INDIGOS - der stille Sturm 9

Nancy Tappe () & Kathy Altaras

übersetzt von georg keppler, [..] = eingefügt vom übersetzer; anmerkungen vom übersetzer
Nancy Tappe hat eine Gehirnbesonderheit, die ihre sensorischen Wahrnehmungen mischt - wenn sie Fisch isst, schmeckt sie zum Beispiel Dreiecke, und sie sieht Menschen (nicht die Aura) als Farbe. Diese besonderen Fähigkeiten hatte sie bereits jahrelang beruflich eingesetzt, als sie plötzlich an Neugeborenen eine neue Farbe bemerkte: Indigo. Nancy Tappe identifizierte das als den Anfang eines unterschiedlichen Aspektes von Bewusstsein in Kindern, einen evolutionären Schritt.

Viele Menschen griffen Aspekte aus der Forschungsarbeit von Nancy auf und nutzten sie nach eigenemm Ermessen. In und mit dem bekannt gewordenen Begriff "Indigokinder" entfaltetes sich der uralte Wunsch danach dass "es meine Kinder einmal besser haben sollen" in einen Mythos mit der Geschmacksnote der gegenwärtig unerfüllten Wünsche. Das war von Nancy nicht beabsichtigt worden, sie wurde davon überrascht. Die Ergebnisse ihrer Forschung öffentlich zugänglich zu machen war ihr ihr Herzensanliegen, nicht aber der entstandene Mythos in dem aus dem Zusammenhang gerissene Information mit Wunschdenken aufgeblasen wurde.

Mit dem Buch wird der Indigo Begriff ent-mystifiziert. Das ist notwendig damit Nancy's dank ihrer besonderen Wahrnehmung gemachten Forschungsergebnisse den Menschen die Einsichten erschließen können, die Nancy selber hatte. Kann ich Leser die Infomation mit dem in Verbindung bringen was ich bisher erlebt habe? Und wenn ja, dann bekomme ich ein zusätzliches Werkzeug in der Kommunikation mit und im Verstehen von den mich umgebenden Menschen. So ist es jedenfalls mir ergangen.

Bisher konnte ich mich davon abhalten aus den Informationen eine weitere Konstitutionslehre zu machen. Das trifft die Dynamik des Geschehens nicht. Indigos sind hier um existierende Muster zu zerbrechen oder zumindest aufzuweichen. Alle Muster behindern Veränderungen. Wenn sie in Stein gemeißelt sind, dann verhindern sie Veränderungen und müssen erst zerbrochen werden. Sofort die neuen Muster wieder in Stein zu meißeln behindert zukünftige Veränderungen. In welchem Ausmaß ist das sinnvoll? Denn ganz ohne Struktur kommen wir nicht klar. Flexible Muster braucht es, unscharfe Regeln, fuzzy logic und dynamische Gesetze, und das ganze am besten Widerspruchsfrei. Willkommen in der Zukunft.
Kapitel:
1: nancy & indigo
2: der mythos
3: indigos begegnen
4: humanisten
5: künstler
6,7,8: in arbeit
10: im beruf
11: in arbeit
12: an alle indigos


kapitel 9: indigo schüler, indigo lehrer

Mein Tagebuch (Klasse 2)

Herr Gonzales hat gesagt wir sollen aufschreiben was wir gestern getan haben. Ich sah wie Fräulein Strom gestern in der Hausaufgabenbetreuung Tim und Jose Multiplikation gezeigt hat. Ich habe es mir angesehen und mich entschieden es zu lernen. Ich habe es gelernt. Großvater hat mich dazu gebracht es ihm zu zeigen als ich nach Hause kam. Er war überrascht dass ich es konnte. Er hat mir ein paar Aufgaben gestellt. Ich habe sie gelöst. Ich habe auch hinten in unserem Raum ein Buch über Kursivschrift gesehen. Falls mir Herr Gonzales ein paar Seiten kopiert werde ich es selber lernen.

Der stille Indigo Sturm ist nirgendwo offensichtlicher als in ihren heutigen schulischen Leistungen und Verhalten. Wie wir im Anfangskapitel dieses Buches geschrieben haben: Ein Sturm ist der Zusammenfluss instabiler Energie die sich in der Atmosphäre hin- und herbewegt, und die eine Veränderung bewirkt. Auf der Erde geschehen Stürme als Teil der Natur; Menschen können sie weder anhalten noch verhindern. Der Mensch kann lediglich abwarten bis sie vorbei sind und sich dann für eine Handlungsweise entscheiden, dabei entweder seine Ressourcen nutzen um sich anpassen und auf neue Umstände einstimmen, oder sich wie ein unglückseliges Opfer verhalten. Im Nachgang eines Sturms können Wiedergeburt und Erneuerung geschehen." Der akademische Indigo Sturm geschieht jetzt auf verschiedene Arten und Weisen.

Der destruktive Aspekt sieht trostlos aus. Schüler und Studenten steigen in immer größeren Zahlen aus, insbesondere in städtischen Gegenden. Das ist ein globaler Trend, kein nationaler. Das traditionelle Erziehungssystem ist defekt, trotz jährlicher Milliarden Ausgaben. Lehrpläne, Lehrbücher und Prüfungen sind politisiert worden und stagnieren. Das Design traditioneller Schulgebäude ermöglicht nicht die für technologischen Fortschritt notwendigen Veränderungen. Die Kinder sind in den Klassenräumen gelangweilt, ohne Motivation und ruhelos. Das industrialisierte System von gestern, darauf ausgelegt am laufenden Band ausgebildete Schüler und Studenten zu produzieren, hat für einige Hundert Jahre funktioniert. Heutzutage scheint dieses System immer schneller zu zerfallen, und die Erziehung von morgen können wir uns noch nicht richtig vorstellen.

Was haben die Indigos damit zu tun? Im Kapitel 3 haben wir die Tatsache erörtert dass die Indigo Energie androgyn ist (männlich und weiblich kombiniert). Jungs werden in ihrem Drang, ihrer Energie und Absicht femininer, und Mädchen werden maskuliner in ihrem Drang, ihrer Energie und Absicht. Das kann man in den schnellen Verschiebungen der Studentenschaft sehen. Jungs brechen in steigende Zahlen ihre Erziehung ab, angefangen im Gymnasium. Sie sind nicht motiviert und wollen keinem Kurs folgen der (aus ihrer Sicht) ins Nichts führt. Gleichzeitig zeigen gegenwärtige Statistiken steigende Einschreibung weiblicher Studenten an Hochschulen, insbesondere an medizinischen, zahnmedizinischen und juristischen Fakultäten. Mehr Mädchen werden zu Ingenieuren, Wissenschaftlern und wirtschaftlichen Führungskräften. Und ja, zum Teil zeigen diese Veränderungen das Scheitern von Erziehern im Versuch die Lernbedürfnisse der Jungs zu treffen. Doch in größerem Ausmaß ist es auch der Gradmesser für die weiter-Verschiebung von Indigo Energiemustern. Um Jungs die Schule schmackhafter zu machen braucht es eine Umorientierung der Lehrpläne weg vom Aufzählen von Fakten hin zu Gelegenheiten kreativ zu sein. Die meisten Indigos sind sehr kreativ. Sie benötigen eher führende Begleitung ihrer Neugier als genaue Anweisungen oder Dogmen zum auswendig lernen. Arbeitspapiere langweilen sie weil sie keinen Raum für Kreativität lassen, für eigenständiges Denken oder die in ihren Videospielen mögliche Interaktion und Eigenbeteiligung.

