multi-dimensional


Unsere physikalische Wirklichkeit hat Länge, Breite, Höhe, die 3 Dimensionen des Raumes. Dazu kommt als 4. Dimension die Zeit - 3D plus Zeit. Darauf haben die Naturwissenschaften sich vergeblich versucht zu beschränken. Gegenwärtig braucht die Kernphysik mindestens 10 Dimensionen um die Wirklichkeit so erklären zu können dass sie keinen Forschungsergebnissen widerspricht (die ursprüngliche bosonische Stringtheorie brauchte noch 26 Dimensionen).

Da denkt man, falls man überhaupt daran denkt, erstmal an eine Leiter oder Treppe, wo nach 3D plus Zeit erst mal Dimension-5 kommt und dann D6 und dann... Das passt schon bei 3D nicht wirklich, wo Länge, Breite und Höhe 3 verschiedene Richtungen sind, jedoch, abgesehen von unserer durch Schwerkraft geformten Gewohnheit Länge zuerst zu nennen und dann Breite und dann Höhe, keine zwingende Hierarchie herrscht.

Immer wieder passieren alltägliche Dinge die aus diesem naturwissenschaftlichen Blickwinkel unerklärlich sind und deswegen geheimnisvoll sein sollten, wären sie nicht so alltäglich. Insbesondere Mütter kleiner Kinder kennen sowas. Sie haben einen 7. Sinn, eine unsichtbare Verbindung zu ihrem/n Kind/ern, die es ihnen ermöglicht rechtzeitig beim an-und-für-sich unbeaufsichtigten Kind aufzutauchen und zu verhindern, dass es in den Brunnen oder vom Baum fällt.

Das passiert nicht einmal oder zweimal sondern immer und immer wieder. Das ist normal. Nicht normal ist (obwohl es auch passiert), dass das Kind ernsthaft zu Schaden kommt. Nicht normal ist, dass es diese unsichtbare Verbindung nicht gibt!

Immer mal träumt wer was, das erst Tage später geschieht. Immer mal wieder kommt jemand auf eine Idee die die Welt verändert, wie Feuer machen oder aufrecht gehen. Immer mal wieder stirbt jemand, ist klinisch tot, und lebt dann doch weiter, hat danach wohl noch Angst vor den möglichen Unbequemlichkeiten des Sterbeprozesses, aber definitiv gar keine Angst mehr vor dem Tod. Und dann wäre da noch das Wunder der Geburt, das täglich hunderttausendfach die Frage stellt wo komme ich her? Denn 3D plus Zeit kann zwar den biologischen Körper erklären, aber das war's dann.

Angenommen, ich möchte die Entstehung eines Kindes in einer Formel erfassen. Vater + Mutter = Kind, in Zahlen 1+1=2. Das ist natürlich Quatsch, denn es sind ja dann drei Personen, also 1+1=3? Das ist aber auch Quatsch, jedenfalls mathematisch. Und schon sind wir mitten im Problem. Wenn etwas Schöpferisches dazu kommt reicht Mathematik nicht immer aus um es zu erklären. Und dann passiert es trotzdem, ohne Erklärung. Das beschränkt sich nicht auf Kinder, sondern gilt für Kunstwerke, Erfindungen... Bei allem wirklich Schöpferischem ist ein mysteriöser Faktor im Spiel. Erst passiert es, dann kommt die Erklärung hinterher, oder auch nicht.

Wissenschaft möchte die Dinge gern reproduzierbar haben. D.h. unter gleichen Bedingungen bekommt man immer das gleiche Ergebnis, jedes mal. Alles was nicht reproduzierbar ist wird versucht reproduzierbar zu machen, sonst entzieht es sich weiterer Erforschung, bleibt mysteriös. Das geht oft auf Kosten der Wirklichkeit, denn viele Forschungsergebnisse hängen von ganz bestimmten Laborbedingungen ab und lassen sie nur eingeschränkt auf das tägliche Leben übertragen. Wenn ich versuche(n muss) alles Mysteriöse aus meiner Arbeit oder meinem Leben herauszuhalten, wie ein Forscher im Broterwerb, dann trainiere ich mich freiwillig oder unfreiwillig zum Experten für ich tue nur was ich verstehe. Und das schränkt ein.

Zu viel Mysterium ist auch eine Einschränkung. Ich finde es mysteriös wie der eine Teil der Menschheit angesichts der unsicheren Faktenlage so absolut an Impfung und Masken tragen glauben kann, dass dem anderen Teil der Menschheit, der gleichermaßen fest ans Gegenteil glaubt, keinerlei Toleranz entgegengebracht wird, und umgekehrt. Die Faktenlage ist dünn, extrem dünn. Was normalerweise unter kontrollierten Bedingungen im Labor ausprobiert wird, findet gerade unter unkontrollierten Bedingungen im täglichen Leben statt.

