Handbuch 12

Gefühle klären

Mein Körper ist der Erfüllungsgehilfe meiner Seele, und nicht der Erfüllungsgehilfe meines Intellekts, meiner Gedanken, Wünsche, Hoffnungen oder Ängste. Die Loyalität meines Körpers gilt meinem Seelenplan. An den kann ich mich leider nicht mehr erinnern. Aber mein Körper tut das. Er braucht nichts zu vergessen, also muss er sich auch an nichts erinnern. Mein Körper lügt nicht, weder in der Krankheit, noch in der Gesundheit - laute(r) Körpersprache eben.



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Einleitung: Gefühle klären - eine unendliche Geschichte?

Ich bin seit meinem 26igsten Lebensjahr strikter Vegetarier und trotzdem bezüglich Entsäuerung über eine gewisse Grenze nicht hinweg gekommen. Im Jahre 2004 ging ich durch eine emotionale Krise und machte deshalb eine emotionale Aufarbeitung, allein im Liegen entsprechend einer schriftlichen Anleitung. Ich weinte mich durch einen Doppelpack Tempos und schlief nach etwa einer Stunde erschöpft ein. Als ich nach einer weiteren Stunde wieder aufwachte, waren meine Augen so verkrustet, dass ich mich zum Bad tasten und die Verkrustung mit warmem Wasser aufweichen musste. Was war geschehen? Nach erfolgreicher (Teil-) Klärung meiner Gefühle hatte mein Körper spontan massenhaft saure Schlacken über die Augen entgiftet, ohne dazu ein Basenmittel oder etwas anderes zu benötigen.

Unser Körper ist der Erfüllungsgehilfe unserer Seele, nicht der Erfüllungsgehilfe unseres Intellekts, unserer Gedanken oder unseres Egos. Die Loyalität meines Körpers gilt meinem Seelenplan, den ich gefasst habe, als ich bei vollem Bewusstsein von der anderen Seite des Schleiers auf die Erde geschaut habe, und mir unter den möglichen diejenige Startsituation gewählt habe, die der Erfüllung meines Plans am besten dient. Daran kann ich mich leider nicht mehr richtig erinnern, denn ich bin nicht mehr voll bewusst, habe nicht mehr den Überblick, den ich körperlos auf der anderen Seite des Schleiers gehabt habe. Jetzt bin ich mit Körper, habe die kollektiven Gewohnheiten und Einengungen verinnerlicht und kann in meinen besten Zeiten lediglich die groben Umrisse meines Seelenplanes erahnen.

Mein Körper aber weiß es. Er brauchte nichts zu vergessen, also muss er sich auch nicht an etwas erinnern. Der Körper lügt nicht, weder wenn er Krankheit, noch wenn er Gesundheit produziert. Das kann er nämlich beides, jederzeit, und die Frage ist nicht, ob er es kann, sondern warum er es tut. Unter welchen Umständen produziert mein Körper Gesundheit und unter welchen produziert er Krankheit? Die Antwort lautet in beiden Fällen: Wenn es meinem Seelenplan dient!

Das ist eine unbequeme und doch hoffnungsgeladene Botschaft. Ich bin krank, weil es meinem Seelenplan dient und ich bin gesund, weil es meinem Seelenplan dient. Die Konsequenz dieser Erkenntnis ist, dass ich mich nicht so sehr um meine Gesundheit oder Krankheit zu kümmern brauche, denn sie ist das jeweilige automatische Resultat davon, ob ich mich im Sinne meines Lebensplanes weiterentwickle - dann werde ich gesünder - oder ob ich mich davon wegentwickele - dann werde ich kranker. Dabei ist es ziemlich egal, was für Pillen ich zwischendurch schlucke und welche Therapien, Entgiftungen und sonstige Maßnahmen ich durchführe.

Ist das nicht auch eine frohe Botschaft? Wenn es wirklich stimmt, brauche ich gar nicht mehr so angestrengt zu versuchen, die Stoffwechselgeheimnisse meines Körpers zu ergründen, oder die Umstände seiner Zellerneuerung zu beeinflussen. Ich brauche nur noch darauf zu achten, ob er nickt (ich mich gut fühle) oder er den Kopf schüttelt (ich mich schlecht fühle). Sie können sich doch sicher noch an das Kinderspiel Heiß-Kalt erinnern? Mein Spielkamerad versteckt etwas und ich darf nicht gucken. Dann muss ich suchen und wenn ich in die richtige Richtung gehe, sagt mein Kamerad "heiß", wenn ich in die falsche Richtung gehe, sagt er "kalt". Wenn ich immer weiter in die richtige Richtung gehe, sagt er "heißer, heißer", bis ich es gefunden habe. Kann ich das mit meinem Körper spielen?

Der spricht aber kein Deutsch, auch kein Englisch. Und doch flüstert er ständig in einer Sprache in mein Ohr, die niemand anders verstehen kann, als ich - auch kein Therapeut. Denn der kann es erst dann verstehen, wenn mein frustrierter Körper dazu übergeht, mir schwerhörigem Kopfmenschen die Information mittels körperlicher Symptome schmerzreich zu vermitteln.

So weit, so gut - doch was hat das mit Gefühlen zu tun? Nun, die Sprache meines Körpers, mit der er mir Information mitzuteilen versucht, bevor er zur lautstärkeren Symptom- und Schmerzsprache übergeht, sind Gefühle. Wenn ich mein Gefühl den Verlauf meines Handelns mit beeinflussen lasse, wenn ich es dadurch ausdrücke, ändert es sich - ich fühle mich dann etwas besser ("heiß"), oder ich fühle mich etwas schlechter ("kalt"). Wenn ich meine Gefühle unterdrücke, dann werden sie irgendwo in meinem Körper als Erinnerung gespeichert, bestimmte Gefühle oft an bestimmten Orten.

Dort bleiben sie solange, bis ich sie irgendwann einmal ausdrücke. Das hat dann nicht mehr so viel mit der Situation zu tun, in der sie entstanden sind. Ich spiele Heiß-Kalt zeitversetzt und verallgemeinernd. Vormals Unterdrücktes platzt gesammelt in ein Jetzt das nur noch schematische Ähnlichkeit mit den verschiedenen Entstehungsituationen der hervorplatzenden Gefühle hat. Bildlich gesagt haben die vielen Streichhölzer (unterdrückte Gefühle) gemeinsam nach der erstbesten Reibefläche gesucht. Je mehr unterdrückte Gefühle sich ansammeln umso mehr steigt der Druck, umso beliebiger kann die Reibefläche sein. Eugen Roth beschreibt das in einem seiner Gedichte so:


Zum Beispiel mancher sich nichts denkt, im Augenblick wo wer ihn kränkt.

Erst nachts dann, wenn er schlaflos liegt, merkt er, dass er was abgekriegt,

Und ist auf einmal so erbittert, dass ihm vor Zorn die Nase zittert.

Die Kränkung, jetzt erst ausgebrochen, bedarf zur Heilung vieler Wochen;

Vergebens feilt er nun am Wort, das ihm geholfen hätt' sofort.



Ich wähle gewohnheitsmäßig oft die schlechteste aller Möglichkeiten des Umgangs mit meinen Gefühlen - ich unterdrücke sie. Warum? Ich weiß nicht, ob es bei ihnen genauso ist, aber ich habe Angst, dass meine Gefühle mich kontrollieren könnten, und versuche deshalb, sie zu kontrollieren. Das gelingt mir zwar in dem Moment, in dem ich sie unterdrücke, aber dafür kontrollieren sie mich irgendwann später, wenn sie massenhaft aufgestaut ihre Unterdrückung explosionsartig abschütteln und dann in Situationen hervorbrechen, die nur noch entfernt mit ihrer Entstehung zu tun haben.

Ob das mein Leben wohl einfacher macht? Auf keinen Fall! Es macht es eindeutig komplizierter! Ich fange an, zeitversetzt zu leben und mit meinen gestauten Gefühlen Menschen entgegenzutreten, die an ihrer Entstehung nicht beteiligt waren. Das passt einfach nicht (mehr), ich erscheine schräg und ungerecht. In mir läuft ein alter Film ab der mit der gegenwärtigen Realität nicht viel zu tun hat und alle merken es, selbst ich. Das ist krank!

Doch die offensichtliche Lösung - mit meinen Gefühlen gleich bei ihrer Entstehung Heiß-Kalt zu spielen - bringt mich in schlechten Ruf, im Extremfall ins Gefängnis oder ins (psychiatrische) Krankenhaus. Der Druck meiner bisher angestauten Gefühle ist so groß, dass er sich aggressiv-explosiv zu entladen droht, sobald ich auch nur den kleinsten Ansatz zum Heiß-Kalt Spiel mache. Jedenfalls geht es mir so und davor habe ich Angst. Ich möchte lieber höflich bleiben, auch da wo es nicht passt, wo es angemessener und gesünder wäre den Mund gleich aufzumachen. Das Mund aufmachen kann ja höflich verlaufen und trotzdem bestimmt, zumindest könnte ich es lernen. Es ist halt unbequem, nicht nur für mich. Reibung ist dann sofort da, da wo sie hingehört.

Als ich dann mal richtig hingeschaut habe, hab' ich gemerkt, dass ich mich nur in Extremsituationen an die Option des Heiß-Kalt Spiels erinnere. Entweder wenn es mir richtig gut geht und ich es nicht brauche, oder wenn es mir richtig schlecht geht und meine (entstauten) Gefühle mich zu Handlungen zu drängen drohen, die im Gefängnis oder Krankenhaus enden. Es ist so ähnlich wie mit dem Beten, denn das fällt mir nur ganz unten auf der Emotionsleiter ein, oder ganz oben. Auch "Danke!" ist ein Gebet und mein erstes ehrliches Danke hat mir die Tür zum bisherigen Niemandsland zwischen den Extremen eröffnet. So ähnlich ist es mit den Gefühlen. Die Tür zum Heiß-Kalt Spiel, zu den Weiten des bisherigen Niemandslands, öffnet sich am einfachsten dort wo es mir extrem gut geht, wo ich es gar nicht zu brauchen scheine.

Es folgen Beschreibungen einiger meiner Heiß-Kalt Spiele, in der Hoffnung dass es ihnen den Mut gibt mit ihren eigenen anzufangen, den Mut mit ähnlich kleinen Schritten in unscheinbaren täglichen Situationen zu beginnen, die anderen total unwichtig erscheinen und doch für sie die Welt verändern, und zwar bevor es ein Therapeut als Symptom erkennen kann. Wenn Gefühle geklärt wurden, dann wissen es die Nachbarn. Denn es geht nicht ohne weinen, schreien, lachen, schluchzen - ohne Gefühlsausbrüche. Jedenfalls nicht am Anfang. Dazu ist der Staudruck zu hoch. Also legen sie getrost Tempotaschentücher bereit, am besten eine Großpackung wenn Weinen angesagt ist. Gehen sie in einen einsameren Teil des Waldes wenn Schreien angesagt ist, und hängen sie einen Punchingball auf wenn um-sich-schlagen dran ist. Am Anfang mag es ohne die Unterstützung anderer Menschen gar nicht gehen, es sei denn sie wollen es wirklich - egal, was es kostet.

Carl Gustav Jung hat einmal gesagt, dass sich ein innerer Impuls als Schicksal im Außen materialisieren muss, es sei denn man folge ihm innerlich. Ob er wohl das gleiche wie ich gemeint hat, die Sprache des Körpers? Auf jeden Fall habe ich eine Menge innerer Impulse als Schicksal ausgelebt; daran kann ich schon lange nicht mehr vorbeischauen. Ebenso klar ist, dass ich es jetzt nicht mehr im gleichen Ausmaß wie früher tue. Ich folge jetzt mehr meinen inneren Impulsen bevor sie sich materialisieren müssen/können.

Vielleicht glauben sie mein Leben wäre dadurch einfacher geworden? Weil andere es nicht mehr so knallen sehen oder hören können? Weil sich die Sprache meines Körpers nicht mehr so sehr für andere wahrnehmbar ausdrückt, z.B. für einen Therapeuten? Nun, mein Leben ist dadurch anders geworden. Denn ich höre mittlerweile zu - so gut ich es im jeweiligen Moment kann. Und morgen kann ich es noch ein bisschen mehr. Und das sie den Knall nicht mehr hören oder seine Auswirkungen sehen können, heißt noch lange nicht dass es nicht geknallt hat. Er musste halt nicht mehr so lauf werden, der Knall.

Und hier ein paar Fakten aus knalligen Abschnitten meines Lebens (mit Altersangabe): Im Folgenden möchte ich sie mit weiteren Lebensumständen von mir und den daraus erwachsenen Veränderungen bekannt machen. Ich möchte sie damit bekannt machen, wie es anfing dass ich auf die geflüsterten Symptome meines Körpers zu hören lernte, bevor sie sich knallig in Schicksal umsetzten mussten.




Mai-2005: EIGENVERANTWORTUNG

Im Frühjahr 2005 machte ich [auf Maui, Hawaii] eine Rückführungstherapie, in deren Verlauf ich zwar keine Bilder sah, doch sehr stark mit Gefühlen auf die intuitive Führung meiner Therapeutin reagierte.

Das betreffende Leben hatte im alten Ägypten zu einer Zeit stattgefunden, in der die Priesterschaft aus vollkommen unabhängigen weiblichen und männlichen Linien bestand, die jedoch ihre Arbeit koordinierten und, wo sinnvoll, auch miteinander kooperierten. Ich war ein männlicher Priester mit der speziellen Aufgabe die dazu notwendige Kommunikation aufrecht zu erhalten. Es gab in der weiblichen Linie eine entsprechende Priesterin. Im Verlauf dieser im Tempel der Priesterinnen stattfindenden Treffen gestattete ich meine Verführung.

Das Motiv ihrerseits war, die entstehende sexuelle Energie für ihre Arbeit zu benutzen, während ich in sie verliebt war. Ich empfand die Beziehung als Widerspruch zu meiner Berufung und hatte stärkste Schuldgefühle. Obwohl ich jedes Mal den festen Entschluss fasste, die Beziehung zu beenden, schmolz dieser Entschluss in ihrer Anwesenheit dahin. Ich verlor meine Willenskraft vollständig und wurde zu ihrem Werkzeug. Die sexuelle Beziehung dauerte lange fort.

Obwohl ich im Laufe der Zeit bemerkte, dass ihrerseits keine Rede von Verliebtheit sein konnte, entwickelte ich komplette Hörigkeit. Als ich (dadurch) für sie schließlich energetisch uninteressant wurde, brachte sie mich auf grausame Weise um. Sie folterte mich um die letzten Reste von Lebenskraft aus mir herauszupressen. Sie schnitt zum Schluss meine Hoden ab und hängte sie auf während ich noch lebte.

Die Therapeutin nahm war, dass diese Priesterin in meinem jetzigen Leben als meine Mutter inkarniert war. Der Fokus ihrer Kommentare lag daher auf der grausamen, unmenschlichen Behandlung seitens der Priesterin, und der sich daraus ergebenden Notwendigkeit meiner Mutter vergeben zu müssen.

Meine eigenen Gefühle während der Sitzung waren sehr intensiv und sehr klar gewesen. Als die Priesterin mich schließlich umbrachte, fühlte ich Erleichterung und war fast glücklich dass es endlich vorbei war. Das Gefühl der Schuld gegenüber meiner Bruderschaft von Priestern war überwältigend. Meine Vorstellungen von der Größe des durch mein Verhalten entstandenen Schadens und das zugehörige Schuldgefühl löschten meine körperlichen Schmerzen komplett aus. Da ich weder die Hoffnung noch das Selbstvertrauen gehabt hatte, die Situation aus eigener Kraft zu klären, freute ich mich nur noch darauf meinen Körper zu verlassen.

Ich nahm der Priesterin ihre Grausamkeiten nicht Übel, war ihr fast dankbar, weil ich selber nicht die Kraft aufgebracht hatte ihr zu widerstehen und diese faule Beziehung zu beenden. Ich verurteilte mich selber so sehr, dass ich mich gerecht bestraft fühlte. Und trotz allem liebte ich die Priesterin noch immer. Auch heute noch fühle ich keine Notwendigkeit meiner Priesterin / Mutter irgendetwas zu vergeben, denn ich habe ihr niemals Schuld zugewiesen.

Als ich diese Gefühle am Ende der Sitzung äußerte, ging meine Therapeutin nicht darauf ein. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt den Eindruck, dass sie das Gefühl hege ich beschütze meine Mutter.

Die Motivation für die Therapie war bei mir aus den Schwierigkeiten erwachsen, die in der Beziehung zu meiner damaligen Lebenspartnerin herrschten. Sie war - wie auch meine beiden vorhergehenden Lebensabschnittsgefährtinnen - der Meinung, dass viele unserer gemeinsamen Beziehungsprobleme aus der Beziehung zwischen mir und meiner Mutter herrührten. Als ich ihr den Verlauf der Sitzung schilderte, meinte sie sanft aber bestimmt, dass ich versuchen würde meine Mutter zu schützen, und dass ich mich weigern würde die Muster zu ändern die aus meiner Beziehung mit meiner Mutter erwachsen seien, die gleichen Muster, die jetzt unsere Beziehung belasten würden. Ich beschloss, meiner eigenen Wahrnehmung zu trauen, unabhängig davon was andere sagten oder dachten.

Einige Zeit nach der Sitzung entwickelte ich das Gefühl, dass die ägyptische Priesterin eher die jetzige Inkarnation meiner Partnerin als meiner Mutter sei, vermutlich eine Reaktion auf das "Herüberlehnen" meiner Partnerin. Doch dann begann ich zu verstehen dass die Priesterin keine einzelne bestimmte Frau in meinem Leben repräsentierte, sondern alle. Meine eigenen Gefühle während der Rückführung waren, wie bereits erwähnt, ausgesprochen klar gewesen.

Sowohl meine Therapeutin als auch meine Partnerin haben meine Gefühle respektiert und nicht versucht, mich von etwas anderem zu überzeugen. Dafür danke ich beiden herzlich. Und deshalb war es mir auch möglich ohne schlechtes Gewissen ihnen gegenüber im Laufe etlicher Monate die Rückführung letztendlich so interpretieren, wie es für mein gegenwärtiges Leben sinnvoll ist.

Es wurden mir allmählich meine wichtigsten Muster klar, die ich von Ägypten in meine heutige Existenz mit hinüber gebracht hatte. Nur weil ich mich selbst nicht wertschätzte, war es möglich dass die Situation in Ägypten derartig unmenschlich und grausam wurde. Weil das symbiotische Vergnügen im Sex mir mehr wert gewesen war als meine eigene Integrität, hatte ich sowohl jeden Selbstwert als auch meine Identität verloren. Auf der anderen Seite blieb mir immer klar, wer verantwortlich war. Ich habe keinem anderen die Schuld gegeben. Ich habe der Priesterin die Gelegenheit gegeben mein Leben zu bestimmen. Sie nahm diese Gelegenheit bis zur letzten Konsequenz war.

Es war meine (selbstgewählte) Aufgabe in Ägypten gewesen, zu lernen wie ich unter widrigen Umständen Integrität und Selbstwert aufrechterhalten kann. Da ich es damals nicht gelernt habe, begegne ich in diesem Leben ähnlichen Situationen. Ich bin/war wieder ein "Symbiose - Junkie", gebe/gab wieder meine Unabhängigkeit ab indem ich den Meinungen und Werten meiner Partnerinnen mehr Wert bei messe, als den eigenen.

Es macht für mich keinen Sinn (mehr), mich dafür selber zu bestrafen. Das hilft genauso wenig wie jemand anderem die Schuld zu geben oder zu versuchen, ihn/sie zu bestrafen. In diesem Leben hatte ich solche Situationen bisher durch Weglaufen "gelöst". Im Vergleich zu Ägypten ist das ein Fortschritt. Damals habe ich mich umbringen lassen - heute schaffe ich es zu überleben.

Die Lektion ist trotzdem noch dieselbe. In den vergangenen drei Jahren war ich damit beschäftigt gewesen, nach Beziehungsmustern zu graben die andere in mir hatten sehen wollen. Das hatte mich und meine jeweilige Partnerin davon abgehalten die wirkliche Herausforderung zu akzeptieren: sich im Jetzt gegenüber zu treten, ohne angstvoll Vergangenes oder hoffnungsvoll Zukünftiges.




Sep-2006: GRUPPENENERGIE

In meinem Inneren verändert sich vieles so schnell, dass ich nicht einmal mehr genug Zeit zum Zuschauen habe. Vor wenigen Tagen noch hatte ich versucht in einer langen Liste diese Veränderungen zu beschreiben, und anschließend in einer mindestens gleich langen Liste die dazu passenden gesundheitlichen Maßnahmen. Aber ehrlich gesagt befürchte ich, dass beide Listen schneller altern als sie gelesen werden können.

Meine für mich selbst wichtigste Tätigkeit ist zurzeit, die Kryon Channelings von Lee Carroll (seit Aug-05) so schnell wie möglich ins Deutsche zu übersetzen und auf meiner homepage verfügbar zu machen. Die Übersetzungen sind für mich jedes Mal eine Bestätigung dass ich nicht spinne, denn viele der Themen des jeweils aktuellen Channelings sind mir schon eine Weile im Kopf herumgespukt. Ich habe die Energien und teilweise auch ihre Eigenschaften schon wahrgenommen, bevor mir der aktuelle Channeling Text bekannt wird.

Und diese Veränderungen beschleunigen sich immer mehr. Am deutlichsten wurde mir das in persönlichen Begegnungen gezeigt, wie mit meinen Freiburger WG-Mitbewohnern. Entwicklungen, für die ich selber 15 schillernde Jahre im dicht gepackten Leben eines missionarischen Wandermönches brauchte, machte mein Wohnungsgenosse in läppischen 6 Monaten durch, während er absolut unspektakulär, aber unheimlich effektiv seinem ganz normalen Job nachging und eine ganz normale Beziehung pflegte. Ehrlich gesagt, empfand ich es manchmal als ein klein bisschen unfair. Ich fühlte mich wie "Wo" in einer Kryon-Parabel:

So begann Wo den Berg hinaufzusteigen, und er stieg wirklich, drei Jahre lang. Er ging da hin und dort hin; er besuchte Klassen; er lass Bücher; er fastete; er betete; er meditierte; und er folgte den vielen Stufen, die ihn nach seinem Empfinden auf den Gipfel bringen würden. Oh, er rutschte ein paar Mal aus, stieß sich den Ellenbogen, verletzte sich eine Zehe. (Kryon Lächeln) Aber er erhob sich gleich wieder und machte sich erneut auf. "Ich kann das schaffen," murmelte Wo zu sich selber. "Ich weiß, dass ich den Gipfel erreichen kann, weil Spirit gesagt hat, dass ich den Aufstiegs-Status haben kann. Ich werde den Gipfel erreichen!" Und das tat er.

Er stand also da auf dem Gipfel und beanspruchte seinen Aufstiegs-Status, und alles war wunderschön. "Oh, ich fühle den Frieden. Ich weiß, dass das der Beginn eines besseren Lebens ist," sagte er, "und ich weiß, dass ich ein Menge zu lernen habe, doch das war der erste Schritt, und ich habe hart dafür gearbeitet, und es hat Jahre gedauert!" Wo gratulierte sich gerade selber, als er zufällig auf die Rückseite des Berges schaute und vor Schreck nach Luft schnappte! Dort gab es einen Skilift! Einen richtigen Skilift! Und im Lift waren Leute wie er. Sie kamen einer nach dem anderen den Berg hoch. Die Gesamtzeit vom Gipfel des Berges bis zum Fuß des Berges betrug drei Minuten! Sie alle erlebten den Aufstiegs-Status.

Wo rief, "Das ist nicht fair. Es ist wirklich nicht fair." Er begab sich in die Meditation und sagte, "Lieber Spirit, das ist nicht fair. Warum ist das so? Ich habe so viel Zeit und so viel harte Arbeit investiert, um auf den Berg zu kommen. Warum hast du mir nichts vom Skilift gesagt?" Und Spirit antwortet, "Wo, du hast niemals gefragt, oder?" Du hast eine menschliche Vermutung bis ins Extrem getrieben und niemals etwas anderes ins Auge gefasst. Du dachtest, du hattest alles im Griff, du müsstest dafür arbeiten, und das hast du getan. Es war deine Wahl, das Klettern anstrengend zu machen."
(aus: Die Sieben großen Illusionen der Menschen von Gott, Kryon durch Lee Carroll, http://gesund-im-net.de/channeling/kryon2006edmonton.htm)

Das ist aber noch lange nicht alles. Im April letzten Jahres (2005) begann ich, die ersten Anzeichen für etwas zu bemerken, das ich später Gruppenenergie getauft habe. Eines schönen Frühlingstages hatte ich aus heiterem Himmel eine Spontanentleerung, das heißt ich ging zur Toilette und anschließend konnte man "durch meinen geöffneten Mund den Boden sehen". Kurz darauf kam mein obiger frecherweise den Skilift benutzender WG-Genosse von der Arbeit nach Hause. Er hatte für mich unverkennbare Anzeichen einer kleinen Lebensmittelvergiftung. Darauf angesprochen, stellte sich heraus, dass er an seiner Arbeitsstelle eine Kantinenmahlzeit gegessen hatte, die ihm Übel im Magen lag. Mit ein paar Maßnahmen (Bitterstoffe, etc.) ging auch er zur Toilette, und danach konnte man auch "durch seinen geöffneten Mund den Boden sehen". In dem Umfang wie es ihm besser ging, erholte ich mich auch.

Mein Wohnungsgenosse entschloss sich daraufhin, mit Hilfe von Basenmitteln, Algen, etc., seinen Körper ein bisschen sauber zu machen. Dabei legte sein Körper ein Ausmaß von Co-operation an den Tag, das ich vorher nicht gekannt hatte. Wenn er nichts zu tun hatte, schmissen ihn die teilweise heftigen Entgiftungsreaktionen ins Bett. Aber sobald er arbeiten musste, oder etwas Wichtiges vorhatte, stand er unweigerlich fit auf der Matte nur um sofort nach seiner Rückkehr wieder bettlägrig weiter zu entgiften. Ich war fasziniert.

Solche Erlebnisse verdichteten sich, bis ich sie schließlich ernst genug nahm, um sie ab Herbst 2005 in meinen Seminaren mit einzubeziehen. Das ging dann soweit, dass nur einer von uns ein PCB - Cocktail (zur Entgiftung Poly-Chlorierter Biphenyle) einnahm, aber vier von uns daraufhin körperliche Entgiftungssymptome produzierten - eine Dame sogar im 200 km entfernten Freiburg.

Ich begriff langsam, dass die (Qualität der) Gruppenenergie nicht nur ein Faktor, sondern der wichtigste und größte Faktor in diesem Geschehen war, und begann dieses Geschehen so gut es ging zu nutzen. Je herzlicher die Energie in einer Gruppe ist, desto effektiver und sanfter laufen die Entgiftungsprozesse ab. Im Vergleich zu meiner eigenen Erfahrung mit der Schwermetallausleitung im Einzelkämpferstil kann man sich 80% allen Aufwandes sparen, inklusive der beteiligten Mittel und Therapien. Die Voraussetzung dafür ist allerdings eine "herzliche" Gruppe, die sich mindestens einmal alle 14 Tage für ein paar Stunden trifft und gemeinsam die Schwingungen anhebt und sich gegenseitig unterstützt.

Wo möglich, fördere ich die Bildung solcher Gruppen, was immer das im Einzelfall beinhalten mag. Ich habe das mal so ausgedrückt: "Licht ausschalten" ist übrigens ein Synonym für die eigenen Gefühle unterdrücken. "Licht einschalten" bedeutet meinen eigenen Gefühlen (mir selbst) so sehr zu vertrauen, dass ich gegen meine Bequemlichkeit meine Gefühle auch dann ausdrücke, wenn sie Reibung zu erzeugen drohen. Dass ich es lerne sie höflich aber bestimmt jetzt auszudrücken, statt zu gestatten dass sie sich in mir ansammeln bis der Überdruck sie in Situationen platzen lässt, die den Beteiligten ein Vielfaches der Reibung zumutet die ich zu vermeiden trachtete.

Mir den Reflex des "Licht Ausschaltens" abzugewöhnen ist am einfachsten, wenn ich mir regelmäßig Unterstützung von Gleichgesinnten hole und Gleichgesinnten regelmäßig Unterstützung gebe - beides! In der Gruppe erhöhen sich die Schwingungen durch die gemeinsame reine Absicht, den jetzt unbequemen Weg zum (zukünftigen) Wohle Aller zu gehen. Und es ist dann gar nicht mehr so wichtig, was genau dort gemacht wird.

Jedes Medikament, jedes Gerät oder Instrument, jede Therapie (und jeder Therapeut) und sogar jeder Kraftplatz ist wie eine Krücke, die es mir ermöglicht, wieder laufen zu lernen. Ziel ist es, die Krücke letztendlich wieder weg zu legen und ohne sie zu laufen. Nur die Hilfe, die den Empfänger unabhängig von der gebenden Hand macht, ist wirkliche Hilfe. In diesem Sinne ist Therapie hilfreich, immer vorausgesetzt, dass ich laufen lernen will. Solange und in dem Masse wie ein Therapeut heilen will, begibt er sich in eine Täterrolle, und seine willigen oder unwilligen Patienten werden im gleichen Ausmaß eine Opferrolle spielen.




Sep-2006: DAS LIEBE GELD

Mit Geld habe ich mich im Rahmen meiner eigenen Unklarheiten von jeher schwer getan. Ich habe lange gebraucht, bis ich verstanden habe, dass jemandem etwas zu schenken, eine versteckte Machtstrategie sein kann. Wenn mir jemand etwas schuldet, dann habe ich Macht über ihn, weil er sich bewusst oder unbewusst mir gegenüber minderwertig fühlt. Ein Freund hat mal zu mir gesagt: "Sieh zu, dass du den Leuten ihre Macht zurückgegeben hast, bevor sie zur Tür hinaus laufen." Dazu eine wahre Geschichte.

Meine ersten Seminare führte ich in der Küche meiner 2-Zi-Wohnung in Wiesbaden durch. Sie kosteten damals DM 30,- pro Tag, und wenn jemand zur Toilette wollte, mussten alle aufstehen. Es war eine schöne Zeit. Bei der Umstellung zum Euro war der Preis auf € 30,- angestiegen, und ich fuhr zu den Seminarorten durch ganz Deutschland. So blieb es lange, und meine damalige Lebensabschnittsgefährtin, selbst Heilpraktikerin, drängte mich dazu, meine Preise zu erhöhen. Das war eine schwierige Angelegenheit für mich. Schließlich hatte ich 14 Jahre lang mit allem mir zur Verfügung stehenden Ernst versucht, die Maximen des heiligen St. Franziskus von Assisi zu leben: Armut, Hilfsbereitschaft, Keuschheit. Das war mir auch mehr oder weniger gut gelungen, nur hat sich jetzt die Situation verändert. Ich habe dem Lebensabschnitt Mönch den Rücken zugekehrt, doch anscheinend nicht vollständig.

Wie dem auch sei, ich erhöhte Ende 2003 die Preise schließlich auf € 60,- und wurde von Stund an nicht mehr von Flöhen oder Zecken gebissen. Die hatten mich zuvor als Leckerbissen betrachtet. Außerdem änderte sich das Klientel meiner Seminare. Die Menschen, die jetzt kamen, waren mehr auf den Ausgleich des Gebens und Nehmens bedacht. Etwa zur gleichen Zeit hatte ich einen Testkoffer für meine eigenen Zwecke zusammengestellt. Auf die Frage, was der koste, antwortete ich € 900,- und hatte damit eher Abschreckung bezweckt. Doch siehe da, eine ganze Reihe von Menschen entschlossen sich zum Kauf. Mein pekuniäres Weltbild wackelte.

Leider sind meine finanziellen Berührungsängste durch solche positiven Erfahrungen keineswegs endgültig beseitigt. Ich würde nach wie vor am liebsten alles Finanzielle jemand anderem komplett übertragen und gerne ohne einen Cent in der Hosentasche herumlaufen. Stattdessen habe ich allerdings gewählt, eine Familie teilweise zu ernähren [ich lebte damals mit meiner Lebensabschnittsgefährtin und ihrer Tochter in einem kleinen Haus im Hinter-Taunus]. Damit steht dem situationsbedingten Klärungsdruck auf meine Emotionen bezüglich Macht und des Ausgleichs von Geben & Nehmen kein (ehemaliges) Eremitendasein mehr im Wege, das mir bisher die Möglichkeit gegeben hatte, diese Themen zu umgehen. Und trotzdem beinhaltet meine Vorstellung vom Paradies nach wie vor einen gut funktionierenden universellen Tausch-Ring.

In punkto Geld strebe ich folgende "business policy" an:


Jul-2008: LICHTER & LEICHTER

In den letzten Tagen habe ich gedacht, ich kann bald gar nichts mehr Festes essen. Nichts ist mir bekommen. Die Zeichen standen überall auf Stress: Gefühle, Beziehungen, Selbstverständnis, Kommunikation, ...

Sehr früh am Donnerstag 04:00 war Neumond, d.h. Sonne ("ich will") und Mond ("ich fühle") waren in Konjunktion. Am 09. Juli, also nächsten Mittwoch ist die genaue Opposition von Jupiter ("ich expandiere") und Sonne. Da Jupiter ein sehr größer Planet ist und die Sonne noch größer, dauert eine solche Opposition mehr als nur einen Tag. Der Wirkungszeitraum ist mehrtägig und hat ein Wirkungsmaximum, in diesem Fall Mittwoch, der 9.7.

So gesehen, fand in den letzten Tagen ein Tauziehen zwischen der Konjunktion Mond / Sonne auf der einen Seite, und Jupiter auf der anderen Seite statt. Jupiter steht energetisch für Erweiterung des Geistes durch Ausdehnung, durch Begreifen neuer bisher unbekannter Bereiche des Lebens. Diese Bereiche hat es zwar schon vorher gegeben, aber ich habe sie eben noch nicht gesehen. Jupiter ist also zurzeit so etwas wie die Personifizierung des "neuen" Zeitgeistes, der Bewegung ins Lichte und Leichte.

Was mir in den letzten Tagen geschehen ist, war ein innerliches Tauziehen zwischen der alten Energie von "ich will" (Sonne) im Verein mit "ich fühle" (Mond) und der neuen Energie von "ich werde lichter und leichter" (Jupiter). Das hat ganz schön geknirscht! Ich war ganz schön ratlos!

Als ich so den Stress um mich herum betrachtete, habe ich zu meinem Erstaunen bemerkt, dass viele Menschen nicht nur ganz gut, sondern sogar besser als sonst funktioniert haben. Was ist passiert? Bin ich total deppert?

Verschiebungen und Veränderung laufen nicht linear ab, sondern ebben und fluten. Das ergibt eine Schlangenlinie, und es ist nicht immer einfach, im Angesicht der Gefühlsnote der gerade herrschenden "Ebbe" oder "Flut" den Kurs zu halten oder sinnvoll zu korrigieren, denn ich stecke so im angenehm / unangenehm, im gut /schlecht fest, dass mein Blick für die Gesamtrichtung bestenfalls getrübt ist.

Darum kann ich persönlich es kaum erwarten, lichter und leichter zu werden, selbst wenn das für mich "mit einem Auge weinen" bedeutet. Manch ein anderer fühlt sich damit aber nicht so wohl, sondern blüht auf, wenn die Schlangenlinie in die grobe Richtung Stress (dunkler und schwerer) geht. Es sind eben nicht alle wie ich. Und deshalb ging es einigen gut damit, wenn Sonne (ich will) und Mond (ich fühle) der Ausdehnungs-Bestrebung von Jupiter entgegenstanden. Es waren sozusagen gute Tage für alle, die sich nach den alten Energien sehnen.

Und ehrlich gesagt, habe ich anscheinend auch dazu gehört, denn sonst hatte es nicht so geknirscht. Mein arbeits-unwilliges Verdauungssystem hatte mir ein Anlass sein können, mich auf die kommende Lichtnahrung zu freuen. Stattdessen war ich so richtig zufrieden, dass ich gestern den Teller Pommes (wieder) gut vertragen habe.

Wenn du in einen Rosengarten gehst, blickst du dort auf die Rosen oder auf die Dornen?
(Jellaludin Rumi)

Nun, wir sind sozusagen alle im Rosengarten, und vielleicht bedeutet die neue Energie nur, auf die Rosen zu schauen, mich von der alten Energie des "auf die Dornen Schauens" zu lösen. Vielleicht ist das die ganze Verschiebung, die kleine innere Veränderung, die aus der großen Welt im Außen eine andere lichtere und leichtere macht.

Vielleicht lasse ich damit mein Bild von Jesus endlich von dem Leidenskreuz herunter, auf das ich es (mein Bild von Jesus) genagelt haben. Ich möchte mich nicht mehr an die Lehren der offiziellen christlichen Kirchen halten. Ich will mich nicht mehr ins Glück leiden, schon gar nicht, wenn es erst jenseits ist. Wieso ist dieser eine schreckliche Moment im erfüllten Leben Jesus zum Symbol für seine lebenslange Lehre von Licht und Liebe geworden? War das SEINE Absicht oder ist es das gewählte Instrument einer Institution, die vor nichts mehr Angst hat, als dass ihre Schäfchen DAS tun, was JESUS gelehrt hat?

"ICH BIN DER SOHN GOTTES UND IHR SEID ES AUCH!"

Und wenn Verdauungsstörungen dazu gehören, dann ist es eben so!




Aug-2008: VOM NABEL ZUM HERZCHAKRA

Vor ein paar Tagen, also nach dem 8.8.08, erhielt ich einen Text "WAS PASSIERT(e) Tatsächlich AM 8. AUGUST 2008, dem 8.8.8?". Es handelt sich um eine Übersetzung aus dem Spanischen von Barbara Uthemann (www.unixitron.org) vom 5./6.8.08 ohne Angabe der spanischen Originalquelle. Ich habe den Text überarbeitet und einige Veränderungen vorgenommen und auch [Ergänzungen, Kommentare] und Fußnoten hinzugefügt. Ihr könnt ihn euch auf meiner homepage ansehen (http://www.gesund-im-net.de/8-8-8.htm).

Was mich besonders am Text angesprochen hat, sind die Symptome im Herzbereich, die ich in den letzten Wochen bei mir und anderen beobachten konnte. Ich selber habe ein anatomisch gesundes und robustes Herz, das in letzter Zeit ganz unrobust "geflattert" hat. Ich hatte das zwar als Symptome der Veränderung eingeordnet, aber nicht den Mut aufgebracht, das auf andere Falle in meinem Umfeld zu übertragen.

Wie dem auch sei, in meinen Entgiftungstrainings seit Beginn des Jahres hatte ich bereits einen zunehmenden Bedarf an Unterstützung von Herz, Lunge und Kreislauf bemerkt und experimentiere deshalb mit Kräutermischungen für den Brustbereich (Herz, Kreislauf, Lunge). Wo früher eine Leberunterstützung mit Bitterstoffen gewesen wäre, ist heute oft eine Unterstützung von Herz und Kreislauf mehr angesagt. Ich habe das - wie so viele Veränderungen - zuerst gar nicht richtig wahrhaben wollen.