Könnte Erziehung besser sein? Sicherlich. Es gibt jede Menge Hypothesen wie Indigo Kinder geschult werden sollten. Vor 40 Jahren hat Nancy Tappe gesagt dass ein Indigo Kind psychologisch von einer Schulung profitiert würde die individualisierter auf ihre Bedürfnisse eingeht. Sie sagte damals auch dass alle Schüler, unabhängig vom Bildungsweg, erfolgreicher lernen wenn Erziehungsprozesse mehr den Schüler im Fokus haben und Raum für selbstbestimmte Lerngeschwindigkeit geben. Das trifft auf alle Kinder in allen Zeiten zu. Doch Privatunterricht ist auf globaler Basis weder realistisch noch praktisch. Nicht alle Indigo Kinder brauchen Privatunterricht um erfolgreich zu lernen.

Tatsache ist dass Indigo Kinder in fast allen Teilen der Welt jeden Tag in der Schule sind. Die meisten von ihnen haben engagierte Lehrer die mit den ihnen zur Verfügung stehenden Materialien ihr Bestes geben um ihnen die Grundlagen von Lesen, Schreiben, Mathe, Natur- und Sozialwissenschaften beizubringen. Zusätzlich haben die meisten Kinder auch Zugang zu kreativeren Fächern. An den abgelegensten Orten der Erde - kleine Dörfer in Indien, entfernte Gebiete der äußeren Mongolei und zurückgezogene Regionen in Afrika und Südamerika - sind die Kinder Computern, Mobiltelefonen und Fernsehern begegnet und haben sie genutzt. Sie haben über Google und YouTube Information gesucht und Zugang bekommen. Manche jungen Kinder nutzen Selbstlernprogramme wenn sie ein Thema schneller durcharbeiten möchten oder einfach nur etwas lernen wollen, was über das Klassenzimmer hinaus geht. Selbst in den schlechtesten Schulen problematischer Stadtteile lernen viele Kinder jeden Tag auf produktive Weise, machen einen Abschluss in den nächsten erfolgreichen Schritt ihres Lebens.

Trotzdem kann Erziehung viel besser ablaufen. Um Indigo Energien einzubeziehen, muss Erziehung viel schneller ablaufen. Die heutigen Generationen von Kindern, die meisten von ihnen Indigos, sind von klein auf mit der Möglichkeit aufgewachsen Bilder zu betrachten und bekommen ihren input vom Fernseher und Videospielen. Manche Eltern haben ihr Babys vor "Mozart für Babys" gesetzt, in der Erwartung einer sofortiger Entwicklung des Gehirns (und der naiven Annahme das ihre Gehirne sich nicht sowieso schon entwickeln). Andere ELtern haben den Fernseher als Babysitter benutzt, als Unterhaltungskünstler und frühen Erzieher. Kinder wurden über Stunden durch Medien input beschäftigt und ruhig gehalten. Heutzutage schreiben es Kindergarten Erzieher weitgehend der Sesamstraße und dem breiten Angebot von Kinderprogrammen zu dass die meisten Kinder bereits vor der Einschulung Vorkenntnisse im Lesen haben. Wenn ein Kleinkind 18 Monate alt ist kann sie oder er vorsichtig eine DVD in den Player einlegen und auf der Fernbedienung den richtigen Knopf drücken damit der Film startet. Sie sind mediengängig bevor sie richtig sprechen können. Die heutigen Kinder können schnelle visuelle und audio mehrfach-Signale (gleichzeitig) aufnehmen und auswerten; das ist ihr Standard.

Doch die Kehrseite ist auch offensichtlich. Sobald die Kinder Klasse eins, zwei oder drei erreichen, besteht ihr Schulalltag aus dem Lesen von veralteten Texten in schwarzen Wörtern auf weißem Papier und dem Ausfüllen der schwarzen Linien von weißen Arbeitsblättern. Es überrascht nicht dass sich Lernende in einem Klassenzimmer langweilen in dem der Fokus auf Arbeitblättern oder dem Lesen langer Textstellen oder Seiten über Seiten mathematischer Probleme liegt, mit gelegentlichem Medien input als Belohnung.

Ihre Hausaufgaben haben keinen visuellen oder auditiven Zusammenhang der über das Produkt auf dem Papier hinaus geht. In d(ies)er Schule sind Indigo Kinder gelangweilt! Sie sind unter-stimuliert, und ihre Lern-Begierigkeit ist unterfordet. Als Folge davon blenden sie ihre Lehrer aus und können es nicht erwarten bis sie nach Hause zum Fernseher und ihren Spielkonsolen kommen. Plato sagte: "Durch Erziehung haben wir Lernenden dabei zu helfen Freude in dem zu finden was sie lernen müssen." Das was vor 2500 Jahren. Nirgendwo ist dieser Gedanke notwendiger als bei heutigen Kindern. Damit Lernende heute in der Erziehung Freude finden können, müssen die Erschaffer von Lehrplänen Technologie, Medien und andere Prozesse nutzen, deren visueller und auditiver input schnell genug dafür ist das Interesse der Lernenden aufrecht zu erhalten.

Wie dem auch sei, man kann die Indigos nicht für die Erschaffung von Computern, Videospielen und Fernsehen verantwortlich machen, noch für die daraus resultierende Abhängigkeit. Im Farbsystem von Nancy waren die Violetten die kreative Kraft hinter Fernseher und Videospielen. Die Indigos sind lediglich dazu hier um der Menschheit die Auswirkungen und den Gebrauch dieser Geräte zu zeigen - sowohl im Guten wie im Schlechten. Es gibt nie eine einzige Ursache-Wirkung Beziehung für eine isoliert betrachtete (nach Nancys System identifizierte) Farbgruppe. Violette haben das Erscheinen und die Anpassung von Indigos beeinflusst und beeinträchtigt, genau so wie Indigos die Gruppe beeinflussen und beeinträchtigen werden die nach ihnen kommt. In der Schule verursachen Indigos den schnellen Vorlauf der Notwendigkeit für Veränderung der Erziehung durch ihre steigende Ausstiegsrate und Gleichgültigkeit gegenüber veralteten und überholten Lehrmethoden.