Und keiner weiß genau was dabei herauskommen wird! Alle vermuten herum, die einen auf der Basis eines beschränkten Teilwissens, die anderen auf der Basis von Hörensagen (Glauben). Die Wirklichkeit findet in den 99% Mischzone zwischen den beiden Extremvorstellungen statt und wird sich im Laufe der nächsten Jahre schrittweise entfalten. Sie steht nämlich noch nicht fest. Wenn wir aufeinander losgehen, dann wird sie anders verlaufen als wenn wir uns für Toleranz und gemeinsames Rudern im gleichen Boot entscheiden.

Wie dem auch sei, für mich ist es zum Beispiel ein Wunder dass die einfache 45-Grad Drehung meines Zündschlüssels das Auto jedes Mal zum Laufen bringt. Ich habe so gut wie keine Ahnung wie es funktioniert, bin trotzdem extrem glücklich über die Reproduzierbarkeit und nutze es fast täglich. Ich kann gut damit leben dass jemand anderer weiß wie's geht und den Job für mich erledigt mein Auto zu reparieren. Arbeitsteilung vom Feinsten, jedenfalls aus meinem Blickwinkel. Was für den einen mysteriös ist, ist für andere tägliches Brot.

Wirklichkeit ist nicht entweder oder, nicht schwarz-weiß, sie ist bunt. Sie spielt sich zwar zwischen Extremen schwarz und weiß ab, immer hin und her, verbringt aber dabei die meiste Zeit im Spektrum der vielfältigen Farben zwischen den Extrempunkten. Beispiel Mond: die beiden Extreme Voll- und Neumond sind gegenüberliegende Punkte in einem 28-Tage Zyklus, der sich mit wechselnder Richtung immer wieder durch die ausgedehnten Buntzonen bewegt. Dabei entstehen höchst einflussreiche Muster wie Ebbe und Flut. Manche davon sind gut erklärbar, manche nicht. Diskutieren bringt nichts. Ich bin gut beraten diese Muster zu beobachten und mich nach ihnen zu richten, oft geht es nicht anders. Erklärungen sind ein zusätzliches Plus wenn sie stimmen, und ein Minus wenn sie falsch sind.

Wissen und Glauben sind Extreme vergleichbar mit Ebbe und Flut, und sinnvolles Leben findet überwiegend in der Mischzone statt. Glauben ist hier nicht religiös gemeint, sondern als die Annahmen und Vorstellungen die ich entweder durch Erziehung übernommen oder mir im Laufe meines Lebens angeeignet habe um durch die Aspekte meines Lebens zu navigieren, die nicht durch Wissen ausgeleuchtet sind. Kennen sie solche Aspekte? Also ich brauche bloß an menschliche Beziehungen zu denken.

Jedes der beiden Extreme Glauben und Wissen für sich allein macht das Leben einseitig. Stellen sie sich vor sie würden so tun als wäre den ganzen Mondmonat lang Ebbe. Im Gebirge ist das vielleicht kein großes Problem, aber an der Küste geht das gar nicht. Noch extremer, stellen sie sich vor sie würden ganzen Tag, 24h lang so tun als gäbe es keine Nacht. Schmunzeln erlaubt.

Wenn ich ein deutsches Wort für multi-Dimensionalität suche lande ich bei Vielschichtigkeit. Die Mischzone ist vielschichtig, das Leben ist vielschichtig, schon immer, auch wenn wir so tun als gäbe es nur 3 Dimensionen plus Zeit. Urvölker haben sich diesem Dilemma auf eine Weise ergeben die wir heute als Aberglauben belächeln. Für sie alle, sofern sie überlebt haben, gibt es auch heute immer noch mehr als 3D plus Zeit. Weil sie das Mysteriöse nicht ausklammern, sich ihm öffnen so gut es geht, bleiben sie mehr naturverbunden als wir es sein können.

Ich will nicht zurück in die Steinzeit, aber ich will auch nicht weiter in eine Zukunft gehen wie sie Orwell in seinem Buch 1984 beschrieben hat. Ich will eine Zukunft in der Wissen und Glauben sich ergänzend mich durch die Vielschichtigkeit des täglichen Lebens geleiten dürfen.

Ob ich vom Thema abgeglitten bin? Nach meine Auffassung nicht. Multi-Dimensionalität hat schon immer geherrscht, nur sehen wir sie nicht immer. Damit das Leben einfacher und reproduzierbarer wird, haben wir sie wegerklärt. Im Angesicht des damaligen übermächtigen Aberglaubens war das ein ehrlicher Versuch in die richtige Richtung. Doch haben wir es mittlerweile übertrieben und sind im anderen Extrem gelandet, sind jetzt wissenschaftlich verbohrt. Da heißt es kehrtmachen und dem Mysteriösen, der Vielschichtigkeit, den 99% der Mischzone wieder mehr Raum zu geben. Damit Wissen und Glauben in ein sinnvolles Gleichgewicht kommen können, statt weiterhin sinnlose Trennung zu erzeugen in der die innerlich zerissenen Menschen früher oder später aufeinander losgehen.