Die Chance, passive Hilfe von irgendeiner Seite bekommen zu können, d.h. meine Entscheidung auf eine Person oder Buch oder Theorie zu übertragen - sei es die Einnahme von verordneten Medikamenten, eine OP, eine Karriereentscheidung, eine Beziehungs- oder Erziehungsfrage, ... - geht immer mehr gegen Null. Im Klartext sieht das so aus:
Wie mein verstorbener Freund Edward zu mir zu sagen pflegte: "Gott wird niemals ein Problem an dich herantragen, das größer ist, als deine Kapazität, es zu lösen. Und falls er das doch einmal tun sollte, dann ist das SEIN Problem."

Kryon durch Lee Carroll sagt in Quanten Heilung (http://gesund-im-net.de/channeling/kryon2008vancouver.htm): Gesegnet ist derjenige, der dies als wahr erkennt, und davon gibt es viele. Die Wunder, von denen ihr in eurer spirituellen Geschichte gelesen habt, standen niemals in Frage. Die Krankheiten kamen niemals wieder. Der Grund? Die Wunder fanden genauso statt, wie die, die wir euch gerade beschrieben haben. Der Unterschied? Der Meister im Innern hat sie gewirkt, statt ein Meister im Außen.

Selbst wenn ihr das nicht mögt - so wie ich - dann ist es trotzdem so. "Ich habe die Hoffnung, dass..." ist leider nicht mehr gut genug, genauso wenig wie "ich werde es ernsthaft versuchen" oder "ich werde mir Mühe geben". Tue ich es oder tue ich es nicht?

Aus Quanten Heilung:
Reine Absicht ist die Antwort. Bewusstsein verändert die Wirklichkeit! Sie ist das Gold für Spirit, obwohl sie für euch unsichtbar ist. Ihr könnt reine Absicht nicht vortäuschen. Es ist die Absicht, wenn ihr auf euren Knien seid. Es ist die Absicht, wenn ihr Probleme habt. Es ist die Absicht, wenn ihr sagt: "Ich tue alles! Nur holt mich hier heraus." Das ist kraftvoll. Doch wisst folgendes: Ihr braucht für reine Absicht nicht in Problemen zu stecken. Ihr könnt reine Absicht mit eurem Herzen erzeugen, mit euren Emotionen, wenn ihr bereit seid, anzufangen und zu sagen: Ich bin jetzt bereit, und [ich] tue es.




Aug-2008: SELBST - ERMÄCHTIGUNG

Am Freitag, den 01.08 ich fühle mich schwer und trübe. Sobald ich beim Essen meine Kapazitätsgrenze unterschreite und faste, wird mein Bauch zur leeren Vakuumpackung und ich fühle mich müde und schlapp. Gebe ich aus der Klarheit meines Herzens heraus die freudige Erlaubnis, dass mein Verdauungssystem den Genuss und den Nährwert aus einer kleineren Portion von Essen zieht oder gehe ich auf die Angstwippe zwischen zu viel und zu wenig und erschaffe mir daraus ein Verdauungsproblem, das mir g.2008 war Neumond. Numerologisch gesehen ergibt das Datum eine 1 (1+8+2+8=19 =10 =1), einen Neuanfang. Ein Neuanfang heißt aber auch Verzicht oder Abschied von Altem.

Wenn vor ungefähr 20 Jahren jemand zu mir kam und um Hilfe bat, sagen wir ein Diabetiker, dann bekam ich nach ein paar Stunden Diabetes-Symptome wie häufiges Urinieren, trockenen Rachen trotz trinken, usw. Was ich damals tat, um einen Menschen zu verstehen, war, ihn oder sie "nachzumachen". Ich versetzte mich geistig und emotional so vollständig in die Person (ging derartig in Resonanz), dass ich sie sogar körperlich imitierte und als Konsequenz die entsprechenden Symptome bekam. Ich nahm so dieser Person damit manchmal einen Teil ihrer Probleme ab. Dank meiner Kenntnisse und Lebensführung konnte ich diese Probleme relativ schnell ausleben und dadurch wieder loswerden.

Bequem war das natürlich nicht und so entstand auch bald der Wunsch in mir, mich vor allzu heftigen Resonanzen zu "schützen". Ich merkte auch, dass es oft gar nichts half, ein Problem zu übernehmen oder mit zu leben. Mir auch nur für kurze Zeit den Schuh einer anderen Person anzuziehen, brachte mir zwar Verständnis für die Entstehung des Problems, trug aber zu seiner Lösung nichts bei.

Ich arbeitete damals als Yoga- und Meditationslehrer für eine spirituelle Organisation, die sehr hierarchisch aufgebaut ist. Die Orientierung ging nach "oben" und wenn ich mir bei einem "höheren" Bruder Rat holte, dann bekam ich ehrlich gemeinte Ratschläge. Ich bemerkte bald, dass diese Ratschläge meistens aus dem persönlichen Erfahrungsschatz des Betreffenden kamen und daher nur bedingt für mich gültig waren. Aus dieser Beobachtung wuchs der Verdacht, dass auch meine eigenen gut gemeinten Ratschläge begrenzte Gültigkeit für andere haben könnten. Der Verdacht bestätigte sich.

Ich saß in der Zwickmühle: Da kommt jemand zu mir und bittet mich um Rat. Wenn ich auf die Muster des Ratsuchenden eingehe, dann bekomme ich zum Teil dessen Probleme. Wenn er auf meine Ratschläge eingeht, dann bekommt diese Person zum Teil meine Probleme. Wenn die Lösung weder in der anderen Person noch in mir liegt, wo liegt sie dann? Wo kriege ich die nötige neutrale Information her?

Die Organisation hatte einen Gründer, einen Guru. Meine persönliche Begegnung mit ihm und meine daraus resultierenden Erlebnisse hatten dazu geführt, dass ich für diese Organisation arbeitete. Ich versuchte aus der Zwickmühle zu kommen, indem ich zu ergründen trachtete, welchen Rat denn mein Guru geben würde. Das führte zu einer Art Channeling - ich channelte, so gut ich konnte, meinen Guru. Damit war ich eine ganze Weile glücklich, die Ergebnisse waren zufrieden stellend. Dann verstarb er. Das war Anfang der neunziger Jahre.

In den darauf folgenden innerorganisatorischen Wirren und Machtkämpfen stellte sich heraus, dass ich zwar eine Verbindung oder Kanal zu meinem Guru gehabt hatte, so lange er lebte, aber dass ich diese Verbindung nicht auf Gott oder Guru ohne Körper übertragen konnte. Mein Kanal verlor an Klarheit, mein missionarischer Eifer mit dem damit verbundenen Dogmatismus wuchs. Da ich meine Loyalität und Autoritatshörigkeit aus Gewissensgründen nicht vom (perfekten) Guru auf die (nicht perfekte) Organisation übertragen konnte, materialisierte ich 1999, im Jahr der Neun, unbewusst einen spektakulären Abgang. Auf christliche Verhältnisse übertragen, brannte ich als Priester mit der Frau des Küsters durch.

Natürlich ging davon meine Zwickmühle nicht weg. Wenn mich jemand um Rat fragt, wo kriege ich die neutrale Info zur Lösung des Problems her? Nicht von außen (vom Gegenüber), nicht von Innen (von mir). Frei von den dogmatischen Einschränkungen der Yoga-Organisation machte ich Bekanntschaften mit vielen guten Methoden: Hilfe zur Selbsthilfe wurde mein Motto, denn ich hatte gelernt, dass eine Lösung nur im UND zu finden ist: du UND ich.

Ich verstand zwar nicht warum, doch alle Erfahrungen meines bunten Lebens hatten gezeigt, dass persönliche Begegnungen irgendwie das Potential haben, Dinge zu verändern. Immer wenn ich anderen Menschen auf Augenhöhe begegnete und begegne, dann haben wir uns gegenseitig irgendwie ermächtigt. Das ist jetzt so lapidar in einem Satz gesagt, den ich vor ein paar Monaten noch nicht hatte formulieren können. Wozu haben wir uns gegenseitig ermächtigt?

Für mich selbst kann ich sagen, dass all diese Begegnungen auf Augenhöhe mich dazu bringen, Gott in mir anzuerkennen, zunehmend selbstverantwortlich zu werden und mich weder kleiner noch größer zu machen, als ich bin. Indem ich anschaue, akzeptiere und feiere, wie Gott mich gemeint hat, kann ich auch anschauen, akzeptieren und feiern, wie Gott andere gemeint hat. Und dafür möchte ich danken, dir UND mir.

In der schrittweisen gegenseitigen Ermächtigung beginne ich zu merken, wie sehr ich mit anderen verbunden bin, wie viel von MIR nicht ICH sondern WIR ist. Ich kriege zwar keine körperlichen Diabetes-Symptome mehr, wenn ich einem Diabetiker auf Augenhöhe begegne, aber auf einer Ebene, die ich jetzt wahrnehme, ist er ein Teil von mir und ich bin ein Teil von ihm. Ist das jetzt unangenehm? Manchmal ist es unbequem, manchmal tut es weh und manchmal ist es total angenehm.

Das Zeitalter der Telepathie hat schon so seine Herausforderungen. Wir sitzen wirklich alle im gleichen Boot, und jetzt ist das nicht mehr nur eine kosmologische Theorie, sondern wird zu einer bewusstseins-pflichtigen Erfahrung meiner Gefühle und meines Geistes. Will ich dazu nun AUA sagen oder lieber HURRA?

Mein Kurzzeitgedächtnis hat immer wieder Aussetzer. Dinge, die ich zuvor als wichtig empfunden habe, entfallen mir. Sie stellen sich dann im weiteren Verlauf meines Lebens meist als unwichtig heraus. Gebe ich nun aus der Klarheit meines Herzens heraus die freudige Erlaubnis, dass sich mein Gehirn samt Gedächtnis in Anpassung an die verändernde Materie gemäß der Weisheit meiner eigenen DNS umstrukturiert, oder gehe ich in die Angst und erschaffe aus diesem Potential eine Demenz?

Zurzeit wird bei vielen das Kurzzeitgedächtnis renoviert. Alte, nicht genutzte Inhalte werden gelöscht. Was lasse ich in diese Leere ein? Mit welchen Inhalten fülle ich die frei gewordenen Kapazitäten auf? Natürlich kann ich irgendwelche alten Muster aktivieren. Ich kann sogar das Gelöschte wieder installieren. Vielleicht wäre es aber sinnvoll, die freien Kapazitäten frei zu lassen. Was nützt mir ein verstopfter Arbeitsspeicher, egal wie groß er ist? Wozu dann den Arbeitsspeicher vergrößern? Nur um ihn mit erhöhten Mengen nicht genutzter Daten zu verstopfen? Das gehört doch alles auf die Festplatte oder besser noch auf die externe Festplatte (Akasha).

Telepathie (WirelessLAN) gibt uns im Netzwerk (www = world-wide-web) schnellen Zugang zu unbegrenzten Informationen. Wozu sie noch in mir festhalten, wenn ich sie nach Bedarf abrufen kann? Es wäre doch viel interessanter, die Möglichkeiten dieser neuen Werkzeuge vollständig auszuloten - der NEUANFANG?


Falls dir ein wenig Geduld geblieben ist wissen wir was zu tun ist.

Falls du Schlaf liebst werden wir dich herausreissen.

Falls du dich in einen Berg verwandelst werden wir dich abschmelzen.

Falls du zum Ozean werden solltest werden wir dich ausleeren.

Jelal'uddin Rumi(1207-1273)





Aug-2008: RUMPELSTILZCHEN

In den letzten beiden Wochen habe ich eine kleine Rundreise gemacht, und zwar im Außen wie im Innen - echt spannend. Anfangs kam ich oft mit dem Thema RUMPELSTILZCHEN in Berührung. Oberflächlich betrachtet ist ein Rumpelstilzchen jemand, der aggressiv (Wutausbrüche, Eifersuchtsszenen, etc.) herum-rumpelt, um damit die Aufmerksamkeit an sich zu binden. Mir sind ein paar krasse Falle begegnet, die mir schließlich die Augen dahingehend öffneten, dass ich selber ein kleines Rumpelstilzchen zuhause habe. Da kommt dann natürlich sofort die Frage nach der Eigenbeteiligung.

In dem bekannten Märchen verschafft sich die Prinzessin (also in diesem Fall ich) einen Informationsvorteil und nutzt ihn schamlos aus. Rumpelstilzchen lebt in der Annahme, sein Name sei geheim. Rumpelstilzchen kann anderen Wünsche erfüllen und stellt die Bedingung, dafür geheiratet zu werden, es sei denn, der Mensch mit dem erfüllten Wunsch kann seinen Namen (inneres Wesen?) erraten. Obwohl (oder weil?) Rumpelstilzchen die echt wunderbare Fähigkeit hat, anderen jeden beliebigen Wunsch zu erfüllen, ist Rumpelstilzchen in puncto Heirat von außen gesehen echt unattraktiv.

Das klingt alles nach dem faulen Kompromiss der durchschnittlichen Vernunftehe, wo der Grund der Heirat nicht die inneren Werte (Wünsche erfüllen können) sind, sondern die Mitgift (der erfüllte materielle Wunsch), und wo in diesem faulen Handel der Nutznießer (die Prinzessin) zwar "A" sagt (den Vorteil einheimst), aber sich um das "B" (die Konsequenzen) herumdrücken möchte. Im Irrglauben der selbstgemachten nicht-Attraktivität (mangelnden Selbstwert) bei gleichzeitigem im geheimen übersteigertem Selbstbewusstsein ('ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß') biedert sich Rumpelstilzchen unter Wert jedem an, der aus einer äußeren Notlage heraus auf seine Hilfe angewiesen ist. Sehr klärungsbedürftig - erinnert mich an den Froschkönig mit seinem Angebot, fremder Leute Kugel aus dem Brunnen zu holen. Kenn' ich auch gut.

Wie dem auch sei, das ganze kann ich auch wesentlich weniger kompliziert angehen. Meine Mutter hat mich mit Aufmerksamkeit überversorgt. Nach ihrer Heirat aus einer neunköpfigen dörflichen Familie heraus in die Zweisamkeit einer städtischen Mietwohnung war sie wohl kurz vor dem Durchdrehen, als ihre erste Tochter, meine altere Schwester, tot geboren wurde. Der Arzt muss meinen Vater zur Seite genommen und gesagt haben: "Machen sie sie sofort wieder schwanger, sonst wird sie noch verrückt." Ein wenig später als neun Monate danach kam ich. Ich habe seitdem AÜS - Aufmerksamkeits-Überschuss-Syndrom.

Meine Partnerin hat eher ADS - Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom. In ihrem Falle heißt das nicht, dass sie chronisch unaufmerksam ist. Die meisten Kinder mit dieser Diagnose sind übrigens eher zu Tode gelangweilt und entziehen zum Selbstschutz entweder ihre Aufmerksamkeit ganz bewusst, oder sie lehnen sich gegen den aufgezwungenen Blödsinn mit ihrer ganzen Starke auf. Nein, im Falle meiner Partnerin bekam sie als Kind zu wenig Aufmerksamkeit und hat daher ein echtes Defizit. Während ich vor zu viel ungewünschter Aufmerksamkeit davonlaufe (Prinzessin), wünscht sie sich viel mehr davon und tut alles Mögliche, um diese zu erlangen (Rumpelstilzchen). Und wehe, es lacht jetzt jemand!

Am Bodensee, wie in München und in Berlin ging es dann auch um den Ausgleich von männlichen und weiblichen Energien. In München hatte ich das gute Glück, am www.Maria-Magdalena-Kongress.de/ teilnehmen zu können, und am Bodensee und in Berlin durfte ich für Celia Fenn (http://www.starchildglobal.com/) - sie channelt Erzengel Michael - übersetzen.

Irgendwann ist mir dabei aufgefallen, dass ich eine Art männliche Eman(n)ze gewesen bin. Wo die weiblichen Emanzen versucht haben, sich finanziell und materiell unabhängig zu machen, habe ich versucht, mich emotional unabhängig zu machen. Meine bisher einzige Strategie dabei war weglaufen, sobald die emotionale Erpressung einsetzte.

Damit habe ich bei meiner Mutter angefangen und Amerika war gerade so weit genug weg. Sie brachte sich dann neun Monate nach meinem "Auswandern" um, und als ich zur Beerdigung aus Amerika anreiste, war mein Zimmer - meine Eltern waren inzwischen umgezogen (!) - so gut es ging genauso, wie ich es zurück gelassen hatte. Das gefiel mir gar nicht und doch habe ich ein paar Monate (gezwungenermaßen) darin bis zum Tode meines Vaters gelebt. Ihr seht, bei uns hat es auch ganz schön gerumpelt, obwohl fast nie "böse Worte gefallen sind". Wir waren eine alles-unter-den-Teppich-kehren Familie und es hat noch eine ganze Reihe von Jahren gedauert, bis meine Schwester und ich den Gedanken auszusprechen wagten, dass im Selbstmord unserer Mutter ein Element der Rache gewesen sein könnte.

Sie hatte sich schließlich umgebracht, als ihr klar wurde, dass mein Vater an Krebs sterben würde. Sie entschied sich nicht dafür, ihn liebevoll und selbstaufopfernd bis zum Tod zu pflegen, sondern ihn dann zu verlassen, als er sie von außen gesehen am meisten brauchte. Jedenfalls sah es von außen gesehen ein bisschen danach aus. Oder ist auch meine Mutter nur vor emotionaler Erpressung davon gelaufen? Hatte sie vielleicht ab und zu rumpeln sollen?

Ich habe mich nach einigem weiteren Weglaufen erst mal für das Zölibat entschieden - eine sehr raffinierte Form des Weglaufens. Interessanterweise habe ich mich auch dort wieder zum Opfer emotionaler Erpressung machen lassen und lief wieder weg, diesmal mit einer Frau, meiner damals zukünftigen und jetzt ex-Frau. Auch sie versuchte, mich emotional zu erpressen, und darauf kannte ich nur eine Antwort - erraten. So was nennt man ein Muster.

Als ich aus der nächsten Beziehung herauskatapultiert wurde, riet mir ein immer noch guter Freund, doch vorher noch mal so richtig auf die Pauke zu hauen und mich mit einem Riesenkrach zu verabschieden. Ich konnte mich für diese Idee nicht begeistern, doch meine damals-noch-Partnerin hatte die Idee wohl telepathisch aufgegriffen. Auf jeden Fall haute sie nochmal ordentlich auf die Pauke - ich kann es heute noch krachen hören. War das vielleicht ihre Reaktion auf meinen emotionalen Erpressungsversuch?

Das nächste Mal ging ich, als mir meine Partnerin riet, ich solle mich in Therapie begeben. Auf die Frage, ob sie mitkäme, sagte sie nein, denn ich hatte ein Problem und nicht sie, und ich solle das gefälligst allein lösen. Ich streichelte die Pauke und sagte, dass ich unter diesen Umständen ausziehen würde, was ich dann auch klangarm tat.

Zwei Jahre später wollte ich mit meiner nächsten Partnerin zusammenziehen. Ich hatte gerade meine sämtlichen Rücklagen auf Reisen mit ihr aufgebraucht - sie zahlte wohlgemerkt für sich selbst und verdient vermutlich immer noch erheblich mehr als ich - und wir wollten eine gemeinsame Wohnung von einer Größe mieten, die mein finanzielles Selbstvertrauen erheblich überstieg. In einem "zufälligen" Telefongespräch mit einem mir gut bekannten Medium fragte das Medium mich, wie es mir ginge. "Gut," sagte ich, "es geht mir gut." Darauf sie: "Nein, das stimmt nicht, du hast die Hosen gestrichen voll."

Nach dem Auflegen schaute ich in mich hinein: Die Hosen waren randvoll. Ich weiß nicht mehr, welche fadenscheinigen Begründungen ich vorschob, statt meine Hosen herunterzulassen und mich zu der zweifellos unansehnlichen Farbe zu bekennen. Auf jeden Fall war es das Ende, und zum ersten Mal wurde mir klar, dass ich vor mir selber weggelaufen war. Ich nahm mir vor, das nächste Mal nicht wieder davonzulaufen, weder vor mir selber noch vor jemand anderem.

Das ist mir dann auch gelungen und ich habe zu meiner nächsten ex-Partnerin immer noch blindes Vertrauen. Das ist nur ein kleiner Fortschritt, zugegeben, aber ich arbeite daran, sehend Vertrauen zu haben. Ich kann mich darüber freuen, wenn es ihr auch ohne mich gut geht. Bei ihr sieht man das, sie verjüngt sich. Und jetzt lass' ich es mir ganz gemütlich in die Nase regnen, wenn ich sage, dass ich daran beteiligt (gewesen) bin. Und mein (inneres) Teufelchen fragt: "Hej, wie sieht es denn eigentlich mit deiner eigenen Verjüngung aus?"

In München hat mir jemand vom Beziehungsmodell der Delphine erzählt. Sie leben in festen Gruppen (Familien) von zwei Tieren bis zu etwa dreißig zusammen. Die Zusammensetzung der Familien variiert von zwei Grauen über zwei Männer mit und ohne Kinder über Rudel gleichgeschlechtlicher Erwachsener zu Mischgruppen aller Zusammensetzungen. Die Strukturen innerhalb dieser Familien sind fest. Trifft eine Familie eine andere, dann gelten temporär diese festen Bindungen nicht mehr und die Delphine tummeln sich nach Belieben (es sind eben TÜmmler) ähnlich wie im Carneval von Rio, mit und ohne Sex. Nach dieser Zeit des Spielens trennen sich die Familien wieder und leben in den gewohnten "festen" familiären Bindungen. Kein ENTWEDER-ODER, sondern ein UND.

Ich bin selbst kein Kommunarde, sondern ein sequentieller Monogamist. Doch wenn ich mir anschaue, was beim Magdalena-Kongress und bei Celia Fenn gelaufen ist, dann kann ich nur sagen, verschiedene Familien haben sich getroffen und WILD DURCHEINANDER miteinander gespielt. Das verlief, soweit mir bekannt ist, ohne Sex, doch war es meistens im höchsten Grade intim, ungleich intimer als viele meiner vergangenen sexuellen Begegnungen. Und wo ist da bitteschön die Grenze zur Erotik?

Persönlich habe ich Energiearbeit schon immer auch als energetischen Gruppensex gesehen, und das im positiven Sinne. Was kann denn noch intimer sein, als Telepathie? Auf der geistigen Ebene verschmelzen wir zu Gruppenwesen viel vollständiger, als die temporären körperlichen Verschmelzungsversuche es zulassen. Na ja, und wenn die Seele wirklich eins ist, wenn yin und yang wirklich zum Tao werden, wie isses da mit der Erotik? Ausgeklammert? Ehrlich? Wie kriegst du das hin?


In der Nacht sinken wir mit solcher Anmut ineinander.

Wenn es hell ist, wirfst du mich zurück, wie du es mit deinem Haar tust.

Deine Augen sind dann trunken mit Gott, meine schauen dich an:

Ein Trunkenbold passt auf den anderen auf.

(Jellaluddin Rumi)





Sep-2008: TRAUMHAFTES FAMILIENSTELLEN

Am Sonntag war ich bei einer Art Familienstellen. Als der Steller fragte, wer von uns glaube, dass er ein Vater-Thema habe, fühlte ich keine Resonanz. "Georg, warum ist dein Arm nicht oben?" fragte er einen Moment später. "Weil ich glaube, kein Vater-Thema zu haben!" antwortete ich. Später betonte meine auch anwesende Partnerin mehrfach, dass auch sie das Gefühl gehabt habe, dass ich meinen Arm hatte heben sollen.

Ich habe gelernt, der Intuition der Menschen zu vertrauen, die mich umgeben. Trotzdem traue ich meinem eigenen Gefühl mehr als jeder Information, die von außen kommt. Mein Herz schlagt regelmäßig weiter, wenn ich an meinen Vater denke, kein Hüpfer, kein Aussetzer, keine Schmetterlinge im Bauch, sondern nur das Gefühl, das ich hatte, als er mich vor einigen Wochen im Traum besuchte:

Ich saß gerade mit zwei Freunden in einem Café und war in ein tiefsinniges Gespräch vertieft - am Tag zuvor war ich tatsächlich mit diesen Freunden im Café gewesen - da kam er zur Tür herein, zusammen mit meiner Mutter und meiner totgeborenen älteren Schwester Barbara. Meine lebende Schwester fehlte. Ich war ein bisschen irritiert, denn ich wollte mein tiefsinniges Gespräch nicht unterbrechen, doch er sah so verdammt gut aus.

Sie strahlten alle drei ein zufriedenes und harmonisches Familiengefühl aus. Ich konnte die Gesichter und Gestalten von meiner Mutter und meiner Schwester nur in Umrissen erkennen. Doch meinen Vater sah ich deutlich, jede Stoppel seines nachlässig rasierten Gesichtes (etwas völlig untypisches), den kleinen Wohlstandsbauch und andere ganz leichte, gleichmäßig verteilte Polster, die seine satte Zufriedenheit körperlich ausdrückten. Er lächelte herzlich im Bewusstsein der Wirkung ihrer harmonischen Gemeinschaft, an der er mich teilnehmen lassen oder sie mir zumindest zeigen wollte. Er strahlte noch mehr, als er spürte, dass ich die Gefühle mitempfand. Im täglichen Alltag des gemeinsamen Familienlebens war es oft anders gewesen.

So sehr, wie ich mich gerade noch gestört gefühlt hatte, so gerne stand ich jetzt auf und ging auf die drei zu. Mein Vater und ich umarmten uns so herzlich, wie wir es im "richtigen" Leben niemals getan hatten. Von seinem Herzen ging ein stetiges Gefühl mit dem leichten Druck eines wärmenden Windes aus. Ich fühlte mich im vollständigen Frieden mit ihm und wir genossen die Umarmung sehr. Dann verblasste er in die ätherische Form, die meine Mutter und Schwester die ganze Zeit beibehalten hatten. Das Gefühl blieb. Wir grüßten uns schweigend und doch so kommunikativ. Dann ging jeder, er zusammen mit meiner Mutter und meiner Schwester, seiner Wege ohne das kleinste Gefühl von Trennung oder Abschied.

Das Gefühl aus diesem Traum lebt in mir und deswegen bin ich nach wie vor der Meinung, dass ich kein (klärungsbedürftiges) Thema mit meinem Vater habe. Gestern Abend in der Badewanne wurde es dann nochmals zum Gesprächsstoff und ich machte mir Gedanken, was die beiden - meine Partnerin und der Steller - wohl wahrgenommen haben mögen, denn beide sind mir gegenüber wohlwollend und ich traue ihrer Intuition. Und auf einmal klickte es. Ich habe zwar, wie ich glaube, kein Thema mit meinem Vater, aber ich habe definitiv ein Thema mit meinem (ex-)Guru. Wenn ich an ihn denke, dann schlagt mein Herz unregelmäßig und Schmetterlinge sind auch im Bauch. Ich drückte das gegenüber meiner Partnerin klar aus.

Ziemlich früh heute Morgen wurde ich wach und die Energie begann sich zu verschieben. Mein Atemrhythmus änderte sich, ich spürte den leichten wohlbekannten Druck auf der Oberfläche des ganzen Körpers und machte mich so durchlässig wie möglich. Nach einer Weile begannen verschiedene mit Gefühlen verknüpfte Erinnerungen an mir vorbeizuziehen. Ich erinnerte mich an die Verbrennung des Körpers meines Gurus, die würdevolle Atmosphäre und die über uns grüßend im Kreis fliegenden Schwärme wilder Vogel. Ich erinnerte mich daran, wie meine Augen zum ersten Mal auf meinen Guru fielen, wie meine Schädeldecke sich ruckartig einen halben Meter nach oben und zur Seite zu erweitern schien, wie meine Sicht mit einem Gefühl milchglasig wurde, dessen Genuss kein Orgasmus erreicht. Und ich erinnere mich an die telepathische Verbindung zwischen ihm und mir.

Ich erinnerte mich an den Schwur, den ich anlässlich meiner Initiation zum zÖlibataren Wandermönch leistete, nicht den offiziellen, sondern den, den ich still und heimlich in meinem Innern getragen hatte, und den er, meine Gedanken lesend, mich während der Zeremonie laut auszusprechen hieß. Der Schwur ist in bengalischer Sprache und lautet übersetzt etwa: Ich werde immer mit meinem Guru verbunden bleiben - er ist ewig, wahr und er ist die Quintessenz.

Ich erinnerte mich daran, wie ich ihn während einer anderen Initiation berührte. Meine Hand sollte während des Rituals auf seinem Oberschenkel liegen, aber ich verlor teilweise die Kontrolle und mein Griff wurde so fest, dass es ihn schmerzte und zwei Mönche meine Hand mit Gewalt lösen mussten. Ich erinnerte mich daran, wie er mir so nah war und doch nicht möchte, dass ich ihn berühre. In meiner Vorstellung lag es daran, dass ihm meine körperliche Nähe eine Art Schmerz oder Unbehagen bereitete, ein bisschen wie ein Kleinkind, das mit voller und tropfender Windel über die Dokumente auf dem Schreibtisch seines Vater kriecht. Ich fühlte mich definitiv nicht ebenbürtig. Und trotzdem forderte ich seine bedingungslose Liebe. Ich wünschte es mir so sehr und wünsche es mir auch heute noch, dass er mich mit meiner tropfenden Windel liebt und über den Tisch kriechen lasst.

Als er starb, verfiel die Organisation sofort in Machtkämpfe um die Nachfolge. Solange er gelebt hatte, war alles in einer durch ihn geschützten Atmosphäre geschehen, aber dann wurde der Umgang innerhalb der Hierarchie so herzlos, wie ich es mir in einem totalitären System vorstelle. Die Ideologie, der Guru (Führer), geht über alles. Da er nicht mehr körperlich anwesend sein konnte, suchten wir den Halt in seinen schriftlich festgehaltenen Worten. Doch geschriebene Worte bleiben tot, wenn sie nicht vom lebenden Geist beseelt werden. Ich bemühte mich, meine Worte mit seinem Geist zu beseelen, indem ich mir vorstellte, was er wohl in einer Situation sagen würde. Das resultierte in eine Art Channeling, besonders, wenn ich im Rahmen einer Gruppenmeditation einen spirituellen Vortrag hielt.

Unter uns Mönchen wurde der organisatorische Rang immer bedeutsamer. Inwieweit einer von uns im Geist des Gurus und seiner Ideologie handelte, wurde immer unwichtiger. So wie ich Jesus damals als Jugendlicher für die Kirche verantwortlich machte, so machte ich jetzt meinen Guru für die Entgleisungen der von ihm ins Leben gerufenen Organisation verantwortlich. Viele Jahre später in diesem fortschreitenden Prozess widerrief ich eines Tages meinen Schwur. Ich trennte mich von meinem Guru, der sich in einer der darauf folgenden Nächte im Traum von mir mit einem kurzen Nicken abwandte und langsam mit Hilfe seines Spazierstockes in die untergehende Sonne lief.

Da war also mein "Vater"-Thema: der unerfüllte Wunsch, dem großen Vorbild ebenbürtig zu werden, von ihm als Seinesgleichen akzeptiert zu werden, so sehr zu "wachsen", dass ich ihm von Mensch zu Mensch in die Augen schauen kann. "Warum schaust du mir nicht in die Augen?", hat er mich heute Nacht gefragt, von Höherem Selbst zu Höherem Selbst, von göttlichem Anteil zu göttlichem Anteil. Du bist ewig (Seele) und du bist vergänglich (Körper), du bist wahr und du bist die Summe deine Illusionen (Selbstlügen), du bist die Quintessenz und du bist die Nebensächlichkeiten. Alles in einem, perfekt und freiwillig (!!!) mit dem biologischen Leben behaftet.

Ich habe meinen Schwur erneuert, ihn entsprechend meinem jetzigen Verständnis leicht abgewandelt: Ich werde immer mit meinem göttlichen Anteil verbunden bleiben - wir sind ewig, wir sind wahr und wir sind die Quintessenz.




Sep-2008: BIN ICH EINE GEFÜHLS- & KONFLIKT- KLÄRANLAGE ?

Die Energien sind mal wieder besonders bunt oder beschleunigen unsere Veränderungen besonders stark. Da ist es mir wichtig, nochmals etwas zur physiologischen Seite zu sagen, insbesondere, weil Kryon im Juli diesen Jahres angekündigt hat, dass die Veränderungen im Erdmagnetfeld in Form von sinkenden Gausszahlen (die Maßeinheit für elektromagnetischen Feldstärke) messbar werden. (siehe Kryon durch Lee Carroll in Aktuelle Ereignisse vom 12. Juli 2008, http://gesund-im-net.de/channeling/kryon2008ashville.htm#1)

Ich stelle mir die Auswirkung der abnehmenden Erdmagnetfeldstarke auf unsere Nervenfunktionen so vor, wie eine Verringerung der Schwerkraft auf die Muskeln: Astronauten können auf dem Mond wegen der geringeren Schwerkraft aus dem Stand viele Meter weit springen. Auf ähnliche Weise können sich Elektronen bei geringerer elektromagnetischer Feldstärke schneller bewegen. Elektronen übertragen die Info in unseren Nerven. Und darum werden wir empfindsamer.

Natürlich hat das nicht nur "positive" Auswirkungen wie die erhöhte Wirksamkeit von elektromagnetischen Resonanztherapien. Auch die steigende Elektrosensibilität vieler Menschen findet so eine neue Erklärung. Die exponentiell steigenden Zahlen Elektrosensibler ist nicht nur auf die ständige Zunahme der von uns produzierten Strahlungsquellen zurückzuführen, sondern wir reagieren auch anders auf elektromagnetische Einflüsse, als wir es bisher getan haben. Denn unsere Nervenempfindungen sind auf das Erdmagnetfeld als "Null-Linie" geeicht. Da sich diese Null-Linie verändert, verändern sich unsere Empfindungen. Erst wenn das sich veränderte Erdmagnetfeld sich erneut stabilisiert, wird es unseren Nerven möglich sein, sich auf die neue Eichmarke einzustellen.

Bis dahin haben wir nicht nur mit unserer steigenden Empfindsamkeit zu tun, sondern auch mit dem Umstand, dass sich unsere Nerven auf die ständigen kleinen Verschiebungen des Erdmagnetfeldes praktisch jeden Tag neu einstellen müssen. Es gibt zurzeit keine gültige Eichmarke und als Resultat können die Nerven je nach Individuum, Tagesform und elektromagnetischer Einflüsse sehr, sehr unterschiedlich funktionieren. Viele spüren das als erhöhtes Konfliktpotential. Je unterschiedlicher die Menschen nervlich funktionieren, desto höher die Möglichkeit von Missverständnis und Disharmonie. Die andere Seite der Münze ist aber auch ein erhöhtes Toleranzpotential, denn wenn ich es merke und es mir zugestehe, dass in mir selbst eine große Variationsbreite in der Funktion der Nerven herrscht, dann gestehe ich es anderen auch zu.

Nach wie vor bleibt eine grundsätzliche Frage zu beantworten: Wenn du in einen Rosengarten gehst, schaust du auf die Dornen oder auf die Blüten? (Jellaluddin Rumi) - Ich würde ein UND empfehlen. Ich schaue auf die Dornen UND auf die Rosen.




Okt-2008: DIE UFOs SIND NICHT GELANDET

Das Landungsthema war ja ganz schön aufgeblasen. Jetzt ist wohl ein bisschen die Luft raus. Meine Meinung ist: sie sind garantiert gelandet. Nur ist das gar nicht mal so wichtig. Denn wenn sie sich allen zeigen würden, hielte das die meisten von uns, mich eingeschlossen, von den nächsten Entwicklungsschritten in die erweiterte Selbstständigkeit ab:

"Haltet euren spirituellen Focus fern von allen sensationellen Informationen bezüglich UFOs, ETs, Kometen und außerirdischen Besuchen. "Was?" mögt ihr fragen. "Willst du uns sagen, dass all diese Dinge nicht existieren?" überhaupt nicht! Ich sage nur, dass sie nicht in euer Herz gehören! Kryon hat Botschaften bezüglich ETs sogar in den Vereinten Nationen übermittelt, nicht nur einmal, sondern zweimal! Deshalb glaube ich, dass sie existieren. Aber der Rat lautet, sie nicht anzubeten, und wenn man die ganze Zeit berücksichtigt, die New Age Berater auf dieses Thema verwenden, dann kommen viele New Age Leute ziemlich dicht an Anbetung! Studiert dieses Thema so viel ihr wollt, dann schlagt die Seite um und kehrt zu eurer wirklichen Suche zurück - wie ihr die Liebe Gottes in einem Ausmaß in eurem Leben erzeugen könnt, dass ihr eure Wirklichkeit mit-erschaffen könnt, seid im Frieden mit euch und eurer Umwelt und fangt an, den Planeten aus diesem Grund zu verändern." (aus KRYON Buch 6, von Lee Carroll)

Und in Evolution der Menschheit, am 26. September 2008 in Loveland, Colorado, sagt KRYON durch Lee Carroll:

Was wäre, wenn ich euch sagen würde, dass dieser Planet der Freien Wahl nur einer [von vielen] in einer Reihe ist? Sie erscheinen einer nach dem anderen, und sie sind sehr linear. Und der letzte, der erschien, war in den Sieben Schwestern (der Sternencluster Plejaden). Dieser letzte befruchtete den hier, damit ihr ein Stück von Gott im Innern habt. Das erschuf einen "spirituellen Menschen", der sich zu der damaligen Zeit von allen ändern auf dem Planeten unterschied. Der Zeitrahmen liegt mehr als 50.000 Jahre zurück, und in ihm entwickelten sich mindestens 17 Arten von Menschen simultan. Der plejadische Besuch hat sie alle gestoppt, und nur eine Art Menschen überlebte... etwas gegenläufig Intuitives zum evolutionären Prozess aller anderen Tierarten auf dem Planeten. Es war beabsichtigt, gesegnet und angemessen. Ihr seid die einzige Spezies auf dem ganzen Planeten, von der es nur eine Art gibt.

"Oh Mann, Kryon spricht von ETs!" Tut er das? Oder spricht er nicht eher von Familie? Ich möchte euch etwas sagen, was ich schon zuvor gesagt habe: Der Tag wird kommen, an dem euch die Plejadier erneut besuchen. Und wenn sie aus ihren Transportmitteln steigen, dann werden sie genau wie ihr aussehen! Oh, sie können ein bisschen größer sein, aber sie sehen genau wie ihr aus... Standard-Humanoid. Wenn das geschieht, dann werdet ihr es wissen. Es wird alles entmystifizieren.

Ich werde euch noch etwas anderes sagen. Sie werden nicht so bald ankommen. Sie waren überhaupt nicht angekommen, wenn nicht 1987 geschehen wäre, wo ihr gewählt habt, die spirituelle Entwicklung der menschlichen Rasse weiterzuführen. Es hat solange gedauert. Es ist langsam, versteht ihr? (...)

Lasst euch nicht von dem beunruhigen, was im nächsten Monat geschieht. Hört mir zu: Geht im Oktober nicht in die Angst. Denn das Potential, das ihr spürt, mag sich manifestieren oder auch nicht. Ich werde nicht mehr dazu sagen.

Kommentar von Lee Carroll:
"Im September 2008 gechannelt, repräsentiert dies nur ein Potential. Kryon sagt uns manchmal, das etwas im Busch ist, was sich eventuell manifestiert oder auch nicht. Hoffentlich werdet ihr zum Zeitpunkt, wo ihr das lest, mehr verstehen. Wir sind sehr kraftvoll und können das Gewebe der Wirklichkeit verändern. Solche Dinge werden uns oft gegeben, um uns zu starken, niemals, um uns Ängste zu bringen."