Nicht alle Indigo Kinder sind ADD (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom) oder ADHD (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom). Viele von ihnen scheinen mit einer höheren Energie in Resonanz zu gehen als andere Farben. Zeit beschleunigt sich, und was uns schnell vorkommt ist für Indigos lediglich gerade schnell genug. Außerdem gibt es andere Faktoren die es so aussehen lassen als seien die Kinder von Heute so viel hyperaktiver als vorhergehende Generationen. Ein Faktor den Nancy bemerkte als die Indigos kamen ist, dass sie eine größere Leber haben als vorhergehende Farben. Das unterstützt sie indirekt dabei die großen Mengen von Junk und industriell verarbeitetem Essen zu absorbieren und zu nutzen, die heute zur Verfügung stehen. Nahrungsmittel sind sehr viel mehr verarbeitet, enthalten sehr viel mehr Zusätze als in allen anderen Epochen zuvor. Und das wird noch verstärkt durch die Tatsache dass Kinder heute viel weniger im Freien spielen, weniger Outdoor Aktivitäten haben, insbesondere wenn sie keinen Sport treiben. Diese kulturellen Verschiebungen von Ernährung und Bewegung tragen auch zu den hoch-Energie Mustern vieler Indigo Kinder bei.

Es gibt keine Zweifel das viele der Kinder in gegenwärtigen Klassenzimmern multi-fokussiert sind, egal ob sie den Stempel irgendeines Syndroms tragen wurde oder nicht. Sie geben ihre Aufmerksamkeit vielen Dingen gleichzeitig. Viele sind gegenüber den sie umgebenden Stimuli übersensibel. Zu Hause ist ihre Aufmerksamkeit ebenso multi-fokussiert. Sie sind Multitasker. Sie machen mit Freunden Hausaufgaben, mit laufender Musik, über Chatrooms, mit laufendem Fernseher, und einem Videospiel dazu - alles gleichzeitig. Heutzutage ist Email für ihr Kommunikations-Profil zu langsam. Twitter, Texten und schnellere Kommunikationsformen werden bevorzugt. Indigos wollen sofortige Information und sofortige Ergebnisse. Sie wollen die Freiheit sofort zur nächsten Form von Aktivität übergehen zu können.

Die meisten erfahrenen Erzieher wissen dass die Bedürfnisse von Kindern im Klassenzimmer sich in den letzten 20 Jahren dramatisch verändert haben. Indigo Lernende sind kreativ, oft hyperaktiv, und einfach zu langweilen. Sie haben eine herzhafte Abneigung für Widersprüche; darum sind Computer für sie den besten Erzieher, mit Lehrern in der Rolle personalisierte Unterstützung zu geben wo und wann nötig. Indigos sind technologische Genies und haben keine Hemmung wenn sie mit Computern und neuer Technologie interagieren. Sie zeichnen sich in Klassenzimmern aus in denen es eine Vielfalt von Aktivitäten gibt und wo sie die freie Wahl haben zwischen ihnen zu wechseln. Optionen gestatten ihnen von Aktivität zu Aktivität zu treiben, so wie es ihrer internen Geschwindigkeit entspricht. Es gibt keinen Zweifel daran dass die über Jahrhunderte eingesetzten Erziehungs-Strukturen auf der ganzen Welt so nicht aussehen. Darum verlangt das Lehren von Indigo Kindern auf mehreren grundlegenden Gebieten nach einer vollständigen Umkehr des Denkens in traditioneller Erziehung"

Die erste Veränderung ist offensichtlich und hat schon begonnen. Technologie ist ins Klassenzimmer eingezogen. Wenn Indigo Kinder gekommen sind um die Menschheit mittels Technologie zu globalisieren, dann ist Technologie der kategorische Imperativ [nach Kant: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“]. Und wie zuvor gesagt ist und bleibt das sowohl auf Grund logistischer und finanzieller Themen ein langsamer Prozess, als auch wegen der Zeit die gebraucht wird für den natürlichen Abgang einer älteren Generation von Lehrern die sich im Gegensatz zu jüngeren Generationen nicht mit Technologie wohl fühlt. Ein weiteres Problem für diese Veränderung ist die Geschwindigkeit mit der sich die Technologie ändert. Was heute im Klassenzimmer funktioniert und implementiert werden kann, ist in fünf Jahren veraltet, braucht dann vielleicht neue Hard- und Software und neues Know-how für die Bedienung.

Eine zweite, eher ketzerische Änderung betrifft die Wesensart der Lehrpläne. Durch die Geschichte der Erziehung in westlichen Zivilisationen ist der Fokus meistens rückwärts gerichtet - eine Präsentation von Fakten aus der Vergangenheit. Am niedrigklassigen Ende der Lernskala liegen auswendig lernen und wiederkäuen von Fakten. Am hochwertigen Ende der Lernskala werden Fakten analysiert und bewertet. Lehren geschieht historisch im "Vogeljunge füttern Stil". Lehrer suchen die Materialien aus und kauen sie vor, um dann die Schüler damit zwangszufüttern. Doch gegenwärtige Statistiken und Demographie zeigen dass diese Methode immer weniger Effekt auf Indigo Kinder hat. Die Schüler sprechen darauf einfach nicht an.

Falls Indigo Struktur tatsächlich nach vorn ausgerichtet ist, dann brauchen die Lehrpläne ein neues Design [nicht bloß ein neuen Namen wie "Curriculum"] um auf diese Ausrichtung einzugehen. Und wenn die Indigo Kinder die Antwort in sich selbst tragen, dann folgt daraus dass sich Erziehung nicht auf Fakten aus der Vergangenheit zu konzentrieren braucht [das ist überflüssig], sondern auf Antworten für die Zukunft. Der Zugang dazu ist Fragen stellen statt Antworten geben. Wie dem auch sei, aus dieser Denkweise erwachsen zwei große Ängste. Die erste ist die Angst davor das gehen zu lassen was zweitausend Jahre funktioniert hat. Es ist ganz klar unpraktisch das zu "verschrotten" was wir haben, und selbstverständlich ist das nicht die Absicht. Der gegenwärtige erziehungspolitische Trend von Wiederholen, Anwenden und Testen von Fakten funktioniert nicht weil er nicht ausreicht. Die sich in der Abwärtsspirale befindende gegenwärtiger Erziehung braucht eine Generalüberholung, nicht eine Verfeinerung der Bewertung und einen immer mehr politisierten Lehrplan mit nationalem Standard.

