie von entscheidender Wichtigkeit. Wenn es notwendig ist dass sie an einem Projekt Überstunden machen, dann ist es das Beste für den Manager es so sozial wie möglich aussehen zu lassen. Humanisten die im Beruf unglücklich sind oder nicht besonders erfolgreich sind jene deren Kommunikation mit anderen eingeschränkt ist, die nicht genug Zeit dafür haben sich mit ihresgleichen auszutauschen, oder wenn ihnen ihr soziales Leben außerhalb der Arbeit so viel wert ist dass sie es riskieren Arbeitszeit zur Aufrechterhaltung zu nutzen. Sie können zu Whistleblowern werden wenn ihr sozialer Fortschritt gefährdet oder ihr Selbstwert von Gleichgesinnten bedroht wird. Ein weiser Manager wird alles tun um die Ausgeglichenheit des Humanisten wieder herzustellen, ihn oder sie ermutigen eine Pause zu machen, sich selbst heraus zu nehmen und dann zurück kommen um das ganze neu zu bereden. Reden ist die Therapie für Humanisten. Selbst wenn die Entscheidung letztendlich gegen den Humanisten fällt, zählt die Tatsache dass sie oder er die Möglichkeit bekommen hat den eigenen Standpunkt zu präsentieren und der gehört wurde.

Künstler hingegen arbeiten unermüdlich und viele lange Stunden um ihre Kunst zu perfektionieren. Sie setzen notfalls ihre Gesundheit aufs Spiel. Doch die Aufgabe muss sich um sie drehen – ihre Kunst, ihr Design, ihre Kreativität. Sie werden danach streben mit der Gruppe gut auszukommen solange der ästhetische Wert des Projekts nicht in Gefahr ist. Es macht ihnen nichts aus Whistleblower zu sein oder zum Manager zu gehen und ihn über die Produktivität eines Mitarbeiters zu informieren, insbesondere wenn diese Aktion den Künstler besser dastehen lässt oder die Qualität des Produkts gefährdet ist. Wenn am Arbeitsplatz etwas dramatisches geschieht dann ist die treibende Kraft dahinter meist im Künstler zu finden. Sie bringen an jedem einzelnen Tag ihr persönliches Drama mit auf die Arbeit.

Künstler sind bezüglich ihrer Arbeit und ihrem Arbeitsplatz anspruchsvoll. Im Verkauf und in einer Arbeitsumgebung mit repräsentativer Wichtigkeit betraut der weise Manager einen Künstler mit der Leitung. Er wird auch herausfinden dass Kritik gar nicht gut funktioniert. Der Künstler glaubt die Arbeit perfekt getan zu haben weil sie in seiner/ihrer künstlerischen Vision perfekt war. Künstler sorgen sich um ihren Sozialstatus. Es ist wichtig dass ihre Stellenbezeichnung als wichtig angesehen wird.

Sie zu maßregeln oder zu kritisieren ist heikel. Wenn sie das Gefühl haben dass die Kritik unbegründet ist dann schalten sie ab; sie rechtfertigen ihr Tun vor sich selbst und betrachten den Manager als falsch liegend. Überempfindlich wie sie sind können sie schnell und oft weinen. Schlechte Stimmung führt sie in die Opferhaltung. Und die Maßregelung blasen sie zum großen Drama auf. Der Manager braucht die Einsicht dass für den Künstler alles ein großes Drama ist. Die beste Methode für den Manager die Emotionen des Künstlers wieder anders herum zu drehen ist auf ihr Design und den kreativen Prozess zurück zu kommen.

Ein Indigo Konzeptualist ist wieder eine ganz andere Sache. Sie sind Sonderlinge und Streber (beiden Geschlechts) die unermüdlich an ihrem Projekt arbeiten. Sie sind Designer, Ingenieure und Erbauer die Antworten finden. Sie sind ständig und immer auf das Projekt ausgerichtet. Als technische Genies nehmen sie dinge physische und metaphorisch auseinander und setzen sie wieder zusammen, oft anders und besser. Als methodischster der vier Indigo Typen ist der Konzeptualist genau das – die Person für Ideen. Abgesehen vom Katalysator sind sie am wenigsten sozial und ziehen es vor allein zu arbeiten. Sie denken oft dass die sozialen Komponenten der Arbeit unwichtig sind und können es übel nehmen wenn dafür Zeit von ihrer Arbeit abgezwackt wird. Verständnis für Takt, die Notwendigkeit von Finesse in sozialen Situationen und für die Nuancen von menschlichem Verhalten kann nicht unbedingt vorausgesetzt werden. Wenn sie allein am Arbeitsplatz sind ist das o.k. Doch wenn sie sich in ein Team Szenario oder eine Manager Position erweitern sollen, dann die Aufgabe andere Menschen zu leiten einen Konzeptualisten komplett aus seiner Komfortzone reißen, wenn sie oder er die Situation nicht in Ruhe analysieren kann und Managen als lediglich ein weiteres Gebiet erkennt, das es zu meistern gilt. Im Hintergrund arbeiten sie besser als ihre Humanisten und Künstler Kollegen.