Die Finanzkrise ist ja jetzt schon ein paar Wochen alt und viele haben sich vielleicht auf die Hoffnung gestützt, dass die ETs landen und unsere Wirtschaftssystem "presto" mit intergalaktischen Goldreserven sanieren. Wir haben versucht, den lieben Gott im Himmel dazu zu missbrauchen, und jetzt tun wir es mit den höher entwickelten Außerirdischen. Doch höher entwickelte Hoffnungsträger sind nicht dazu da, uns unsere Angst zu nehmen. Sie sind ein Beispiel für das, was erreicht werden kann, wenn ich mich in Krisensituationen meiner Angst NICHT ergebe.

Genau, wie der liebe Gott sich auf dieser Basis niemals hat zeigen können, werden sich auch höher entwickelte Außerirdische hüten, unsere Evolution durch solch contra-produktive Illusions-Erfüllungen zu bremsen. Der Gott im Innern wird in dem Maße zugänglich, wie ich die Angst vor meinen (selbst geschaffenen) Problemen in Mut zur lösenden Handlung umwandele. Auch die Plejadier werden sich erst zeigen, wenn es Zeit ist, Beifall zu klatschen und zu gratulieren. Sie werden weder gestatten, dass wir ihnen den Kredit für unseren Erfolg in die Schuhe schieben, noch die Verantwortung für unseren Misserfolg.


Kein Intellektueller bestreitet dass du bist,

doch nicht einer gibt sich dem vollständig hin.

Es gibt keinen einzigen Ort an dem du nicht bist

und trotzdem keinen Ort an dem du gesehen wirst.

(Jellaluddin Rumi)





Okt-2008: äRR-WIEN DER REGENWURM

Heute eine Geschichte über den steigenden Evolutionsdruck, die Geschichte von ärr-wien, dem Regenwurm. Als Markenzeichen seiner sehr ortsgebundenen Denkweise habe ich ihm einen Akzent gegeben. ärr-wiens Lokalpatriotismus hat weder einen politischen Hintergrund noch einen ideologischen. Er ist einfach so aus seiner Lebensweise entstanden.

ärr-wien spricht also mit laischt säxschem Aggsent und weil er in Oberbayern lebt, und davor in der Pfalz gelebt hat, gommd'er manschmahl mit'n Dialeggden durrschenandr.


Eines Tages, ärr-wien hat gerade den Müll vor sein Regenwurmloch gebracht, erstrahlt die Sonne in besonders hellem und angenehm warmem Licht. ärr-wien blinzelt geblendet und irritiert mit den Augen.

ärr-wien:
Wassn das? De gannst doch nisch einfach so viel Lischd machn!

Sonne:
Aber ich kann doch gar nicht anders! Gefallt es dir denn nicht?

ärr-wien:
Nu ja, isch muss ja zugebn, dasses ganz angenahm warrm is, abber des viele Lischd schtört mich scho gewaldisch. Gugg disch bloos um! De viele Löscher, dr ganse Dregg, de Spinnwehbe.

Sonne:
Ja, war das alles nicht vorher auch schon da?

ärr-wien:
Doch, freilisch warn di schon vorrhär da, abber isch habs nisch gesähn. Nu fallded so rischtisch uff. Isch kann übberhaubt nisch hinnschaun, s'dud mr rischtisch weh.

Sonne:
Warum fängst du nicht an, aufzuräumen und es so zu gestalten, wie du es gern hattest?

ärr-wien:
Isch? Wie gommstn uff misch? Dahführ is doch de Regierung zuhständsch! Wo gomm'er 'n da hinn, wenn jedr alles selbr machn würrde?

Sonne:
Es würde dann um dich herum schöner aussehen und gemütlicher sein.

ärr-wien:
Isch habb abber keen Bogg und ausserdehm habb'sch nisch um mähr Lischd gebetn, oddr seh'sch des falsch?

Sonne:
Nein, das siehst du völlig richtig. Doch Frau Gaia hat um mehr Licht gebeten. Und das stelle ich jetzt zu.

ärr-wien:
Wer is'n das, de Frau Gaaia? Die genn'sch nisch und will'se ooch gar nisch errscht genn'n lern'n. Kam'mer de Annahme verweigrn?

Sonne:
Nein, das geht nicht. Bestellt ist bestellt, und die Veränderung, die für die Bestellung notwendig waren, sind nicht rückgängig zu machen. Tut mir leid, da ist absolut nichts mehr zu machen.

ärr-wien:
Wih gommt diehse Frau Gaaia dazu, eenfach so mähr Lischd zu bestelln? Des iss ja direggt ne Fräschheit. Misch hat se nisch gefraacht unn warscheinlisch ooch keen annern.

Sonne:
Das weiß ich jetzt nicht, ob sie vorher alle gefragt hat oder nicht. Was ich weiß, ist, dass es ein dringender Hilferuf seitens Frau Gaia war. Sie hat gesagt, dass sie so nicht weiter leben kann, dass sie entweder sterben würde, oder dass sich etwas ändern müsse. Wie du schon gesagt hast: die vielen Löcher, der ganze Dreck, die Spinnweben. Wir haben dann beraten und nach einer Lösung gesucht. Uns ist aufgefallen, dass diejenigen, die Löcher, Dreck und Spinnweben erschaffen, es gar nicht merken. Sie sehen es nicht oder wollen es, wie du, auch gar nicht sehen. Also haben wir gedacht, wenn es mehr Licht gäbe und ihr es sehen könntet, dass ihr dann hoffentlich den Mut und die Tatkraft entwickeln würdet, um aufzuräumen und es in Zukunft anders zu machen. Wie gesagt, die Veränderungen sind bereits da. Es ist eine Frage der Anpassung an die neuen Lichtverhältnisse.

ärr-wien:
Des glingd jedz äscht nach feindlischer Übbernahme. Se könn'n uns doch nisch eenfach des Lischd heller machn ohne vorrher zu frachn.

Sonne:
Tatsache ist, dass du in einer Art Mietverhältnis zu Frau Gaia stehst. Frau Gaia ist der Wohnungsgeber und du bist der Wohnungsnehmer. Wenn sie ihr Haus renovieren will, dann ist das ausschließlich ihre Entscheidung. Du kannst dir dann aussuchen, ob du im renovierten Haus weiter leben oder lieber umziehen möchtest. Niemand muss sich ändern. Du darfst bleiben, wie du bist, nur wird das dann hier nicht länger möglich sein. Für den Fall, dass du nicht bereit bist, dich an die jetzt hier herrschenden Lichtverhältnisse anzupassen, wirst du kostenlos auf einen anderen Planeten umgesiedelt, wo Zustände herrschen, die dir dein bisheriges Leben weiter ermöglichen.

ärr-wien:
Ach, is ja doll. Isch will abber wehder umziehn noch anners lebn. Gönnde mer nisch bei dr Renovierung e Wördsche mitredn?

Sonne:
Frau Gaia ist zu gewissen Kompromissen bereit. Allerdings ist das hellere Licht eine Zwangszustellung. Der Rahmen steht fest, doch innerhalb des Rahmens ist es deine Freiheit, hineinzutun, was dir beliebt. Vielleicht könntest du in der Übergangszeit und Umgewöhnungsperiode dickere Gardinen aufhängen und weniger vor die Tür gehen. Auf Dauer hilft das allerdings nicht, denn auch das Innere Licht ist heller geworden.

ärr-wien:
Stimmd, meene Ölle haddes heude nachd gemerkd, un da war ja keene Sonne. Se gonnde gar nich schlafn und had misch ständisch generrvt. "Weißd du waas?", haddse gesacht, "isch habb des Gefühl, alls war'sch mid'dm Mohnd verrbundn. Sowas habb'sch noch nie erlebd." Duhd's weh?, habb'sch gefracht, soll'sch dr vielleischt 'n Aspirin hohln? "Nee," haddse gesacht, "Aspirin hilft nisch. S'iss alles ganz normahl, nur anners." Lass'se redn, habbisch gedachd, des brauchsd'de nisch zu verstehn. Unn uff ehnmol gings bei mir ooch los mit so'n Energiestrohm dursch meen Körrper. Unn jedz, wo de's sachst, es war schon irrgendwih lischter, irrgendwih heller. Nu ja, isch habb gedacht, jedz spinn isch ooch schon, dih Sache vergess'sch ma liebr gleisch.


Etwa 5 Wochen später, vielleicht auch nur 5 Tage oder 5 Stunden, gegen 14:30:

ärr-wien:
Moin, moin, liebe Sonne (ein Freund aus Osnabrück war zu Besuch gewesen und hatte Erwins dialektischen Horizont um diesen Gruß erweitert), heudde widder besonners hell?

Sonne:
Ja, danke. Und wie geht es dir? Hast du dich schon an die neuen Lichtverhältnisse gewöhnen können?

ärr-wien:
Danke dr Nachfrache, s'war keen Problehm. Nachdem isch'mer d' ganse Sache noch ma habb dursch'n Kopp gehn lassn, habb'sch mr gesacht: was solls, s'is wie dr Mauerfall - heudde ne grohsse Sache, moin schon ne olle Kamelle. Damals war'sch ja auch gans beuhnruhigd und wussde zuerschd nisch, was'sch machn soll. Unn radz-fadz war'sch in dr Pfalz un jedz hierr in Oberbayrn. So schnell gonnd'sch gar nisch guggn. Uff eenmol war de Dühr offn und mer sin einfach abgehaun. S'war zwar verrüggt, abber's hadd misch irschendwih weider gebracht. Unn jedz muss isch immr widdr an'n Spruch von meener Olln denkn: S'iss alles ganz normal, nur anners.


Während sich heute Morgen die Idee von der Geschichte mit ärr-Wien immer mehr ausbreitete, habe ich auf einem Bildschirm im Zug eine Versicherungswerbung mit folgendem pepp-talk gelesen:

Nicht weil die Dinge schwierig sind,
wagen wir sie nicht,
sondern weil wir sie nicht wagen,
sind sie so schwierig.
(Seneca)

Wenn die wüssten, wie wahr es ist!


Heute Abend gibt es einen Sing Wettbewerb.

Jupiter, der Mond und ich,

die Freunde, die ich gesucht habe.

(Jellaluddin Rumi)




Jan-2009: EIN SÜNDER MEUTERT: SCHLUSS MIT LEIDEN !

Nachtraglich einen guten Rutsch ins Jahr der Göttlichen Weiblichkeit. Nach der Numerlogie von Kryon ist 2009 = 2 + 9 = 11 (Zahl von Kryon oder der göttlichen Weiblichkeit).

Das neuste Channeling enthält auch eine interessante Nachlese zum 13./14. Oktober 2008, wo statt der erwarteten UFO-Landung ein UVO ("unknown vibratoy object"), eine schwingungserhöhende Information ankam, die einen spektakulären Paradigmenwechsel erstmals materiell belegt hat. Und wieder einmal handelte es sich um ein nicht geschehenes Ereignis, etwas, das nicht stattfand (wie der 3. Weltkrieg), was uns Kryon zu feiern empfiehlt ("wieso blast ihr keine Luftballons auf, wieso errichtet ihr kein Denkmal?"). In Zukunft müssen globale Schwingungserhöhungen nicht mehr von Mitgefühl erregenden Katastrophen begleitet sein, denn wir haben das notwendige Mitgefühl diesmal ohne Katastrophe geliefert: von "Au weh!" zu "Au ja!" - statt Mitgefühl durch Schmerz, Mitgefühl durch Freude!!!

Am 17. Okt. schrieb ich zu diesem Thema: "Das Landungsthema war ja ganz schön aufgeblasen. Jetzt ist wohl ein bisschen die Luft raus. Meine Meinung ist: sie sind garantiert gelandet. Nur ist das gar nicht mal so wichtig. Denn wenn sie sich allen zeigen würden, hielte das die meisten von uns, mich eingeschlossen, von den nächsten Entwicklungsschritten in die erweiterte Selbstständigkeit ab. (..)"

Im Folgenden habe ich damals dieses brisante Thema wohl ein wenig zu scharf gewürzt, denn etwa 10 Leute baten in Folge darum, von meiner mailing-Liste gestrichen zu werden. Zugegeben, die mainstream-UFO Szene geht mir mit ihrer Fixierung auf höher entwickelte Hoffnungsträger immer noch ein wenig auf die Nerven, doch muss ich auch zugeben, dass ich mit der unangemessen gepfefferten Sprache nur versucht habe, mir die eigene Hoffnung auf "höher entwickelte Hilfe von außen" aus dem Herzen zu reißen. Wie man dieses gepfefferte Thema auf schmackhafte und appetitliche Weise zubereiten kann, ohne es widerlich süß zu machen, hat Kryon durch Lee Carroll dann in Der Unglaubliche Mensch (http://gesund-im-net.de/channeling/kryon2008caracas.htm) vorgemacht:

Vor kurzem, im Oktober 2008, gab es etwas, was ihr als eine mögliche Vorhersage bezeichnen würdet. Ich kann jetzt darüber sprechen, weil der Oktober vorbei ist. So wie mein Partner jetzt spricht, war das in eurer Linearität im vergangenen Monat. In den letzten Channelings haben wir euch einige Potentiale erzählt, die möglich waren. Für viele haben sich diese Möglichkeiten so angehört, als könnten sie eine Herausforderung sein.

(...) Bereits vor mehr als einem Jahrzehnt haben Leute an einer Universität des Lernens entdeckt, wie man bestimmte Apparate macht, die auf menschliches Bewusstsein reagieren (Princeton University - The Human Consciousness Project). Da menschliches Bewusstsein interdimensional ist, reagieren diese Apparate, bevor Dinge geschehen! Man könnte sagen, dass sie in der Lage sind, die Zufälligkeit von Potential zu registrieren [das etwas geschehen wird, aber nicht was]. Das [Projekt] ist kein Geheimnis und sogar mein Partner hat diese Dinge in seinen Vortragen berichtet. Es ist eine interessante Studie über die Energie der Menschheit und Futuristen lieben diese Maschinen. Denn diese Maschinen fangen an zu reagieren, bevor potentielle Dinge stattfinden. Die Wissenschaftler haben das vor Geschehen wie dem 2004 Tsunami und sogar vor dem Tod von Prinzessin Di beobachtet... alles Ereignisse von weltweitem Mitgefühl.

In letzter Zeit haben diese Anzeigen zu signalisieren begonnen, dass etwas geschehen würde. Sie fingen an zu registrieren, dass etwas im Weltbewusstsein zu spüren war, bevor es geschieht. Es deutete auf Mitte Oktober. Was sie anfingen zu registrieren, war eine Verschiebung, die weltweit am 13. und 14. Oktober stattfand. Eine größere Verschiebung geschah. Die Erde bewegte sich in eine interdimensionale Ebene hinein. Habt ihr das gewusst? Ihr sagt: "Nein, wusste ich nicht", und darüber möchte ich mit euch sprechen.

Wie beschreibt man so etwas? Menschen haben die Tendenz, interdimensionale Potentiale in ihren eigenen Glaubenssystemen zu linearisieren, um sie dem 3D Geist praktikabel zu machen. Tausende von Menschen waren davon überzeugt, dass am 13. und 14. die Landung einer gigantischen fliegenden Untertasse stattfinden würde. Aus dieser fliegenden Untertasse würden Wesen mit größer Weisheit von jenseits eures Planeten aussteigen. Dieses Raumschiff würde das größte vorstellbare sein und von der gesamten Erde gesehen werden. Jene Gruppe hat stark an dieses Potential geglaubt, weil es eine kollektiv wahrgenommene Vision war. Sie haben es veröffentlicht und fest damit gerechnet.

Es war die beste ihnen zur Verfügung stehende Geschichte, um eine Verschiebung der Erde zu linearisieren. Sie wurde erwartet. Sie hatten sie vollständig linearisiert, um sie 3D zu machen und einen Sinn zu erschließen. Das ergab die Landung eines Schiffes von weit, weit weg und Wesen voller Weisheit, die euch allen helfen. Ich sage euch jetzt, dass es daran nichts auszusetzen gibt. Es ist das Beste, was sie zur Verfügung hatten, um dem "Gesehenen" einen Sinn zu geben. Aber haben sie es richtig verstanden? Ist ein Schiff, von dem die ganze Welt berichtet, gelandet? Nein. Doch hatten sie Recht? Ja. Das scheint ein Rätsel zu sein. Es geschah nicht so, wie [in der Vision] wahrgenommen. Da doch so viele an dieser Vorhersage beteiligt waren, was lief schief? Hatten die wissenschaftlichen Instrumente Recht? Ja. Aber sie haben nichts gesehen, oder? Lasst mich weiter machen.

Ich habe euch in Channelings vor diesem Datum angewiesen, dass ihr euch vor den Veränderungen im Oktober nicht fürchten sollt, weil auch Kryon eine Herausforderung kommen sah. Denn Kryon sieht die Potentiale von dem, was da ist, und ich war nicht der Einzige, der es channelte. Anscheinend habt ihr von vielen Quellen und an vielen Orten die Botschaft "HÜtet euch vor dem Oktober" zu hören bekommen. Falls ihr die allereinfachste Numerologie auf den 13. und 14. angewendet habt, wird die 13 zur Vier. In numerologischer Terminologie ist Vier Erdenergie. Wenn ihr auf 14 Numerologie anwendete, dann wird es eine Fünf, oder "Veränderung". Darum war, was geschehen würde Gaia - Erde - Veränderung. Ihr habt ein Erdbeben erwartet. Ein großes, ein globales Erdbeben.

ähnlich wie der Tsunami, der so groß war, dass er die Umdrehung des Erdkerns veränderte, würde dieses Ereignis etwas Vergleichbares tun und eine globale Verschiebung erschaffen. Jetzt kommt, was ihr wissen solltet: Es gibt ein Paradigma der alten Energie, welches Gaia mit dem menschlichen Bewusstsein verbindet. Jede einzelne Verschiebung auf diesem Planeten, die eine Veränderung der Bewusstseinsschwingung beinhaltet, benötigt eine Art physisches Geschehen auf dem Planeten. In diesem Falle wäre es ein Erdbeben gewesen... Bewegung der Erdkruste. So sehr ist das menschliche Bewusstsein mit Gaia verbunden. Sei jetzt vorsichtig, mein Partner, dass du das hier richtig verstehst. Lass uns bedächtig vorgehen.

Vor zwei Wochen bewegte sich dieser Planet auf interdimensionale Weise ohne die erwartete Herausforderung. Sämtliche Quellen, diejenigen auf meiner Seite des Schleiers mit eingeschlossen, erwarteten etwas Gravierenderes als das, was stattfand.

Wir haben nicht erwartet, dass das menschliche Bewusstsein auf einen Punkt angehoben war, an dem nichts geschehen würde. Es ist das erste Mal, dass so etwas je geschah. Auf diesem Planeten fand eine größere Verschiebung ohne Katastrophe und ohne die Herausforderung von Tod statt. Versteht, dass jene Verbindung der alten Energie mit Mitgefühl zu tun hat. Und die einzige Art, das für eine größere Verschiebung notwendige Ausmaß an Mitgefühl zu erzeugen, war [bisher] durch die Art Geschehen, an die ihr gewöhnt wart... doch es geschah nicht auf diese Weise.

Alle Vorhersagen waren da. Wie steht es mit der UFO Landung? Nun, auf interdimensionale Weise wurde der Planet mit mehr Weisheit der Altvorderen beliefert, als je zuvor. Ohne irgendeine Herausforderung, ohne irgendeine Bewegung der Erdkruste wurde das erforderliche Mitgefühl trotzdem geliefert. Nun, geschah eine Landung? Auf eine Weise ja. Denn dieser Planet schwingt höher als je zuvor. Es handelt sich um eine Bewusstseinsverschiebung, die normalerweise eine physische planetare Beteiligung erfordert hatte, aber ihr habt einfach durchgeschlafen, oder?

Gesegnet ist der Mensch, der durchgeschlafen hat, weil dort ein neues Paradigma stattfindet: Veränderung ohne Herausforderung. Das ist das Ziel, aber es kann nur erreicht werden, wenn sich das menschliche Bewusstsein auf einer höheren Stufe befindet, und das tat es. Nun, ich kann euch sagen, dass es nicht jedes Mal so sein wird, aber dieses Mal war es so. Die Ereignisse bewegen sich schnell und selbst der größte Futurist wird vom Mangel an visionärer Beständigkeit überrascht werden - denn das ist es, was mit einem zeitlosen Objekt geschieht, welches sich permanent im SchwingungsÜbergang befindet (Kryon Umschreibung dafür, was die Erde durchmacht).

Und wieder hat uns der unglaubliche Mensch geschockt, genau wie es 1987 (Harmonische Konvergenz) geschah. Diese Verschiebung funktioniert. Weniger als ein halbes Prozent von euch brauchen zu erwachen, um Frieden auf Erden zu erschaffen. Viele rufen: "Kryon, wie lange noch?" Das liegt an euch. Aber die Dinge werden schneller geschehen, als ihr glaubt, und alles was ihr zu tun braucht, um diesen Prozess zu verbessern, ist, nach innen zu schauen. Befreit das Licht, das ihr in euch tragt. Es geht um Selbst-Entdeckung. Das ist es, was ich euch erzählen wollte. (...)



Jesus wurde nach evangelistischen Angaben ca. 45 Jahre alt. Davon hing er maximal 3 Tage am Kreuz. Das sind gerade mal 0,018% seiner Lebensspanne. Ich habe echte Schwierigkeiten, diese 0,018% als repräsentativ anzusehen. In der christlichen Religion wird dieser Momentaufnahme des Leidens eine unglaubliche und unglaubhaft große Bedeutung zugemessen. Wir tun so, als habe Jesus praktisch sein ganzes Leben am Kreuz gehängen und nicht nur das, wir sollen uns an dieser Darstellung auch noch ein Beispiel nehmen und es als religiös wünschenswert einstufen, wenn sich unser Leben so anfühlt (ächz!).

Ein älter wissenschaftlicher Lehrsatz sagt: Ergebnisse werden in Richtung der Erwartungen verfalscht. In der heutigen Eso-Szene lautet dieses Gesetz von der selbsterfüllenden Prophezeiung: Mittels meiner Erwartungen erschaffe ich meine Wirklichkeit (vergleiche z.B.: Bestellungen beim Universum, von Barbel Mohr). Wie dem auch sei, es ist sinnvoll, unter meinen Hoffnungen und Wünschen interdimensionale Hygiene und Integrität walten zu lassen, statt religiös trainierten Mitmenschen Verfügungsgewalt darüber einzuräumen. Denn diesen wird es weiterhin unmöglich sein, sie nicht für eigene und / oder kirchenorganisatorische Zwecke zu ge- und missbrauchen.

Bei der deutschen Wehrmacht wurde vergleichbares, nämlich den eigenen Schrank nicht abschließen, als Anleitung zum Kameradendiebstahl bestraft. Das ist vielleicht nicht die optimale Lösung, aber gemessen an den herrschenden Umständen war es realitatsorientiert. Das kann man von unserem Umgang mit der eigenen Spiritualität nicht behaupten. Ich lasse nicht nur meinen spirituellen Schrank offen, nein, ich trage den Inhalt sogar noch zu den religiös trainierten Mitmenschen hin, dränge es ihnen quasi auf. Was soll dabei schon herauskommen? Sie wissen es nicht? Ich auch nicht, nur Eigenverantwortung und spirituelle Reife werden es sicherlich nicht sein.


Fange als Schöpfung an, werde zum Schöpfer.

Warte an keinem Hindernis.

Warum sitzt du zufrieden bei einem Glas Wasser

in dieser mit frischen Essen gefüllten Küche?

(Jellaluddin Rumi)




Jan-2009: DAS AVOKOKO - MODELL

Meine ganz persönliche Vorschau auf das Jahr 2009 sieht etwa so aus: Im Jahr der 11 wird es weiterhin um den Ausgleich von männlichen und weiblichen Energien in jedem einzelnen von uns gehen. Das heißt im Außen wird die weibliche Energie zunehmen und im Innern die männliche. Männer verkörpern die männlichen Energien von Festigkeit und Beharrungsvermögen (Yang) mehr im Außen, während die weiblichen Energien des Mannes, Nachgiebigkeit und Anpassungsfähigkeit (Yin), sich starker in der inneren Gefühlswelt zeigen. Männer sind wie Kokosnüsse, außen hart und innen weich.

Im Gegensatz dazu sind Frauen eher wie Avocados, nämlich außen weich und innen hart. Sie drücken die männliche Energie verstärkt in der inneren Gefühlswelt aus, und weibliche Energie im physischen Körper. Theoretisch sind in jedem Individuum die Energien von Yin und Yang ausgeglichen, wobei sie allerdings unterschiedlich in den verschiedenen Existenzebenen Körper, Gefühle und Gedanken verteilt sind, was den Unterschied zwischen Mann und Frau ausmacht.

Das Zukunftsmodell des Menschen ist ein Hybrid aus Avocado und Kokosnuss, das Avokoko. Die Unterschiede der Geschlechter sind bereits am Verschwimmen. Frauen haben in dieser Hinsicht Pionierarbeit geleistet, indem sie im Außen männlicher geworden sind. Dadurch haben sie sich materielle Selbständigkeit in der maskulin dominierten Geschäftswelt ermöglicht. Wir haben zum Beispiel eine Kanzlerin. Und es gibt mindestens eine Frau mit Bart (http://fraumitbart.wordpress.com/), die dazu steht.

Männer sind durch diese erfolgreiche Entwicklung der Frauen in Zugzwang geraten und haben schon weibliche Energien in ihr Außenleben einfließen lassen. Der allein erziehende Vater und der Hausmann sind im Begriff, gewöhnlich zu werden. Hausarbeiten und Erziehungsaufgaben werden heute in den meisten Haushalten geteilt, selbst wenn diese Aufteilung oft (noch) einseitig ist. Zu diesem Thema gibt es ein witziges Buch von Barbara und Allan Pease, das mittlerweile verfilmt wurde:

Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken.

Bei Jugendlichen ist es manchmal erst möglich, das Geschlecht zu erkennen, wenn sie von vorn gesehen werden, und selbst dann kann es schwierig sein. Unisex bei der Frisur und den Kleidern, Frauen beim Militär und Männer in Pflegeberufen sind schon lange keine "Hingucker" mehr. Der Ausgleich von männlichen und weiblichen Energien in allen Bereichen des Lebens ist eine wachsende Tatsache, das Avokoko ist im Kommen.

Wie dem auch sei, das Weibliche in uns allen, die Emotionen drangen weiter nach außen. Da heißt es damit umgehen lernen. Die stattfindenden Schwingungsverschiebungen werden diesen Ausgleich weiter vorantreiben, egal ob ich mir das wünsche oder nicht. Also wünsche ich es mir (das ist ein Tipp, was ihr tun solltet - es euch wünschen!). Denn eines geht nicht mehr: Unter den Teppich kehren ist vollkommen out. Es wird energetisch immer weniger unterstützt und daher ständig schmerzhafter.

Die steigenden Zahlen von:
haben schon lange darauf hingewiesen.

Auf der anderen Seite sehe ich darin einen echten Fortschritt, denn vor 1987 hatten diese aufgestauten Aggressionen zur kollektiven Entladung in der Form von Weltkriegen geführt. Diese Option ist jetzt weggefallen und wir sind über Versuch und Irrtum dabei zu lernen, Aggressionen nicht mehr aufzustauen, sondern sie sinnvoll und im Kleinen dort und dann zu leben, wo und wann sie entstehen.

Wenn nicht ich, wer dann?

Wenn nicht jetzt, wann dann?

(aus dem Radio, ein Song)


Wenn Aggressionen gleich ausgelebt werden - und das muss keinesfalls zerstörerisch sein - werden sie weder nach innen unterdrückt zu tödlichen Krankheiten wachsen können, noch werden sie kollektiv nach außen ventiliert zu Kriegen ausgeweitet. Aggression kommt zwar vom lateinischen aggredi "herangehen", "angreifen", doch eigentlich ist es nur ein Gefühlsimpuls von Innen, die gegenwärtige Situation anders zu gestalten, als sie im Moment ist. Das muss nicht entsprechend Jahrtausende lang eingebimster Flucht- oder Angriffsmuster ablaufen. Aggressionen können auch schöpferisch umgesetzt werden, z.B. zu Kindern (make love, not war), zu Bildern, Büchern, Musik, und jeglicher Art kreativer Tätigkeit.

Die Wahl liegt bei uns. Wir haben uns schon gegen den dritten Weltkrieg entschieden, selbst wenn dadurch viele Individuen im Moment die Selbstzerstörung durch Krankheit wählen. Wir werden uns auch dafür entscheiden, die Selbstzerstörung aufzugeben und sei es zum Preis unserer größten Angst: der Blick in den Spiegel, die Schau des eigenen Selbst mit allen ihren dunklen Seiten. Es wird mit dem Verzicht auf Schuldzuweisung enden, weder anderen noch mir, mit dem Verzicht auf Beurteilung, weder andere noch mich.

Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir ungenügend sind. Unsere tiefste Angst ist, dass wir unermesslich stark sind. Vor unserem Licht, nicht vor unserer Dunkelheit fürchten wir uns am meisten. Wir fragen uns: "Wer bin ich denn, dass ich brillant, großartig, talentiert, wunderbar sein könnte?"

Tatsächlich aber: Wer bist du, dass du es nicht sein könntest? Du bist ein Kind des Geistes. Wenn du dich klein machst, dienst du nicht der Welt. Es ist nicht erleuchtet, wenn du dich duckst, damit sich andere in deiner Gegenwart nicht unsicher fühlen.

Wir sind geboren, um den Glanz des Geistes, der in uns ist, zu manifestieren. Er ist nicht nur in manchen von uns, er ist in allen. Und wenn wir unser Licht leuchten lassen, geben wir anderen die Erlaubnis, es zu tun. Wenn wir uns von unserer Angst befreien, befreit unsere Gegenwart andere.

(Aus der Antrittsrede von Nelson Mandela)



Wozu dieser ganze Trauer und das blass Werden?

Schau'mich nicht an.

Wie jedes Gesicht, das fremdes Licht widerscheint,

ist der Mond eine Quelle des Schmerzes.

(Jellaluddin Rumi)




Feb-2009: DIE INDIGO ENERGIE VON BARAK OBAMA

Mein Blick schweift heute dahin, wo das amerikanischen Volk einen neuen Präsidenten ermächtigt hat, dessen Alter und Hautfarbe für mich einen klären Wunsch nach nicht wie bisher ausdrücken. Natürlich tobt die Kontroverse in den USA und überall, wo die Menschen auf die Vereinigten Staaten als Orientierungshilfe schauen - also auf der ganzen Welt. Ist Obama der Schützling und die Gallionsfigur irgendwelcher grauen Eminenzen, wie bereits einige Verschwörungstheoretiker zu beweisen versuchen, oder ist er wirklich ein unabhängiger Hoffnungsträger, der Weiße Ritter aller Prinzessinnen und Prinzen in spe? Ich finde es schon extrem mutig, sich einer Erwartungshaltung auszusetzen, mit der sicherlich auch die Ufo-Insassen der im Oktober nicht stattgefundenen Landung konfrontiert worden waren: "Mach das doch alles bitte schnell mal weg!" Ob das wohl geht?

Mit Sicherheit ist Obama ein Kind seiner Zeit. Die ihm zugedachte Rolle könnten vielleicht auch eine Reihe anderer Individuen erfüllen. Selbst Hitler war nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Wenn er diese Rolle nicht gespielt hatte, dann eben ein anderer. Ich will die beiden wirklich nicht vergleichen, sondern nur damit sagen, dass weder weiße noch schwarze Ritter Unikate sind, obwohl sie natürlich einer Situation ihren individuellen Stempel aufdrücken (der sehr überschätzt wird).

Um das brisante Thema ein wenig zu entladen und aufzuheitern, möchte ich es metaphorisch angehen. Dazu benötige ich ein emotionsgeladenes Thema, das mit Politik nichts zu tun hat. Wie wäre es mit dem kontrolliert biologischem Anbau (kbA)? Der ist in der alternativen Szene eine ebenso heilige Kuh, wie manche Verschwörungs-Theorien und unendlich weise Wesen in UFOs aus den Tiefen des Alls in der Eso-Szene.

Also, ob etwas aus kbA kommt oder nicht, verblasst hinter der Frage, ob dieses Etwas gut für mich ist oder nicht. Mein Körper und der Körper jedes anderen Menschen lügen nicht. Wenn etwas gut für mich ist, dann geht es mir gut. Wenn etwas gut für dich ist, dann geht es dir gut. Leider haben wir diesen gesunden Instinkt einschlafen lassen. Ich gehe zwar zum Arzt, zum Psychologen oder zum Priester, wenn ich merke, dass es mir schlecht geht. Und zwar, um mir von diesem Jemand (Arzt, Psychologe, Priester) sagen zu lassen, was ich tun soll, damit es mir wieder besser geht. Ja, woher soll der das denn wissen? Wenn er wirklich gut ist - und nur dann - weiß er, was er machen kann, damit es ihm selber besser geht. Alle weiteren RATschlage sind geRATen. Und das kann ich selbst.

Wenn mir etwas wirklich hilft, dann merke ich das, dann geht es mir besser. Und wenn ich nichts merke, dann war es eben nicht gut genug. Fangen wir dort an, wo wir es merken. Machen wir uns eine grüne Liste der Dinge, die uns helfen, und eine rote Liste mit den Dingen, die uns schaden, denn auch das merken wir; dabei immer ehrlich sein und sowohl die eigenen wie auch die fremden Vorurteile beurlauben. Sobald mein Körper merkt, dass ich ihn ernst nehme, dass ich die für ihn und mich guten Dinge suche und für uns beide schlechten Dinge meide, dankt er es mir mit langsam zunehmender Gesundheit, egal ob diese Dinge aus kbA kommen oder nicht.

Falls ich den Eindruck erweckt haben sollte, ich sei gegen kbA, dann ist dieser Eindruck falsch. Ich bin immer für die bessere Qualität! Doch falls mein Körper die Qualitätsfrage anders beantworten sollte, als der kbA-Aufkleber, dann bin ich dafür, auf meinen Körper zu hören. Und bei deinem Körper sehe ich das genauso. Wir werden uns ohnehin nicht mehr lange darum drücken können, den körpereigenen Informationen zu folgen. Also fangen wir doch am besten gleich damit an, statt uns hinter zertifizierten oder nicht zertifizierten Qualitätsversprechungen anderer zu verstecken. Nur Mut zum Fehler - die richtige Richtung ergibt sich sehr häufig durch Versuch und Irrtum.

Und schon sind wir beim eigentlichen Thema, das die ganze Fragestellung regiert: Angst! - Angst, dass Obama uns nicht bekommt, Angst dass sein kbA-Image nur ein Werbegag ist, Angst, dass ...

Im neusten Channeling (http://gesund-im-net.de/channeling/kryon2008lagunahills.htm, dort steht auch einiges Angstfreies über Obama) lasst KRYON uns durch Lee Carroll folgendes ausrichten:

"Erkennt zuerst, dass Angst durch Unsicherheit bezüglich dessen verursacht wird, was ihr Zukunft nennt. Eine Zeit wird kommen, zu der ihr zurückschauen und sagen werdet: "Wie konnten wir bloß Angst haben? Das war so albern von uns." Warum nehmt ihr das nicht jetzt in Anspruch? Wartet nicht auf die Zukunft, um zu sagen, dass es albern war, sich zu fürchten. Sagt es jetzt! Befreien wir uns jetzt davon."


Nun ja, es geht eben um diese vielen unscheinbaren Entscheidungen des täglichen Lebens. Wollen wir sie weiterhin unter dem Diktat angstbehafteter Gedanken treffen, die metaphorisch gesagt alle kbA-Etiketten entweder als reine Täuschung oder reine Wahrheit sehen, je nach Tagesform und Stimmungspegel?

Vor ungefähr drei Monaten habe ich eine Bestellung beim Universum gemacht. Mein rechtes Schultergelenk ist durch übermäßige Beanspruchung abgesackt und der Knochen verformt. Das ist als Fehlhaltung sichtbar. Sie ist der äußere Ausdruck meiner inneren Unausgewogenheit, rechte und linke Körperhälfte sind nicht im Gleichgewicht, Yin und Yang sind aus der Balance. Also habe ich in einem günstigen Moment, in dem Kopf und Bauch sich so einig waren, dass mein Herz einen Wunsch äussern konnte, mir Ausgeglichenheit bestellt und den berühmt-berüchtigten Blankoscheck unterschrieben:

Koste es, was es wolle!

Zwei Tage später stürzte ich vom Fahrrad... auf die linke Schulter. Die gesunde!!! Sie schwoll sehr schön und bunt an. Ich sah links aus wie ein farbig, aber unscharf tätowierter Sumo Ringer und rechts wie Georg Keppler. Ich bin nicht zum Arzt gegangen, auch nicht zum Physiotherapeuten, habe mir nirgendwo eine Diagnose geholt. Stattdessen sprach ich meinem Körper immer wieder das Vertrauen aus, insbesondere wenn's gerade weh tat und mein Vertrauen wankte. Ich fragte, was er haben wolle. Das war erst mal gar nichts und nach etwa einer Woche Wärme. Also ging ich jeden zweiten Tag in die Sauna.

Was soll ich sagen? Der Prozess lauft weiter und die Details sind uninteressant. Die linke Schulter tut noch immer weh, aber ich fühle mich auf jeden Fall mehr ausgewogen als vorher. Mir geht es besser, weil ich mehr im Gleichgewicht bin, nicht nur körperlich, denn wie gesagt, der Körper ist / war ja nur die Bühne für meine innere Unausgewogenheit. Und gerade eben wird das Bühnenstück umgeschrieben und die Aufführung wird sich dann entsprechend ändern. Die Details sind noch unbekannt, aber es wird ein Stück mit weniger Spannung, weniger starken Gegensätzen, weniger hin-und-her zwischen den Extremen sein, denn ich bin jetzt weniger extrem, trotz (noch) schmerzender Schulter.

Koste es, was es wolle. Ich werde es wieder tun, den Blankoscheck unterschreiben, jedes Mal, wenn es mir wichtig genug ist. Und ich werde wieder den Preis bezahlen, mit immer weniger Zweifeln, dadurch weniger Schmerzen und mehr Freude. Nachdem der Prozess erst einmal abgelaufen ist, fällt HURRA schreien nicht schwer: "Wie konnten wir bloß Angst haben? Das war so albern von uns." (KRYON) Aber mitten drin sieht es immer ganz anders aus. Wie oft wollte ich aus mangelndem Vertrauen oder überfließender Angst die ursprüngliche Bestellung stornieren! Es ist mir diesmal gelungen, es nicht zu tun. Und das nächste Mal wird die Versuchung noch kleiner sein.

Wenn ich mein Bestes gegeben habe, kann niemand von mir mehr verlangen, auch ich nicht. Wenn Obama sein Bestes gibt, dann kann auch niemand mehr von ihm verlangen. Bleibt die Frage, woher weiß ich, ob er sein Bestes gibt? Woher weiß ich, dass ich mein Bestes gebe? Woher weiß es Obama? Denn wenn ich nicht mein Bestes gebe, wie kann ich dann erwarten, dass er es tut? Wie kann ich jemandem ein Vertrauen schenken, dass ich in mich selbst nicht habe? Oh, es geht, aber es ist total ungerecht.