Die zweite große Angst ist das die Indigo Antworten unsere Fakten nicht treffen könnten. Wohin würde das führen? Auf den Gebieten der Physik und Astronomie ist das einfach zu beantworten. Jeden Tag erneuern weitere Entdeckung unser Basiswissen und bedrohen oft bisher existierende Theorien und Philosophien. Katalysatoren und Konzeptionisten Kinder von heute werden zu den zukünftigen Wissenschaftlern die die Tiefe dieser Gebiete ausloten, und sie werden alte Theorien ohne Zögern fallen lassen. Es ist durchaus möglich dass sie selbst als Kinder, in sich selbst erkennen wie das Absorbieren immenser Datenmengen von heute, die morgen nutzlos sein werden, für sie eine Zeitverschwendung ist. Diese Einstellung kann auch auf anderen Gebieten greifen. Kunst und Literatur von heute ändern sich schnell. Alleine nur die Rap-Musik erneuert wie Dichtung bisher aussah und benutzt wurde. Graphische Romane haben die Literaturszene gestürmt indem sie Text und Bilder zur Erzählung der Geschichte kombinieren. Mit Sicherheit wendet sich Lesen ab von linearer aufeinanderfolgender Aufnahme von Information hin zu einem selbstgewählten System der Bewegung durch große, visuell attraktiv portionierte Datenmengen mit gelegentlichen zufälligen Zusammenhängen. Die Kinder von morgen können die Langwierigkeit oder den mono-Fokus veralteter Präsentation nicht tolerieren. Neue Klassiker welche die Künstler erschaffen, mögen in Formaten dargestellt werden die es heute noch nicht einmal gibt.

Die besten Ideen für die Gegenwart scheint ein Versuch zu sein die Erstellung von Lehrplänen auf einem Mittelweg, Fakten für die Aneignung von Fähigkeiten und praktischem Tun zu nutzen, und Lernenden jeden Tag reichlich Raum für kreatives Hinterfragen, für die Synthese ihrer eigenen Ideen in das existierende Material, und für hypothetisch mögliche Alternativen der gegenwärtigen Antworten zu geben. Diese Momente des Tages wertschätzen was sich bereits im Geist des Indigo Kindes befindet, ganz im Gegensatz zum gegenwärtigen System das dafür gar keinen Raum gibt.

Ein dritte ebenfalls ketzerische Veränderung ist notwendig um Indigo Kinder wieder für die gegenwärtige Erziehung zu gewinnen. Sie ist dem Lernenden Stimmrecht in seinem eigenen erzieherischen Prozess einzuräumen, spätestens beginnend mit der Grundschule.

Viele Indigo Kinder sind jetzt wie das Kind am Anfang dieses Kapitels, das ein eingeborenes Wissen dafür hat was es lernen kann und wann die beste Zeit dafür ist. Eines Tages wenn junge Indigo Erwachsene Lehrer und Administratoren werden, wird Erziehung anfangen auch jungen Kindern über ein breites Angebot von Lernmethoden und Lernumgebung zu ermöglichen ihre Fähigkeiten auf ihre jeweils eigene Art zu entwickeln. Diese Veränderung wird unglücklicherweise Zeit brauchen und vermutlich auf Kosten vieler heutiger Indigo Kinder gehen.

Wie dem auch sei, ein Fehlen von Gleichschritt Strukturen bedeutet nicht den Verlust Lernen. Indigos sind willig Material durchzuarbeiten und folgen gern einem sinnvollen Plan. Für Indigo Lernen wäre es ein besseres Format wenn sie größerer Freiheiten, mehr Wahlmöglichkeiten, und mehr Zeit für Entspannung im Verlauf des Tages haben würden. Das Konzept flexibler Arbeitszeit ist von vielen Arbeitgebern aufgegriffen worden, und erwachsene Indigos funktionieren in solchen Umfeldern gut. Kinder können dort auch aufblühen.

Wie für Eltern auch, ist es für Lehrer notwendig zu erkennen dass Kommunikation der Generalschlüssel zu den Indigos ist. Es braucht Abkehr vom alten Paradigma in dem Lehrer reden und Schüler zuhören. Lehrer müssen sich auch mit der Tatsache anfreunden dass Hyperaktivität weder eine Abnormalität noch ein Fehlverhalten ist. Das Klassenzimmer der Zukunft sollte ein aktives sein in dem Lernende ermutigt werden sich in ihrer Geschwindigkeit auf ihrem Herausforderungs-Niveau Hervorragendes zu erarbeiten, im Gegensatz zu den heutigen Klassen mit homogenisierten Lehrstoffen und Lernenden. Klassenzimmer sollten Bewegung und Unabhängigkeit ermöglichen. Im Idealfall sollte es eine große Breite unabhängiger Projekte geben, die Lernenden und Lehrenden das Teilen von Information auf Augenhöhe ermöglichen, und wo der Lernprozess Vielfalt und Komplexität hat. Das kann und sollte auf dem gesamten Weg durch die formale Erziehung geschehen, auch an Fachhochschulen und Universitäten.

Vor dem Auftauchen von Indigos lernten Studenten normalerweise entweder durch wörtliches Vortragen oder visuell, nicht beides zusammen. Die Indigo Humanisten und Künstler arbeiten mit beidem gleichzeitig. Wenn sie etwas hören, dann formen sie Konzepte mit Bildern und Sätzen gleichzeitig. Lesen bedeutet für sie Wörter plus Bilder. Alles andere langweilt sie und kommt nicht so gut in ihrem Gehirn an. Deshalb brauchen sie mehr Zeit als andere um Information zu verdauen. Doch wenn sie das einmal getan haben werden sie nicht mehr vergessen. Lehrer müssen dafür zusätzlich Zeit geben wenn sie neue Information und Konzepte einbringen. Der Humanist und der Künstler mögen langsam erscheinen wenn sie Information verarbeiten; sie brauchen einfach extra Zeit um die Worte und Bilder in ihrem Kopf zu verschmelzen. Die Konzeptionisten und Katalysten haben diese Dynamik nicht.

Weil es die Indigo Absicht ist Zivilisation durch Technologie vorwärts zu bringen, werden jene Studenten Schwierigkeiten haben die aus Umständen kommen in denen Technologie zuhause oder in der Vorschule nur beschränkt verfügbar war. Manche Futuristen bezeichnen Technologiemangel bereits als die Armut der Zukunft. Sie beschreiben die Kluft zwischen denen die Technologie kennen und sachkundig und kreativ nutzen, und jenen die wenig Zugang haben oder wenig Technologie-affin sind. Die einziges Chance für letztere erfolgreich zu sein ist aus ihrer Umgebung auszubrechen.

Technologie-affin bezieht sich auf jede Art von Technologie. Zu den Grundlagen gehören auf jeden Fall Tastatur Bedienung, Präsentations-Software, Tabellenkalkulation, Textbearbeitung und Publishing Software, Spiele, Medien Kompetenz, und viel Erfahrung mit Suchprogrammen und sachkundiger Internet Nutzung. Schüler müssen früh lernen zu zitieren und ihre Quellen anzugeben. Wenn sie fortschreiten brauchen sie eine Einführung in sicheren Umgang mit interaktiven Seiten auf denen sie bloggen oder ihre Gedanken posten und Ideen bekommen können, und tatsächliches feedback von der wirklichen Welt.