Konzeptualisten können unermüdlich arbeiten solange es ihr Projekt ist. Sie sind es die gut von zuhause arbeiten, etwas das Humanisten nicht sozial genug finden. Konzeptualisten arbeiten auch gut in einem Flugzeug, im Wartebereich des Flughafens, ihrem Auto, oder Starbucks. In Wahrheit ist ihr Computer ihr Arbeitsplatz. Es kommt nicht darauf an wo sich der Computer befindet.

Wenn Konzeptualisten sich entscheiden ob sie eine neue Arbeit annehmen oder nicht, dann sollten sie nachfragen welche Technologie vorhanden ist und ob es ein Budget für die Technologie gibt die sie für ihre Arbeit brauchen. Während Künstler Wert auf ihren sozialen Status und Position, oder auf die Ästhetik des Ortes ihrer Auftretens legen, fokussieren sich Konzeptualisten darauf das Projekt zu kontrollieren oder der Supervisor derer zu sein mit denen sie zusammen arbeiten. Sie stellen Ansprüche an die Hardware und Software die sie wollen, brauchen und nutzen. Wichtig ist ihnen der Zeitverlauf und die Projektkontrolle. Am wichtigsten ist ihnen eine Position in der sie ihren Bereich kontrollieren und Überlegenheit behalten können, egal wie ihr Bereich definiert sein mag.

Von der Arbeit gestresste Konzeptualisten sind jene, von denen gefordert wird sozial zu sein, denen nicht genug Zeit gegeben wird die Situation gründlich zu analysieren, oder die das Gefühl haben die Kontrolle verloren zu haben. Ein weiser Manager wird sie zu ihrem Projekt und Arbeit zurückführen und ihnen versichern dass sie immer noch die Kontrolle haben.
siehe dazu den Film Brexit - Chronik eines Abschieds, z.Zt. in der ARD Mediathek

Heutzutage ist der Indigo Katalysator immer noch so selten oder sozial unzumutbar, dass sie/er kein Faktor am Arbeitsplatz ist. Dieser Indigo Typ kann wie ein autistischer Inselbegabter aussehen der in einer nahezu ein-zu-eins Situation betreut werden muss in der sein Wissen und Fachkompetenz hervorgelockt und von anderen genutzt werden kann. Der Katalysator verbreitet eine Atmosphäre vollständiger Überlegenheit und Abstraktion um sich herum. Trotzdem, im Laufe der Zeit werden sie es sein die großartige Lösungen, großartige Philosophien und Antworten für die größten Probleme der Menschheit mitbringen werden. Sie werden es sein die die Notwendigkeit für universelle Veränderung erkennen; und sie werden die dafür unerlässliche Vision mitbringen.

Einige junge Indigo Erwachsenen haben es nicht geschafft ihren Weg in die Arbeitswelt zu finden. Eine Vielzahl von Faktoren hat dazu geführt. Manche haben einen Abschluss gemacht für den es dann keinen Arbeitsmarkt gab. Andere haben nie das Gebiet gefunden das sich für sie „richtig angefühlt“ hat. Und wieder andere finden einfach nicht die innere Motivation nötig um sich über die Couch im Haus ihrer Eltern hinaus zu entwickeln. Manche sind von ihren Video Spielen abhängig und nicht bereit sich den tatsächlichen Arbeitstag weg davon auszusetzen. Viele Indigos können sich Arbeit nicht so vorstellen wie ihre Väter, endlose Jahre harter Arbeit mit wenig Belohnung außer der Golduhr. Im Leerlauf gefangen haben viele während ihrer Ausbildung so lange abgeschaltet dass sie jetzt unfähig sind sich in den Arbeitsmarkt zu begeben weil ihnen die grundlegenden Eigenschaften fehlen. Diese jungen Indigos haben sich im Sturm der Veränderung unserer Kultur verfangen und haben keine Ressourcen gefunden um sich an die neuen Umstände anzupassen. Sie haben gewählt unglückliche Opfer sich verändernder Zeiten zu werden statt sich für die Zukunft neu zu erfinden. Auf ihre eigene Art verwirklichen sie auch die Indigo Kernaussage: alte Wege funktionieren nicht mehr. Das Individuum der Zukunft wird nicht in der Art und Weise der Vergangenheit arbeiten.

Während junge Indigos die Arbeitswelt weiter fluten ist es wichtig sich an ihre übergeordneten Werte zu erinnern: globalisierte Verbundenheit, Technologie, und zusammen für das Wohl aller zu arbeiten. Weise Supervisoren wie Chuck werden diejenigen sein, die mit ihnen reden, die Interesse am Leben der Indigos haben, an ihrer Welt, ihren Werten, und die sie coachen und betreuen anstatt sie autoritär zu dirigieren. Indigos mögen es für ihre Beiträge anerkannt zu werden, und sie möchten wegen ihre Werte respektiert werden. Es ist nicht nötig dass alle anderen die gleichen Werte haben – lediglich ihren Blickwinkel anzuerkennen. Ein weiser Manager muss auch wissen dass der Indigo seine Scheinheiligkeit herausfordern wird, Ungleichheit am Arbeitsplatz, und dass Gehaltserhöhung für alle am gleichen Tag verlangt.