Was du in dir trägst, lieber Mensch, ist kein Glaubenssystem. Ihr tragt in euch die Energie von Licht. Wenn man an einem sehr dunklen Ort ist, dann ist alles möglich. Alles ist im Dunkeln. Man kann niemand irgendetwas tun sehen. Die Energie, die im Dunkeln gedeiht, ist selbstverständlich Korruption, Drama und Gier. Wie dem auch sei, wenn ihr auf dem Planeten wandelt, dann tragt ihr ein Licht. Manche von euch sagen vielleicht: "Also, mein Licht ist sehr klein." Im Kollektiv gesehen ist es das aber nicht. (http://gesund-im-net.de/channeling/kryon2008lagunahills.htm#pk)

Lasst uns weiterhin einen Unterschied auf dem Planeten bewirken.


Hör zu, falls du es aushalten kannst.

Vereinigung mit dem Freund bedeutet nicht zu sein, wer du warst;

es bedeutet Stille zu sein: ein Ort, ein Ausblick,

an dem Sprache Inneres Sehen ist.

(Jellaluddin Rumi)





März-2009: Wem schenkst du deine 40%?

Die Erwartungen und Wünsche des Menschen sind die größten Faktoren seines Wohlergehens und seiner Probleme. In der Wissenschaft wird das Placebo - Effekt genannt und macht bei körperlichen Therapien und Medikamenten nachweislich mindestens 40% des Erfolges oder Misserfolges aus, bei mentalen Therapien und Psychopharmaka mindestens 60%. Es ist deshalb ratsam, diesen Faktor in jeden Aspekt des Lebens mit einzubeziehen, und zwar so bewusst wie möglich. Denn wenn ich es nicht bewusst tue, dann tue ich es unbewusst. Oft verleihe ich unbewusst meine 40% an jemand anders oder an eine Idee. Das kann sowohl aus Bewunderung (Hoffnungen), als auch aus Ablehnung (Angst) geschehen. Erwartungen können Berge versetzen - in jede Richtung.

Wer sind denn meine großen Erwartungsträger in unserer Zeit, außer Obama? Wenn ich mir so meinen elektronischen Briefkasten anschaue - ich muss noch dazu sagen, dass ich hoffnungslos eso-lastig bin - dann besteht meine Post hauptsächlich aus zwei Kategorien:

a.) die Mecker-Post (Petitionen, Protestschreiben, Verschwörungstheorien, Katastrophenmeldungen, etc.) und
b.) die Schön-schön-Post (*.pps - Dateien mit wunderschönen Fotos und Botschaften, Wunder-Kettenbriefe, Gedichte mit Engeln, usw.), beides natürlich vorzugsweise Verteiler-Rundbriefe.

Die eine Hälfte der Welt scheint damit beschäftigt zu sein, Probleme aufzudecken und mich dazu aufzufordern, auf die "Verantwortlichen" in irgendeiner Weise Druck auszuÜben. Die andere Hälfte scheint sich damit zu beschäftigen, Probleme zuzudecken und mich dazu zu ermuntern, das gleiche zu tun. Ja, Himmel-und-Hölle nochmal, alle Engel haben Hörner und alle Teufel Flügel! Wann legen wir Deutschen denn endlich unser liebstes Mantra zur Seite: NäT ME! (PS: Mantras dürfen nicht in der Muttersprache sein, sie sind sonst unwirksam.)

Ich muss schon sagen, meine Teufel sind ziemlich Hi-Tech geworden: HAARP, die Bilderberger, die Pharma-Industrie, Monsanto, Spyware aus Politik und Wirtschaft... soll ich denn auf deren "teuflischen" Produkte verzichten: mein Handy, mein Schlafmittel, die Billignahrungsmittel der Discounter, oder gar mein Notebook? Na so weit geht die Verteuflung dann doch nicht, oder? Das hat doch alles auch positive Seiten, jedenfalls wenn es mich betrifft.

Und erst meine Engel! Die Channelings, die Fotos und Videos über Indigo-Kids und Eisbären, die mit Hunden spielen (einer unter 20.000), die Naturgeister und fortgeschrittenen Kulturen in der hohlen Erde, die weisen außerirdischen Zivilisationen, die zwar letzten Oktober nicht aus den UFOs gestiegen sind, aber es übermorgen ganz sicher tun werden: Warte nur ein Weilchen, wir sind schon unterwegs und werden alles schön machen, sobald wir ankommen. Echt oder falsch? Das hat doch alles seine Schattenseiten, oder?


Wir machen lange Reisen, wir rätseln

um die Bedeutung eines Bildes oder Buches,

wo doch das was wir sehen und verstehen wollen

diese Welt ist. Wir sind es!

Jellaluddin Rumi


Woran erkenne ich Teufel mit Flügeln und Engel mit Hörnern, Menschen die ihre Minderwertigkeitskomplexe mit Größenwahn ausgleichen oder umgekehrt, die darauf verzichten, entweder Opfer oder Täter zu sein, die Verantwortung für ihre jeweiligen Macken übernehmen und mit ihrem bisschen Einfluss des einzelnen Menschen mutig das Zünglein an der Waage spielen?

Also mir hilft es, bei jedem Höhenflug meiner Hörner zu gedenken und in jeder Depression meine Flügel zu benutzen. Seitdem sehe ich neben den ekelhaften Hörnern auch ansatzweise die Flügel bei anderen Teufeln und bei anderen Engeln neben ihren wunderschönen Flügeln auch deren unscheinbare Hörner. Ich bin eben ein (B)engel mit der ganzen Palette von lieb bis böse. Und in diesem Umfang kann auch niemand anders seine gerade ungesehene Seite vor mir verborgen halten.

Lauf weiter, obwohl es keinen Ort zum Ankommen gibt.

Das ist nichts für Menschen. Bewege dich innerlich,

aber bewege dich nicht so, wie die Angst dich bewegt.

(Jellaluddin Rumi)


Hier noch ein paar Info-Links aus der (B)engel-Ecke:
  • Die Untergangs-Traumfabrik, Artikel von Lee Carroll, Jan-2009: http://gesund-im-net.de/channeling/kryon-illusion.htm
  • Indigo Energie, englischsprachiges Video Interview mit Lee Carroll u.a. zum Thema Selbstmord-Attacken: http://www.lightworker.com/VirtualLight/VLBroadcasts/2008/2008_12_20.php#show


    Du hast keine "schlechten" oder "guten" Tage,

    Du fühlst dich nicht manchmal großartig und manchmal dumm.

    Es gibt kein Studieren, kein gelehrtes Denken, das mit Liebe zu tun hat,

    aber es gibt jede Menge Verschwörungen, und geheimes Berühren,

    und Nächte, an die du dich überhaupt nicht erinnern kannst.

    (Jellaluddin Rumi)





    Mai-2009: MITSCHÖPFER

    Das Verhältnis von Patient zu Therapeut verändert sich dramatisch. Das dabei herausragende (und unbequemste) Merkmal ist die Eigenverantwortung, die vom Patienten gefordert wird. Falls ich krank bin, ist das meine Krankheit, eine Folge meines Lebens. Die "Schuld" dafür Parasiten und Toxinen zu geben, ist eine Überschätzung deren Rolle. Es handelt sich nicht um Akteure auf der Bühne meines Lebens, sondern um Requisiten. Und die Requisiten für jede Krankheit - und auch jede Heilung - befinden sich immer in Reichweite. Heilung bedeutet nicht, das Bühnenbild zu ändern, indem ich Requisiten austausche. Heilung bedeutet, dass ich mich verändere und ein anderes Bühnenstück schreibe!

    Das geht erst, wenn ich mich als Mitschöpfer der Bühne meines Lebens erkenne und die Teilverantwortung für die Aufführung akzeptiere, denn haben tue ich sie (die Verantwortung) in jedem Fall. Der schwierige Schritt dabei ist, das zu sehen, was ist. In der Regel sehe ich die Dinge so, wie ich sie gerne hatte, z.B., dass irgendwelche Parasiten und Toxine an meiner Krankheit schuld sind. Wenn ich mit der Schuldzuweisung aufhöre, also auch mir nicht die Schuld gebe, dann kann ich beginnen, die Dinge so zu sehen, wie sie sind. Ich brauche sie dann nicht mehr in gut und böse einzuteilen. Ich kann sie anschauen, sie akzeptieren und sie aus ganzem Herzen feiern, weil sie mich an den Punkt gebracht haben, an dem ich mir eine Veränderung so sehr wünsche, dass ich die damit verbundenen Unbequemlichkeiten gern in Kauf nehme.

    Immer mehr Menschen kommen an diesen Punkt, wo rein körperliche Maßnahmen (von Urtinktur bis D26) nicht mehr fruchten. Nehmen wir also an, ich bin an diesem Punkt angekommen und nehme die Mit-Verantwortung für die Bühne meines Lebens auf mich und entwickle die Kraft für die notwendigen Schritte. Wie sehen sie denn aus, diese notwendigen, nicht körperlichen Maßnahmen (von D27 aufwärts)?

    Es geht um Gefühle aufräumen, um Gefühle klären. Und erst im Anschluss daran, kann den Körper aufräumen wieder Heilung bringen, dann wird der Körper gemäß dem Umfang der Klärung leicht entsprechende Parasiten und Toxine loslassen. Schließlich führe ich jetzt ein anderes Stück auf der Bühne meines Lebens auf. Und das braucht andere Requisiten. In der Broschüre HBS-8 (http://www.gesund-im-net.de/handbuch8.htm) finden sie eine ganze Reihe von Methoden, die auf der Basis geklärter Gefühle das Loslassen von Parasiten und Toxinen fördern.


    Ich tat so, als würde ich springen,

    um heraus zu finden, ob ich dort leben könnte.

    Eines Tages muss ich wirklich dort ankommen,

    sonst bleibt nichts übrig, das ankommen kann.

    (Jellaluddin Rumi)




    Jul-2009: DER GELOBTE RAND

    Habt ihr auch manchmal das Gefühl, als wäre alles umsonst oder egal oder nicht so wichtig. Seit ich hierher gekommen bin, lerne ich im Pool des Lebens zu schwimmen. Ich bin mittlerweile ein echt guter Schwimmer geworden - jedenfalls nach meinem Maßstab. Aber das Einzige, was ich damit erreicht habe, ist, dass der Pool größer geworden ist. Ich kann zwar besser und schneller schwimmen, aber der Rand ist jetzt weiter weg und genau so leicht oder schwer zu erreichen wie zuvor. Manchmal muss ich darüber lachen, manchmal koche ich vor Wut und manchmal möchte ich einfach aufgeben.

    Irgendwie hat mich Schwimmen lernen nicht weiter gebracht. Eine harte Erkenntnis, weil ich seit über 50 Jahren mit nichts anderem, als dem allseits gepriesenen Erfolgskonzept des "Schwimmen lernen" beschäftigt habe. Eltern, Lehrer, Chefs und Gurus, alle haben mehr oder weniger eindringlich diese (r)eine Lehre vermittelt:

    "Wenn du fleißig lernst und Übst, wirst du eines Tages genug (Lebens-) Erfahrung gesammelt haben, um an den Rand zu kommen! Und je mehr du dich anstrengst, die Widrigkeiten auf dem Weg dahin zu meistern, umso schneller geht's."

    Also ICH, ich strample trotz fleißigem Üben, Lernen und Sammeln immer noch im Pool, vom Rand so weit weg, wie leider gewohnt. Und die Frage, ob ich der einzige Idiot bin, der die einfachsten Dinge im Leben nicht gebacken kriegt ("kriegen" kommt von KRIEG, haha!), ist vom Leben langst verneint worden. Ich sitze mit Eltern, Lehrern, Chefs und Gurus leider nicht im gleichen Boot! Nein, wir strampeln alle zusammen - noch mehr "leider" - im gleichen Pool mit dem gleichen sehnsüchtigen Blick zum Rand. War meine ganze Erziehung nur pepp-talk von Mit-Stramplern, die ihr gemeinsames Misserfolgskonzept mangels Alternativen so positiv wie möglich gesehen und an mich weitergegeben haben?

    Wie dem auch sei, wenn ich es für mich zusammenfasse, dann ergibt sich folgende Situation:
    • das Lebenskonzept von "besser schwimmen lernen, um den Rand zu erreichen" funktioniert nicht
    • mit Schwimmen aufhören, macht auch keinen Sinn
    Na ja, da kann ich jetzt rumfluchen und rumheulen, oder ich kann mich mit der Tatsache abfinden, dass ich zwar schwimmen gelernt habe, aber damit nicht zu(m) Rande komme. Was gibt es denn so erstrebenswertes am Rand, dass wir alle lebenslang danach strampeln. Ich habe noch keine(n) getroffen, der / die mir das sagen konnte. Ich habe noch keine(n) getroffen, der / die den gelobten Rand (feines Wortspiel!) erreicht hat. Den gelobten Rand erreichen und sterben? Hört sich wie eine verfeinerte Form vom obigen beknackten Lebenskonzept an, von dem ich schon weiß, dass es nicht funktioniert. Gibt es etwa irgendeine abgefahrene Abkürzung, die ich noch nicht probiert habe?

    Strampeln macht Freude, die Erde ist ein Jammertal, Yoga, Meditation, Askese, Armut, Keuschheit, Fasten, Halleluja (oder andere Mantras) singen, Wohltätigkeit, Kampftrinken, Extremsport, Psychodelics, Schwermetall-Ausleitung, Neuraltherapie, Bachblüten, Ernährungsumstellung, Familienstellen, Rückführung, Globetrottern, Bäume umarmen, Kuschelseminare, Tantra, heißer Sex, kalte Berechnung, lauwarme Mittelmäßigkeit und alles andere, was ich schon probiert, aber bereits wieder vergessen habe, sind es jedenfalls nicht - jedenfalls für mich nicht. Ich schwimme immer noch mit Blick auf den gelobten Rand.

    Der saure Apfel - ich habe mir ein untragbares Lebenskonzept antragen lassen - wird mit jedem weiteren Jahr des Lebens saurer. Was nun? Als Einziger das Untragbare ablegen oder lieber am gemeinsamen Misserfolgskonzept noch dem Motto festhalten: "Millionen von Fliegen können sich nicht irren! Leute, fresst Scheiße!" Das kann ich nicht mehr, das will ich nicht mehr!

    Also gut, wie sieht dann der neue Plan aus? Keine Ahnung, ich weiß nur, dass der alte nicht funktioniert. Das ist doch eine herrliche Situation. Ich kann praktisch nichts falsch machen, außer nach dem gelobten Rand zu schielen. Alles andere mag oder mag nicht funktionieren. Funktioniert es, mach' ich es weiter - funktioniert es nicht, lass' ich es bleiben. So war es ja auch bisher. Nur, weil ich immer nach dem gelobten Rand geschielt habe, dem ich trotzt allem kein bisschen näher gekommen bin, habe ich mir mit dieser unerreichbaren Vorgabe das Leben versau(er)t. Ich hatte ja nicht danach schielen können und mich an dem erfreuen können, worüber ich jetzt schimpfe: das ergebnislose Strampeln. Wenn ich nicht zum Rand muss, macht es ja vielleicht Freude. Wenn ich meine Fixierung auf den Rand entlasse, dann merke ich ja vielleicht, wo es hinführt?

    In Indien gibt es eine Religionsform deren skulpturelle Darstellung von Gott ein leerer Bilderrahmen ist, manchmal mit zwei menschlichen Ohren rechts und links am Rahmen. Ist das vielleicht ein Sinnbild für das, was mich am gelobten Rand vom Pool meines Lebens erwarten würde: Ich (Gott) habe den Pool (Gott) im Kopf? Ich BIN Gott, egal ob ich strample und auf den gelobten Rand schiele oder voller Freude und Vertrauen im Pool des Lebens schwimme ohne zu wissen, wo es hingeht? Ware schon komisch, oder?


    Jenseits der Vorstellungen von richtig und falsch

    gibt es ein Feld. Ich treffe dich dort.

    Wenn sich die Seele im Gras niederlegt, ist die Welt zu voll, um darüber zu reden.

    Gedanken, Sprache, sogar die Worte "mit einander" ergeben keinen Sinn.

    (Jellaluddin Rumi)





    Sep-2009: ERHÖHTE ACHTSAMKEIT

    Ich schmolle mal wieder. Die Auswirkungen der Verschiebung branden an meinen Privatstrand an und sind nicht länger zu übersehen. Sie haben leider die Größe ausgewachsener Walfische und das entsprechende Potential zu stinken, wenn ich sie ein paar Tage liegen lasse. Ich weiß nicht, wie ich das früher gemacht habe, aber irgendwie ist es mir damals (noch vor wenigen Monaten) gelungen, die gestrandeten Walfische liegen zu lassen. Entweder hat mich der Verwesungsgeruch nicht gestört oder ich habe sie irgendwie konserviert, zu Karteileichen gemacht und für spätere Zeiten archiviert - falls es mir irgendwann einmal langweilig werden sollte. Das klappt leider oder auch Gott sei Dank nicht mehr. Es stinkt mir jetzt und mächtig, und die Wale "wie früher" liegen und vor sich hin stinken lassen, geht mir so auf die Geruchsnerven, dass ich sie einfach aufräumen muss. Größer Seufzer!

    Na ja, jetzt will ich mal vom Bildlichen zum Konkreten kommen, auch wenn es mir noch so stinkt. Mein gegenwärtig angelandeter Walfisch ist... ist... ist mangelnde Achtsamkeit. Scheiße (stinkt übrigens auch), all diese extra Achtsamkeit, mit der ich in Zukunft aufwarten muss, davon fühle ich mich in meiner Bequemlichkeit bedroht, in meiner Beschaulichkeit belästigt, in meiner Beharrlichkeit gestört. Leider, leider wird mir die Kehrseite einer anderen (verschobenen) Zukunft gegen meinen erbitterten Widerstand klar. Die große Verschiebung, was für ein herrliches intellektuelles Konzept das doch war!!! So schön und so erbauend! Doch jetzt, wo es sich in meine alltägliche Wirklichkeit herunter filtert, ist das, was davon übrig bleibt, einfach lästig.

    Natürlich war es mir theoretisch klar, dass eine veränderte Zukunft einen veränderten Georg beinhalten muss. Aber dass ich in der Praxis die Veränderung nicht geschenkt bekomme, dass ich sie mir aus jeder einzelnen Pore heraus schwitzen darf, das habe ich euphorisch und geflissentlich übersehen. Meine übliche Einstellung zum Kleingedruckten hatte sich durchgesetzt - erst lesen, wenn Probleme auftreten. Und wie beim meisten Kleingedruckten wird mein Problembewusstsein erst vom Lesen groß.

    "A!" habe ich enthusiastisch hinaus gebrüllt, "Willkommen, du gelobte Verschiebung, du Schritt ins verlorene Paradies, du Umkehrung des Sündenfalls!"

    Jetzt, wo es darum geht, auch "O" zu sagen, erhebt sich in mir eher ein Protestgeschrei: "Ja, wenn ich das gewusst hatte - diese Folgekosten; eine regelrechte Mogelpackung war das und ein Knebelvertrag dazu, ein schillerndes Farbprospekt mit einem innen versteckten Rattenschwanz von unangenehmen Folgeerscheinungen, die ich niemals hatte haben wollen. Wenn ich das nur vorher gewusst hatte!"

    Also, da liegt er nun, mein "O" & Walfisch und müffelt schon jetzt derartig unangenehm, dass es mir völlig klar ist, ich kann nicht tun, was ich liebend gern tun würde: ihn einfach liegen lassen. Zurück zur anschaulichen aber unansehnlichen Praxis. Wenn ich irgendetwas, und sei es nur die kleinste Kleinigkeit, nicht die gebÜhrende Achtsamkeit schenke - ich habe "schenke" gesagt, dazu gleich mehr - dann entstehen daraus immer öfter Komplikationen. Es ist wie bei Schusseligkeit - es dauert länger, es geht schief; das Glas zerbricht, ich gieße daneben und muss wischen, ein Fleck ist auf der Hose / Teppich / Tischdecke, zu viel Zucker, zu wenig heißes Wasser, zu..., ich glaube ihr habt es verstanden.

    "Früher" ist mir das immer nur nach einer durchlebten Nacht oder kurz vor Vollmond passiert. Ich bin daran gewöhnt, einmal pro Monat sämtliche Stecker der Telefon- und Computeranlagen zu ziehen, sie kurz zu schließen, etwa fünf Minuten zu warten und dann die Stecker links-rechts vertauscht in die Steckdosen zu stecken. Danach funktioniert es wieder und wenn nicht, hab' ich den Geräten einfach einen Tag Urlaub gegeben - hat immer prima funktioniert. Aber jetzt ist das nicht mehr gut genug. Wenn ich schusselig bin, dann sind es die Geräte auch.

    Wie kann ich meinen Stecker ziehen, kurzschließen und nach 5 Minuten umgekehrt in die Dose stecken? Meditation, sagt ihr, irgendwas, was Alpha-Gehirnwellen erzeugt. Ja, hab ich auch gedacht, aber es klappt nicht mehr. Oder besser gesagt, es klappt zwar immer noch, halt aber nicht mehr vor. Nach fünf Minuten ist der Effekt weg. Es ist zum Mäuse melken.

    Na ja, und da ist da noch das Schenken - Achtsamkeit schenken. Geben reicht nämlich nicht, Aufmerksamkeit ist nicht mehr gut genug! (Sehr größer Seufzer) Ich muss es sozusagen "gerne" tun, egal wie sehr es mich nervt. Wo sind die guten alten Zeiten, wo ich vieles einfach laufen lassen konnte, so einfach nebenher ohne viel Aufmerksamkeit, automatisiert sozusagen? Schenkt mal etwas Achtsamkeit, das ihr eigentlich einfach nur abhaken wollt, so schnell, wie es geht und so unkompliziert wie möglich. Das ist gar nicht so einfach, das ist schlicht und ergreifend unmöglich! Jetzt ist es raus: Achtsamkeit (gerne) schenken statt Aufmerksamkeit (sparsam) geben. Das ist mein Problem, mein gegenwärtiger an meinem schönen Privatstrand ungebeten angelandeter Walfisch, mein fälliges praktisches "O" im alltäglichen Leben, das ich mir mit meinen ganzen schöngeistigen "As" (Plural von A) eingefangen habe - die Konsequenzen der Verschiebung in den kleinen Schritten des täglichen Lebens, die mühevolle Kehrseite eines sich erweiternden Bewusstseins.

    Wer hat gesagt, dass die Bewusstseinserweiterung, die berühmte fünfte Dimension vor den Kleinigkeiten des Alltags halt machen würde. Wenn ich ehrlich bin, niemand. Ich habe es nur still und heimlich und völlig unberechtigt angenommen. Wie ist es bloß möglich, dass eine Erweiterung meines Bewusstseins in die fünfte Dimension auch die alltäglichen Kleinigkeiten erweitert? Ich bin davon ausgegangen, dass das alles eher wegfallen würde, schnipp und weg sozusagen. Tja, falsch gedacht, Mist gemacht, oder etwa doch nicht?

    Falls es euch irgendwie tröstet, auch Jesus hat die Schuhe zubinden, bzw. die Sandalen schnüren müssen und er hat sich auch den Hintern abgewischt, wenn er zur Toilette ging, was damals vermutlich ein Plumpsklo war - und das alles, obwohl er mit Sicherheit sein Bewusstsein in die fünfte Dimension erweitert hat. Der hat sich schon damals verschoben, als es noch nicht Mode war und er blieb schon damals mit den Füßen auf der Erde, obwohl wir es ihm nicht einfach gemacht haben. Wie sagte er so schön zu Petrus, als er über das Wasser lief: "Was ich kann, das kannst du auch!" Was kann Jesus schon dafür, dass wir diesen Spruch nur auf so Sachen wie "über 's Wasser gehen" beziehen, und nicht auf 's Sandalen schnüren und Hintern abwischen.

    Wenn ich das jetzt mal resümiere, dann besteht das Kunststück gar nicht darin, mit meinem erweiterten Bewusstsein über 's Wasser zu laufen, denn da würde ich mühelos und gerne achtsam ohne Ende sein, sondern es besteht darin, mit meinem erweiterten Bewusstsein in liebevoller Achtsamkeit meine Schuhe zu binden und meinen Hintern abzuwischen. Das ist wirklich schwierig und eine wirklich neue Erfahrung. Außerdem hat es nicht so drastische Konsequenzen, wenn mir mal die liebevolle Achtsamkeit ausgeht. Vielleicht ist es ganz gut, dass ich es erst mal in diesen "harmlosen" Situationen Übe, bevor ich über den See Genezareth laufe.

    Wovor also habe ich Angst, weswegen sträube ich mich so? Es ist die alte Geschichte der Menschheit. Schon immer ist es für den Durchschnittsmenschen wie mich schwierig gewesen, den Wunsch nach Veränderung oder auch den gefühlten Zwang mit einem fröhlichen "ja, ich will" zu beantworten. Deshalb ist das beliebteste deutsche Mantra nach wie vor "nicht ich" - fließt unbewusst echt prima mit dem Atemrhythmus (beim Einatmen "nicht", beim Ausatmen "ich"). Und so gehen wir weiter mit dem Schwert des erhobenen Zeigefingers durch die Welt und rufen "du musst..., du musst..., du musst!"


    Pepp-Sprüche der Woche:
    • Wenn ich mich verändern möchte oder (gefühlt) muss, dann bin ich am besten beraten, wenn ich mich auf mich selbst verlasse, d.h. im Klartext: Versuch und Irrtum. Denn wenn ich mich auf jemanden anders verlasse, heißt es im Klartext ebenfalls Versuch und Irrtum: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen sie die Packungsbeilage oder fragen sie ihren Arzt oder Apotheker.
    • Im Verlauf von Versuch und Irrtum habe ich - trotz heftigem Sträuben gegen diese Erkenttnis - bemerkt, dass Sterben auch nicht einfacher ist als Leben. Womit ich mir mein Leben oft schwer mache, sind eingebildete Ängste vor eingebildeten Risiken, die exakt solange bestehen, wie ich sie aus Angst nicht eingehe - und das kann lange sein. Ich darf!
    • Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Aber vieles wird niemals gegessen, weil es nie gekocht wurde. In eigenen Worten, seitdem ich gemerkt habe, wie schwierig es ist, mich durch eingegangene Risiken umzubringen, ist mein Leben viel entspannter geworden. Ich darf!
    • Mein Selbstwertgefühl ist eine Mischung aus den erfolgreichen Versuchen und den selbst ausgelöffelten Irrtümern, die sich durch mein Eingehen auf selbst gewählte Risiken ergeben haben: Ich lebe immer noch, und zwar mit reicheren Erfahrungen als vorher! Ich darf!

    Das Licht, das du ausstrahlst, entsprang keiner Lende.

    Deine Gestalt begann nicht mit Samen.

    Versuche nicht, im Innern von ärger eine Ausstrahlung zu verstecken,

    die nicht versteckt werden kann.
    (Jellaluddin Rumi)





    März-2010: DER WIR-FAKTOR oder KONNTE KLEOPATRA DAS KLO PUTZEN ?

    Vor ein paar Jahren war ich auf einem Seminar, wo etliche Teilnehmer "übersinnliche" Fähigkeiten hatten. Ein paar konnten Energiefelder von Menschen, Pflanzen, Tieren, etc. sehen, andere konnten mit ihren Händen diese Energiefelder spüren, ohne sie zu sehen. Wir haben uns eine Weile über die Farben der menschlichen Aura gestritten. Sowohl im Allgemeinen - welches Chakra des Menschen welche Farbe hat - als auch im Besonderen, welche Farbe ein bestimmter Bereich der Aura eines anwesenden Menschen hatte.

    Dann bekam einer von uns plötzlich einen Bandscheibenvorfall. Er lag verkrümmt auf dem Boden und wimmerte. Drei von uns, die das Energiefeld mit den Händen spüren konnten, begannen, sein Energiefeld zu stabilisieren. Drei weitere, die das Energiefeld sehen konnten, gaben Hinweise wie diese:
    • "Ja, es verändert sich - jetzt ist es gut."
    • "Es gibt keine farbliche Veränderung mehr, du kannst aufhören."
    • "Hier braucht es noch etwas mehr."
    Nach etwa 45 Minuten konnte der Betroffene wieder laufen. Wir mussten keinen Notarzt rufen. Außerdem haben wir gelernt, dass es nicht so sehr auf die Farbe ankommt, die ich wahrnehme. Als wir uns gefragt haben, was die jeweils wahrgenommenen Farben bedeuten mögen, waren wir uns trotz unterschiedlicher Wahrnehmung ("Das ist grün!" - "Ich seh' aber blau!") wieder einig. Schon komisch, oder?

    Und jetzt etwas ganz anderes, oder vielleicht doch nicht. Kannst du channeln? Reden deine Engel mit dir? Wollen sie mir durch dich etwas mitteilen, weil ich Tomaten in meinem inneren Ohr habe? Kannst du mir helfen, ohne zu vergessen, dass deine eigenen Tomaten im Ohr nur ein kleines bisschen kleiner oder anders als meine sind?

    Die Info von deinen Engeln hast du übersetzen müssen. Sie soll in mir eine Resonanz auslösen, die meine Tomaten kleiner machen und mich mit meinem Höheren Selbst starker verbindet. Falls das gelingt, wird es in dir eine Resonanz auslösen, die deine Tomaten noch ein wenig kleiner machen und dich noch starker mit deinem Höheren Selbst verbindet. So inspirieren wir uns gegenseitig immer weiter. 1+1 ist nicht mehr 2 sondern wird zu fünf! Wenn wir weitere Menschen beteiligen können, dann wird 1+1+... noch weit mehr ergeben als 5. Der WIR-Faktor kommt zum Tragen.

    Wenn du ein Funke Gottes bist und ich auch, dann ist es egal, wer von uns Kleopatra war (oder ihr Kloputzer) - ich war auf jeden Fall dabei und kann auf unsere gemeinsame Erfahrung zurückgreifen. Ob ich das tue und inwieweit das sinnvoll wäre, ist eine ganz andere Frage.

    Hast du Verbindung zu den Plejaden oder zu Arcturus? Falls ja, dann hab' ich sie auch. Vielleicht mache ich aber (noch) keinen Gebrauch davon. Und vielleicht sind wir ja trotzdem Familie, obwohl wir unterschiedlichen Sternensaaten angehören. Dass die Plejadier einen anderen Gott als die Arkturianer haben, ist genauso unwahrscheinlich, wie die Behauptung, dass Mohammed, Jesus und Moses mit verschiedenen Göttern sprachen. Buddha hat übrigens versucht (vergeblich), sich da heraus zu halten, indem er sagte: "Ob Gott existiert oder nicht, ist für die Lösung der Probleme der Menschheit nicht relevant."

    Mohammed, Jesus, Moses und Buddha (neben vielen anderen) haben Gott unterschiedlich übersetzen müssen, und wir interpretieren dann das übersetzte noch unterschiedlicher, je nachdem, wie groß die Tomaten in unseren Ohren sind.

    Wollen wir weiterhin stille Post spielen, so nach dem Motto: "In der Bibel (aus dem Griechischen von Luther ins Deutsche übersetzt) hat Lukas geschrieben (auf Hebräisch), Jesus habe gesagt (auf aramäisch), dass Gott ihm folgendes (in welcher Sprache?) mitgeteilt habe..."?

    Oder sollen wir endlich direkt zur Quelle gehen und selbst die Verantwortung für die Übersetzung übernehmen, statt uns auf andere zu verlassen und sie dann noch dafür zu kritisieren, dass sie meine persönlichen Vorlieben und kulturell-religiösen Voreinstellungen nicht getroffen haben. Wie soll dass, bitteschön, mit 2000 Jahren Zeitunterschied gehen?

    Wenn Jesus damals seine erste Predigt so gehalten hatte, dass sie heute für mich verständlich ist, dann hatte ihm damals keiner zugehört, er hatte keine Jünger gehabt, wäre nicht gekreuzigt worden und es gäbe heute weder Christentum noch Neues Testament.

    Falls heute jemand Gott durch die Bibel versteht, dann liegt das nicht an der Bibel, sondern an den relativ kleinen Tomaten in seinen/ihren Ohren, welche ihm/ihr gestatten, diese historische Multi-Übersetzung zu lesen und in ihr die aktuelle "persönliche Übersetzung" zu "hören".

    Also angenommen, meine Tomaten sind klein genug, dass ich eine sinnvollere Version der Bibel "hören" oder "channeln" kann, als es zu lesen gibt, dann ergeben sich eine Reihe von neuen Fragen und neuen Lösungen. Nur weil es gechannelt ist, bedeutet das noch lange nicht, dass es korrekt oder falsch ist. "Mein Engel hat gesagt, du sollst..." ist ethisch genauso bedenklich wie "Es steht geschrieben, du sollst..." oder "Man macht das so..."!

    Da versucht jemand, sich der Verantwortung zu entziehen. Wenn ich wirklich ehrlich bin, dann sage ich: "Ich will, dass du das und jenes tust." Hört sich natürlich blöd an und ist in mindestens 90% aller Falle kontraproduktiv. Also tue ich so, als würde Gottes Gebot(e) mit meiner Meinung übereinstimmen und unterschlage mit Blick auf das von mir gewünschte Ergebnis sicherheitshalber noch meine Meinung. Total unklar, total verlogen und immer noch total normal. Wann hören wir damit auf? Oder besser, wann fangen wir damit an, unsere Wünsche zu äußern, statt sie als Gebote irgendwelcher Autoritäten zu rechtfertigen?

    Also bei mir liegt es daran, dass ich gern hatte, dass mein Wunsch dein Befehl ist. Ich kann mit einem "nein" schlecht leben. Wenn ich einfach nur einen meiner Wünsche äußere, dann ist es möglich, dass der/die Gefragte nein sagt. Darum blase ich meine Wünsche unter Mithilfe allgemein anerkannter Autoritäten (Gott, Gesetze, Anstand, gesunder Menschenverstand, etc.) auf, auf dass sie leichter von anderen akzeptiert werden. Ich schlage jemanden breit, überrede, rede ins Gewissen, drohe.

    Ist dadurch die Anzahl der "Nein!"- Antworten weniger geworden? Ich glaube nicht. Sie sind nur "komplizierter" geworden, von Ausflüchten begleitet, durch Argumente und anerkannte Autoritäten unterstützt, rhetorisch geschickt formuliert und vielleicht in schriftlicher Form von einem Anwalt.

    Wie dem auch sei, angenommen du channelst und du bist dir darüber klar, dass dich das nicht der Verantwortung für deine Übersetzung der gechannelten Information enthebt, dann quält dich und mich die Frage: "Ist es wahr oder ist es nicht wahr?" Egal, wie hoch oder anders, wie sehr in der Einheit unser Bewusstseinszustand beim Channeln ist, wir bringen es mit unserer Übersetzung in die menschliche Dualität. Wenn ich channele, dann mag das meine Wahrheit sein, aber ist es auch automatisch deine oder solltest du lieber aussortieren, wozu deine innere Stimme ja oder nein sagt, was dein Gefühl der Einheit zum Schwingen bringt?

    Wie dem auch sei, angenommen, du channelst und bist dir deiner Verantwortung für deine Übersetzung bewusst, sowie auch der (schmerzlichen) Tatsache, dass deine Tomaten in den Ohren immer noch nicht ganz weg sind. Ist dein Vertrauen zu dir groß genug, dass du den Wasserhahn zu deinem Höheren Selbst immer weiter aufdrehen kannst? Ist dein Vertrauen zu dir groß genug, dass du dein Channeln nicht nur daran misst, wie gern dir jemand anderes zuhört? Ist es groß genug, dass du mit einem "Nein, danke!" nicht nur leben kannst, sondern es als einen kreativen Impuls zur Verbesserung deiner Übersetzung aufgreifst?

    Ich möchte ja nicht nur in gewissen Ausnahmesituationen channeln... wenn mir mindestens 30 bis 3000 Leute gebannt an den Lippen hängen, wenn ein Kraftort mich inspiriert oder mein Engel so laut trompetet, dass die Mauer um mein Jericho temporär zusammenstürzt. Ich möchte nicht mehr und nicht weniger als, dass meine Verbindung zu meinem Höheren Selbst aktiv bleibt, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr, für den Rest meines Lebens und darüber hinaus.

    Wenn die von mir gechannelte Info auf Widerstand beim Gegenüber stößt und das wiederum Widerstand in mir auslöst, dann gibt mir das Hinweise auf meine Themen, die ganz "zufällig" auch zu den Themen meines Gegenübers passen. Es ist nicht nur eine Gelegenheit, es ist DIE GELEGENHEIT, meine Emotionen und Themen zu klären und so die Tomaten in meinen Ohren kleiner zu machen. Nichts führt untrüglicher zu meinen ungeklärten Themen und Emotionen, als die Resonanz auf die Übersetzung gechannelter Information. Das beziehe ich sowohl auf meine Resonanz mit gechannelter Information durch andere, als auch auf meine Resonanz mit dem, was von anderen als Antwort auf von mir gechannelter Information kommt. Wie ich damit umgehe und was ich daraus mache, bestimmt die Qualität meiner zukünftigen Übersetzungen.

    Mit anderen Worten, die Quelle, der Sender sämtlicher Information ist EINS. Empfänger gibt es VIELE. Die gesendete Information ist widerspruchsfrei. Die übersetzten Informationen sind voller Widersprüche. Wir können diese Widersprüche dazu nutzen, näher an die Quelle heranzukommen oder uns von ihr zu entfernen. Das wird auf die gesendete Information keinen Einfluss haben.

    Hier noch eine interessante Übersetzung. Das englische Original findet ihr auf der homepage von David Miller (http://www.groupofforty.com/pages/biorelativity.html):

    Biologische Bedingtheit (Biorelativity)
    Biologische Bedingtheit konzentriert sich auf Gruppengedanken, die zusammen unserem Planeten auf telepathische Weise Heilung schicken. Dieses Tun ähnelt dem Konzept des gemeinsamen Betens, wo Menschen positive Gedanken verschicken, um das Resultat eines Ereignisses zu verändern. Bei biologischen Bedingtheits-Übungen senden Gruppen von Sternensaaten heilende Gedanken an spezifische Orte der Erde. Stürme, Tornados und sogar Erdbeben können potentiell vermieden, abgehalten oder in ihrer Starke gemindert werden, so dass der entstehende Schaden minimiert wird. Die Arkturianer weisen darauf hin, dass auf höher entwickelten planetarischen Systemen Gruppen [von Bewohnern] mit ihrem Planeten ständig in telepathischer Verbindung stehen, um maximale Harmonie zwischen Bewohnern und planetarischen Kräften zu gewährleisten.




    Sep-2010: PHASENVERSCHOBEN

    Gestern war Vollmond und Herbstanfang. Haben sie auch schon gelesen, oder? Und was bedeutet das für mein und ihr Leben? Um das zu veranschaulichen, ist Rhythmus ein gutes Beispiel. Nehmen wir eine Party an und es wird getanzt. Wenn ich nicht im Rhythmus bin, "out of sync", dann eiere ich herum und andere empfinden mich (zurecht) so lange als störend, bis ich den gemeinsamen Rhythmus gefunden habe. Dann gehöre ich ab sofort dazu, und zwar solange, bis ich wieder, gewollt oder ungewollt, aus dem Rhythmus falle.