Und das alles bezieht sich lediglich auf heute! Ein nahezu sofortiges Morgen braucht Lernende die schnell lesen oder zuschauen können und große Mengen an Information von verschiedenen Medien absorbieren und organisieren, und diese Information auf ihre eigenen kreative Weise nutzen. Sie müssen die Absichten der Informationserzeuger wahrnehmen können und in der Lage sein die Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit dieser Information einzuschätzen. Sie müssen erfahren im Erkennen und Verstehen sein dass Information sich täglich ändert, und die sachdienlichsten updates finden. Dann müssen sie ihre eigene natürliche Kreativität nutzen um neue Medien Produkte zu lesen, zu schreiben und zu erzeugen die sie posten damit andere sie sehen können, darauf antworten und davon lernen. Es ist notwendig dass kritisches Denken und Problemlösung Hand in Hand mit Technolgie gehen, und nicht davon isoliert.

Mit der Zeit werden sachkundige Schüler in Berührung mit fortgeschrittenen Spielen kommen, mit Programmen virtueller Wirklichkeit, und damit ihre eigenen Software zu schreiben und ihre eignen Systeme zu entwerfen. Indigos können und werden Computer-Affinität voneinander sehr viel schneller lernen als heutige Lehrer bereit oder in der Lage sind es zu tun. Die medienorientierten Kinder von heute sind die Problemlöser von morgen. [siehe wundersame Vermehrung] Indigo Konzeptualisten und Katalysatoren werden im Umgang mit globalen Problemen wie Hunger, Krankheit, Armut und Wetter Katastrophen virtuelle Spiele und Software Systeme nutzen. Sie werden definitiv Lösungen aus zu wenig erforschten Gebieten wie unseren Meeren und dem Weltraum ziehen. Das sind keine Wunsch-Hypothesen. Videospieler haben bereits die Struktur eines AIDS-ähnlichen Virus entdeckt, den Wissenschaftler alleine nicht entschlüsseln konnten. Spielen gestattet es das Erschaffen von Wirklichkeiten zu proben, Hypothesen in virtuellen Wirklichkeiten erproben, Szenarien für Wissenschaftler zu konstruieren um sie dann in Laboratorien zu übertragen für tatsächliches Testen. Das ist gerade erst der Anfang der Nutzung von Spielen und Spielgeräten zur Problemlösung in der Realität.

Mit Sicherheit gibt es inhärente Gefahren im flächendeckenden Gebrauch vieler Technologien weil junge Leute nicht immer weise Entscheidungen treffen. Beim Versuch für ihre Lernenden ein sicheres Technologie Umfeld bereit zu stellen und trotzdem genug Know-how für Indigos, damit sie die sich weiter entwickelnde Technologie meistern können und so in der Schule und am Arbeitsplatz - wo Kenntnis und Nutzung vielfältiger Technologien grundlegende Kriterien für Aufnahme/Anstellung und Verbleib sind - wettbewerbsfähig bleiben, bewegen sich die Erzieher von heute in einer Landschaft übersät mit Tretminen.

Zusätzlich zum Treibsand der Indigo maskulinen und femininen Energien, und zusätzlich zur Geschwindigkeit mit der Indigos Information verarbeiten, gibt noch einige weitere Unterschiede im Verhalten von Indigos und anderen Lebensfarben.

Wenn Indigos heranwachsen lieben sie es an Sport und Drama teilzunehmen, doch spielen sie im Dienste der eigenen Fähigkeiten, nicht für den Erfolg des Teams. Sie werden ihren Körper nicht opfern bloß um zu gewinnen. Ihr Verständnis für Erfolg wird aus ihrer eigenen individuellen Leistung geboren. Manchmal kann das Team gewinnen, und trotzdem hat der/die Indigo das Gefühl etwas versäumt zu haben weil ihre/seine Leistung die eigenen Erwartungen nicht erfüllt hat. Indigos agieren für die Gruppe, doch ihre persönliche Leistung messen sie an ihrer eigenen Bestmarke, nicht am Verlieren von jemand anders.

Von den vier Indigo Typen in der Klasse sind die Humanisten am besten geerdet und passen sich am besten an das typische Klassenzimmer von heute an weil sie nach zusätzlichen Fakten suchen um ihren Träume Struktur zu geben und sie auf die Erde zu bringen. Die Wahrscheinlichkeit ihres Verbleibs in der Schule ist höher. Sie bevorzugen Gruppenarbeit und Gelegenheiten mit ihren Bezugspersonen im Klassenzimmer und außerhalb davon zu interagieren. Humanisten sind der am wenigsten theoretische und philosophische der vier Indigo Typen. Sie verankern ihre Ideen und Konzepte in der Wirklichkeit des Jetzt.

Humanisten gehen gut mit einem Lehrplan in Resonanz, der sich um Menschen dreht. Sie betrachten Geschichte, Literatur und Wissenschaften als ein Studium des Menschen. Diese Lernenden identifizieren sich gern mit einer Biographie, mit Psychologie und anderen Fächern in denen Lehrer Konzepte von Menschen nutzen um die Tür zu diesem Studiengebiet zu öffnen. Es ist unwahrscheinlich dass Humanisten Studien bezogene Konzepte entwickeln wenn sich diese Studien nicht um Menschen drehen oder darum wie Menschen arbeiten. Ein Humanist arbeitet gut mit Lehrern die in der Klasse freundlich, Kind orientiert und zwanglos sind. Sie können keinen Lehrenden akzeptieren der sich von seiner Klasse distanziert, egal ob als Person oder durch seine/ihre Lehrstrategien.

Wenn es um die tagtägliche Arbeit geht, haben Humanisten die geringste Tendenz sorgfältig im Auge zu behalten was, wo und wann zu tun ist. Sie sind die am wenigsten wahrscheinlichen Kandidaten dafür Arbeitsmaterialien in Stand und ihre Arbeit organisiert zu halten. Sie brauchen Eltern und Lehrer die immer wieder den Wert guter organisatorischer Fähigkeiten fördern und verstärken, und Motivation und Belohnung für deren Entwicklung bereit stellen.

Humanisten haben auch die Tendenz mehr Zeit und Aufwand in das Vermeiden von Hausaufgaben zu stecken als es brauchen würde diese tatsächlich zu tun. Sie lieben es in ihren Spielen zu "mogeln" - jede Möglichkeit die verspricht das System austricksen zu können. Wenn es geht machen sie ihre Hausaufgaben rückwärts. Sie schauen sich z.B. die Fragen am Ende des Kapitels an und jagen dann im Kapitel nach den Antworten [wie der Zauberlehrling], anstatt es in der beabsichtigten Reihenfolge zu lesen. Teilweise liegt das an ihrer eingeborenen Natur Medien zu lesen, mit der es ihnen möglich ist nach Belieben von einem Thema zum anderen zu wechseln. Eine weiteres Gebiet auf dem sie ihre eigenen Lernbemühungen mit traditionellem Material sabotieren ist, dass sie als Leser die Tendenz haben Zeichensetzung zu ignorieren und so schnell wie möglich von einem Wort zum nächsten eilen. Das beeinträchtigt oft den Umfang und die Fähigkeit ihres Verstehens. [Das ist übrigens der Grund warum ich warum ich Information übersetze die mir am Herzen liegt; ich verlangsame so die Info Aufnahme, zwinge mich zu langsamerem und sorgfältigerem Lesen und vergesse sie nicht gleich wieder.] Diese Faktoren sind das direkte Resultat für ihr Verlangen nach Geschwindigkeit - beeilen und rennen um ein Ziel zu verwirklichen, sogar in ihren Spielen, um sich der Geschwindigkeit ihres Denkens und Wahrnehmens anzugleichen.