Die von der Kernphysik entwickelten Theorien der multi-Dimensionalität sind für Laien im günstigsten Fall nicht anschaulich, Fach-Chinesisch eben. Also muss ich mich bezüglich praktischer Anwendung und Allgemeinverständlichkeit woanders umsehen. Dabei bin ich esoterisch geworden, sozusagen gezungenermaßen, mangels Alternativen. Meinen Verstand und die Logik habe ich dabei nicht an der Garderobe abgegeben. Wo das verlangt wird gehe ich nicht hinein. Auch meine Glaubensvorstellung an der Gardarobe abgeben zu sollen ist für mich ein Ausschluss-Kriterium.

So weit, so gut - das forschrittlichste Modell das ich gefunden habe, geht von multiplen Dimensionen mit kreisförmiger Zeit aus. Es gibt kein 5D oder 6D. Von 3D plus Zeit ausgehend ist der nächste Schritt multi-D, eine Art Suppe in der alles umherschwimmt und miteinander geordnet vermischt ist. So was ist schwer darzustellen, dann in der Darstellung sind wir 3D gebunden. Nebenbei bemerkt habe ich keine Ahnung wie das mal anders werden kann.

Darum wende ich mich der Sprache zu. Ein Paradebeispiel für 3D plus Zeit sind Buchstaben, wo im Idealfall ein geschriebenes Wort nur eine einzige möglich Bedeutung ohne Interpretationsspielraum hat. Das Gegenteil davon sind konzeptionelle Schriftzeichen wie die traditionellen Chinesischen, wo jedes Zeichen multiple Bedeutungen hat, je nach Kontext. Jetzt ist Interpretation ein Muss, denn die in 3D plus Zeit angestrebt Eindeutigkeit ist hier nicht zu finden. Multi-D setzt voraus auf Eindeutigkeit nicht nur zu verzichten, sondern sie auszuschließen. Alles ist mehrdeutig. Diese Tatsache der prinzipiellen Mehrdeutigkeit von Wirklichkeit hat Heissenberg 1927 durch seine Unschärferelation in die Quantenphysik eingebracht. Ab da war 3D nicht mehr zu halten.

Zuversicht - Entschlossenheit - Wohlwollen:


Egal aus welcher Richtung der Wind weht, ich danke dafür.

Ich kann
Ich werde
Lasst uns
die Segel so setzen,

dass er mich
mich
uns
näher an die Quelle bringt!
Der obige Satz kann mit kleinen Veränderungen auf drei Arten gelesen/gesprochen werden, die farbkodiert sind. Es können noch weitere Gefühlsdimensionen angesprochen/ausgedrückt werden mit "man sollte", "du musst", "wir dürfen", ...

Falls jemand die Worte meint und nicht nur mechanisch ablesend ausspricht (3D), erwecken sie beim Zuhörer, falls er/sie zu hören bereit ist, jeweils ein anderes Gefühl (5D). Für eine Kommunikation die über bloßen Austausch von Info hinaus gehen soll, wie z.B.

Wieviel Uhr ist es? --- 11:55 MEZ --- Danke --- Keine Ursache

braucht es Bereitschaft von beiden Seiten für die Grauzone zwischen den Zeilen, für den Ton der die Musik macht. Dann wird daraus eventuell:

Wieviel Uhr ist es? --- 5 vor 12 --- Danke --- Keine Uhrsache

Obwohl alltäglich, ist multi-D schwer zu beschreiben. Weil wir so 3D plus Zeit fixiert sind, bemerken die meisten von uns gar nicht mehr wo mehr dahinter stecken muss. Die wenigen die es doch tun, haben das Problem einen Weg zu finden es verständlich mitteilen zu können. Das ist nicht so einfach wenn fast alle von Geburt an 3D Brillen tragen. Da gilt es erstmal Wahrnehmungsgewohnheiten aufzuweichen und Wege zu finden 5D darzustellen. Seit Jahrtausenden versuchen viele Künstler das zu tun, mit nicht-alltäglichen Betrachtungsweisen auf die alltäglichen 5D Wunder aufmerksam zu machen, mich zum Staunen zu bringen.

Staunen kann ich nur wenn die Grenze meines Verstehens herausgefordert wird. Es sind die Momente möglicher Erweiterung meines Horizonts die mir das Leben ab und zu schenkt. Freuen wäre dann dran, mich wundern, die Vielfalt des Lebens bewundern, insbesondere wenn ich sie (noch) nicht verstehe. Stattdessen entschließen sich viele für einen leeren Blick ins Nichts sobald Unerklärliches ihren Weg kreuzt. Das gestattet mir an den Wundern des Lebens gezielt vorbeizuschauen, und es erspart mir die Erklärungsnot in die meine 3D plus Zeit kämen wenn ich aufmerksam hinschauen würde.

5D zeigt sich nur dem der gerne staunt, der sich freut wenn die Umstände versuchen meine/seine/ihre Scheuklappen etwas nach außen zu biegen. Und das tun sie, fast zärtlich, damit ich nicht muss was ich nicht will, und doch freundlich bestimmt und immer wieder daran erinnernd dass es mehr gibt als ich mir vorstellen kann.

Erstaunliches in Sichtweite