    Auch bei Vollmond und Herbstanfang geht es um Rhythmen, um größere, nicht hörbare. Ein größerer Rhythmus, den wir alle gut kennen, ist der Tag mit seinen Eckpunkten Morgen (Sonnenaufgang), Mittag (höchster Sonnenstand), Abend (Sonnenuntergang) und Mitternacht ("tiefster" Sonnenstand). Das ist anschaulich und wir erleben es jeden Tag.

    Auch die Rhythmen von Mond und Sonne haben solche Eckpunkte. Im Rhythmus des Mondes ist der Vollmond mit 12 Uhr Mittags vergleichbar, und Mitternacht entspricht dem Neumond. Im Rhythmus des Sonnenumlaufs entspricht die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche dem Sonnenuntergang und die Frühjahrs-Tag-und-Nacht-Gleiche dem Sonnenaufgang. Hier eine Übersicht:

    UHRZEIT
    ERDE (Tag)
    MOND (Monat)
    SONNE (Jahr)
    GALAXIS (Präzession)
    6:00
    Morgendämmerung
    Zunehmender Halbmond
    Frühjahrs-Tag-und-Nacht-Gleich
    Vor etwa 6430 Jahren
    12:00
    Mittag
    Vollmond
    Sommersonnenwende
    2012
    18:00
    Abenddämmerung
    Abnehmender Halbmond
    Herbst-Tag-und-Nacht-Gleich
    In etwa 6430 Jahren
    24:00
    Mitternacht
    Neumond
    Wintersonnenwende
    In etwa 12850 Jahren


    Erde, Mond und Sonne - und wie sieht mein Rhythmus aus? Wissenschaftliche Forschung hat sich damit beschäftigt und nennt es Biorhythmus. Aus wikipedia:

    Biorhythmus ist eine unbelegte Theorie, die besagt, dass die physische und die intellektuelle Leistungsfähigkeit, sowie der Gemütszustand des Menschen bestimmten Rhythmen unterworfen sind, die bei allen Menschen gleich sind und mit dem Tag der Geburt beginnen. Diese Rhythmen werden anhand eines so genannten Biorhythmogrammes dargestellt. (..)

    Die Biorhythmik geht von drei "Rhythmen" mit unterschiedlicher Periodendauer aus:
    • körperlicher Rhythmus (23 Tage)
    • emotionaler Rhythmus (28 Tage)
    • geistiger Rhythmus (33 Tage)
    Bei der Geburt sollen diese Rhythmen sinusartig mit ihrer ersten Periode positiv anfangen, nach einer halben Periodenlänge die Null-Linie überqueren und dann in eine negative Phase gehen. Am Ende der Periode erfolgt wieder ein Umschlag in den positiven Bereich. Alle Übergänge, das heißt von positiv zu negativ und umgekehrt sollen kritische Tage, also potentiell "schlechte" Tage, sein. Kommt es nun bei allen drei Phasen zu einem Übergang am selben Tag, kann das laut der biorhythmischen Lehre krisenhafte Folgen haben - während das Zusammentreffen positiver Tage besonders gute Tage zur Folge haben soll.


    Wo sich meine drei wissenschaftlichen Biorhythmen befinden, kann ich jederzeit z.B. bei http://wetter.de/deutschland/biowetter/biorhythmus nachschauen. Am Vollmond gestern (23. Oktober gegen 11:00 a.m.) waren sie für mich:
    • körperlich am Nullpunkt (-98%), also Mitternacht
    • geistig auf der Höhe bei etwa +80% fallend, also Richtung Abenddämmerung
    • emotional neutral bei +12% fallend, also Abenddämmerung
    Also abgesehen von diesen drei wissenschaftlich erfassten Rhythmen, pulsiere ich auch definitiv mit dem Erd-Tag, dem Mond-Monat und dem Sonnen-Jahr. Das erlebe ich intensiver als den eigenen Biorhythmus, was eventuell daran liegt, dass ich dem eigenen Biorhythmus noch nicht viel Aufmerksamkeit zugewendet habe und / oder dass gut spürbare gemeinsame "Hochs" und "Tiefs" der drei Teilrhythmen (körperlich, emotional und geistig) nicht sehr häufig, dafür aber unregelmäßig sind. Das Zusammenspiel der Teilrhythmen ist eben kompliziert, so wie ich.

    Trotzdem oder gerade deswegen bin ich mir sicher, dass ich auch mit anderen Rhythmen mitschwinge, wie Marsumlauf, Venusumlauf, ... und dem galaktischen. Der Rhythmus unserer Galaxie ist das 25.627-Jahre währende Platonische Jahr oder die lunisolare Präzession - die Einzelheiten dazu können Interessierte bei Wikipedia nachlesen - in esoterischen Kreisen als galaktischer Zyklus bekannt & bejubelt. (M)eine angenommene Lebensspanne von 75 Jahren ergibt auf dieses galaktische Jahr umgerechnet etwa 1,07 Tage, eine Art Methusalem unter den Eintagsfliegen. Ob ich davon was merke? Soviel wie die Eintagsfliege von einem Regentag oder einem Sonnentag. Der Tag ist nicht repräsentativ für das ganze Jahr, aber er bildet den Rahmen, in dem sich mein Leben abspielt. Falls er sonnig ist, werde ich es anders empfinden wie einen regnerischen Tag, obwohl ich keinen Vergleich habe.

    Im Jahre 2012 durchlauft dieser galaktische Zyklus "Mittag" (manche sagen auch Mitternacht). Und extrem dogmatisch betrachtet, werden in der Nacht vom 31.12 2011 auf den 1.1.2012 "präzise" um 0:00 Uhr von der einen Fraktion Weltuntergangs- Symptome plus UFO-Landungen mit Erziehung bringender Mission, und von den anderen Weltuntergangs-Symptome plus UFO-Landungen mit Rettung bringender Mission erwartet. Zu dieser Erwartung von einem "exakten" Zeitpunkt eine Veranschaulichung:

    Angenommen wir sehen den Zeitpunkt "Mittag" unseres normalen Tages als eine Minute lang an, dann dauert
    • ein Vollmond etwa 29,5 Minuten
    • eine Sommersonnenwende etwa 364,25 Minuten
    • ein Galaktischer Mittag etwa 18 Jahre. Das ist der 1440-igste Teil des Galaktischen Zyklus (1 Tag = 24 Stunden mal 60 Minuten = 1440 Minuten)
    Angenommen, ich nehme aus Mitgefühl für die dogmatischen Extremisten den Zeitpunkt "Mittag" unseres normalen Tages als eine Sekunde lang an, dann dauert der Galaktische Mittag immer noch 121 Tage! Soviel zu exakt 24:00 Uhr am 31.12.2012. Irgendwelche Fragen?

    Zurück zu mir und meinem Rhythmusgefühl. Also, gestern Nacht (23. September, Sonnenwende und Vollmond) auf heute war definitiv "out-of-sync". Dass ich zum Vollmond hin "närrisch werd", ist nichts Neues. Theoretisch hatte die Sonnenwende ein energetisches Highlight sein und meine 3 Biorhythmen sich zu "neutral" summieren sollen. Das war nicht so.

    Erklärungsmodelle:
    • Der Vollmond hatte sich durchgesetzt
    • Andere nicht betrachtete Rhythmen tippten die Waage
    • Was anderes
    Heute Morgen in der Badewanne - ein (erfolgreicher) Versuch, die letzte Nacht wegzustecken - muss sich mein geistiger Biorhythmus nicht an die vorgegebene Tendenz seiner geburtsabhängigen Sinuskurve gehalten haben, denn ich hatte einen Geistesblitz. Vielleicht war es ja auch ein verzögertes Nachglühen, sozusagen eine Phasenverschiebung.

    Trotz und/oder wegen aller Rhythmen hatte ich letzte Nacht ein Tief, um nicht zu sagen, es war auf mehreren Ebenen Mitternacht. Heute Morgen fiel ich dann auf meine üblichen Honigschnuller Muster zurück. Ich werde mir die peinlichen Details in der sicheren Annahme ersparen, dass ihr keine Schilderung fremder Muster braucht, um meine Peinlichkeiten nachzuempfinden. Wie dem auch sei, irgendwann nach der Badewanne habe ich gemerkt, dass ich mit meinen Honigschnullern eigentlich viel zu spät war. Der Zug war schon abgefahren.

    Was ich damit meine, ist, nicht nur mein geistiges Nachglühen in der Badewanne war phasenverschoben, ich bin es insgesamt mit allem. Was aus mir an Reaktionen herauskommt, findet meistens mit einer gewissen Verzögerung zu den mit-verursachenden äußeren Umständen statt. Sozusagen, jemand steigt mir auf die Zehen und ich sage erst nach 10 Minuten "Aua!"

    Natürlich wird ein Stiletto-Absatz, auf meinem großen Zeh mit Nachdruck abgesetzt, eine schnellere Reaktion hervorrufen, aber wenn mir jemand im übertragenen Sinn auf die Zehen steigt, dann sind 10 Minuten eher eine kurze Phasenverschiebung. Tja, die Gefühle. Die lasse ich mir erst mal in Ruhe auf der Zunge zergehen, dann schluck' ich sie runter, und solange sie mir nicht Übel aufstoßen oder sonst wie meine Aufmerksamkeit einfordern, war's das. So hatt' ich's jedenfalls gern.

    Dann irgendwann später, wenn überhaupt kein Stiletto-Absatz in der Nähe ist, bricht's aus mir heraus. Da gerade kein Krieg ist, in den ich ziehen könnte und Karate erst morgen stattfindet, schrei' ich meine Freundin an. Die hat flache Absätze und versteht gar nichts. Aber weil letztens jemand über ihren Bauch gewichtige Bemerkungen gemacht hat, vielleicht ihr Ex, und sie ihre sofortige Launetrübung lächelnd überspielte, ergreift sie den vor die Füße geworfenen Fehdehandschuh und wir lassen es so richtig krachen, obwohl ich ihren Bauch süß finde.

    Irgendwie bin ich mit dem Runterschlucken so ein Profi geworden, dass fast alles nur noch verzögert aus mir heraus bricht. Ich reagiere sozusagen immer erst dann, und zwar heftig, wenn es nicht mehr anders geht. Ich befinde mich daher meistens in einer Art emotionalem play-back Modus von vergangenen Ereignissen, egal ob sie zur gerade stattfindenden Livesendung um mich herum passen oder nicht. Ehrlich gesagt, passen sie selten. Die Livesendung kommt nur verzögert an und dazu noch gefiltert von den Emotionen vergangener Geschehen. Wenn so was passt, ist das reine Glückssache, etwa so häufig wie ein Lottogewinn, wenn ich nicht tippe.

    Na ja, wenn ich schon nicht mal mit den Ereignissen um mich herum im Rhythmus bin, wie soll das dann bitte mit Ereignissen möglich sein, die ein bisschen weiter her geholt sind, z.B. der Vollmond oder die Tag-und-Nacht-Gleiche. Da muss ich gar nichts auf den Vollmond oder die Mitternacht in meinem körperlichen Biorhythmus schieben. Die werde ich vielleicht spüren, wenn ich auf emotionale Livesendung gehe, statt im play-back Modus angebrütete Eier zu essen.

    Eklige Vorstellung, oder? Aber irgendwie ist es ein passender Vergleich. Geschluckte und abgetötete Gefühle "erwachen" wieder zum Leben wie ein in der Sonne liegendes Schnitzel, das unter dem Einfluss von Fäulnisbakterien mit der Zeit wieder "zu leben" anfängt, plus entsprechender Geruchsentfaltung. Meine alten angebrüteten Gefühle stinken in jeder späteren Situation. Es ist eben etwas faul. Ich bin nicht im Rhythmus und (st)hinke ständig hinterher.

    Die Lösung? Wie war's mit kleinen Schritten in der Herzentgiftung, Gefühle dort ausdrücken, wo und wann sie entstehen, und das mit Respekt für mich und die anderen Beteiligten? Macht nicht nur beim Szenario "Stiletto-Absatz auf große Zehe" Sinn und ist einfacher umzusetzen als es nicht zu tun ("Au!" zu schreien). Da muss es doch irgendwo ein ganzes Spektrum von Schwierigkeitsübergängen hin zu Themen wie Übergewicht, Magersucht, Neid & Co. geben. In diese Richtung könnte ich mich ja ganz geduldig, vertrauens- und respektvoll Schrittchen für Schrittchen bewegen. Kann ich das? Werde ich es tun?


    PS: Wussten sie, dass sich Erde und Mond um einen gemeinsamen Schwerpunkt drehen? übrigens tun das alle miteinander benachbarten Himmelskörper und wir ja auch mit unseren Nächsten. Wir drehen uns umeinander, im Guten wie im Bösen, ob wir es mögen oder nicht. Warum dann nicht mögen?


    In meinem Kopf herrscht eine seltsame Unruhe

    wie von herumfliegenden Vögeln,

    jedes Teilchen kreist um sich selber.

    Ist der, den ich liebe, überall?

    (Jellaluddin Rumi)





    SEP-2010: DAS ANGVIL-PROJEKT

    Die Wahrheit ist etwas Persönliches. Sie ist so persönlich, dass ein gewöhnlicher Mensch, wie z.B. ich, mit der Erwartung ins Leben startet, dass seine / ihre Wahrheit die allgemeine Messlatte sei. Ich erwarte, dass sich andere Menschen entsprechend der (meiner!) Wahrheit verhalten. Außerdem stelle ich mir vor, dass andere von mir erwarten, ich würde mich entsprechend der (meiner!) Wahrheit verhalten. Sowohl meine Erwartungen als auch meine Vorstellung sind vollkommen daneben.

    Tatsache ist, dass alle drei Säulen unserer Demokratie damit beschäftigt sind, eine gemeinsame praktikable Wahrheit durchzusetzen, die es uns ermöglicht, zusammen zu leben. Die Legislative macht Gesetze, um die Wahrheit festzunageln. Die Judikative regelt die Streitigkeiten, die trotz oder wegen der festgenagelten gemeinsamen Wahrheit aufkommen und die Exekutive setzt diese Reglungen durch, falls notwendig mit brutaler Gewalt gegen den gemeinsamen Widerstand der streitenden Parteien. Wen wundert es da, dass wir im Innern, zumindest unbewusst Wahrheit mit Streitigkeiten gleichsetzen?

    Wie entsteht denn Übereinstimmung? Durch Reibung von verschiedenen persönlichen Wahrheiten. Sie erodieren sich dadurch gegenseitig ganz langsam in einen funktionsfähigen Kompromiss, eine gemeinsame Wahrheit, die immer und immer wieder neu ausgehandelt werden muss. Man spricht von Ecken abschleifen. Konflikte (Streitigkeiten) vermeiden, ist keine Lösung. Auch hilft es nicht, Konflikte aufzubauschen oder zu erzeugen.

    Kann ich meine Wahrheit so ausdrücken, dass ich mir gerecht werde, ohne andere zu verletzen? Kann ich deine Wahrheit hören und dabei den Respekt vor mir und vor dir bewahren? Manchmal ja und manchmal nein. Wenn ich meine Hörner auf habe, kann ich es nicht, und wenn ich meine Flügel trage, dann geht es. Und manchmal geschieht es, dass aus meinen Flügeln plötzlich Hörner werden und umgekehrt.

    Im August saß ich auf der berühmten Isla del Sol im Titicaca-See und blickte auf die gegenüberliegende Cordillera Real mit dem 6000er Illimani (Goldener Adler), dem Hausberg von Boliviens Hauptstadt La Paz. Die Sonne ging gerade hinter diesen Bergen auf, der Himmel war voller Pastelltöne mit acrylfarbener Intensität von zartestem Rosa bis zu kräftigem Türkis.

    La Paz heißt "Der Frieden". Das ist ein schöner Name für eine Stadt und auch etwas, das ich mir schon immer gewünscht habe. Ich rede von innerem Frieden und das heißt es eben, die losen Enden meines bisherigen Lebens zu entwirren und zu verknüpfen. Ich habe schon ein paar Mal Versuche in Richtung "Memoiren" gemacht und jedes Mal endete es damit, herausfinden zu wollen, wo ich denn wohl hingehe. Nun, ich gehe nach Hause. Und damit meine ich nicht, dass ich zurück nach Deutschland komme. Ich rede davon, wieder ganz zu werden, heil.

    ANGVIL bedeutet ANGel plus deVIL (hört sich halt schöner an als ENGFEL), weil ich eben sowohl Hörner wie auch Flügel habe. Egal, wie kontrovers sich das für mich anhört - wo ich doch mein ganzes Leben versucht habe, gut zu sein - bleibt es dennoch eine unangenehme Tatsache. Heil werden, heißt eben, Licht auf das Dunkle zu richten, auf meiner Hörner und meine Flügel zu schauen, ohne sie größer oder kleiner zu machen, als sie wirklich sind. Nicht, dass das ihre wirkliche Größe beeinflussen könnte. Sie sind gleich groß und schrumpfen entweder zusammen, wenn ich auf dem Weg zum Heil werden einen Schritt getan habe, oder sie wachsen zusammen, wenn ich einen weiteren abenteuerlichen Umweg einschlage. Es lauft ein bisschen wie Ebbe und Flut - manchmal wachsen sie, manchmal schrumpfen sie, und das immer im Wechsel.

    An dieser Stelle möchte ich meinen lieben verstorbenen Freund Edward Mac Donald zitieren. Ich hatte mich bei ihm einmal über die vielen Fehler in meinem Leben beschwert und er sagte: "In meinem Leben hat es viele Umwege gegeben, aber kein einziger war unnötig!" Und bei einer anderen Gelegenheit sagte er: "Gott konfrontiert dich niemals mit einem Problem, das größer ist, als deine Kapazität, es zu lösen. Und wenn er es doch einmal tut, dann ist das sein Problem!"

    In der Zwischenzeit bin ich widerstrebend zu der Ansicht gelangt, dass Gott in mir ist - und natürlich auch in dir (noch widerstrebender) - und dass ich mich niemals dazu bringen kann, ein Problem anzusehen, dass größer ist, als meine Kapazität, es zu lösen. Das lauft für die Intellektuellen unter uns auf Schöpfungsmitverantwortung hinaus, und für die Nicht-Intellektuellen auf Liebe. Ratet mal, wo ich dazu gehöre. - Wenn das Einzige, was Gott nicht kann, ist, seine Schöpfung nicht zu lieben, wie könnte ich da dich nicht lieben? Traurig- und ehrlicherweise kann ich es selten. Ich kann mich ja oft nicht mal selber lieben.

    Zurück zur Isla del Sol. Mittlerweile lief ich auf dem gut ausgetreten 20 km Rundweg der Insel die touristischen Attraktionen ab und kaute auf den Gedanken herum, die ich in Puno gehabt hatte. Das ist eine peruanische Stadt, die ebenfalls am Titicaca-See liegt, aber in puncto Schönheit und Natur so ziemlich das Gegenteil zur Isla del Sol darstellt.

    Bis vor einem Jahr hatte ich mir mein Leben so erschaffen, dass mich ein Mindestmaß von schweren Anstrengungen im Überlebensmodus beschäftigt und gefangen hielt. Doch dann nahm es von heute auf morgen eine Kehrtwendung und meine Grundbedürfnisse können seither mit Leichtigkeit befriedigt werden. Da ich mich mein ganzes Leben lang als jemand mit einer asketischen Ader betrachtet hatte, begann ich mich sehr zu wundern. Ich habe jetzt jede Menge Zeit ohne den Druck der Umstände, den ich früher gewohnt war und frage mich deshalb, was ich wohl damit tun soll. Zu viel Komfort ist schon dabei, unbequem zu werden. Meine Bedürfnisse sind befriedigt. Was soll ich jetzt tun?

    In Peru, insbesondere in Puno, musste ich viel Beschwerliches sehen. Das ist mir auch schon früher so gegangen, aber damals hatte ich selber meine Probleme. Jetzt war es auf einmal anders: Ich, ohne Schwierigkeiten, schaue auf andere mit Schwierigkeiten.

    Ich spende bereits das Übermaß meines Einkommens an NGOs wie www.back-to-life.com. Das ist irgendwie nicht befriedigend genug. Frieden auf Erden kann nicht allein durch Geld erreicht werden. Der wichtigere Beitrag zum Frieden auf Erden ist mein eigener innerer Friede oder seine Abwesenheit. Jetzt schließt sich der Kreis und ich hoffe, du verstehst meine Absicht hinter dem ANGVIL-Projekt. In meinem Innern ist es noch nicht friedlich. Mit dem ANGVIL-Projekt bin ich auf dem Weg, wieder heil zu werden, selbst wenn es in meinen nächsten abenteuerlichen Umweg führen sollte.


    Ich stehe auf und dieses Eine, das ich bin

    verwandelt sich in Hunderte, die ich bin.

    Sie sagen, dass ich um dich kreise.

    Unsinn. Ich kreise um mich.

    (Jellaluddin Rumi)





    Dez-2010: GUTE ZEITEN, SCHLECHTE ZEITEN

    Wie kommen sie bloß zustande, die guten und die schlechten Zeiten. Was kann ich tun, damit es nur noch guten Zeiten werden?

    Es geht um die Unmöglichkeit, dass sich die Erwartungen (z.B. in Hinsicht Beziehungsdichte) zweier Menschen für längere Zeit decken können. Da meine eigenen Erwartungen ständig mit meinem Biorhythmus (schau dir den mal an! - deinen eigenen natürlich: http://wetter.de/deutschland/biowetter/biorhythmus) schwanken und dazu noch mit einer Vielzahl anderer Rhythmen (Mond, etc.), wieso darf es dann bei jemand anderem nicht sein? Bei mir halte ich es ja auch für normal. Ich kenne nichts anderes, und meine Schwankungen gehören so sehr zu mir, dass ich sie für konstant halte - sind sie aber nicht! Ich erscheine jemand anderem genauso wankelmütig, wie er / sie mir.

    Also heute so, morgen so! Das ist normal und wenn jemand wirklich "konstant" ist, dann VORSICHT! Der / die unterdrückt nämlich seine naturgegebenen Schwankungen und das kann nicht ewig gut gehen. Das sind eher günstige Voraussetzungen für einen baldigen Mord oder Krieg (wenn es viele tun, Gefühle unterdrücken nämlich).

    Also wünsche dir ruhig, geliebt zu werden - das wirst du ja sowieso - aber lass die Illusion sausen, dass es jeden Tag gleich sein kann, soll, muss. Du bist weder zu emotional, noch verlangst du zu viel. Du bist einfach nur anders als er / sie, und du wirst einfach nur anders sein, als die / der Nächste, und anders als die / der Nächste. Dürfen die dann auch anders sein, als du?

    Kann ich selbst die Erwartungen erfüllen, die ich an andere stelle? Wenn nicht, könnte ich meine Erwartungen ändern. Das nimmt Druck weg, nicht zuletzt den Druck, den ich auf mich selber ausübe. Denn als ehrliche Haut versuche ich auch (vergeblich), das selber zu erfüllen, was ich von anderen erwarte. Ich höre auf, mir mit solchen Unmöglichkeiten das Leben künstlich kompliziert zu machen. Und falls du dich dazu entschließen solltest, dieses Drama weiter zu fahren, dann hör auf, dich darüber zu beschweren. Du kannst es anders tun, sonst niemand.

    Es geht wirklich nicht ums Umsteigen auf ein anderes Pferd oder ums Aussteigen. Es geht darum, ob ich während meiner Beziehung lieber "aua" oder "hurra" schreien möchte. Beides geht gleich gut, fühlt sich allerdings total anders an. Zurzeit mache ich entweder gute Miene zum guten Spiel oder böse Miene zum bösen Spiel, wobei ich den Standard für "gut" oder "böse" durch Wertung (beurteilen) selber erschaffe und ihn vielleicht niemand mit mir teilt. Alles hat immer zwei Seiten! Welche will ich jetzt in diesem Moment sehen? Es ist meine Schöpferkraft, mit der ich mir Dinge entweder schön oder hässlich rede. Wenn ich aufhöre zu werten, also die Dinge nicht mehr so sehe, wie ich sie entsprechend dem kombinierten Einfluss meiner Bio- und sonstigen Rhythmen gerade sehen möchte, dann kann ich sie sehen, wie sie wirklich sind: weder gut, noch schlecht.

    Ich mache mich dann nicht mehr von meinen selbst erschaffenen Bewertungen abhängig. Wie pervers das doch ist. Ich rede mir was hässlich und dann fühl' ich mich schlecht, weil es (angeblich!) hässlich ist. Dabei ist es doch selbst hässlich gemacht und jemand anders findet das gleiche vielleicht schön oder nicht mal erwähnenswert.

    Das war jetzt keine Empfehlung, alles schön zu reden. Das hat letztendlich den gleichen Effekt, ich sehe die Dinge nicht, wie sie sind, sondern wie ich sie gern hatte, in diesem Fall eben schön. Schön dumm! Auch nicht besser als hässlich dumm. Wenn ich schon was erschaffe, warum dann nicht darauf aufbauend, wie es ist. So kann ich wirklich etwas ändern. Sonst beschränkt sich mein Schaffen darauf, etwas anders zu sehen, als es wirklich ist. Es beschränkt sich aufs Erschaffen von einer hässlichen oder schönen Illusion, beides nicht die Wirklichkeit, die einfach nur ist.

    Wenn meine ganze Energie und Aufmerksamkeit ins Schaffen und Aufrechterhalten von Illusionen geht, dann kommt es mir gar nicht in den Sinn, dass es auch anders geht. Ich hab' ja schließlich gar keine Energie mehr übrig - alles schon verbraucht und verplant. Ich will in der Zukunft die gleiche Lieblings-Illusion, die ich schon in der Vergangenheit erschuf - auch eine Art Ergonomie. Und meine(n) Partner(in) will ich auch, wie sie / er war. Vielmehr ich will sie / ihn so, wie er / sie mir erschienen ist, als wir uns verliebt haben, als wir unsere Momente hatten, die ich als so schön empfunden, dass ich sie flugs in meine Erinnerung als Maßstab für alle Ewigkeit eingraviert habe. Falls er / sie sich - oder gar ich mich - in der Zwischenzeit geändert haben sollte, oder unsere gesammelten Biorhythmen ein abweichendes Hintergrundbild ergeben sollten, dann erhält' ich mir mit meiner ganzen Schöpferkraft das schöne Bild und schmolle, schimpfe, meckere mit der widerspenstigen Wirklichkeit, die sich zurzeit so gar nicht an meiner Lieblings-Illusionen ausrichtet.

    Wieso freue ich mich in diesen Tagen öfter und vor allen Dingen ehrlicher, als ich es früher getan habe? Na, ich tippe mal, dass ich nicht mehr ganz so viel Energie und Schöpferkraft in meine Illusionen steckte, in das, wie ich die Wirklichkeit gern hatte, obwohl sie nicht so ist. Also rede ich doch hier nicht von etwas, was ich und du nicht kennen, von dem wir nicht wissen, wie wir es sein lassen können, oder? Es geht doch bloß um den nächsten WEITeren kleinen Schritt nach vorn, den mein "letzter Schritt NAHe gelegt hat." (schickes Wortspiel, oder?)

    Und jetzt? Angenommen ich bin bereit, auf die guten Zeiten zu verzichten, damit die schlechten Zeiten auch aufhören und ich bin bereit, auf die schlechten Zeiten zu verzichten, um Sehen zu können, was ist. Was dann?

    Aus Das Geheimnis der Meisterschaft, Kryon durch Lee Carroll in Moskau 2010, http://gesund-im-net.de/channeling/kryon2010moskau2.htm#gm:

    Könnt ihr euch selbst lieben? Könnt ihr euch in das Gesicht im Spiegel verlieben? Sofort lasst ihr einen Seufzer hören und sagt: "Also, das ist zu einfach. Natürlich kann ich das. Ich kann es tun." Aber ihr tut es nicht, oder etwa doch?

    Lasst uns für einen Moment so tun, als ob in eurem tiefsten Innern ein kleines Kind ist. Lasst uns für einen Moment so tun, als ob euer aller empfindsamster Teil, die Kernseele, die Gefühle eines kleinen Kindes hat. Was würdest du zu diesem Kind sagen, lieber Mensch, liebe(r) Erwachsene(r)? Nun, ich möchte euch erzählen, was ich euch zu dem Kind im Innern sagen höre:

    "Du bist hässlich. Du bist es nicht wert. Du wirst es nie schaffen! Die Dinge mögen auf der Erde zwar besser werden, aber nicht sehr bald, und außerdem bist du dann vermutlich gar nicht dabei, weil du nämlich nicht so lange leben wirst. Jemand Wichtigeres als du wird kommen und die Arbeit tun. Du wirst es nicht sein."

    Würdest du das zu einem Kind sagen? Würdest du das einem kleinen Kind sagen, dass dich mit großen Augen und bloß liegenden Gefühlen anschaut? Du bist der Chef und niemand anders ist da, auf den man hören könnte. Würdest du das sagen? Die Antwort ist nein. Nein! Warum sagst du es dann zu dir selber, mein(e) Liebe(r)? Denn das ist es, was wir hören. Das unschuldige Kind ist dieser Kern in dir, der auf das Geheimnis zur Meisterschaft wartet. Es ist eine wunderschöne Kernenergie der Liebe und sie sucht ständig in deinem eigenen Körper und deinem eigenen Bewusstsein nach Antworten. Was bekommt sie zu hören?

    Tut so, als hattet ihr ein kleines Kind {im Innern}. Hört diese Worte.

    "Oh, wie wunderschön du bist! Schau auf den Schöpfer in dir! Ich sehe ihn auf deinem Gesicht, oh, mein kleines Juwel. Schau auf die Samen Gottes, die in deinem Herz funkeln! Wow! Mit dieser Energie wirst du wirklich weit kommen. Du bist großartig! Es gibt nichts, was du nicht tun könntest."

    Was wird das Kind damit tun, mein(e) Liebe(r)? Der/die Kleine lächelt, baut sich auf und kommt in ihre/seine Kraft. Sie lieben es!

    "Wirklich? Das siehst du? Oh, vielen Dank!" Dann geht das Kind zur Tür hinaus mit den eingepflanzten Samen, zu einem Wesen heran zu wachsen, das weiß, wie es sich und andere behandelt. Diese Wahrheit wird dann in die Tat umgesetzt und seine/ihre Kraft wächst mit jedem Tag, den sie/er auf der Erde wandelt. Ohne die Felsen des Zweifels auf dem Weg beschleunigt sie/er auf eine neue Stufe und unterstützt alle um sich herum und selbst die Erde.

    Was wäre, wenn du das mit dir selber tun könntest? Was, wenn das der Dialog wäre, den du mit dir selber jeden Tag deines Lebens führst? Wie würdest du das nennen? Das nennt man, sich in sich selber verlieben. Nun, das ist nicht so einfach, oder? Du wirst wohl dein Denken umkrempeln müssen, nicht wahr? Was ist, wenn jemand auf dich zukommt und fragt: "Wie geht es dir?" Rede mit dem Kind.

    "Ich fühle mich gut, weil ich ein großartiger Meister bin!" Du könntest das sagen, aber du tust es nicht, oder? Nein.

    Die Menschen haben gelernt, dass ihnen Aufmerksamkeit geschenkt wird, wenn sie negativ werden.

    "Wie geht es dir heute?"

    "Nicht gut." (Sofortige Aufmerksamkeit.)

    Lasst uns ein bisschen Drama hinein rühren: "Warum?"

    "Weil etwas geschehen ist."

    "Was war es denn?"

    "Es war dieses, es war jenes… böse Sache."

    Seht ihr, ich habe zugehört, wenn die Menschen miteinander reden. Ich lebe mit euch. Habt ihr das gewusst? Ich bin ein Teil der schöpferischen Energie, die euch die ganze Zeit umgibt. Ich weiß, wer ihr seid, ich weiß, wer hier ist. Hört euch dabei zu, wenn diese Worte aus eurem Mund kommen, wenn ihr sprecht. Ziemlich oft ist es {nur} eine schlechte Angewohnheit, aber es sagt den Zellen, wie ihr euch fühlt, denn auch sie hören zu. Es verstärkt eine negative Energie. Liegt darin Freude? Nicht oft. Wenn keine Freude da ist, dann ist keine Liebe zum Selbst da.

    Wer will schon mit einem Nörgler sprechen oder mit jemandem, der/die die ganze Zeit in Dramen steckt. Würdet ihr an so eine Person zur Unterstützung eurer spirituellen Suche herantreten? Und doch beanspruchen viele von euch, spirituell zu sein, und ihr lauft trotzdem die ganze Zeit mit einer dunklen Wolke um euch herum. Wie soll das gehen?



    Noch Fragen? Keine? Wunderbar!




    Jan-2011: VON MEINEN HÖRNERN & FLÜGELN

    Ich bin als ein hoffnungsvoller Idealist auf die Welt gekommen und bin es auch heute noch. Weniger idealistisch vielleicht, aber dafür mehr hoffnungsvoll. Zu meinem 23. Geburtstag habe ich u.a. alle meine ex-Freundinnen eingeladen. Die Feier fand bei meiner damaligen Freundin statt. Heute verstehe ich, dass viele diesen Ort als unglückliche Wahl betrachten. Damals verstand ich es nicht. Selbst nach der eher unharmonisch verlaufenden Feier und der darauf folgenden Launetrübung zwischen mir und meiner Freundin, war ich immer noch der Meinung, so was müsste eigentlich funktionieren. Ich bin heute noch der Meinung, dass es funktionieren kann - das "müsste" habe ich mir abgeschminkt.

    Entgegen meiner Hoffnungen gibt es die eine Wahrheit leider nicht. Ich habe sie lange und ausführlich gesucht, bei meinen Eltern, bei meinen Lehrern, bei meinen Freunden, bei meinem Guru, beim lieben Gott und letztendlich bei mir. Wahrheit ist weder göttlich, noch staatlich. Sie ist weder freundlich, noch lehrreich und auch nicht Eltern- oder Guru-gegeben. Wahrheit ist etwas Persönliches. Sie ist so unauffällig persönlich, dass jemand wie ich mit der Erwartung ins Leben geht, andere Menschen würden sich gemäß meiner(!) Wahrheit verhalten. Das ist natürlich ein Witz, und doch war es für mich keiner. Außerdem stellte ich mir vor, andere würden von mir erwarten, dass ich mich gemäß meiner Wahrheit verhalte. Beides hat sich dann im Laufe meines Lebens als Illusion herausgestellt. Andere Menschen verhalten sich entsprechend ihrer Wahrheit und erwarten von mir, dass ich mich gemäß ihrer Wahrheit verhalte. Wie soll das bitteschön gehen? (jedenfalls auf keinen Fall mit mir!!!)

    Alle drei Säulen unserer Demokratie sind damit beschäftigt, eine gemeinsame praktikable Wahrheit durchzusetzen:
    • Die Legislative macht Gesetze, um die Wahrheit unpersönlich zu machen.
    • Die Judikative regelt die Streitigkeiten, die trotz oder wegen der persönlichen Wahrheit aufkommen.
    • Und die Exekutive setzt diese Regelungen durch - falls notwendig mit Gewalt und gegen den gemeinsamen Widerstand der streitenden Parteien.
    Mich wundert es nicht, dass ich in meinem Innern erst mal "Streben nach Wahrheit" mit "um die Wahrheit kämpfen müssen" gleichgesetzt habe. Kam sozusagen in den Genen oder zumindest mit der Muttermilch und den geschichtlichen Gegebenheiten. Tja, man könnte unsere Demokratie sogar als fortgeschrittene Verwaltungsform unseres kollektiven inneren Unfriedens bezeichnen. Und sie wäre trotzdem fortschrittlich im Vergleich mit anderen gegenwärtigen Staatsformen wie Diktatur und Monarchie, aus denen sie sich wiederholt entwickelt hat. Wie dem auch sei, mein Beitrag zum Frieden auf Erden ist mein eigener innerer Frieden oder seine Abwesenheit.

    Wie entsteht denn überhaupt Übereinstimmung? Bei mir ist es durch Reibung von meiner persönlichen Wahrheit an den persönlichen Wahrheiten von anderen. Sie erodieren sich gegenseitig zu funktionsfähigen Kompromissen, die neu ausgehandelt werden müssen, sobald sich die Umstände ändern. Und das tun sie ständig. Man(n) und Frau spricht von Ecken abschleifen. Konflikte vermeiden, obwohl ich das gern tue, ist keine Lösung. Konflikte suchen oder erzeugen, was ich ungern tue, auch nicht.

    Kann ich meine Wahrheit so ausdrücken, dass ich mir gerecht werde, ohne andere zu verletzen? Kann ich deine Wahrheit hören und dabei den Respekt vor dir und vor mir bewahren? Manchmal ja und manchmal nein. Wenn ich meine Hörner auf habe, kann ich es nicht, und wenn ich meine Flügel trage, dann geht es. Und manchmal geschieht es, dass aus meinen Flügeln plötzlich Hörner werden und umgekehrt. Egal, wie kontrovers es sich anhört - es bleibt Tatsache. Und das, wo ich doch mein ganzes Leben versucht habe, gut zu sein.

    Heil werden bedeutet aber, mein Licht auf mein Dunkles zu richten. Dann kann ich auf meine Hörner und meine Flügel schauen, ohne sie größer oder kleiner zu machen, als sie wirklich sind. Nicht, dass das ihr wirkliche Größe beeinflussen würde. Sie sind etwa gleich groß und schrumpfen zusammen, wenn ich auf dem Weg zum heil werden einen Schritt tue. Und sobald ich einen Umweg einschlage, dann wachsen sie ein bisschen - zusammen!

    Nur widerstrebend bin ich zu der Ansicht gelangt, dass Gott in mir ist - und natürlich auch in dir (noch widerstrebender). Das lauft für einen Intellektuellen wie mich auf Schöpfungsmitverantwortung hinaus, und für die Nicht-Intellektuellen auf Liebe. Herzlichen Glückwunsch, falls du zur zweiten Gruppe gehörst.

    Für mich und andere Intellektuelle eine rhetorische Frage: Wenn das Einzige, was Gott nicht kann, ist, seine Schöpfung nicht zu lieben, wie könnte ich da dich nicht lieben? Trauriger- und ehrlicherweise kann ich es selten. Ich kann mich ja oft nicht mal selber lieben. Denn mein Inneres ist noch nicht heil, noch nicht ganz, noch nicht friedlich. Mit dem Entschluss, mein Licht auf mein Dunkles zu richten, bin ich auf dem Weg, wieder heil zu werden, selbst wenn daraus ein weiterer Umweg werden sollte. Alle meine ex-Freundinnen zum Geburtstag bei meiner jetzigen Partnerin einzuladen, kommt allerdings nicht mehr in Frage. Die Entfernungen sind viel zu groß geworden!


    Denke nicht über einen guten Rat für mich nach.

    Ich habe bereits das Schlimmste geschmeckt, was passieren kann,

    Selbst wenn sie mich irgendwo verschnürt und geknebelt einschliessen,

    können sie diese neue Liebe, die ich habe, nicht fesseln!

    (Jellaluddin Rumi)





    Feb-2011: KÖRPERSPRACHE

    Letztens ist mir mal wieder aufgefallen, wie sehr das, was ich sage, und das, was mein Körper sagt, voneinander abweichen können. Je schlechter ich "drauf bin", desto größer der Unterschied. Das erinnert mich an einen Spruch von (glaube ich) Marcel Proust, sinngemäß: "Das Schlimme für den Lügner ist nicht, dass ihm keiner mehr glaubt, sondern dass er sich selber nicht mehr glauben kann."