Anders als Humanisten, bevorzugen Künstler im Klassenzimmer Projekte in denen sie kreativ sein und sich einbringen können. Selbst in Mathe und Wissenschaften möchten sie ihre eigenen Ideen einfließen lassen. Computer Programme und von Lernenden geschaffene Medienprodukte bieten dieser Art der Bearbeitung problemlos Raum. Sie können auch in Gruppen arbeiten so lange sie genau so viel Raum bekommen ihr Talent und ihre Individualität zu zeigen.

Künstler mögen es nicht von ihren Lehrern zusammen gestaucht zu werden und können in der Klasse schwer zugänglich sein. Sie glauben alles perfekt zu tun. Obwohl sie es mögen mit allen gut zurecht zu kommen, ziehen sie sich unter Stress zurück und werden sehr schweigsam. Wenn das im Rahmen eines Gruppenprojektes geschieht, dann ziehen sie es vor ihre eigene Arbeit zu tun. Sie zögern nicht es einem Lehrer oder Mitschüler zu sagen wenn etwas inkorrekt getan wird. Das ist für sie keine Grobheit; es ist eine Korrektur im Dienste der Schönheit des Endprodukts. Sie mögen ein aufgeräumtes und sauberes Klassenzimmer und sind willig dem Lehrer dabei zu helfen dass es so bleibt. Sie können andere verpetzen, insbesondere wenn ihre eigene Arbeit in Gefahr ist. Ihre Arbeit und Materialien sind fein säuberlich geordnet, gemäß dem System das auf sie selbst die größte ästhetische Anziehung ausübt, nicht unbedingt auf den Lehrer. Lernende Künstler weisen gern darauf hin wenn ein Testbuch oder Lösungshinweis eine Fehler enthält - oder wenn der Lehrer falsch liegt.

Künstler verstehen und mögen Themen die als Drama oder Vorführung erschlossen werden. Sie gehen mit Geschichte als Drama in Resonanz, mögen Charaktere wie Napoleon und Kleopatra die wussten ihre "Welt" in Szene zu setzen. Künstler mögen Lehrer die im Klassenraum dramatisch auftreten. Jede Lehrmethode die Kostüme, Make-up und Inszenierung beinhaltet weckt ihre Aufmerksamkeit - selbst wenn Technologie dazu gehört. Literatur und Sozialwissenschaften passen gut zu den Lernvorlieben des Künstlers. Andere Fächer können auch funktionieren solange Künstler ihre Hausaufgaben kreativ und technisch ausgestalten können, mit der objektiven Beantwortung der Frage an zweiter Stelle. Künstler schneiden bei Tests gut ab wenn sie das Konzept des Tests als Gelegenheit zur Inszenierung angehen oder wenn eine Belohnung winkt. Sie bevorzugen Test in denen es für Gestaltung Raum gibt.

Konzeptualisten erfordern im Klassenzimmer ein ganz anderes Vorgehen. Sie sind viel weniger persönlich und viel weniger zugänglich. Manchmal können sie schwierig sein. Die dramatische Ader des Künstlers bedeutet ihnen nichts; tatsächlich erscheint dem Konzeptualisten diese Herangehensweise absurd und unbequem. Und von den fühlen-spüren Vorlieben des Humanisten halten sie auch nichts. Konzeptualisten arbeiten nicht so gut mit anderen zusammen. Sie können richtig gut mit Systemen, erfassen das Projekt als Ganzes, seine Zeitplanung und die Verlaufskontrolle. Sie ziehen es vor die Verantwortung zu übernehmen. Sie ziehen nicht über andere her. Trotzdem werden sie diejenigen in der Gruppe sabotieren die nicht ihren Teil der Arbeit tun oder ihren Anteil nicht fristgerecht liefern, und isolieren sie vollständig vom Projekt, oder sie bitten den Lehrer sie selbst aus dem Projekt zu nehmen wenn sie das Gefühl bekommen dass sie den Zeitablauf oder Arbeit als Ganzes nicht kontrollieren können. Konzeptualisten wollen Kontrolle. Sie sind die Besten wenn es um Muster und Struktur geht. Sie petzen nicht; sie werden nur das Problem los, egal was es kostet.

Konzeptualisten können auch erfolgreich durch Schulung zuhause oder online Kurse lernen. Sie mögen die Widerspruchsfreiheit von Computern und die Gelegenheit ihre geniale Seite mit Technologie heraus zu fordern. Die Tatsache dass zuhause weniger Zeit für Gruppenkontrolle, soziale Faktoren oder nicht funktionierende Gruppenarbeit aufgewendet werden muss als im Klassenzimmer, gefällt dem Konzeptualisten Lernenden gut. Sie können die Extrazeit zuhause für ein tiefer gehendes Studium der Systeme, Strukturen einsetzten, und für unabhängige Interessen.

Katalysatoren sind im Klassenzimmer oft ein Unterbrechungsfaktor. Gesellschaftliche Umgangsformen und Regeln für das Verhalten in Gruppen ergeben für sie nicht immer einen Sinn. Wenn sie eine Frage haben platzen sie einfach damit heraus oder fordern Aufmerksamkeit ein bis ihr Bedürfnis befriedigt ist. Sie verstehen einfach keine Gruppendynamik. Als brillante Kinder haben sie die größte Wahrscheinlichkeit autistisch zu sein. Manche sind es tatsächlich, und manche kaufen sich in den Rummel um Autismus ein um in Ruhe gelassen zu werden. In den letzten Jahren hat Nancy beobachtet dass ungefähr 50% der als autistisch eingestuften Kinder tatsächlich autistisch sind. Die anderen 50% schnappen zuhause, in der Schule und der erweiterten Familie Hinweise auf und nutzen die Einstufung zu ihrem Vorteil. Als autistisch anerkannt zu sein nützt ihnen weil andere Menschen sie in Ruhe lassen oder ihr merkwürdiges Verhalten hinnehmen.

Eine Lösung dafür scheint zu sein dass Psychologie und Verhaltensforschung damit fortfahren die Merkmale von tatsächlichem Autismus, für seine Behandlung und das Verhaltenstraining zu verfeinern und definieren. Einige Schulbezirke stellen jetzt Autismus Koordinatoren ein um sowohl die Lernenden als auch die Lehrenden in ihrem Verhalten und ihren Bedürfnissen zu unterstützen. In den letzten 10 Jahren gab es auf diesem Gebiet deutliche Fortschritte. Jedoch gibt es keine einfachen Antworten. Bei manchen Kindern sind Essens Veränderungen sehr erfolgreich, bei anderen bringen sie gar nichts. Manche autistischen Kinder (normal Humanisten und Künstler) sprechen gut auf systematisches, strukturiertes Verhaltenstraining an das heute verfügbar ist. Der Katalysator will allein gelassen werden, und spricht auf Verhaltenstraining am schlechtesten an.