    Wenn ich das auf mich und meine Stimmung anwende, bedeutet es, je schlechter ich "drauf bin", desto weniger glaube ich mir. Wenn ich mir selbst nicht mehr glaube, nicht mehr traue, dann fange ich an zu lügen - entweder mit dem Körper oder mit dem Mund, und wenn es ganz dick kommt, mit beiden. Ich bin in Wahrheit nicht nur stimmungsabhängig, sondern auch meine Wahrheit ist stimmungsabhängig. Und wenn meine Wahrheit stimmungsabhängig ist, warum sollte es mit der Wahrheit anderer Leute anders sein? Und wenn es mit der Wahrheit anderer Leute genau so ist, dann ist auch die gemeinsame (durchschnittliche?) Wahrheit stimmungsabhängig?! Da kann ich nur froh sein, dass unsere Stimmungen nicht im Gleichtakt schwanken, oder tun sie das manchmal?

    Wenn sie glauben, dass wäre Beredsamkeit mit dem Ziel, sie zu verwirren, dann googeln sie doch mal "Körper lügt nicht". Ich zitiere nur aus den Kurzbeschreibungen ohne auf den Link geklickt zu haben. Und behalten sie im Hinterkopf, dass etwa die Hälfte der vorderen Einträge einfach nur Verkaufsanzeigen für das gleichnamige Buch von John Diamond sind:

    Am 15.2. um 7:36 MEZ mit der Yahoo-Suchmaschine:
    • Eintrag 2: "Körper Macht Geschlecht. Führen durch Körpersprache ..."
    • Eintrag 3: "Deutschlands renommiertester Rhetorik-Experte"
    • Eintrag 4: "Ob bei neuen. Projekten oder. Gehaltsverhandlungen - die Körperhaltung ..."
    • Eintrag 9: "Wer die Signale der Körpersprache kennt, hat die Möglichkeit, einen Menschen ..."

    Am 15.2. um 7:54 MEZ mit der Google-Suchmaschine:
    • Eintrag 2: "Man kann durch seine Gedanken Körperreaktionen hervorrufen..."
    • Eintrag 4: "Der eigene Körper lügt nicht Testbericht und Kaufberatung zu Kinesiologie"
    • Eintrag 5: "Ob bei neuen Projekten oder Gehaltsverhandlungen - die Körperhaltung Ihres Gegenübers verrät in wenigen Sekunden, ..."
    • Eintrag 9: "Wenn eine berufliche oder private Herausforderung komplexer wird, reicht eine rein rationale Herangehensweise nicht mehr aus."

    Warum ich sie damit langweile? Nun ja, mir geht es um meine Wahrheit und meine Integrität, in den Eintragen der Suchmaschinen geht es um...?

    Ich will ihrer Meinung nicht vorgreifen, darum schreibe ich jetzt, wie es mir vorkommt: Es geht bei den Eintragen um Manipulation, um Lügen, um Macht: "Was muss ich tun, um den Eindruck zu erwecken, den ich erwecken will, ganz unabhängig davon, wie ich wirklich bin?" und "Wie kann ich erkennen, ob mich jemand belügt?" Sehen sie darin einen Widerspruch? Ich schon - ich möchte perfekt lügen lernen und gleichzeitig die perfekten Lügen anderer durchschauen, ich möchte zum Beispiel: "Körpersprache deuten, Verkaufen lernen!" (ein anderes Zitat aus dem Internet)

    Was denn nun? Lügen oder Wahrheit? Wie ich es gern hatte, ist schon klar. Dass es nicht funktioniert, leider auch. Die Geschichte zeigt es. Wir versuchen uns seit Tausenden von Jahren gegenseitig über den Tisch zu ziehen, mit Schläue, mit Gewalt, manchmal mit Gefühl und öfter ohne. Mein Wille geschehe - um jeden Preis, notfalls gegen den Willen aller anderen. Und so pendeln wir vom Miteinander zum Gegeneinander, immer hin und her. So bleibt der Frieden nicht auf Erden. Die Geschichte zeigt es.

    Ein Glück, dass wir die Körpersprache haben. Ein Glück, dass der Körper nicht lügt, auch wenn es viele Seminare gibt, in denen wir angeblich lernen, auch noch mit dem Körper zu lügen und gleichzeitig die Körperlügen anderer totsicher zu durchschauen, und dabei schön locker zu bleiben, und... Der Turmbau zu Babel in der Körpersprache. Wenn's denn Spaß macht.

    Es gibt aber auch andere Angebote der Weiterbildung zum Thema "der Körper lügt nicht", wie zum Beispiel:

    "Körpersprache ist Ausdruck innerer Bewegungen, an ihr ist der momentane Gefühlszustand eines Menschen ablesbar. Der Körper lügt nie, ist immer in der Gegenwart und leider wird seine Wahrheit zu oft ignoriert. Somit stimmen die Signale des Körpers und die ausgesprochenen Worte oft nicht überein und Missverständnisse sind vorprogrammiert."

    Wie ich es auch wende und drehe, es kommt immer wieder dasselbe heraus. Kein Ding ist in sich teuflisch oder göttlich, sondern meine Absicht macht die Dinge zu ihren teuflischen oder göttlichen Erfüllungsgehilfen. In mir und in dir sprudelt die Summe aller Möglichkeiten, aus der ich mir mit meinem freien Willen, das eine oder andere aussuche und zu meiner göttlichen, teuflischen oder gemischten Wirklichkeit mache. Das ist Schöpferkraft, mein Beitrag zur gegenwärtigen gemeinsamen Wirklichkeit. Interessant dabei ist, dass es mein Körper zeigt. Egal wie viele Seminare zur Manipulation meiner Körpersprache ich besucht habe, er zeigt es mir und dir, notfalls durch einen Krebs.

    Glücklich und gesund kann ich nur bleiben / werden, wenn ich nichts vor mir und damit vor dir zu verbergen habe, wenn ich in dir nicht die eigenen Lügen suchen muss, wenn ich mit mir in dem Frieden bin, den ich gern von dir entgegengebracht bekomme. Für diese Art der Schöpferkraft habe ich bei Wikipedia noch ein interessantes Beispiel gefunden:

    Eine Studie in elf Ländern zeigte, dass Frauen, je starker sie unterdrückt werden, umso häufiger nonverbale Zeichen für Unwahrheit ignorieren und stattdessen Anzeichen für die erwünschte Nachricht beachten. (http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6rpersprache)


    Manchmal fürchten wir die Vereinigung, manchmal die Trennung.

    Du und ich, so sehr angezogen von den Begriffen du und ich,

    sollten leben, als hatten wir diese Pronomen nie gehört.

    (Jellaluddin Rumi)





    Feb-2011: PICKEL AN DER BACKE

    Der Mond war voll (vor zwei Tagen), die Sonne schickt uns starke magnetische Winde. In den Nachrichten sagen sie, dass in China schon der Mobilfunk gestört ist. Und bei uns? Unser Mobilfunknetz ist eben deutsche Wertarbeit. Das bringt so leicht kein Sonnenwind aus der Fassung.

    Trotzdem sind wir auch hier fassungslos. Jedenfalls bei mir zuhause. Ich habe eine Pickel-beblühte linke Backe. Auf der linken Backe meiner Partnerin blüht auch einer. Sie stören. Soweit die Gemeinsamkeiten. Jetzt zu den Unterschieden.

    Ihr einer Pickel ist eher wie ein Blumenkohl und nässt. Er stört das Aussehen und sie versucht ihn zu kaschieren, so gut es eben geht. Es geht nicht besonders gut, denn er befindet sich blumenkohlartig auf der linken Wange gleich am Mundwinkel. Direkt im Blickfeld! Ihre Bemühungen zeigen größtenteils den Effekt "zerlaufene Schminke".

    Mir ist Aussehen nicht so wichtig. Deswegen sind meine zwei Pickel auch dort, wo sie mich stören. Sie sind trocken und verkrustet, die Haut ist schorfig. Sie spannen und sie jucken. Ich versuche sie weich zu halten, so gut es eben geht. Es geht nicht besonders gut, denn es geht um die linke Backe in meiner Hose, genauer gesagt um die unmittelbare Umgebung des linken Sitzbeinhöckers. Sie stören mich beim Sitzen! Meine Bemühungen gehen größtenteils in die (Unter-)Hose.

    Ihre Psycho-Tante meint "Schein versus Sein" und "das wahre Gesicht zeigt sich beim Versuche, es zu wahren", usw. Mein Psycho-Onkel sagt "Bequemlichkeit versus Sein" und "Bequemlichkeit geht langfristig in die Hose". Ein Tritt in den (meinen!) faulen Hintern wäre schon angemessen.

    Um meinen Psycho-Onkel abzulenken, habe ich ihn dann wegen China und der "höheren" Bedeutung gestörter Handyverbindungen gefragt. Das hat fast zu gut geklappt. Ich durfte mir nämlich einen ellenlangen Vortrag über das Handy im Besonderen unter Einschluss des Universums im Allgemeinen anhören. Ich habe es in einer Art Schonhaltung auf der rechten Arschbacke ausgesessen - auf der intuitiven Seite meines Hinterns, wie er sagen würde.

    In meiner grenzenlosen Gutmütigkeit und rechtsseitigen Bequemlichkeit erspare ich euch und mir das Wiederholen der Allgemeinheiten bezüglich des Universums und komme gleich zur Sache. Bei einer derart hemmungslosen Handynutzung brauche man sich nicht zu wundern, dass die Natur eingreift. Er ist schon ein bisschen ein Eso-Spinner, aber der folgende Video-link, den er mir gab, der hat mich schon nachdenklich gemacht: http://www.youtube.com/watch?v=5d9_32p9k8ws


    Ich lebte am Rande des verrückt Seins,

    Gründe wissen wollend und an eine Tür klopfend.

    Sie öffnet sich.

    Ich habe von Innen geklopft.

    (Jellaluddin Rumi)





    Apr-2011: ALTERN

    Wie auf einem Foto neueren Datums von mir unschwer zu erkennen, sind meine Zähne weder besonders schön noch besonders vollständig. Und die Tendenz ist ganz klar abnehmend, eben ein Symptom des Alterns. Mit den neuen russischen Methoden des Zähne Nachwachsens habe ich mich noch nicht tief genug beschäftigt. Dafür aber mit der Frage, was denn nun "altern" für mich bedeutet. Faltencremes kommen nicht in Frage. Das ist so wie mit einem Toilettendeodorant, sagen wir Fichtennadelgeschmack. Der Geruch (Altern) geht davon keineswegs weg, es riecht dann eben nur so, als hatte ich in einen Fichtenwald geschissen. Zur echten Geruchsverbesserung müsste ich mehr darauf achten, was & wie ich esse, denn der Geruch ist ein direktes Produkt meiner internen Nahrungsverarbeitung.

    Worauf müsste ich denn bei einer echten Verjüngung achten? Wie sehen die neusten Erkenntnisse der Eso-Szene dazu aus? Altern ist eine Konvention unserer gemeinsam geschaffenen Wirklichkeit. Wie bei einem allseits beliebten Bühnenstück, sagen wir das Musical "Cats", haben wir beschlossen, es zu beklatschen und für gut zu befinden, es nachzumachen und als Teil unseres Lebens willkommen zu heißen. Oh, ich als Individuum mag "Cats" nicht mögen, aber in meiner Unterzahl macht das keinen spürbaren Unterschied. Ich kann als Hering im Schwarm freudestrahlend oder endlos meckernd mitschwimmen, nur nicht mitschwimmen geht nicht; mitgegangen - mitgefangen.

    Wenn ich also der Meinung wäre, "Cats" (Altern) sei für die Menschheit nicht sinnvoll, dann müsste ich erst den gesamten Schwarm davon überzeugen, bevor ich (mit dem Schwarm) in eine andere Richtung schwimmen kann. Also los geht's mit dem überzeugen. Und wegen der Glaubwürdigkeit erzähl' ich euch erstmal von mir.

    Also, in den letzten Jahren habe ich oft das Gefühl gehabt, mich anpassen zu müssen. Hatt' ich früher nie! Das fangt bei diesen ganzen Fernbedienungen an! Wo ist der Schwarzweißfernseher mit drei Programmen und nur zwei mal 10 Minuten Werbung vor und nach dem Sandmännchen? Wo ist das Handy, mit dem ich einfach nur telefonieren kann, ohne dass sich das GPS scheinbar von selber einschaltet (und ich die entsprechende Rechnung bezahlen muss)? Wo ist das Auto geblieben, dessen Getriebe ich mit einer kleinen Universalwerkzeugkiste selber auswechseln konnte? Manchmal komme ich mir vor, wie meine eigene Oma, die sich in ihrem Leben genau zweimal weiter von ihrem Geburtsort entfernt hat, als sie gucken konnte, einmal davon im Krankenwagen. Oder mein Onkel, der ein Auto hat(te) und stolz darauf war, dass er nur zweimal im Jahr zu tanken brauchte. Echt krass, oder?

    Na ja, auf jeden Fall ist meine Einstellung zu den immer weiter fließenden Veränderungen des Lebens anders, als zu der Zeit, als ich noch "jung" war. Ist Altern demnach eine Frage der Einstellung? Bleibe ich jung, weil oder solange ich neugierig auf Veränderungen bleibe und freudig mitgehe? In diesem Zusammenhang hatte ich gestern eine persönliche Erkenntnis. Bei mir hängt das "alt werden" mit meiner abnehmenden Schöpfungslust oder Kreativität zusammen. Weil ich bei den Veränderungen nicht mehr so gern mitmache, mich sträube, habe ich das Gefühl, mich anpassen zu müssen. Früher habe ich bei den Veränderungen mitgewirkt, sie miterschaffen. Da hatte ich nicht das Gefühl, mich an etwas anpassen zu müssen. Ich war kein Opfer der Veränderung, ich war eher ein Täter.

    Statt zu meckern und mich gezwungen zu fühlen, etwas zu tun, weil "man" es so tut, z.B. auf 40 Kanälen unter verschieden Fernsehkanälen auswählen zu können, auf dem gleichen Gerät jede beliebige CD oder DVD abspielen zu können oder einer Konserve aus meiner 10 Terrabyte Festplatte oder einen Download aus der Summe aller Internetmöglichkeiten, habe ich in den sich neu erschließenden Optionen geschwelgt und sie nach Herzenslust genossen. Statt mir Gedanken zu machen, wie ich die Technologie gemäß meinem Nutzerprofil einengen kann, hab' ich mir Gedanken gemacht, wie sie sich erweitern lasst, um Dinge zu nutzen, die ich bisher nicht genutzt habe, deren Nutzung ich mir noch gar nicht vorstellen konnte. Ich war heiß auf die Veränderungen, begierig auf diesen sich immer wieder erneuernden Puls des lebendigen Lebens.


    Persönliches Fazit:
    • Mein Altern ist Mangel an Kreativität, Verweigern meines Mitschöpfertums an den aktuellen Veränderungen.
    • Weil ich nicht mehr mitmache, fühle ich mich als Opfer, erleide die Veränderungen, statt sie mit zu bewirken, werde zu ihrem gefühlten Opfer.
    • Weil ich mich als Opfer fühle, meckere ich. Ich will die Zukunft wie sie war. Und weil die unverschämte Welt sich weiterdreht, statt meinem Wunsch nach Konservierung nachzukommen, schmolle ich, drücke mich vor der Selbstverantwortung für das Erschaffen meiner Laune und altere somit vor mich hin.
    Meine persönliches anti-Aging Programm:
    • Ohne einen fundierten Verbesserungsvorschlag werde ich nichts und niemanden mehr kritisieren.
    • Ich danke dem Universum für die sich immer weiter erschließende Summe aller Möglichkeiten und bitte darum, mir bei der Erschließung zu helfen, zum Wohle aller.
    • Ich lenke mehr und mehr meine Aufmerksamkeit darauf, was ich zu den Veränderungen des Lebens beitragen kann, indem ich mich selber so andere, dass es mir und anderen Freude bereitet.

    Eines Tages wirst du mich vollständig aus mir herausnehmen.

    Ich werde tun, was die Engel nicht tun können.

    Deine Wimper wird auf meiner Wange dieses eine Gedicht schreiben,

    an das noch nie gedacht wurde.

    (Jellaluddin Rumi)





    Jun-2011: Teuflische Beschwerden

    Ich habe eine ganze Menge netter Kunden, die mich und "meine" Produkte loben. Ich kann mit Honig um den Mund nicht so besonders gut umgehen und reagierte in der Vergangenheit auf Lob meist äußerlich brummig und innerlich dahin schmelzend.

    Das war so aus dem Gleichgewicht, dass ich mit 30 Diabetes entwickelte. Ein Diabetiker wie ich ist jemand, der die Honigtöpfe, die ihm das Leben an den Rand seines Weges stellt, nicht anrührt und dann kompensatorisch die fehlende Süße, die er sich selber versagt hat (!), in Schokolade & Co sucht.

    Mit meiner Lieblingskundin - die mich und "meine" Produkte am meisten lobt - habe ich über Honig um den Mund schmieren gescherzt und wir haben uns darauf hin geeinigt, dass süße Lügen (wohlwollende Übertreibungen) die Welt schöner machen und die Laune heben. Wenn schon lügen, dann süß! Vorgestern wollte ich ein Päckchen für meine Lieblingskundin zur Post bringen, nur um festzustellen, dass ich keine Briefmarken drauf geklebt habe.

    Selbiges Päckchen hatte ich schon zweimal wieder auf und zu gemacht, weil ich was vergessen hatte einzupacken, weil ein beigefügtes Geschenk das Gewichtslimit gesprengt hatte, ... Obwohl die Postfiliale praktisch mit Briefmarken tapeziert ist, kam ich nicht auf die Idee, dort die fehlenden Briefmarken zu kaufen. Dann hatte ich noch was anderes zu erledigen, was dann dazu führte, dass selbiges Päckchen im Auto vergessen übernachtete. Am nächsten Morgen erhielt ich eine e-mail, mit der meine Lieblingskundin ihre Bestellung erweitern wollte, vorausgesetzt, das Päckchen sei noch nicht weg! - Big smile!!

    Als ich das Päckchen gestern zum dritten Mal verschloss, fehlte die Produktbeschreibung und das Geschenk, obwohl ich das Porto wegen der Zusatzbestellung sowieso hatte erhöhen müssen. Aber das habe ich erst heute Morgen gemerkt, als mich Produktbeschreibung und Geschenk einsam und verlassen schräg von unten angrinsten.

    Das ist ein gutes Beispiel für die ewige Beschwerde des Teufels. Obwohl er totalen Erfolg damit hatte, meine guten Plane durcheinander zu bringen, übertraf das Ergebnis auf jeden Fall meine ursprüngliche Absicht. In einem seiner (vielen) Momente des Frusts beschreibt sich der Teufel in einem Anflug von Galgenhumor in Goethe's Faust in etwa so: Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft! Vielleicht sollte ich aufhören, das Gute zu wollen, damit ich nichts Böses mehr erschaffe? Das wird vermutlich nicht funktionieren, denn schließlich bin ich nicht der Teufel, oder?

    Wie dem auch sei, eines Tages werde ich mit Sicherheit an der drohenden Überdosis Honig eingehen, den mir meine Lieblingskundin so gerne um den Mund schmiert. Das ist jetzt keine Beschwerde, eher ein Schwärmen! Und alle anderen Kunden werden bis dahin einen total verwöhnten Georg ertragen müssen. Als ich meiner Lieblingskundin die Geschichte ihres Päckchens und diese Befürchtung scherzhaft mitteile, bekomme ich folgende Antwort:
    "It´s good you forgot the German info-flyer, cause I wouldn´t be able to read it anyway. (..) I think you should stay just the way you are, wanting & doing good things for people and the planet. You have great energy and you are a very wise man, so it's really a pleasure to know you, even if it's only by phone and mail. It feels so good to know, that you exist with all your knowledge and skills, feels safe. I'm a lucky one too, guess that's why the honey is dripping on you."

    Das war die gefürchtete Überdosis - ich werde mich jetzt in eine Spontanheilung flüchten.




    Okt-2011: Mit Sigmund auf der Couch

    Kregor mit "K" ist ein Erdmännchen. Er schmollt gerade, und zwar richtig. Er ist allein weit raus in den Busch gelaufen, um in der Sicherheit einer nur ihm bekannten Höhle in aller Ruhe und Ausführlichkeit vor sich herzuschmollen und vor sich hinzuschimpfen. Da meldet sich eine Stimme - in ihm!!!

    Eine Stimme (leise): "Hallo!"

    : "Wer? Wie? Was? Wieso?"

    Die Stimme (ganz sanft): "Nicht aufregen. Ich bin's nur."

    : "Wer ist ich? Kenn' ich dich?"

    Stimme: "Ja und nein. Ich bin schon immer da, aber heute hörst du mich zum ersten Mal."

    : "Und wer bist du? Wo kommst du her?"

    Stimme: "Hab' ich doch gerade gesagt. Ich war schon immer da, jedenfalls solange du lebst. Und was meinen Namen angeht - du sagst vielleicht am besten Sigmund zu mir."

    : "Erzengel Sigmund? Noch nie gehört."

    : "Nein, nicht Erzengel, nur Sigmund."

    : "Entschuldige, aber mein Erdweibchen redet auch mit jemand. Das is'n Erzengel. Da hab' ich natürlich gedacht, du bist auch einer."

    : "Nein, bin ich nicht. Aber das ist nicht weiter wichtig. Wie geht's dir denn? Du bist ja mächtig aufgeregt."

    : "Ja, merkt man, was? Ich hab' auch allen Grund. Mein Erdweibchen will nicht mehr."

    : "Oh! Will sie dich verlassen?"

    : "Nein, das nicht, aber… sie will nicht mehr… du weißt schon."

    : "Will sie nicht mehr leben?"

    (stöhnt): "Neiiiin, sie ah…, sie will ah…, sie will mich nicht mehr ranlassen.

    (erleichtert): "Ach sooo! Da bin ich aber beruhigt. Und ich dachte schon, es wäre was Schlimmes."

    (empÖrt): "Ich finde das schlimm!"

    (gedehnt): "Nun jaaa. Sooo schlimm ist das gar nicht. Aber das kannst du wohl im Moment nicht so sehen, oder?"

    (wütend): "Aber du, was? Kennst du dich denn überhaupt aus. Du bist doch bloß 'ne Stimme und hast keine Ahnung vom richtigen Leben."

    (vorsichtig): "Schon. Ist zwar schon 'ne ganze Weile her, aber ich war mal so was wie ein Spezialist für sowas."

    : "Ein Eheberater?"

    : "Das trifft es nicht ganz."

    : "Ein Sozialarbeiter?"

    : "Nee, mehr Wissenschaftler. Ich war an der Uni und hab' mich mit dem Sexualleben der Menschen beschäftigt."

    (verdreht die Augen): "Ein Theoretiker!"

    (bestätigend): "Ja, reine Theorie. Das seh' ich heute auch so. War teilweise ganz schöner Quatsch, den ich da gemacht habe. Na ja, Schwamm drüber. Reden wir von was anderem."

    : "Und was hast du seitdem gemacht?"

    : "Ich war hier und dort und habe hauptsächlich zugeschaut, was andere so machen."

    : "Ist das nicht langweilig?"

    : "Geht. Ich würde schon ganz gern ab und zu mal was sagen, aber das ist nur möglich, wenn mich der, dem ich zuschaue, auch hören möchte."

    : "Ich wollt dich aber gar nicht hören und trotzdem kannst du mit mir sprechen."

    : "Ja, aber du wolltest mich schon hören. Du wußtest das nur nicht."

    : "So'n Quatsch! Ich hab' so vor mich hingeflucht. Ich bin extra hier heraus gekommen, damit ich niemand hören muss."

    : "Wie dem auch sei. Tatsache ist, dass du mich hören kannst. Und sobald du nicht mehr willst, wirst du mich nicht mehr hören können."

    : "Versteh' ich nicht. Wahrscheinlich wieder so'ne komische Theorie.

    : "Eher nicht - es ist meine langjährige praktische Erfahrung. Es ist mir immer wieder passiert, im Widerspruch zu jeder meiner Theorien - sogar, als ich noch gelebt habe. Das war ziemlich unbequem. Ich hatte total Umdenken müssen. Stattdessen habe ich, als ich noch so richtig theoretisch unterwegs war, so jemandem wie dir eine Psychose diagnostiziert."

    : "Leuchtet mir total ein. Das hab' ich mich während unseres Gesprächs schon selber gefragt… ob ich bekloppt bin, ob ich meschugge werde."

    : "Da kann ich dich beruhigen. Du bist völlig normal, nur etwas aufgeregt und ratlos. Und deswegen kannst du mich hören. - Aber viele von unseren Theorien sind meschugge."

    : "Aufgeregt bin ich jetzt nicht mehr so, aber ratlos trifft es ziemlich gut. Ich hab' keine Ahnung, was ich machen soll."

    : "Hat das Problem vielleicht auch eine positive Seite?"

    : "Kann' ich mir nicht vorstellen."

    : "Alles hat zwei Seiten, egal, ob ich es mir vorstellen kann oder nicht. Versuch's doch mal."

    : "Du denkst doch schon an was Bestimmtes. Gib' mir doch bitte einen Tipp, sonst komm' ich nie d'rauf."

    : "Heute morgen kam ein Werbespot im Radio, mit Eckehart v. Hirschhausen, sozusagen ein Kollege von mir."

    : "Stimmt, den hab' ich auch gehört."

    (leicht ironisch): "So ein Zufall!"

    (braust auf): "Willst du mich veräppeln?"

    (beschwichtigend): "Nein, entschuldige bitte! Aber manches ist eben witzig für mich, auch wenn du es nicht verstehst. Ohne deine Ohren kann ich rein gar nichts hören. Das ist selbstverständlich für mich, auch wenn es das für dich nicht ist. Und wenn du dann sagst, dass du es auch gehört hast, dann würde ich eben am liebsten meine Augen verdrehen, wenn ich welche hatte."

    (verwundert): "Versteh' ich wirklich nicht, aber der Hirschhausen ist witzig. Den von heute morgen hab' ich mir sogar gemerkt, quasi aus aktuellem Anlass. Wie ging der noch mal? Dass Liebe durch den Magen geht, weiß jeder. Um zu wissen, was nach dem Verdauungsprozess dabei heraus kommt, braucht man keine großen anatomischen Kenntnisse. Haha!"

    : "Und was heißt das im Hinblick auf dich und dein Erdweibchen?"

    : "Na ja, mit der Liebe ist nicht mehr so viel, die iss' schon verdaut."

    (gedehnt): "O.k., wenn wir jetzt mal bei dem Bild bleiben, was geschieht denn mit Essen durch die Verdauung, verschwindet es?"

    (kichert): "Nöö! Es wird bloß zu Scheiße."

    : "Und ist das nuuur schlecht?"

    : "Eigentlich nicht. Es ist ja notwendig."

    : "Richtig, es ist notwendig - da gibt es einen Vorteil, eine positive Seite. Wozu ist denn die Scheiße gut?"

    (nachdenklich): "Ehrlich gesagt, lebe ich davon. Na ja, nicht von der Scheiße, sondern vom verdauten Essen. Und die Scheiße ist das, was dabei übrig bleibt und was ich nicht mehr brauche."

    : "Und wieso ist das lustig, was der Hirschhausen sagt?"

    (erstaunt): "Der hat was weggelassen! Die ganze Strecke vom Magen bis zum Hintern, da passiert ja noch jede Menge. Das hat er alles abgekürzt und weggelassen."

    : "Und wieso lachen wir dann darüber?"

    (zerknirscht): "Weil wir es auch so tun. Ich meine, mit der Liebe. Ich seh' nur den Anfang und das Ende. Und alles, was dazwischen liegt, da hab' ich nie hingeschaut."

    : "Genau, willkommen im Club! Und jetzt, wo der gesunde Menschenverstand einsetzt, kannst du es ja in Zukunft anders machen. Ist nicht einfach, aber es geht. Ich weiß jetzt, wer damals die Psychose hatte. Das war nicht leicht einzusehen."

    : "Was ist denn nun eine Psychose?"

    : "Ich zitiere nach Wikipedia: Als Psychose bezeichnet man eine schwere psychische Störung, die mit einem zeitweiligen weitgehenden Verlust des Realitatsbezugs einhergeht. Und eine psychische oder seelische Störung ist eine erhebliche Abweichung von der Norm im Erleben oder Verhalten, die die Bereiche des Denkens, Fühlens und Handelns betrifft."

    : "Ist zwar ganz klar deutsch, aber trotzdem chinesisch für mich. Kannst du das mal mit eigenen Worten sagen? Vielleicht raff' ich es dann."

    : "Psychose heißt einfach, dass ich die Dinge so sehe, wie ich sie haben will, selbst wenn sie nicht so sind, wie ich sie haben will. Zum Beispiel, du hörst deine innere Stimme - meine Stimme - willst sie aber nicht hören, obwohl oder weil sie dir sagt, was ist und nicht das, was du gern hören willst."

    : "Immer noch zu theoretisch. Hast du nicht ein praktisches Beispiel?"

    : "O.k., wieviele Ermännchen haben Angst vor Haifischen?"

    : "Ne ganze Menge. Ist ja auch kein Wunder. Dieses schreckliche Gebiss, die Größe, die Schnelligkeit - das sind einfach hungrige Killermaschinen."

    : "Und wieviele Erdmännchen haben Angst vor Füchsen?"

    : "Keiner von uns. Vor denen darf man sich einfach nicht erwischen lassen. Die sind ein kalkulierbares Risiko, das ich kenne. Solange ich keinen groben Fehler mache, sind Füchse kein Problem."

    : "Wieviele Erdmännchen werden denn pro Jahr von Haifischen gefressen?"

    (lacht meckernd): "Na, keine!"

    : "Und wieviele Erdmännchen werden denn pro Jahr von Füchsen gefressen?"

    (betroffen): "Das is 'ne ganze Menge."

    (verhalten triumphierend): "Und trotzdem habt ihr vor Haifischen mehr Angst, als vor Füchsen - eine wasch-echte Psychose!"

    : "Oh!"

    : "Allerdings merkt ihr's nicht, weil sie alle Erdmännchen haben und es darum als normal gilt. Wenn du aber eine Psychose hast, die andere nicht haben und damit auffallst, dann kommst du in die Klapse. Und noch schlimmer wird's, wenn du eine Psychose bemerkst, die alle haben, aber keiner sehen will. Wehe, du kannst dann die Klappe nicht halten! Die anderen bringen dich dann im günstigsten Fall einfach um."

    : "Hast'e dafür vielleicht auch ein praktisches Beispiel?"

    : "Viele. Nehmen wir Giordano Bruno, einen geweihten katholischen Priester, der unter anderem behauptete, die Erde sei rund und damit die damalige Kollektivpsychose des geozentrischen Weltbildes in Frage stellte."

    : "Ja, davon hab' ich gehört. Sie haben ihn dafür umgebracht."

    : "Das ist zwar sehr vereinfacht, aber im Prinzip stimmt's." "

    : "Das ist schon so lange her. Hast du auch was Aktuelles?"

    : "Wie war's mit dir?"

    : "Was, ich?"

    : "Ja, du! Du hast doch ein aktuelles Problem. Dazu gibt es eine von dir geteilte kollektive Meinung, die unmöglich ganz stimmen kann, und die der Hirschhausen bereits durch den Kakao zieht."

    (fragend): "Ich verstehe nicht ganz…"

    : "Wie sieht denn die kollektive Meinung, bzw. deine Meinung über das sexuelle Zusammenleben von Erdmann und Erdfrau aus?"

    : "Nun ja, …"

    : "Nur raus damit, wie sollte es deiner Meinung nach sein?"

    : "Äh, in der Schule haben sie uns folgendes beigebracht: Sex erfüllt zahlreiche Funktionen. Er befriedigt das Begehren, dient in Form des Geschlechtsverkehrs der Fortpflanzung und drückt in der Regel als wichtige Form der sozialen Interaktion Gefühle der Zartlichkeit, Zuneigung und Liebe aus. Besonders in Liebesbeziehungen kann das Sexualleben eine zentrale Rolle als Ausdruck der Verbundenheit der Partner spielen. Er ist jedoch nicht ausschließlich an Liebesbeziehungen bzw. Partnerverbundenheit gekoppelt."

    (süffisant): "Ein Theoretiker! Deutsch und doch chinesisch! Und wie ist deine ganz persönliche Meinung?"

    (betreten): "Nun, ich weiß nicht…"

    : "Bis vor kurzem warst du doch noch zufrieden, was hat sich denn geändert?"

    (windet sich): "ah…, mein Erdweibchen will nicht mehr?

    : "Was will sie nicht mehr?"

    (windet sich noch mehr): "Sie, ah…, sie will keinen Sex mehr mit mir haben."

    (nickt): "Ah, jetzt ist es raus - sie will keinen Sex mehr mit dir. Und was ist daran so schlimm? Dass du noch welchen mit ihr willst?"

    (belehrend): "Das ist doch nicht schlimm, das ist normal!"

    : "Du meinst also, sie sei nicht normal?"

    (verunsichert): "Ja..., nein… "

    : "Aber du bist normal? Da bist du dir sicher?"

    (gedampft): "Ja, schon."

    : "Vielleicht hat sie ja schon länger nicht mehr gewollt. Vielleicht will sie ja etwas anderes. Hast du sie schon mal gefragt?"

    : "Nein. Ich.. äh.. bin noch nie auf die Idee gekommen, sie danach zu fragen."

    : "Warum nicht? Interessiert dich ihre Meinung nicht? Habt ich noch nie darüber geredet"

    : "Doch, schon. Früher haben wir öfter darüber geredet. Dann hat das irgendwie aufgehört. Und bis jetzt hab' ich geglaubt, alles bleibt so, da müssen wir nicht mehr drüber reden."

    : "Was hat sich in der Hinsicht denn noch alles geändert?"

    : "Wie? Was noch?"

    : "Na, ja - wie habt ihr früher Liebe gemacht und wie macht ihr es heute. Ist es wirklich alles noch wie früher?"

    : "Nein, es ist irgendwie anders geworden. Da ist so eine Art Routine entstanden. Die hat es früher nicht gegeben."

    : "Routine - so,so! Was ist dir denn an der Liebe wichtig? Und was ist dir daran nicht so wichtig?"

    : "Wie meinst du das?"

    : "Von all den Sachen, die deiner Meinung nach zum Liebe machen dazu gehören, welche sind dir da wichtiger?"

    : "Eh, ich kann dir nicht so ganz folgen."

    : "O.k., dann also mehr Klartext. War' zwar besser, gewesen, du kommst von alleine damit raus, aber so geht's notfalls auch. Liebe machen besteht doch nicht nur aus dem rein-raus-Spiel, sondern das ganze Balzverhalten davor, das gehört auch dazu: Blumen mitbringen und andere Aufmerksamkeiten, Komplimente machen, die Schönheit deines Erdweibchens huldigen, d.h. sie ehrlich bewundern und das auch in schönen Worten ausdrücken, vorzugsweise in Gedichtform mit musikalischer Begleitung. Dann waren da noch Ausgehen zum Essen und anschließenden Tanzen, und…, und…, und…"

    (hat inzwischen immer mehr das Gesicht zur Leidensmiene verzogen und stöhnt): "Ach das, das ist Gott-sei-Dank im Laufe der Zeit immer weniger geworden."

    : "Das gefällt dir also nicht ? Das ist dir nicht so wichtig?"

    (gedehnt): "Nein, nicht wirklich. Das hat mir noch nie besonders gefallen. Hab' ich eben immer nur mitgemacht. War ja auch eine Zeit lang ganz amüsant, als ich noch jung war. Aber heute find ich es eher lästig, und wirklich gebraucht hab' ich das eigentlich nie!"

    : "Und wie meinst du, ist das bei deinem Erdweibchen?"

    (salopp): "Keine Ahnung, ähnlich, nehm' ich an."

    : "Und wenn es bei ihr genau anders'rum wäre?"

    (unsicher): "Was meinst du mit anders'rum?"

    (geduldig): "Na ja, Was wäre, wenn ihr das Balzverhalten wichtig ist und wenn ihr das rein-raus-Spiel noch nie sonderlich gefallen hat?"

    (geschockt): "Das meinst du doch nicht ernst, oder? Das ist doch völlig unmöglich?"

    : "Wieso ist das völlig unmöglich?"

    (flehentlich): "Na, weil…, ah…, das wäre doch bekannt! Es kann doch nicht sein, dass den Erdweibchen das rein-raus-Spiel nicht gefällt. Darauf lauft doch das alles andere hinaus. Das ist doch das Wichtigste?

    : "Wer sagt das? Dein Erdweibchen? Frag sie doch mal!"

    (nervös): "Aber ohne rein-raus-Spiel ist doch das Kinderkriegen unmöglich. Die kommen nicht vom Balzen."

    : "Eben. Also aus dem Blickwinkel eines Erdweibchens finde ich, dass Kinder ein total stimmiges Argument fürs Balzen und gegen das rein-raus-Spiel sind. Da kann sie ihre Freude ohne die Bedrohung von zwanzig Jahre währenden Konsequenzen haben. Kinder gebären ist eben nicht nur Spaß, und diese aufziehen erst recht nicht."

    (ernüchtert): "So hab' ich das noch nie gesehen."

    (leicht ironisch): "Du bist eben keine Erdfrau!"

    (patzig): "Nä, zum Glück nicht."

    : "Wo doch deine Frau jetzt nicht mehr will, meinst du, dass sie dich auch nicht mehr liebt?"

    (nachdenklich, aber bestimmt): "Nein! Sie will nur nicht mehr."

    : "Meinst du, dass es ihr leicht gefallen ist, dir zu sagen, dass sie nicht mehr will?"

    : "Nein. Überhaupt nicht. Sie hat ziemlich rumgedruckst."

    : "So wie du gerade eben."

    (trotzig): "Ja, so wie ich."

    : "Sie hat es dir also gesagt, obwohl sie dich liebt?"

    : "Ja. Kann man so sehen."

    : "Hast du ihr schon mal gesagt, dass dich das ganze Balzverhalten nicht besonders interessiert?"

    (hastig): "Nein. Auf keinen Fall. Würd' ich nicht wollen."

    : "Warum nicht?"

    : "Weil sie dann vielleicht glaubt, dass ich sie nicht mehr liebe."

    : "Und das willst du nicht."

    : "Genau, das will ich auf keinen Fall! Ich liebe sie doch und hab' auch die Balzerei die ganze Zeit ihr zu gefallen mitgemacht. Das hat nichts miteinander zu tun. Ich meine, dass mir zuviel Balzen auf den Wecker geht, heißt noch lange nicht, dass ich sie nicht liebe!"

    : "Und wenn ihr zuviel rein-raus-Spiel auf den Wecker geht, dann heißt es vielleicht auch noch lange nicht, dass sie dich nicht liebt, oder?"

    (resigniert): "Ich werd' sie wohl fragen müssen!"

    (mit gespieltem Enthusiasmus): "Gute Idee!"

    : "Blödmann!"

    (wieder ernsthaft): "Ist dir auch klar, dass du vielleicht aus einem ihrer Luftballons die Luft rauslassen wirst?"

    (unwirsch): "Was meinst du denn jetzt schon wieder? Kannst du nicht einfach klar sagen, was du willst?"

    : "Kannst du es denn?"

    (versucht erfolglos, ein unfreiwilliges Grinsen zu unterdrücken): "Hier anscheinend nicht, das hab' ich jetzt unfreiwillig verstanden. Und… danke dafür! Das fällt mir jetzt nicht leicht, aber danke dafür, dass du mir dafür die Augen geöffnet hast."

    (freut sich): "Gern geschehen. Und was ist jetzt mit dem Luftballon deines Erdweibchens? Weißt du jetzt, was ich damit meine?"

    : "Leider ja. Sie hat wahrscheinlich die ganze Zeit gegen besseres Wissen gehofft, dass mir balzen auch Spaß macht. So wie ich gegen besseres Wissen gehofft habe, dass ihr das rein-raus-Spiel so viel Freude bereitet, wie mir. Und jetzt soll ich ihr reinen Wein einschenken und ihr helfen zu sehen, dass ich balzen noch nie richtig möchte und nur so in Kauf genommen habe. Irgendwie ist das ist schon schwer witzig. Nur Lachen kann ich darüber noch nicht so richtig."

    : "Was nich' ist, …."

    (ganz bei sich, nachdenklich): "Wenn ich nicht mehr balzen brauchte, dann war's für mich auch denkbar, auf's rein-raus-Spiel zu verzichten. Wenn ich mir das so recht überlege…, ja, das ist die Sonnenseite der Geschichte! Ich brauchte nicht mehr balzen! (grinst mittlerweile breit) Kein schlechtes Gewissen mehr, wenn sie mir das Gefühl vermittelt, ich würde mich nicht genug um sie bemühen!"

    : "Tja, es hat eben wirklich alles seine zwei Seiten, jedenfalls wenn ich genau hinschaue und auf meine Psychosen verzichte."

    (mit zusammengezogenen Augenbrauen): "Der nun schon wieder mit seinen Psychosen. Was ist denn um Himmels willen jetzt noch mit meiner Psychose. Ich dachte, wie hatten sie erledigt?"

    : "Fast, im vorliegenden Fall ist deine Psychose gewesen, dass du im Hinblick auf Liebe und Sex gern hattest, dass dein Erdweibchen genauso denkt und fühlt wie du, obwohl nicht viel jemals darauf hingedeutet hat, dass es auch wirklich so ist. Nachdem du dieses egozentrische Weltbild, oder sollte ich nicht besser Selbstbild sagen, aufgegeben hast, ist auch Platz für die Gedanken und Gefühle anderer, selbst wenn sie von den deinigen abweichen. Jetzt behält bitte noch im Hinterkopf, dass dein Erdweibchen sich den ersten Schritt getraut hat. Und das war der schwerste. Keiner von euch beiden weiß, wie es weitergeht, denn jeder von euch hat einen seiner Lieblingsluftballons verloren. Was da jetzt neues bei 'rauskommt, dass steht noch nicht fest. Es ist noch nicht entschieden und hängt von euch beiden ab. Auf jeden Fall ist dann wenigstens diese Psychose weg!"

    (leicht genervt): "O.k., o.k., ich werde dran denken, wenn ich mit ihr darüber rede."

    : "Wir werden ja sehen!"
    (Fortsetzung folgt - vielleicht)




    Jan-2012: 2012

    Es ist wieder einmal soweit, (m)ein altes Selbstbild verabschiedet sich und (m)ein neues Selbstbild zeigt noch eine gewisse Leere. In der Vergangenheit habe ich diese Leere gerne mit Reflektionen gefüllt, ein Art Geburtshilfe, um das ans Licht zu bringe, was ich noch nicht sehen kann. Der Schmetterling ist immer noch nicht geschlüpft, trotz ganz gezielter Versuche meinerseits, es so darzustellen. Meine erfinderisch visualisierten Flügel haben sich dann doch wieder als Raupenbeine herausgestellt, eine verbesserte Version und vielleicht ein paar Beinchen mehr, aber eben Raupenbeine.

    Meine ersten Tagebücher habe ich im Rahmen so einer Selbstbild-Angleichung verbrannt, als könnte ich damit die Vergangenheit ungeschehen machen, sie zumindest vergessen. Ein anderes Mal habe ich diese Webseite renoviert, sorgfältig alle verräterischen Hinweise auf meinen vormaligen Hochmut, meine vergangene Arroganz, meine verflossene Anmaßungen,..., sämtliche Anflüge meines Größenwahns getilgt. Auch die plötzlich aufleuchtenden Spuren seiner Begleiterscheinung - meines Minderwertigkeitsgefühls - habe ich so gut es ging verwischt. Und doch sitzen sie alle weiter mit am Tisch, ein bisschen verfeinert und mit ein paar Beinchen mehr.

    Diesmal will ich keine Vergangenheit bewältigen und die Angleichung meines Selbstbildes nicht den von mir gelebten Tatsachen vorwegnehmen, auf dass der Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit möglichst klein bleibe.

    Das mit dem "Lichtschalter" stimmt natürlich. Ich betätige meinen, sie betätigen ihren. Aber ein Leuchtturm bin ich nur dann, wenn ich meinen Lichtschalter eingeschaltet habe, und das war weit weniger oft der Fall, als ich ihnen versucht habe zu suggerieren. Ich brauche alle Hilfe, die ich kriegen kann, um meine Licht-Auschalt-Muster sein zu lassen und bin daher keine Autorität, ihnen beim Aufgeben ihrer Muster zu helfen. Dabei helfen kann nur Gott - eventuell durch mich, eventuell durch andere. An ihn will ich mich wenden.

    Die Kryon Channelings von Lee Carroll werde ich in Zukunft nicht mehr so regelmäßig übersetzen. Nicht, weil ich über sie "hinausgewachsen" wäre. Kryon sagt sinngemäß: "Alle Heiligen Schriften der Menschheit wurden von Menschen unter der Inspiration Gottes geschrieben." Statt das unvollkommen zu übersetzen, was andere durch Gott inspiriert sagen oder schreiben, werde ich mich - ebenfalls unvollkommen - Inspiration durch mich fließen lassen. Ihrer Pflege, der Pflege des von mir möglichst wenig behinderten Durchfließens seiner Inspiration, widme ich mich mittels der Übersetzungen der Kryon Channelings. Und dieser Pflege werde ich mich weiterhin widmen, selbst wenn die "Ergebnisse" weniger vorzeigbar sind.

    Sie sehen, die "große Klappe" ist mir geblieben. Ich ziele auf die Sonne und selbst wenn ich nicht treffen sollte, werde zumindest irgendwo zwischen den Sternen landen (das ist auch von jemand anders, und ich weiß nur noch, dass ich es irgendwo auf Englisch gelesen habe).

    Ich komme aus einer Ecke, in der ich eingebildet genug war zu glauben, ich könne Heilungsprozesse in anderen entsprechend eigener und von der betroffenen Person kommenden Zielvorgaben beeinflussen. Das war nicht so. Mit Sicherheit beeinflusse ich andere Menschen. Das tut jeder von uns. Und Absichten (Ziele) habe ich auch. Doch inwieweit mein Einfluss und meine Absicht am gleichen Strang ziehen, ob das im Sinne der Betroffenen ist oder in meinem eigenen, ehrlich gesagt, ich weiß ich nicht. Ich habe es nie gewusst, immer nur gehofft.

    Fakt ist, dass ich selber nicht heile bin. Fakt ist, dass meine eigenen Schritte in Richtung eigener Heilung mir auch im Nachhinein immer noch ein Mysterium sind. Fakt ist aber auch, dass ich diese Schritte getan habe. Fakt ist auch, dass ich merke, wenn ich einen Schritt in Richtung meiner Heilung getan habe.

    Ich habe einige Schritte in diese Richtung getan, doch wie viele es noch sind, warum ich sie getan habe, wann, ... - es war mit Gottes Hilfe, durch andere. Alles, was ich sonst noch dazu sagen könnte, ist Spekulation. Danke dafür, dir Gott! Danke den anderen, die sich zur Verfügung gestellt haben und Gottes Hilfe für mich durch sich haben fließen lassen! Das möchte ich auch gerne - seinen Willen durch mich fließen lassen.

    Ich kann die helfenden Gesten des Dirigenten nicht sehen, aber sehr wohl höre ich die Schönheit der Musik derer, die sich dirigieren lassen. Und wenn ich auf meinem Instrument auch bisher eher Lärm gemacht habe, als zur Harmonie der Schöpfung beizutragen, so werde ich dennoch nicht aufhören, mein Instrument immer schöner zu spielen, mit dem wachsenden Gefühl dafür, dass es eine Menge Raum für Verbesserungen gibt.

    Solange in einer Geschichte Feen zauberhafte Dinge tun, Fabelwesen Helden beschützen, versteckte Paläste und Wunder von einem unbekannten Wald vorkommen, hören Kinder aufmerksam zu und zeigen Freude und Interesse in ihren glücklichen Gesichtern. Wenn der Erzähler jedoch seine Worte verändert und auf die erzieherischen Wahrheiten hinweist, zieht sich die kindliche Aufmerksamkeit zurück, verlegen, müde,... Sie verstehen das Versprechen des neuen Lebens mit seinen Aufgaben und Verantwortungen nicht.

    Die jungen Herzen lieben die Träume, sich hoffen auf oberflächliches Heldentum, schätzen den geringen Aufwand, durchschauen die harte Arbeit der ewigen Vollendung nicht auf Anhieb und deshalb fliehen sie verwundert und erschrocken vor den wahren Lektionen. Das Leben jedoch, mit der Gelassenheit einer Mutter, wartet auf sie mit seinen unveränderlichen Gesetzen und zeigt ihnen langsam und ohne großes Aufsehen die Wahrheit.

    (..) Hier steigt der Mitarbeiter nicht aufgrund Vetternwirtschaft auf, sondern durch seine eigenen Bemühungen, damit er den Sieg oder das Scheitern ausschließlich seinem eigenen Gewissen verdankt. Sie nehmen das ewige Gesetz wahr, welches das Leben ohne falsche Urteile im Namen des Ewigen steuert. Sie begreifen, dass die himmlischen Strände und die bezaubernden Paläste des Friedens in anderen Schwingungskontinenten des Universums auf die Seelen warten und erkennen dennoch, dass sie schwitzen und kämpfen, sich darum bemühen und im weiten Meer der Erfahrungen schwimmen müssen, um sie zu erreichen.

    Die meisten wundern sich und scheuen davor zurück. (..)"
    (aus: Missionare des Lichts, Andre Luiz aufgeschrieben von Chico Xavier)

    Apropos Missionare, das ist auch so etwas, was ich nicht lassen kann. Kaum hat mich etwas "weiter gebracht", muss ich es auch schon allen anderen antragen, auf dass es sie auch weiter bringe. Das hat so etwas von einem Trinker, der andere zum Alkohol trinken zu animieren versucht, auf dass er nicht allein trinken muss. Und wehe, jemand schlagt vor, statt Trinken etwas anderes zu tun. Das geht ja gar nicht.

    In diesem Sinne berichte ich (trotzdem) von meinem neusten "Gelage", einem Film mit dem Titel NäSSOLAR, brasilianisch mit deutschen Untertiteln (DVD kaufen oder auf YouTube als 8-Teiler sehen). Ich hab' ihn schon 5x gesehen, allerdings nur einmal allein. Da kommt der Gesellschafts-Trinker durch. Im direkten Vergleich mit der Eck-Kneipe sehe ich aber definitiv einen Fortschritt.

    Der Film entstand nach dem gleichnamigen ersten Buch einer Reihe von 16 Büchern, die Chico Xavier von dem Geistwesen Andre Luiz diktiert wurden. Eine vollständige englische Übersetzung des Buches NäSSOLAR wird auf der Webseite von GEAE als pdf-Datei zur Verfügung gestellt. Vier Bücher aus dieser Serie gibt es übrigens in deutscher Übersetzung.

    Chico Xavier hat für insgesamt 412 Bücher als Schreiber fungiert. Er hat die gesamten Einnahmen aus den Verkaufen dieser Bücher wohltätigen Organisationen zur Verfügung gestellt hat. Über sein Leben gibt es auch eine DVD CHICO XAVIER - der Film; in Englisch ohne deutsche Untertitel. Der hat mich fast noch mehr berührt als NäSSOLAR. Auch diesen Film können sie auf YouTube finden.

    Die Worte Fe, Amor & Caridade (Glaube, Liebe & Mitgefühl), von denen Chico auf dem Bild weiter oben umgeben ist, beziehen sich auf Ignatius de Loyola, dem Hauptgründer des Jesuiten Ordens (zuvor: Gesellschaft Jesu). Er ist auch der "Schutzpatron" der Casa de Dom Ignacio, wo Joao de Deus wirkt. In ihren Anfangstagen wurde die Casa übrigens, wie so viele Projekte, durch Einnahmen aus Chico Xaviers Büchern unterstützt. Das ist lange her.

    Auf Joao de Deus ist das Kristallbett zurückzuführen, eine Unterstützung zur Selbstheilung, die frei von dem ist, was ich jahrelang praktiziert habe: menschliche Einmischung.

    Das Kristallbett ist nicht frei von göttlicher Einmischung, genau so wenig wie Joao de Deus selbst oder Chico Xavier oder Ignacio de Loyola. Aber das will ich ja. Falls sie es auch wollen, finden sie hier mehr INFO dazu.


    Auch jetzt bin ich wieder in der schönsten Wohnung, die ich jemals bewohnt habe. Und doch sitzten sie alle weiter mit am Tisch, ein bisschen verfeinert und mit ein paar Beinchen mehr. Wer sitzt mit am Tisch? Na ja, meine alten Bekannten mit ihren immer neuen Gesichtern eben, die aktuellsten Verkleidungen meines Größenwahns & meines Minderwertigkeitskomplexes.

    Die wichtigsten Fragen im Leben sind auch noch da. Wo ich hingehe, im Sinne einer Land- oder Ideenkarte, weiß ich immer noch nicht. Ich weiß, dass ich gehe und dass dar Funke Gottes in mir mit jedem Schritt ein Stückchen weiter nach Hause drängt. Manchmal gelingt's mir, dem Drängen nachzugeben. Manchmal gelingt es mir nicht, und das ist dann ein notwendiger Umweg.

    Wer geht mit? Mein Funke Gottes geht mit, treu und - wenn es sich um einen notwendigen Umweg handelt - ergeben. Wer sonst noch? Alle anderen und keiner. Wir gehen nach Hause, direkt oder auf den uns eigenen (notwendigen) Umwegen, die durchaus mal ein paar Tausend Jahre dauern können. Manchmal gehe ich mit jemand die Hände haltend jeder seinen eigenen Weg. Dann wieder halten wir die Hände nicht und gehen trotzdem ein Stück gemeinsam. Wir haben die gleiche Reise gebucht.

    GRÖßENWAHN

    Ich liege auf der gemeinsamen Reise so in meinem Liegestuhl in der Sonne und ein Mitreisender kommt und sagt: "Du ich bin total kaputt vom Rudern, jetzt bist du dran!", dann stell ich mich quer und suche im Kleingedruckten des Reisevertrags nach Klauseln, warum er/sie rudern darf und ich mich sonnen soll.

    So war's jedenfalls früher. Jetzt hat sich das Ganze einen Tick verschärft. Wir haben 2012 (der Comic links zeigt übrigens den Azteken Kalender) und alles verschiebt sich, auch das Sonnendeck. Ich lümmle also weiterhin in meinem Stuhl, das Schiff fahrt, egal was ich tue. So langsam bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Ich sollte vielleicht auch mal rudern, das Deck schrubben...

    Also ziehe ich los und gehe in die Ruderabteilung. Alle Platze sind besetzt. "Darf ich auch mal?" frage ich. "Weißt du, wir rudern ganz gerne, " sagen sie, "wir können's auch gut. Du siehst nicht so aus, als würdest du einen guten Ruderer abgeben. Warum suchst du dir nicht etwas, was dir mehr liegt?"

    Ich nicke zustimmend und ziehe widerstrebend weiter. Der Ingenieur im Maschinenraum lacht mich aus. In der Küche haben sie keine Zeit, das Essen muss pünktlich auf den Tisch und da soll ich bitteschön nicht stören. Die Putzkolonne kommt geschlossen aus dem gleichen fernen Subkontinent und mein Bleichgesicht passt da nicht rein. Von Navigation habe ich keine Ahnung und zum Kapitän fühle ich mich nicht berufen. Und jetzt?

    MINDERWERTIGKEITSKOMPLEX

    Niemand will mich! Was ist denn an mir so schwer zu wollen? Zugegeben, wenn ich einen anständigen Ruderer abgeben soll, dann müsste ich erst mal eine Weile in die Muckibude, mir durch physische Arbeit Schwielen zulegen... Will ich das? Nee!

    Auch der Maschinist ist ein Realist. Er hat mir meine fehlende Begabung mit Motoren sofort angesehen, eben ein Fachmann. In der Küche hatten sie gerade keine Zeit so kurz vor dem Essen. Die können bestimmt jede Menge Hilfe gebrauchen, beim Kartoffel schalen, spülen, usw. Wenn ich da in einer ruhigeren Minute hingehe, haben sie garantiert was.

    WEDER - NOCH

    Und wenn ich es wirklich wollte, ein bisschen Tamil lernte, mich an den bescheidenen Kleinigkeiten des Lebens erfreute, mein Streichholz entzündete... Das habe ich mir für 2012 vorgenommen.

    georg




    Feb-2012: Lebensmut

    letzte woche hat mich eine befreundete heilpraktikerin, die einen testkoffer nach clark & klinghardt besitzt, etwas zum thema pilze und sanum-kehlbeck methoden gefragt. ich antwortet:

    "mit sanum mitteln kenn' ich mich überhaupt nicht aus. für mich waren und sind chronische pilz-geschichten ein symptom von schwermetallbelastung (gleiche farbe im koffer). (..) das überschneidet sich nicht besonders mit deinem ansatz."

    darauf sie: "vielen Dank für deine Antwort - auch wenn mir nicht direkt geholfen ist. Ja, deine Bemerkung, dass Schwermetalle einen Rolle spielen, sehe ich mittlerweile genauso. Es ist nur verteufelt schwer sie wieder wegzubringen! "

    dieser austausch hat in mir etwas losgetreten. die SM-ausleitung ist wirklich das körperlich anstrengenste, was ich bisher an entgiftung mitgemacht habe. sie hat ein hohes veränderungspotential zu einem hohen preis, der es dann im nach-hinein allemal wert war. deswegen habe ich sie auch immer wieder warmstens empfohlen und den interessierten mut gemacht. die ergebnisse sind jedoch sehr gemischt.

    ich habe mich immer gefragt, warum SM-ausleitung in manchen fallen wenig bis keine wirkung zeigt. das ist wohl so, wie mit erzwungener isolation, die in zwang ausartet (z.b. ein selbstverordneter meditativer aufenthält in der einäde). die wichtigsten zutaten sind eben wille, mut und glauben an mich, das leben und die veränderung. denn es ist unmöglich, SM erfolgreich auszuleiten, ohne sein leben umzukrempeln. SM dienen schließlich dazu, unerträgliche selbstgeschaffenen strukture ertragen zu können, sich durch verhärtung (metalle!) nicht ändern zu müssen. der wunsch nach leben ohne veränderung ist ein verkleideter todeswunsch, denn nur der tod ist physisch(!) bewegungslos. bekanntlich gipfeln alle metallvergiftungen, über die lähmungserscheinungen der verschiedenen grade von demenz, in der total-lähmung (tod).

    was es also zur erfolgreichen SM-ausleitung braucht, ist der wille zur veränderung. es braucht meinen mut für veränderungen, die ich noch gar nicht kennen kann, vertrauen ins noch nicht bekannte, die gewissheit, dass "alles gut wird".

    mut, vertrauen, gewissheit, das sind gefühle, die ich als junger mensch einfach so hatte und die ich im laufe meines weiteren lebens nicht genug gepflegt habe, immer in der hoffnung, dass sie einfach so bleiben. na ja, seitdem der welpenschutz weg ist, brauche ich zur erhaltung meines mutes, meines vertrauens & meiner gewissheit innere zufriedenheit mit mir. auch das hatte ich als junger einfach so. zufrieden war/bin ich seitdem aber nur, solange ich das gefühl habe (huch - schon wieder ein gefühl und subjektiv dazu), mich ständig weiter zu entwickeln, was immer das gerade heißt. dabei ist es nicht so wichtig, ob andere es als weiterentwicklung sehen, ich muss es als solche empfinden, mit mir zufrieden sein, meine ansprüche an mich selber in einem ausmaß erfüllen, dass ich jeden Abend mit gutem gewissen einschlafen kann.

    entwickeln ist schon ein tolles wort. das, was sich entwickeln kann, ist schon in mir und zwar aufgewickelt. und die inneren wicklungen werden von den äußeren verdeckt. das homorvolle dabei ist, dass meine äußeren wicklungen von allen ziemlich gut wahrgenommen werden können, außer von mir - und dass ich die äußeren wicklungen von ändern ziemlich gut wahrnehmen kann, sie selber aber nicht.

    wie dem auch sei, meine äußeren wicklungen bin ich gewohnt, sie sind mir vertraut und ich fühle mich zwar nicht unbedingt wohl mit ihnen, aber eben sicher. denn ich habe mich an sie gewöhnt, obwohl sie mir nicht bewusst sind oder vielleicht gerade weil sie mir nicht bewusst sind! was unter den oberflächlichen wicklungen liegt, will ich gar nicht wissen, und doch sind genau das die nächsten schritte meines (noch) aufgewickelten lebensfadens. das abgewickelte ist erledigt, hat nur noch einen materialwert für die kosmische kompostierung - sobald ich es loslassen kann.

    falls ich nicht loslasse, dreht sich mein leben um erledigte abwicklungen, es wird statisch, verhartet, bewegt sich nur noch minimal. sowas geht ohne physische gifte, die die nervenfunktionen verlangsamen, eben nicht! die SM oder ähnlich wirkende gifte (alkohol, workohol, fremde probleme) sind eine notwendigkeit, ohne die es mir nicht möglich ist, verhartet in selbstgeschaffenen unabanderlichkeiten zu verharren.

    in unserer "kopf"-gesellschaft haben wir uns gedankliche strukturen für das zusammenleben erschaffen, sozusagen ein gegengewicht zu unseren gefühlen, die sich ständig fließend verändern. wir fordern von unseren gefühlen, dass sie bleiben, wie wir sie gern hatten, so dass unser zusammenleben möglichst geregelt ablaufen kann. und wenn meine gefühle das nicht tun, dann verdrehe ich mit einer augeklügelten gehirn-akrobatik meine gedanken so, dass ich die sich ständig ändernden gefühle als gleich bleibend ansehen kann, obwohl sie es nicht sind, nie waren und nie sein werden.

    so führen sich ständig ändernde gefühle zu sich ständig ändernden gedanken. ich versuche, meine ungewollten gefühle zu unterdrücken, sehe sie nicht so, wie sie sind, sondern so, wie ich sie haben will/soll. mein gedanken-kino lauft auf hochtouren und produziert einen von meinen ebbenden und flutenden gefühlen gesteuerten live-stream von illusionen, mit dessen hilfe ich mir vorgaukle, wie stabil meine gefühle seien. der versuch, meine gefühle mit meinen gedanken zu kontrollieren, endet von mir unbemerkt darin, dass meine gefühle meine gedanken steuern. ich bin ständig mit dem versuch beschäftigt, die wirklichkeit meiner gefühle mit der unwirklichkeit meiner gedanken zu neutralisieren.

    das nennen die buddhisten "illusion" und die hindus "maya". das trieb jesus und st. franziskus von assisi in die wüste, bzw. isolation, um einfach mal herauszufinden, wie es ist, wenn ich nicht muss. das "nicht müssen" konnten sich die beiden bewahren, obwohl das keinesfalls das garantierte ergebnis einer vorübergehenden total-isolation ist. wer sich dort hineinzwingt kommt noch zwanghafter wieder heraus.

    dabei können gedanken stabil sein - gefühle können es nicht. gedanken können stabil sein und bleiben, wenn ich das ebben und fluten der gefühle anerkenne, wenn isch sie nicht im dauerbetrieb dazu mißbrauche, gefühlsschwankungen als gefühlskonstanz sehen zu können. wenn sich mein aufgewickelter lebensfaden auf seine ihm eigenene mysteriöse weise entwickeln darf, dann werden meine gedanken allmählich zu der "festen burg", von der martin luther gesprochen hat.

    wie steht es um meine bereitschaft, meine gefühle anzuschauen, wie sie sind? bin ich mir das wert? bin ich mir genug wert, um all dem widersprechen zu dürfen, was gesellschaftliche norm ist - die unmögliche forderung nach konstanten gefühlen nämlich? und bin mir genug wert, das drohende kollektive mißfallen zu ertragen, wenn ich das unmögliche nicht mehr zu erfüllen trachte? bin ich "schlau" genug, dass unmöglich von mir nicht mehr zu fordern, ohne dass es die anderen merken? bin ich lebenserfahren genug, dass unmögliche von anderen nicht zu fordern, obwohl ich es selbst nicht mehr zu erfüllen trachte? habe ich das vertrauen in mich und die schöpfung, dass es möglich ist, mir meiner gefühle bewusst zu werden ohne mich dadurch wie ein schwarzen schaf verhalten zu müssen?

    ja - es ist schwer, aber nicht unmöglich!

    georg


    Mut: eine Gazelle kehrt um und stellt sich dem Rudel Löwen.

    Ein Gebäude das auf nacktem Felsen steht, steht.

    Glaubst du dass meine Liebe zusammenbrechen wird

    wenn du gehst?
    Jelal'uddin Rumi (1207-1273)




    März-2012: Wahrnehmung

    Ich möchte nicht auf optischen Tauschungen und ähnliche Phänomene eingehen, obwohl sie mich schon immer faszinieren. So richtig nachdenklich wurde ich, als ich eine Gruppe Menschen Bitterstoffe (Lebezauber) probieren und dann, ohne Vorinformation und ohne etwas zu sagen, ihre geschmacklichen Eindrücke diskutieren ließ. Ich hatte es aufnehmen sollen, denn es glaubt sonst niemand, wie unterschiedlich bis gegensatzlich die geschmacklichen Wahrnehmungen und Beschreibungen der Wahrnehmungen waren. Es gab fast Streit. Denn wenn es um die eigenen Wahrnehmung geht, verstehen wir wenig Spaß.

    Auch ich komme aus der Gewohnheit anzunehmen, dass alle anderen meine Wahrnehmungen teilen, identisch zu mir schmecken, sehen, hören, riechen und tasten. Es hat lange gedauert, bis ich akzeptieren konnte, dass es ein ganzes Spektrum möglicher Wahrnehmungen dessen gibt, was ich sehe, höre, rieche, schmecke und taste. Über Geschmack lasst sich ja bekanntlich streiten. Allerdings hatte ich das auf Mode-, Kunst- und Musikgeschmack bezogen, keinesfalls auf die "reine Wahrnehmung meiner Sinnesorgane". Die hielt ich für universell "gleich gültig", für Standard.

    Mittlerweile halte ich sie eher für universell gleichgültig, für nicht so wichtig, einen Anhaltswert, den es sich mit vielen anderen Anhaltswerten zu vergleichen lohnt. In meiner Wahrnehmung verschmelzen meine Sinnes-Eindrücke untrennbar mit meiner Interpretation selbiger Eindrücke. Das macht sie einzigartig (das schwarze Schaf) bis konventionell (ein weißes Schaf unter vielen). Statt das selbst-erteilte Gütesiegel meiner eigenen Wahrnehmung gegen alle anderen Gütesiegel im Dienste meines starren Selbstwertes zu verteidigen, kann ich diese mir widersprechenden Wahrnehmungen als stimulierende Impulse aufgreifen, die mir die Summe aller Möglichkeiten zu erschließen helfen und damit meinen Selbstwert erweitern. Das wäre doch eine Art Evolution, oder?

    Und sobald die Wahrnehmung über's Stoffliche hinaus geht wird es richtig kontrovers. In dem Maße, wie es mir gelingt, die Wahrnehmungen anderer und ihre Widersprüche zu meiner als "gleich gültig" zu betrachten, bemerke ich, dass meine Wahrnehmung ein mit-Schöpfungsakt ist, der meine Wirklichkeit und damit unsere gemeinsame Wirklichkeit mit-erschafft.

    Wenn ein Sandkorn hustet, hört es der ganze Strand.

    Auf meinen blog vom juli 2009 "Der gelobte Rand" bekam ich eine ganze Menge Antworten. Ich wurde von dieser Flut überrascht, sowohl von der Menge als auch von ihrem Inhalt. Während ich die Menge der Antworten als schmeichelhaft empfand, erzeugte ihr Inhalt in mir erstmal Stress. Vereinfacht gesagt, kam ein größer Teil der Antworten von "Schwarzsehern", den Anhänger von Verschwörungs- & Weltuntergangstheorien, und der andere große Teil von "rosarote-Brille Trägern", die auf die Weltrettung durch UFO's oder sonstige höhere Interventionen warten. Ich fühle mich weder der einen, noch der anderen Gruppe zugehörig und hatte etwas geschrieben, was meiner Wahrnehmung nach dazwischen liegen sollte. Doch siehe da, die meisten fühlten sich in ihrer eigenen, aus meinem Blickwinkel "extremen" Wahrnehmung entweder bestätigt oder herausgefordert.

    Nachdem ich mich lange genug für Dinge angegriffen gefühlt habe, die ich nicht hatte ausdrücken wollen, und für Dinge belobigt, die ich auch nicht hatte ausdrücken wollen, hörte ich auf zu schmollen und gestand mir ein, dass ich ja genauso ticke. Ich sehe alles durch eine/MEINE Brille, recht unabhängig vom möglichen Gehalt des Erblickten und mit sehr wenig Raum für andere Blickwinkel.

    Etwa zur selben Zeit wollte sich jemand mit "meiner" Webseite verlinken. Er hatte darauf herumgestöbert und fand meine positive Ausrichtung sehr passend zu seiner positiven Ausrichtung. Als ich im aug-2012 den blog "Das ANGvil-Projekt" veröffentlichte, wurde die Verlinkung mit einem entrüsteten Kommentar sofort gelöscht. Ich war völlig verdattert, hatte ich doch die Inhalte auf "meiner" Webseite niemals als nur rosarot eingestuft und meinen blog-Beitrag nicht als reines Schwarzsehen empfunden. Und dass ein kleiner, meinetwegen schwarzer blog-Beitrag von jetzt auf gleich die große, positiv ausgerichtete Webseite in ganz anderem Licht erscheinen lasst, konnte ich mir bis dahin auch nicht vorstellen. So kann man sich irren und so schnell kann der Übergang einer Wahrnehmungsgewohnheit von einem Extrem ins andere sein - gestern noch alles rosa und heute schon alles schwarz.

    Ist der Wechsel von einer extremen Interpretation meiner Wahrnehmung in ihr genaues Gegenteil die Konsequenz meines lebensfremden Wunsches nach nicht-Veränderung? Verwandle ich mich immer wieder von Dr. Jekyll in Mr. Hyde und zurück, nur weil ich sonst meine geliebten und eingebildeten Unveränderlichkeiten gegenüber der sich ständig ändernden Umwelt nicht aufrecht erhalten kann? Zwingt mich meine Starre in die Extreme? Ist Flexibilität, die ich nicht will, der Preis für die Stabilität, nach der ich mich sehne, die ich bisher nicht erreicht habe? Und wenn ich nicht flexibel sein will, wie kann ich da, trotz aller Lippenbekenntnisse, jemals tolerant werden? Toleranz bedeutet z.B. die Wahrnehmungen anderer als "gleich gültig" zur eigenen zu empfinden. Auch darin habe ich mich nach einigem Schmollen wiederfinden dürfen.

    Dass die Welt rund ist, obwohl sie hunderte von Generationen als flach wahrgenommen haben, ist uns gelaufig. Sie war nie flach, aber in der Wirklichkeit dieser vielen Generationen, die keinen Anlass sahen, für ihre Wahrnehmung eine andere Interpretation in Betracht zu ziehen, war die flache Erde so wirklich, dass Giordano Bruno noch im Jahre 1600 n.Chr. als Ketzer dafür verbrannt wurde, die Erde als das zu sehen, was sie trotz flacher Interpretation bereits immer war und noch immer ist, nämlich rund. Und erst im Jahre 2000 (vor etwa 12 Jahren!!!) wurde seine Hinrichtung im Nachhinein von der Kirche als Unrecht anerkannt. Darin seh' ich mich leider auch wieder, nicht in Giordano Bruno (das würde ich gern), sondern als Wahrnehmungs-Dinosaurier, der erst kurz von seinem drohenden Aussterben den einmal begangenen Wahrnehmungsfehler mit den damit verbundenen Unmenschlichkeiten eingesteht (das tue ich ungern), und auch dann nur als unwillige Reaktion auf puren überlebensdruck.

    Möge mein Wirken gute Früchte tragen,
    die mir den Mut geben, für mein Tun einzustehen
    und die Gesetze der Schöpfung zu befolgen
    und allen zu verzeihen, die es nicht tun.

    "Wo ist dein Problem?", wollen sie vielleicht wissen? Nun, meine Problem ist, dass mir die gegenwärtigen Verschiebungen den Kopf durch die Sphare gesteckt haben (siehe rechts; vielleicht ging es Bruno so ähnlich) und ich vieles nicht mehr so sehen kann, wie zuvor, selbst wenn ich gern tate. Mein Problem ist, dass ich an meinen gewohnten Wahrnehmungen, die sich jetzt als Fehler herausstellen, und den damit verbundenen Unmenschlichkeiten genauso verzweifelt festhalte, wie jeder andere Erzkonservative.

    Wenn ich einen Raum komme, nehme ich die herrschenden Gefühle wahr, oft schmerzhaft und insbesondere die, die nicht ausgesprochen werden. Mein Problem ist, dass mir oft der Mut fehlt, die unausgesprochenen Dinge anzusprechen und damit Licht ins Dunkle zu bringen. Mein Problem ist, dass mir noch öfter die Weisheit fehlt, unausgesprochene Dinge so anzusprechen, dass es dem Wohle aller dient. Mein Problem ist, dass ich mich lieber in Einsamkeit verkrieche, um diesen Schmerz zu vermeiden. Mein Problem ist, dass auch das nicht funktioniert, weil auf mich allein zurück geworfen mich meine unausgesprochenen Gefühle noch heftiger plagen, als die durch meine Einsamkeit vermiedenen unausgesprochenen Gefühle von anderen. Es ist nämlich keiner da, der sie anspricht!

    Ich finde es stimmig, wenn sie an dieser Stelle lachen. Weinen ist auch o.k! Ich werte beides als Anzeichen für gelungene Unterhaltung.

    Es war ein länger und von mit oft als unfreiwillig empfundener Weg von der Eckkneipe zum blog-Schreiben, und doch haben beide eines gemeinsam: ich strampelte/strample mir was von der Seele, was meine Gefühle belastet/e. Und dabei mutete ich anderen das Hören meines Gestrampelten in der Eckkneipe zu und mute ihnen heute das Lesen meines Gestrampelten im blog zu. Folgendes halte ich mir dabei zugute: ich bin weniger laut als früher und achte mehr auf die Freiwilligkeit meiner Zuhörer / Leser.

    herzliche grüße - georg


    Wir spazieren zusammen durch einen Garten.

    Ich drehe mich für eine Minute weg

    und du machst es wieder:

    Hier ist mein Gesicht, doch du schaust auf Blumen!
    Jelal'uddin Rumi (1207-1273)




    Jan-2013: Das ist ungerecht!

    In der vorhergehenden Episode hat Kregor, das Erdmännchen, Zugang zu seiner inneren Welt gefunden. Das geschah in Form eines Gesprächs mit einer inneren Stimme, die sich Sigmund nennt. Inzwischen ist Sigmund zu Kregor's geistigem Führer geworden. Die beiden unterhalten sich also ab und zu.

    : "Hallo Sigmund, bist du da?"

    : "Ja Kregor, immer."

    : "Wieso kann ich dich dann manchmal nicht hören?"

    denkt: Weil du manchmal Tomaten in den Ohren hast!
    sagt (geduldig): "Weil du manchmal nicht hören willst."

    : "Du bist aber geduldig. Ich habe manchmal Tomaten in den Ohren, glaube ich."

    denkt: Uuups, er macht Fortschritte und bekommt mit, was ich denke und fühle!
    sagt: "Da könnte was dran sein."

    : "Hör mal zu, ich habe eine wichtige Frage."

    : "Ich weiß, lieber Kregor, denn ich höre immer zu, auch wenn du nicht laut fragst."

    : "Stimmt und das weiß ich auch. Aber genau das ist es, was mich doch immer wieder irritiert. Bei dir hab' ich immer die Hosen runter, ob ich es will oder nicht. Und wenn ich es gerade nicht will, dann versuche ich, es zu vergessen und stecke mir dann eben selbstgemachte Tomaten in den Ohren. Das Gute daran ist, ich kann sie jederzeit wieder heraus nehmen, wie jetzt."

    : "Schön, aber deine Frage musst du trotzdem laut stellen."

    : "Warum, wenn du sie doch schon kennst?"

    : "Das liegt daran, dass ich deine Fragen früher hören kann als du sie aussprichst. Sie blubbern in dir langsam aus deinem Unbewussten hoch, und wenn du sie in Worte kleidest, dann beschäftigst du dich damit und hörst du sie schließlich selber. Wenn du sie mehrmals von dir selber gehört hast, dann kannst du die betreffende Frage und ihre Antworten nicht mehr vergessen."

    : "Wie? Eine Frage und viele Antworten! Wie soll ich das verstehen?"

    : "Jedesmal, wenn du die Frage erneut in Worte kleidest, erinnerst du dich dabei an die letzte Antwort und formulierst deine Frage ein bisschen genauer. Die Antwort ist dann auch genauer und so geht es immer weiter, die Antwort wird jedesmal klarer."

    : "Eine unendliche Geschichte also? Warum nicht gleich eine klare Antwort?"

    : "Du verstehst eine klare Antwort oft nicht. Du willst sie oft noch nicht hören. Und wenn das so ist und du eine klare Antwort bekommst, vergisst du sie eben gleich wieder. Also kommt die Antwort in Scheibchen, soviel, wie du vertragen kannst."

    : "Und wer entscheidet, wie viel ich vertrage?"

    : "Na, du natürlich! Indem du nur hörst, was du hören magst."

    : "Ah, jetzt verstehe ich auch, was ein Wink mit dem Zaunpfahl bedeutet. Wenn ich mir eine Frage nicht stellen mag, dann muss man mich lauter fragen. Du winkst öfter damit, oder?"

    (erfreut): "Ja, so ist es. Ich versuche, dir damit dabei zu helfen, deine noch ungestellten Fragen in Worte zu kleiden, bevor sie sich zu Problemen auswachsen."

    : "Den Wink verstehe ich nicht. Den Zaunpfahl bitte!"

    : "Ein schlauer Römer, Marc Aurel, hat mal gesagt den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen schleift es."

    : "Moment, Moment! Bei mir hat gerade was geklickt, und ich muss das nochmal ganz langsam nachvollziehen. Also, wenn eine Frage in mir schon blubbert, ich sie aber nicht wirklich stellen will, dann wird das zum Problem, richtig?"

    : "Ja, weiter!"

    : "Weil irgend jemand mit dem Zaunpfahl winkt!"

    : "Ja, weiter! Wer?"

    : "Das Leben. Das, was ich nicht fragen will, kommt auf mich zu."