Im Klassenzimmer können Katalysatoren das große Bild am besten erkennen, die globalen Auswirkungen einer Ursache, oder die Entwicklung die etwas über längere Zeiträume nehmen wird. Sie sind zu viel mehr abstrakterem Denken in der Lage als andere Lernende. Die feinen Einzelheiten einer Stoffes interessiert sie wenig bis gar nicht, es sei denn ihr persönliches Interessen entzündet sich an diesem Thema. Der Katalysator wird das größte Kind in der Klasse sein und oft ein Einzelgänger. Versuche sie in eine Gruppe zu integrieren oder in die Klasse als ganzes schlagen meist fehl. Sie können gut von Präsentationen im Vorlesungsstil lernen, eine Situation in der sie anonym teilnehmen, wo sie die für sie interessante Information absorbieren und dann gehen können ohne mit irgendjemand interagieren zu müssen. Katalysatoren profitieren auch vom Heimunterricht der ihren anti-sozialen Bedürfnissen am stärksten entgegenkommt.

Indigo Mischtypen haben es einfacher als andere weil sie die doppelte Flexibilität in ihren Lernvorlieben besitzen und sich so gut mit zwei Lehrertypen und deren Stil der Klassenführung entwickeln können.

Wie werden die notwendigen Veränderung im Erziehungswesen stattfinden? Sie werden von erwachsenen Indigos ausgehen die zu Lehrern werden. Sie werden es aus sich heraus verstehen und so in der Lage sein die Erziehung der Zukunft zu erschaffen. Auf jeden Fall haben sie einen guten Start in Sachen Technologie weil sie jung genug sind sich im Erdgeschoss dieses rasant wachsendes Gebietes ruhig und sicher zu bewegen. Trotzdem ist es viel wichtiger dass sie die Indigo Lernbedürfnisse verstehen und intuitiv erfassen: mehr begleitet als angewiesen zu werden, und dazu ermutigt zu werden die natürlich innewohnende Wissbegier und Kreativität zu erweitern anstatt sie zu unterdrücken.

Wie machen sich Indigo Lehrer im Klassenzimmer? Die Muster sind vorhersagbar. Humanisten sind die ungezwungendsten, mögen ihre Lernenden und stellen Beziehungen zu ihnen her. Im Klassenzimmer reden die Humanisten gern! Sie sind ideale Vortragende und fühlen sich wohl mit Diskussionen im Klassenzimmer. Es fällt ihnen leicht die Notwendigkeit für bedachtsames Fragen stellen zu verstehen und die Lernenden zu ermutigen das gleiche zu tun. Sie nutzen Gruppenarbeit und werden unter den ersten sein die im Unterricht soziale Medien und Menschen orientierte Software Lernprogramme begrüßen. Schüchterne Lernende können gut von Humanisten Lehrern profitieren, die sie aus ihrem Schneckenhaus locken und in Klassenaktivitäten einbinden. So ein Indigo Lehrer wird großen Wert auf Aktivitäten im Klassenzimmer legen, es zusätzlich belohnen, und vor und nach der Schule für Gespräche mit seinen Lernenden verfügbar sein und sie gemäß ihren Bedürfnissen unterstützen.

Wenn Studenten sich aber in der Stoffdarstellung Dramatik wünschen, den "Weisen auf der Bühne", dann müssen sie einen Künstler als Ausbilder finden. Der Künstler Lehrer bringt Drama in das Klassenzimmer mit, und Kreativität, und eine künstlerische Herangehensweise. So eine Lehrer wird oft zum besten Lehrer der Einrichtung gewählt oder zum beliebtesten, wegen seines Lehrstils. Der Klassenraum wird aufgeräumt und attraktiv aussehen, mit einem sich oft änderndem ästhetischen Element um die ständig wechselnden Stimmungen und Ansprüche an das Unterrichtsmaterial des Künstlers zu bedienen. Ein Künstler Lehrer bevorzugt mündliche Darstellung von Hausaufgaben und in Tests, Gruppen Darstellung, künstlerischen Projekte, Schauspiel, usw. Sie können auch gern von Lernenden fordern künstlerische Elemente in ihre medialen Darstellung, Poster oder geschriebenen Texte einzuarbeiten. Selbst Tabellen können und sollen künstlerische Elemente enthalten.

Der Konzeptionalist Lehrer ist auch und ganz bestimmt anders. Dieser Lehrer ist der Experte, losgelöst, hat sein Thema total unter Kontrolle, und es kümmert ihn oft nicht wie gut oder schlecht das Thema bei seinen Schülern ankommt. Er oder sie ist anfällig für gelegentliche Schwierigkeiten mit Lernenden die diese Kontrolle oder den Ausdruck der Überlegenheit herausfordern, etwas das Teenager sehr gern tun. Trotzdem ist dieser Lehrer wirklich kompetent. Er/sie ist derjenige in der Einrichtung der Technologie am besten versteht und nutzt und diese Fähigkeiten bereitwillig an die Lernenden weitergibt. Der Konzeptualist kann Leistungen am besten einstufen und liebt es Beurteilungs-Information zu erheben und zu interpretieren, die besten Einstufungssysteme für Lernfortschritte zu erschaffen, und den optimalen Einsatz von Technologie für die objektive Auswertung schulischer Leistungen. Konzeptionalisten sind auch die erste Wahl wenn es darum geht welche technologischen Neuheiten den Studenten auf dem nächsten Schritt in die Zukunft dienen.

Katalysatoren finden sich selten im Klassenraum, vielleicht zu einer Gastvorlesung oder als forschender Professor oder Ausbilder der wenig oder gar keinen direkten Kontakt zu den Studenten hat. Ein Katalysator mag erfolgreich über Podcasts oder kontaktfreie Medien unterrichten, wo er überhaupt nicht öffentlich auftreten muss. Er könnte auch ein "virtueller Lehrer" werden und Formate entwerfen und weiter entwickeln die ohne menschlichen Kontakt auskommen. Mit der Art von virtuelle Wirklichkeit Programmen die bereits existieren, simulieren Studenten mögliche Lösungen von Problemen, hinterfragen ihr konzeptionelles Verstehen des Lehrstoffs und erschaffen neue Lösungen für existierende Probleme.

Indigo Mischtypen Lehrer können mit doppelter Wahrscheinlichkeit ein größere Bandbreite von Indigo Lernenden erreichen. Indigo Lehrer vermischen ihre beiden Typen nicht, verwässern nicht ihre Fähigkeit den einen oder anderen Typ als Werkzeug des Lehrens zu nutzten. Sie sind einfach bloß doppelt talentiert.

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für eine ideale Welt in der Humanisten Kinder immer einen Humanisten Lehrer zugeteilt bekommen? Null. Im Verlauf einer Erziehung werden Kinder und Lehrer jedes Indigo Typs immer wieder aufeinander treffen. Dabei kann auch ein relativ einfaches System der Identifikation wie Nancy es bereit stellt, helfen sich gegenseitig zu identifizieren. Ein humanistischer Student kann sich sagen: "Uh, oh, ich habe einen Konzeptionalisten als Mathe Lehrer abbekommen", und dann eine kompensatorische Strategie für das Semester planen. In der idealen Welt der Zukunft werden Konzeptionalisten Lehrer wissen dass viele ihre Studenten Humanisten sind und mehr persönlichen Kontakt und Unterstützung brauchen als ihnen angenehm ist. Wissen ist Macht. Auch einfache Strategien und Gewahrsein der vier Typen und ihrer Merkmale kann bei Indigo Schülern und Lehrern eine Menge bewirken.

Für Schulverwalter der Zukunft ist es wichtig zu erkennen dass Indigos am besten im Rahmen eines Systems funktionieren in dem Regeln nicht absolut und unverhandelbar sind. Erziehung der Zukunft wird wie eine dynamisches System aussehen, mit individualisierten Wahlmöglichkeiten und Raum für individualisiertes Fortschreiten. Lehrer werden auch viel mehr Freiheit dafür brauchen mit ihrer eigenen Expertise die Schüler zu unterstützen, anstatt so viel Zeit und Aufwand in Präsentation und Bewertung stecken zu müssen. Wie ein Verwalter es formulierte: "In den beiden letzten Jahren habe ich pensionierte Lehrer bevorzugt mit jungen Erwachsenen ersetzt deren technische Fähigkeiten ihre akademischen Kriterien überwiegen. Die Lehrer sortieren ihre Belange und Expertisen untereinander aus. Alles wird erledigt, aber auf andere Weise."

Studenten werden die Aneignung von Fähigkeiten und das Studium von "Brocken" des Lernmaterials mittels ihrer Wahl der Medien oder Lernstrategie angehen, abhängig davon wie sie am besten lernen oder vom Ausmaß ihrer Potentials zu diesem Zeitpunkt. Alles Lehrmaterial wird eine Kombination von Worten und Bildern sein. Studenten erhalten Training wie man Fragen stellt, anstatt bloß man auswendig gelernte Antworten zu liefern. Virtuelle Lehrer und virtuelle Klassenzimmer sind bereits möglich und über eine Bandbreite von Webseiten verfügbar. Hochschulen, Wirtschaftsunternehmen und Privatleute nutzen dort angebotenes Potential und Kreativität. Es braucht seitens Lehrern und Lehrplan Entwicklern ein "herunter filtern" um diese Inhalte jetzt für die Nutzung an Realschulen und Gymnasien anzupassen, und im Laufe der Zeit für Grund- und Hauptschulen.

Die Schulen selber werden sich verändern. Heute ist Erziehung noch immer in der Denkweise verhaftet dass Schulen, Schulträger und Schularten voneinander getrennt sind. Ein kleines Städtchen im Bundesstaat Kansas besitzt eine Gesamtschule mit unterschiedlichen Gebäuden for alle Altersgruppen. In der nächsten kleinen Stadt in Kansas gibt es eine weitere Gesamtschule mit unterschiedlichen Gebäuden für alle Altersgruppen und mit einer eigenen Verwaltung - und so geht es auf der ganzen Welt weiter. Schulen werden im gleichen Fließband-Prozess geschaffen und verwaltet, dem die Schüler unterzogen werden. Es gibt kein Teilen von Ressourcen, von Talenten oder Ausstattung oder Lösungen zwischen den Städten. Das in der einen Schule implementierte Curriculum ist genau das gleiche wie in der ein paar Kilometer entfernten nächsten Schule. Indigos werden das ändern. Sie werden einen globalisierten Erziehungsprozess in die Wege leiten, auch in ländlichen Gegenden. Städtchen werden ihre Ressourcen mit ihren Nachbarn teilen und auf diese Weise Lehrer effektiver nutzen, eine größere Vielfalt von Lernmöglichkeiten für Schüler bieten. In großen Städten sind die Möglichkeiten zur Verbreitung und Vervielfältigung von Ressourcen viel besser, Medien und Technologie lassen sich schulübergreifend einfacher verbinden.

Heute sind wir noch immer mitten im Sturm der von den Indigos hervorgebracht wird und das Jahrhunderte alte Erziehungssystem abreißt. Zu viele Schüler haben sich in den Bruchstücken der aus dem Ruder laufenden Zahlen von Aussteigern und nur noch körperlich Anwesenden in den heutigen Klassenzimmern verfangen. Wie dem auch sei, es sind auch eben diese Indigos die der Regenbogen hinter den Wolken sind, die uns zeigen wie die Wiedergeburt und Erneuerung der Erziehung geschieht, wenn Didaktik mit Medien und Technologie kombiniert wird, wenn die Wissbegier und Kreativität von Schülern das Curriculum vorantreibt, und wenn Lernende eine aktive Stimme in ihrem eigenen Lernprozess bekommen.

In der heute bestmöglichen Welt, wie ist es in ihr möglich Schüler in einem Klassenzimmer fortzubilden das alle vier Indigotypen beinhaltet? Werdet die Schulbücher los oder nutzt sie lediglich als Ergänzung. Bewegt euch schneller. Setzt Schüler sowohl zum Erlernen von Wissen als auch beim Testen vor Computer, Tablets und Smartfons. In sich entwickelnden Ländern kann manches direkt über Smartfons laufen - jedwede Form von Technologie die visuell ist, graphisch und schnell. Lasst Lernende allein arbeiten, mit einem Partner oder in Gruppen. Öffnet die Tür zu einer Idee oder für eine Konzept des Entdeckens und stellt ein paar Lernziele auf. Stellt anfängliche Informationsquellen bereit und regt dann weiterführende Nachforschungen an unter Nutzung spezifisch bezeichneter Kriterien dafür welche Information zuträglich und akzeptabel ist. Lasst sie mitbestimmen welche Medien Präsentation oder Formate sie für die Erstellung ihrer Produkte nutzen.

Testet so oft wie nötig bezüglich Verstehen, dabei sicher stellend dass die Lernenden Zugang zu den Testergebnissen haben und das Feedback verstehen. Seid als Ressource für die Fragen und Probleme der Lernenden verfügbar, sowohl akademisch wie technisch. Gestattet Lernenden sich gegenseitig zu helfen und fördern. Behaltet Fragen und Nachforschungen im Fokus, nicht "richtige" Antworten. Gestattet ihnen und ermutigt sie ihre eigenen Kreativität und Talente in die Lernversuche einzubringen. Und schaut ihnen dabei zu wie sie in die Höhe steigen.