    : "Genau. Wie?"

    : "Als Problem, erst klein und falls ich es nicht sehen will, immer größer. Erst ein Fingerzeig, dann ein Wink mit dem Zaunpfahl, dann ein Problem, ..."

    : "Ja, ein früherer Freund von mir hat das sinngemäß so ausgedrückt: Wenn einem inneren Impuls kein Raum gegeben wird, dann muss er sich als Schicksal manifestieren."

    : "War wohl ein Psychologe. Geht das nicht auch mit einfachen Worten?"

    : "Ja und ja. Ein schlauer Mensch löst seine Probleme, wenn sie noch ganz klein sind und wartet nicht, bis sie so groß geworden sind, dass sie ihn totschlagen."

    : "Jetzt dämmerts! Und ein ganz schlauer Mensch kleidet seine Fragen in Worte, bevor sie zu Problemen werden, die ihm das Leben entgegenbringt?"

    : "Jawohl."

    : "Und woher weiß das Leben, was es mir entgegenbringen soll?"

    : "Das Leben ist eben noch viel hellhöriger als ich."

    : "Du willst sagen, die ganze Welt kennt meine Fragen schon bevor ich sie ausgesprochen habe?"

    : "So in etwa. Wie sollte sie dir sonst deine unausgesprochenen Fragen mit passenden Problemen vergegenwärtigen können?"

    : "Oooch, das ist aber ungerecht. Alle wissen`s, nur ich nicht. Das ist nicht fair!"

    : "Doch, denn du willst es noch nicht wissen. Und weil du es noch nicht wissen willst, gibt dir das Leben dir immer wieder Gelegenheit und Anregung, deine Meinung zu ändern. Sobald du es wissen willst, bekommst du die Antworten, die du verdauen kannst und die dich wachsen lassen. Du bekommst, was du braucht und nicht das, was du willst!"

    (schmollt): "Ich empfinde es trotzdem nicht als fair!"

    : "Das ist bei allen anderen Menschen genau so. Jeder befindet sich ein seiner Grenze. Jeder hat blubbernde Fragen, die er nicht anschauen möchte und die ihm dann das Leben als Schicksal präsentiert, bis er's schnallt."

    (entrüstet): "Todsichere Methode, was?"

    (verkneift ein Lachen): "Hast du ziemlich klar zusammengefasst."

    (prustet): "So hatt' ich's gar nicht gemeint. Aber es stimmt schon. Es geht bis zum Tod. Wenn ich auf den Zaunpfahl nicht reagiere, wird's zum T-Träger. Todsicher .., hihihi."

    : "Das könnte als schwarzer Humor ausgelegt werden."

    (kichert): "Ganz unbeabsichtigt, übrigens. - Da bin ich also in guter Gesellschaft mit meinem nicht Hören wollen."

    : "Tja, die älteste Ausrede der Welt: Ich hab's doch nicht gewusst. Fast alle Menschen gehen davon aus, dass ihr für Dinge, die euch nicht bewusst sind, keine Verantwortung tragt. Und darum haltet ihr alles, was euch unbequem ist, krampfhaft im Unterbewussten. Bloß nicht hochlassen, bloß nicht anschauen! Was ich nicht sehe, kann mich nicht sehen! Dabei sagt ihr doch selbst, dass Unwissenheit nicht vor Strafe schützt."

    (schmollend): "Zugegeben, es ist nicht die allerfeinste Art. Und doch macht es mich wütend! Ganz besonders, wenn ich dann Fühlen muss, was ich nicht Hören wollte."

    (einlenkend): "Aber schau doch mal, wenn du jemand ohne es zu wollen, Schaden zufügst, wer ist dann verantwortlich dafür? Der andere? Und auf wen bist du dann wütend?"

    (schnaubt): "Natürlich nicht! Und wütend bin ich dann immer auf mich, weil ich so blöd war. Im Nach-hinein kann ich's dann auch sehen und frage mich jedesmal, warum ich so lange gebraucht habe."

    : "Ich weiß, das es unbequem ist. Es war auch unbequem für mich und ist es immer noch."

    : "Wie, es ist auch für dich unbequem. Ich habe gedacht, das ist alles nicht mehr dein Thema."

    : "Schön war's. Hab' ich auch mal geglaubt. Aber hier drüben geht es genauso weiter, wie vorher. Ich komme immer noch immer wieder an meine Grenzen. Ich bekomme, was ich brauche - nicht was ich will - und lerne dadurch dazu, sobald ich dazu bereit bin. Zugegeben, meine Grenzen sind etwas weiter gesteckt als deine. Aber das habe ich mir erarbeitet, so wie du es tust. Ein Menschenleben ist kein 100m-Lauf, auch nicht auf meiner Seite. Es fangen nicht alle an der gleichen Startlinie an. Das erscheint euch ungerecht, ist es aber nicht. Hier auf der anderen Seite könne wir sehen, dass die ursprüngliche Startlinie für alle Funken Gottes gleich ist, und die Ziellinie auch. Aber zwischendurch, als Mensch mit Körper, erscheint es anders. Im eurem Leben, wenn die Erinnerung nicht vollständig ist, halten viele Menschen Geburt und Tod für Start und Ziel. Dabei sind diese nur eine Drehtür zwischen Leben mit und ohne physischen Körper."

    : "Wow, das ist ne' Menge Info in 'ner ziemlich kurzen Zeit."

    : "Wenn du magst, können wir ein andermal darüber reden. Ich möchte gern auf den Unterschied zwischen wissen und bewusst zurückkommen."

    (gespielt enthusiastisch): "Oh, ja, lass uns noch ein paar Haare spalten!"

    (unbeeindruckt): "Jeder weiß Alles, aber nicht Alles ist ihm oder ihr bewusst. In jedem von uns steckt das gleiche Wissen, doch wir haben unterschiedlichen Zugriff darauf. Ich habe Zugriff darauf, was mir bewusst geworden ist. Du hast Zugriff auf das, was dir bewusst geworden ist. Der Unterschied liegt darin, dass mir Manches bewusst geworden ist, was du noch nicht hören willst."

    (sarkastisch): "Also gibt es noch Hoffnung für mich?"

    : "Ich versichere dir, wenn du bereit bist für alles, was in dir ist und deshalb aus dir herauskommt, die Verantwortung zu übernehmen, dann wird sich dein Leben sehr positiv verändern. Hab' Vertrauen."

    (leicht aufgebracht): "Hab' Vertrauen, hab' Vertrauen! Das sagst du so einfach. In etwas Vertrauen haben, dass ich nicht kenne, wo ich nicht weiß, was dabei 'rauskommt. Das ist wie einen Blankoscheck unterschreiben. Alles in mir sträubt sich dagegen. Wenn ich wenigstens nachschauen könnte, wie viel ich auf dem Konto habe."

    (lacht): "Es ist gut, dass dein Humor zurückkommt..., nachschauen, wieviel auf dem Konto ist..., das ist gut. Das ist wirklich gut!"

    : "Was ist daran so lustig?"

    : "Du weißt ganz ganau, wie viel du auf dem Konto hast, du willst es nur nicht wahr haben. Schon wieder die älteste Ausrede der Welt!"

    (ehrlich betroffen): "Was meinst du?"

    (kichert): "Na, dein Konto ist dein göttlicher Funke und in dem ist das ganze Universum. Und du, hahaha, willst nachschauen, wie viel du auf dem Konto hast. Das ist einfach köstlich!"

    (verwirrt): "Wie, mein Konto ist mein göttlicher Funke? Was soll der Quatsch? Ich rede hier von Ungewissheiten und du fängst an, zu philosophieren."

    : "Nä, nä, das ist keine Philosophie, das ist ganz einfacher Menschenverstand. Deine Ausreden sind kompliziert und hoch-philosophisch. Wer etwas nicht sehen will, was ganz einfach ist und für alle auf der Hand liegt, der macht es richtig kompliziert. Vernebelungstaktik nennt sich so'was."

    (verblüfft) : "Vernebelung, das triffst ganz gut. Ich fühl' mich total vernebelt. Kannst du mir das bitte etwas verständlicher erklären? Und ich weiß genau, das du gerade deine nicht vorhandenen Augen verdrehst."

    (nachhakend): "Und wenn gar nichts hilft, dann dumm stellen, was? Wenn du schon weißt, dass ich meine nicht vorhandenen Augen verdrehe, dann weißt du auch warum. Du musst es dir nur noch eingestehen. Du tust manchmal so naiv und trotzdem bist du ein ganz gewiefter Hund. Wie gut, dass ich weiß, was in dir vorgeht. Sonst würde ich deine Gefühle immer wieder für bare Münze nehmen und auf dich hereinfallen."

    (bissig): "So, du weißt also, was in mir vorgeht, was meine wahren Gefühle sind und was nicht? Wieso weiß ich es denn nicht?"

    (seufzt): "Du weißt es auch, selbst wenn du es nicht wahr haben willst. Und leider muss ich darauf warten, bis du es wahr haben willst. Auch wenn ich dich manchmal viel lieber an die Wand klatschen würde. (mehr zu sich selber) Geduld, Geduld!"

    (betroffen und doch erleichtert): "Puuhhh, irgendwie bin ich sehr froh darüber, dass du warten musst, jedenfalls wenn ich ehrlich bin. Ich weiß auch, dass ich nicht d'rum 'rum komme, zu sehen, was ich nicht sehen will. Und wenn mich niemand dazu zwingen kann oder darf, dann dauert's zwar länger, aber ich brauche nicht wegzulaufen. Das würde nämlich noch länger dauern - bis ich wieder zurückkomme. Danke, dass du so viel Geduld mit mir hast. Ich vertraue dir fast mehr als mir selbst."

    : "Dein Vertrauen in dich selbst ehrt mich! Also danke für's fast. Und wie ist dieses Vertrauen entstanden?"

    : "Dadurch, dass du mich nie zu etwas zwingst, dass du mir keine Entscheidungen abnimmst, und dass du mich meine Suppen selbst auslöffeln lasst. Unbequem, aber effektiv! Nochmals danke!"

    (gespielt beiläufig): "Kannst du jemand anderem mehr vertrauen, als dir selbst?"

    : "Das ist eine Fangfrage, oder?"

    (unbeirrt): "Wenn das so wäre, was sagt das dann über dein Vertrauen aus?"

    : "Na, dass ich kein echtes Vertrauen habe, weder in mich - sonst würde ich keine Erwartungen an jemand anderen haben - noch in jemand anders. "

    (gespielt ironisch): "Guuut!"

    : "Ich bin jetzt ganz schön müde geworden."

    : "Versteh' ich. Das waren schwierige Themen."

    : "Früher, ach was, noch vor Kurzem hattest du mich mit solchen Themen um den Block jagen können. Wieso interessiert mich das auf einmal?"

    : "Hast du schon mal von der 2012-Verschiebung oder Aufstieg gehört?"

    : "Ach, dieser Eso-Quatsch, wo die Leute immer mal wieder zum Jahresanfang auf irgendwelche Berge steigen und darauf warten, von UFOs abgeholt zu werden? Ich war' mir ganz schön blöd vorgekommen, mit meinem Reisegepäck wieder vom Berg herunterzusteigen. Wohl auch eine Art Zaunpfahl Erfahrung. Was wollten die nicht hören?"

    (lacht): "Ja, ja, das war wohl eine der extremeren Begleiterscheinungen. Aber diese Leute hatten wenigstens Mut zu Versuch und Irrtum. Bei denen geht's halt auch um Eigenverantwortung."

    (provokativ): "Für die eigene Blödheit?"

    (unbeeindruckt): "Nein, das meine ich nicht. Wieso erwarten sie, von den Menschen geschaffenen Problemen auf der Erde einfach so erlöst zu werden, ohne eigenes Zutun? Sind sie was Besseres, als der Rest der Welt? Haben sie keine Mitverantwortung am Zustand der Erde? "

    (aufgebracht): "Du meinst Scotty, beam me up und Schluss mit den ganzen Problemen geht nicht? Es gibt keinen Instant-Aufstieg aus der Wundertüte? Und was ist dann mit dem Jüngsten Gericht. Kommt das auch nicht?"

    (unbeeindruckt): "Jedenfalls nicht so. Es war eben ein Irrtum. Vor dem nächste Versuch werden sich die Leute etwas verfeinerte Fragen stellen und entsprechen klarere Antworten bekommen. Und dann wird der nächste Versuch auch etwas klarer aussehen."

    (leicht vorwurfsvoll): "Sehr diplomatisch! Du hälst dich gerade ganz schön 'raus."

    (spitz): "Na immerhin hast du meine Antwort eben ohne Protestgeheul aufgenommen, obwohl du nach eigenen Angaben ganz schön müde bist. Das wäre vor unserem Gespräch wohl anders abgelaufen. Dazu gratuliere ich dir übrigens."

    (nachdenklich gefasst): "Danke sehr und stimmt, ich bin heute nicht mehr aufnahmefähig. Dir ganz herzlichen Dank für dieses unbequeme und doch erheiternde Gespräch, das ich gebraucht habe. Es hat mir weiter geholfen und ich bin sehr froh, dass wir es geführt haben!"

    : "Ja, Kregor, ich auch. Es hat mit Freude bereitet und ich danke dir für dein Vertrauen."

    : "Fast hatte ich Tschüss gesagt. Habe mich gerade nach daran erinnert, dass du immer da bist. Und das ist für mich jetzt auch kein so großes Problem mehr, wie eben noch. Ganz weg ist es aber noch nicht."

    : "Das dauert eben ein bisschen. Von Wissen zu Bewusstsein braucht Zeit. Es muss in jeder deiner Zellen ankommen und das dauert. Du hast alle Zeit der Welt und jeder Schritt von Dir bereitet uns Freude - also keine Hast."

    (etwas verlegen): "Ich versuche hier Abschied von jemand zu nehmen, der keinen Abschied kennt. Das ist gewöhnungsbedürftig. Wie sage ich Tschüss ohne Tschüss zu sagen?"

    (fest): "Kregor, ich liebe dich!"



    herzliche grüße - georg


    Sieht der Sonnenuntergang manchmal so aus als würde die Sonne aufsteigen?

    Weißt du wie sich treu Liebe anfühlt?

    Du weinst. Du sagst dass du dich verbrannt hast.

    Kennst du jemand der nicht vom Rauch vernebelt ist?
    Jelal'uddin Rumi (1207-1273)




    März-2013: SPITZEN-ERLEBNISSE (peak experiences)

    Meine ersten Spitzen-Erlebnisse trafen mich überraschend und auch ein bisschen unvorbereitet. Es hat eine Weile gedauert, bis ich sie als Spitzenerlebnisse eingestuft habe. Da war zum Beispiel der Moment auf dem einsamen Bergpass, wo ich plötzlich die Stille hören konnte, trotz pfeifendem Wind und in meine Ohren pochendem Puls. Erst als der Moment vorbei war, merkte ich, dass er weit über eine halbe Stunde gedauert hatte und doch nur einen Wimpernschlag. Was mir durch den Kopf ging? Ich wusste es schon nach dem Wimpernschlag nicht mehr. Aber gut habe ich mich gefühlt, sehr gut - so gut, dass noch heute die Gegend zwischen Hals und Herz warm wird, wenn ich in meiner Erinnerung wieder dort sitze.

    Oder auf dem Spielfeld, als die Zeit sich verlangsamte und ich die Anderen aus der Zeitperspektive einer Fliege erlebte. Keiner hatte eine Chance gehabt, mich mit der Klatsche zu erwischen. Dafür waren sie viel zu langsam. Das war schon fast belustigend und ich hatte nichts dagegen gehabt, wenn es so geblieben wäre. Zwar nicht fair, aber meine Nase war vorn und daran konnte keiner etwas ändern, solange der Zustand anhielt.

    Natürlich habe ich mich bald gefragt, wie sich solche Zustände herbeiführen lassen. Ich kletterte vermeht auf Passe und verbrachte mehr Zeit auf dem Spielfeld. Vergeblich. Bei meinen nächsten Spitzen-Erfahrungen waren andere Menschen freundschaftlich beteiligt: Intensive Gespräche, Intimspiel (spitze Erlebnisse), inspirierende Menschen. Die veränderte Zeitempfindung rückte in den Hintergrund, zugunsten eines Gefühls der Leichtigkeit im Kopf plus Frösteln. Sehr viel später und etwas ernüchtert habe ich das einen "Hirnorgasmus" getauft.

    Auch die darauf folgende Konzentration auf die Gesellschaft mit potentielle Kandidaten zum Herbeiführen von Spitzen-Erlebnissen führte zu keinem reproduzierbaren Ergebnis. Dann kamen Erlebnisse, in denen Raum und vielleicht auch Zeit überbrückt wurden, und in denen mir nahe stehende Personen eine Rolle spielten. So habe ich mir einmal selbst erstaunt zugehört, wie ich so ziemlich das Gegenteil von dem aussprach, was ich hatte sagen wollen. Für etwa ein Jahr lang war ich dann - mit meinem aus freiem Willen gegebenen Einverständnis - mehr oder weniger das Werkzeug für jemand Anderen. Bis die Arbeit erledigt war, die aus diesen von mir ausgesprochenen und mit Erstaunen gehörten Worten geboren worden war, pflegten alle Ampeln grün zu werden, sobald ich mich näherte. Danach waren sie wieder mal rot, mal grün.

    Die Versuche, eben diesen Menschen öfter durch mich sprechen zu lassen, um weiterhin immergrüne Ampeln zu haben, scheiterte genauso gründlich wie alle vorhergehenden Versuche, Spitzenerlebnisse manipulativ herbeizuführen. Und doch kamen immer wieder neue auf mich zu. Ich durfte einem Sterbenden die Hand halten und zwei Stunden später einer gebährenden Hundemama. Und so geht es immer weiter.

    Wir haben bald Ostern (2013) und das liefert ein schönes Sinnbild. Wie die Kinder weiß ich, dass eine Menge bunter Eier versteckt sind, die gut schmecken. Aber ich weiß nicht wo, und nicht welche, nicht wie viele. Eins meiner Motive - wenn nicht das größte - das mich beim Suchen antreibt, ist mein mit den bisher Eierfunden verbundener Genuss samt meiner daraus abgeleiteten Erwartung zukünftiger Genüsse. Doch der anfänglich ungetrübte Genuss sank mit der Häufigkeit meiner Funde. Schon wenige Wiederholungen lassen auch die schmackhaftesten Ostereier von ihren Reiz verlieren. Das Besondere wird "normal", meine Erwartungen steigen. überwiegt mein selbst-zentriertes Genussmotiv, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich Überdruss und Verlangen nach Neuem einstellen. Mit anderen Worten, ich suche nach immer neuen Eiern mit immer neuen Geschmacksnoten - eine unendliche Geschichte.

    Irgendwann hatte ich die Tendenz entwickelt, das nächste Ei nur noch danach zu beurteilen, ob es meinem Gaumen die Meldung einer unbekannten Geschmacksnote entringen konnte. Aus meiner Freude über und Dankbarkeit für ein unerwartete Geschenk des Himmels wurde zuerst Hoffnung, dann Erwartung, dann Kalkül und schließlich Sucht. Entlang des Weges haben meine Dankbarkeit und Freude abgenommen, während meine Erwartungen an kommende Geschenke immer spezifischer werden, und meine Enttäuschung gepaart mit Undankbarkeit in dem Maße zunahmen, wie meine Spezifikationen nicht erfüllt wurden. Schließlich stampfte ich zornig mit dem Fuß auf, wenn mir das bestellte Geschenk nicht termingerecht frei Haus geliefert wurde. Und dann kommt die Rute.

    Von diesen Menschlichkeiten sind Spitzen-Erlebnisse nicht ausgenommen. Leider. Dabei sind sie doch als Brücke zu Gott gedacht. Ihre Botschaft lautet doch: Ich, Mensch, bin zu Erlebnissen fähig, die über das Menschliche hinausgehen! In mir muss etwas Göttliches stecken, ein Funke zumindest, auch wenn er sich nur für kurze kostbare Momente in diesen Spitzen-Erlebnissen zu einer wahrnehmbaren Flamme entzündet.

    Was macht das Spitzen-Erlebnis zum Erlabnis? Was macht den Unterschied aus zwischen dem undankbar mit dem Fuß aufstampfenden Gör und der Seele, die das Aufflackern ihres eigenen göttlichen Funkens als nächsten Schritt auf dem Weg nach Hause feiert? Das Erlebnis selber oder wie ich damit umgehe? Erraten. Und wie gehe ich damit um? Das hängt, wie ich zerknirscht gestehen muss, sehr von meiner Tagesform ab. Meine Tagesform wiederum scheint das Ergebnis einer ungezählten Vielfalt von Faktoren zu sein. Und es fällt mir sehr leicht, diejenigen Faktoren dafür verantwortlich zu machen, die von außen auf mich zukommen und auf die ich keinen Einfluss zu haben scheine. Zum Beispiel der Vollmond, die Laune meiner Partnerin, das Wetter, ...

    Auch hier darf ich mir wieder die Frage stellen, ob die Unterschiede in meiner Tagesform durch die äußeren Faktoren selbst zustande kommen oder durch meinen Umgang mit ihnen. Zweifelsohne spielen solche externen Faktoren auch eine Rolle, doch wie gewichtig sind sie wirklich? Wer sind die großen Spieler im Parlament meiner Tagesform? Wie kann ich die Meinungsbildung im Parlament meiner Tagesform beeinflussen? Wer hat dort die Mehrheit? Der liebe Gott oder mein Ego?

    Mal so, mal so. Meine Tagesform scheint keine feste Legislaturperiode zu kennen; auch keine Parteien und keinen Fraktionszwang. Die Parlamentsmitglieder gruppieren sich mit jedem Tagesordnungspunkt neu. So würde ich heute in einer bestimmten Situation eine Sache tun und morgen vielleicht eine ganz andere. Das ist positiv ausgedrückt sehr flexibel. Negativ ausgedrückt ist es eine wilde Demokratie ohne Ausrichtung.

    Ehrliche gesagt fehlt mir diese konstante Orientierung oder Ausrichtung, obwohl es mir ganz klar am Besten geht, wenn ich die Geschenk des Himmels mit Freude und in Dankbarkeit annehme und dadurch meinen Funken Gottes spüre. Warum regiert trotzdem so oft mein Ego, und das, obwohl es mir damit nie gut geht? Wie dem auch sei, immerhin erkenne ich das Problem, und zwar dank meiner (?) Spitzen-Erlebnisse.

    Meine Ausrichtung ist also der größte Faktor im Parlament meiner Tagesform, er ist dort sozusagen regierungsbildend, der "Königsmacher". Und das unabhängig davon, ob und wie sehr meine Ausrichtung nun konstant ist oder nicht. Wechselt meine Ausrichtung, dann wechselt auch die Regierung im Parlament meiner Tagesform, wenn nötig, auch mehrmals am Tag, und zwar Verzögerungs-frei. Wie krieg' ich sie bloß konstant? Wie kann mein Funken zum Dauerbrenner werden?

    Wenn ich nicht weiß, wie was geht und es trotzdem erreichen möchte, dann verschaffe ich mir gern einen Überblick über meine ganzen Fehlversuche. Erfolg ist schließlich die letzte Sprosse auf der Leiter der Fehlversuche:
    Brechstange (herbei zwingen)
    Manipulation (indirekt herbei zwingen)
    Bestechungsversuche jeder Art (wenn ich das und das tue, dann.. )
    Erwarten, Wünschen, Fordern, Ansprüche
    Such(t)verhalten
    Schmollen, Mitleid erregen & Co.
    Logik, Verstehen, Verdienen, Erarbeiten
    Nichts tun und warten
    Luftschlösser bauen
    Missionieren
    ...

    Was bleibt denn da noch übrig?

    Danken & Bitten?

    Mit dem Bitten hab' ich gelernt, vorsichtig zu sein, denn wie sich herausgestellt hat, weiß ich im Vorfeld selten, was für mich gut sein wird oder nicht. Ich bilde mir zwar immer wieder ein, es zu wissen, doch im Laufe der Zeit, nachdem das Gewünschte oder Unerwünschte eingetroffen ist und sich in meinem Leben breitgemacht hat, stellt sich immer wieder heraus, in welchem Umfang ich mich geirrt habe. Viel Ungebetenes hat sich dann doch als segensreich erwiesen und viel heran Gewünschtes als lästig. Mit keiner meiner Prognosen lag ich, ehrlich gesagt, jemals 100% richtig, aber schön oft 100% falsch.

    Wenn Erwünschtes in mein Leben eingetreten ist und ich es nicht mag, dann geht es davon nicht weg. Ich bin damit erstmal "verheiratet", im schlimmsten Fall für's ganze Leben. Trostreich ist, dass nicht jeder schlimme Fall schlimm geblieben ist. WANN sich ein Fluch als Segen erwies und ein Segen als Fluch, war es oft nur eine Frage der Zeit und des Umgangs damit. Und nicht selten hat der erfüllte Wunsch mit seinen wechselhaften Auswirkungen die Seiten mehrfach gewechselt. Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass langfristig gesehen sowohl meine erfüllten wie auch meine unerfüllten Wünsche zu Komplikationen in meinem Leben geführt haben. Der unspezifische Wunsch "Dein Wille geschehe" hat so mit den Jahren und Spitzen-Erlebnissen an Attraktion gewonnen.

    Egal, wer "Dein" sein mag, "Sein Wille" ist verbindlich leider nirgendwo ausgedruckt zu haben. Oder besser gesagt, "Sein Wille" ist leider in sehr vielen Versionen ausgedruckt zu haben. Die verfügbaren Versionen widersprechen sich aber genauso heftig, wie alle anderen INFOs, die im weltweiten Netz zu jeder beliebigen Frage erforscht werden können. Die einfach zugänglichen Versionen (google top-ten) werden in den gleichen schrillen Farben, mit den Gleichen subliminalen Taktiken und fragwürdigen Absichten beworben wie zum Beispiel ein I-phone. Ausser Verwirrung oder einer Bestätigung meiner eigenen Voreinstellung ist da wenig zu holen; oder eben viel zu viel.

    Um "Seinen Willen" zu ergründen, bleibt mir also nicht Anderes, als die Innenschau. Und da sind wir ja weiter oben schon mal angekommen - beim Parlament meiner Tagesform. Ich komm' um meine eigene Beteiligung in der Regierungsbildung nicht herum. Wenn ich's schleifen lasse, dann geht's eben hoch und runter auf der Achterbahn, entsprechend dem Puls meiner Gefühlsreaktionen auf die "zufälligen" äußeren Einflüsse und auf meine eigenen "geheimnisvollen" inneren Impulse. Das Macht Spaß - oder auch nicht. Weder ein dreifaches Hoch auf das kausale Denken noch auf das kreative Chaos können die Depri-Phasen verhindern, die auf meine Spitzen-Erlebnisse so unweigerlich folgen, wie Tag auf Nacht und Berg auf Tal.

    Die Neutralität, der goldene Mittelweg, die Ausgeglichenheit - können sie mich in die Bereitschaft führen, die herkulanischen Aufgaben anzunehmen, die auf mich in meinem Parlament der Tagesform lauern. Denn daran hapert's, an meiner Bereitschaft. Ich hätt's gern einfach und bequem mit Liegestuhl und Sonnenschirm, ein Wunsch, den herbei zu beten mir noch nicht gelungen ist. Aber ich konnte die Hoffnung noch nicht aufgegeben, obwohl es nicht das leiseste Anzeichen dafür gibt, dass diese meine Hoffnung jemals vom leisesten Anflug irgendeiner Berechtigung gestützt werden könnte. Das nennt sich hartnäckig, oder auch krank. Es ist meine Verweigerung, dem unkalkulierbaren Fluss des Lebens zu vertrauen und mich dem Geheimnis hinzugeben, das ich bin und immer sein werde: eben nicht festgeschrieben, reproduzierbar oder im Voraus zu berechnen.

    Vollkommenheit fließt, obwohl meine Bild von Vollkommenheit starr ist. Gesetze produzieren Ungerechtigkeiten, weil sie Ungleiches über einen Kamm scheren müssen. Wer bin ich, dass ich beanspruche, immer der/die Gleiche zu sein? Oder gibt es in mir etwas, das diesen Anspruch rechtfertigt? Meine Seele, mein göttlicher Funke, der dynamische Ankerplatz im Auf & Ab meines täglichen Lebens? Oder bin ich nur mein Körper mit seinen wechselnden Empfindungen? Bin ich nur eine feste Burg, die mein menschliches Leben im Laufe der Zeit immer weicher klopft, bis sie zerbricht oder es mir gelingt, mich dem Leben in all seinen Facetten vertrauensvoll hinzugeben? Wer bin ich?

    Ich lasse diese Frage offen. Nicht weil ich ihnen die Antwort vorenthalten möchte, sondern weil ich die Antwort nicht weiß. Ich überrasche mich immer wieder selbst, sowohl positiv wie negativ. Spitzen-Erlebnisse gehören zu den positiven Überraschungen. Sie können zum Zündfunken für das Anspringen meines Höheren Selbst werden. Oder sie können die Berg-und-Tal auf der Achterbahn meines Lebens intensivieren, bis ich davon gesättigt bin und mich wieder der immer noch offenen Frage zuwende, wer ich wirklich bin.

    Tja, alle Wege führen nach Rom, allerdings sind manche einfacher und manche beschwerlicher. Da könnt' ich mich ja auch entspannen und Geduld mit mir haben, falls ich mal wieder einen nötigen Umweg nach Rom eingeschlagen habe.

    Ich bin mittlerweile 56 Jahre hier und habe genug gelernt, um noch hier zu sein, und noch nicht genug, um nicht mehr hier zu sein. Ist das nun ein Erfolg oder ein Misserfolg? Sagen sie's mir! Oder besser, sagen sie es sich selber! Bitte!



    Wir haben es aufgegeben unseren Lebensunterhalt zu bestreiten.

    Stattdessen gibt es nur noch verrückte Gedichte über Liebe.

    Sie ist überall - unsere Augen und unsere Gefühle

    richten sich auf sie aus, und so tun es unsere Worte.
    Jelal'uddin Rumi (1207-1273)




    Feb-2014: Die und nur DIE erleuchtete Diät

    Kurzfassung

    Es gibt nur eine erleuchtete Diät. Es ist die, die mich zum Leuchten bringt.

    Das diese Diät auch alle anderen zum Leuchten bringt ist weniger wahrscheinlich als ein Sechser im Lotto. Es wird mir und dir also wenig helfen zu versuchen die Diät von jemand nachzumachen, der/die leuchtet. Viel Freude bei Versuch und Irrtum.

    PS: ohne Freude geht Leuchten gar nicht!

    Langfassung

    Man ist was man isst

    Das erste Mal, dass ich meinen Zustand mit dem in Verbindung gebracht, was ich vorher gegessen hatte, war in Bangui (Zentralafrikanische Republik). Ich wollte an einem Stand vor einem Krankenhaus (diese Zufälle!) 50 g Grillfleisch bestellen. Man verständigt sich dort auf Französisch, sowohl für den Betreiber des Standes wie für mich eine Fremdsprache. Auf jeden Fall endete ich mit 500 g ab und habe sie auch gegessen. Wenige Stunden später bekam ich im Regenwald gerade noch die Hose schnell genug herunter und war so schwach, dass ich beim Versuch aufzustehen in meinen eigenen Haufen fiel. Das lag ganz klar am Schweinefleisch, entweder zu viel oder zu schlecht oder beides. Ich hatte nichts anderes zu mir genommen.

    Beim zweiten mal lebte ich in Kühlschrank-freien studentischen Umständen. Da ich auf meinen Reisen gesehen hatte, dass die Mehrheit der Weltbevölkerung (1980) Kühlschrank-frei genauso gut oder schlecht lebt, wie wir Minderheit mit, nahm ich es sportlich. Wie dem auch sei, Eier spielten in der Zeit eine große Rolle in meiner Ernährung, weil sie nicht gekühlt werden müssen.

    Nach einigen Wochen, oder waren es Monate, hingen mir dir Eier aber so zum Hals heraus, dass ich von heute auf morgen so Ei-frei wie eben möglich lebte. Nach weiteren Wochen oder auch Monaten, mein Eier-Ekel hatte sich mittlerweile vom akuten Würgreiz zur unbemerkten Gewohnheit gesund geschrumpft, wurde ich zum Essen eingeladen. Es gab Omelett und ich brach meine unbemerkte Gewohnheit ohne es zu merken.

    Stattdessen merkte ich etwas anderes. Damals betrieb ich Hochleistungssport und war gewohnt, dass sich meine Muskeln eher wie Holz anfühlten, als wie zartes Fleisch. Am Tag nach den - zugegeben - zwei Omeletten wurde das Holz spürbar härter. Mir wurde klar, dass es vorher weicher gewesen war und dass ich mich mit weicherem Holz wohler gefühlt hatte. Und dass die Holzhärte mit den Omeletten zu tun hatte, wurde mir auch klar.

    was geht?

    Etwa ein Jahr später, ich war damals 27, wurde ich über Nacht Vegetarier. Das hatte mit meiner Überzeugung nichts zu tun. Es lag an den Umständen. Die Leute, mit denen ich unterwegs war, waren alle strikte Vegetarier, rauchten nicht, tranken keinen Alkohol... Manchmal hilft es, ein Opportunist zu sein. Das war so ein Moment.

    Trotz meiner opportunistischen Diät-Umstellung aß ich noch genauso viel wie vorher, als würde ich immer noch Hochleistungssport betreiben. Das tat ich aber nicht und entwickelte stattdessen eine Diabetes, die ich mit Diätveränderung (weniger, raffiniertes Weißmehl & weißer Zucker minimiert, regelmäßiges Fasten) und Bitterstoffen in den Griff bekam. Mehr Details dazu finden sie hier.

    Mit 40 dann habe ich im Rahmen meiner Schwermetallausleitung ungefähr zwei Jahre lang sehr viele frische selbst gepresste Säfte getrunken. Als ich schließlich bemerkte, dass mein Zahnschmelz immer dünner wurde, hatte ich mich an Frischsäften satt getrunken. Erst im Nachhinein wurde mir klar, dass die Säure in den Säften für meinen Zahnschmelz nicht gut gewesen war. Ein bisschen spät, aber immerhin.

    Ich erspare ihnen meine ungezählten restlichen Diät-Erlebnisse, die mich irgendwann nach langem Sträuben in die Erkenntnis führten, dass ich lange genug hin-und-her gewippt bin: Immer mit voller Wucht auf das eine Ende der Wippe springen bringt zwar viel Bewegung ins Leben, aber auch viel Abrieb. Seitdem suche ich nach der "Mitte", versuche mit einem Bein auf der rechten Seite der Wippachse und mit dem anderen auf der linken Seite stehend das Gleichgewicht zu halten. Mal klappt's mehr, mal weniger und wie mit allem Geübten verschiebt sich langsam das, was "normal" ist.

    wohin geht's?

    Ich bin jetzt ausgeglichener wie früher, und das tut mir gut. Meine Diät ist dabei ein großer Faktor, nicht mehr und nicht weniger. Wenn ich mich schlecht fühle wähle ich immer noch Essen und Trinken, die mir beim schlecht fühlen helfen, die mir nicht so gut tun. Also achte ich mehr darauf wie ich mich fühle. Es hilft immer noch nicht wenn ich vor dem Kühlschrank auf einer Seite der Wippe sitze. Weg gehen, um Gleichgewicht bemühen und dann wieder kommen ist zwar mühselig, hat aber Aussicht auf Erfolg: Irgendwann versuche ich dann gar nicht mehr durch Frust- oder Lustessen (m)eine Laune zu heben, die mit Essen nicht zu heben ist.

    Schlechte Laune ist schwer und wir von schwerem Essen noch schwerer - die vorprogrammierte Depri-Spirale nach unten. Da ist auch mit leichtem Essen nicht raus zu kommen, es braucht einfach andere Maßnahmen - erst die Laune heben, dann zum Kühlschrank. Doch wie? Tja, hier wird Diät wirklich individuell und situationsabhängig dazu. Gefühlsdiät ist dynamisch, sie lebt, sie verändert sich ständig. Mein Wohlgefühl ist also kein (Dauer-)Zustand sondern eine Richtung, eine Richtung in die ich gehen kann aber nicht muss.

    • Ich fühle mich gerade wohl - richtige Richtung!
    • Ich fühle mich gerade unwohl - falsche Richtung!
    Die Engländer sprechen es sogar aus. Ihr Wort für Krankheit ist disease. "ease" bedeutet Leichtigkeit, Erleichterung, entspannt sein. Die Vorsilbe "dis" bedeutet dass es nicht da ist, also Abwesenheit von Leichtigkeit, von Erleichterung, von entspannt sein.

    Sitze nicht so lange mit traurigen Freunden herum.

    Wenn du in einen Garten gehst,

    schaust du dann auf die Dornen oder auf die Blumen?

    Verbringe mehr Zeit mit Rosen und Jasmin.

    Jelal'uddin Rumi (1207-1273)

    wie geht's?

    Jeden Tag gehe ich in die eine Richtung und dann wieder in die andere. Am Ende des Tages kommt es dann darauf an, wie lange und "schnell" ich beide Richtungen gelaufen bin und was da als Summe herauskommt. Und die Summe aller Tage ist mein jetziger Zustand. Erschreckend einfach.

    Das Schöne daran ist dass ich es ändern kann. Ich habe nicht gesagt dass es leicht ist, aber es ist möglich. Und schwierig wird's, wenn ich anderen die Entscheidung überlasse wo ich gerade hingehe. Die schauen nämlich eher darauf dass es ihnen gut geht. Und empfehlen mir eher Dinge die ihnen gut tun. Sie wissen nicht ob diese Dinge auch mit gut tun. Dafür, ob mir etwas gut tut oder nicht, haben sie in der Regel noch weniger Gefühl als ich selbst. Das ist doch nor-mal, oder?

    So, das ist die Ausgangs-Situation. Ich kann darin einen Fluch sehen oder einen Segen. Alles selber entscheiden und für mögliche Fehler gerade stehen mag wie eine riesige auf mich zukommende Lawine aussehen. Aber heil werden ist so möglich - wenn ich (rechtzeitig) lerne, was ich tun MUSS, damit es MIR gut geht. Ich würde dann feststellen, dass die wirkliche Lawine woanders abgeht.

    "dis-ease" sind die kleinen täglichen Lawinen, die ich so gut kenne, dass ich keine Angst davor haben kann. Ich kenne sie so gut, dass mir etwas fehlen würde, wenn sie nicht da wären. Und jeden Tag stemme ich mich ihnen entgegen und brauche meine ganze Kraft auf, um darin nicht unterzugehen. Dieses Spiel kann ich auf Dauer nicht gewinnen. Die Regeln erlauben es nicht.

    die Regeln ändern

    Wer hat die Regeln für das Spiel geschrieben, das ich täglich spiele? Kann man sie ändern? Ja, das geht. Zumindest der Teil davon, an deren Schreiben ich beteiligt war, lässt sich ändern. Das wird aber niemand für mich tun. Und es wird auch niemand für mich umsetzen. Bin ich trotzdem dazu bereit? Koste es, was es wolle? Auf meine Kosten? Egal, was dabei heraus kommt?

    Nun, solche Kosten lassen sich vorher nie überschauen, und was dabei herauskommen wird schon gar nicht. Es ist eine Reise ins Blaue, die viele nur wagen wenn es gar nicht mehr anders geht. Oft muss schon ein Burn-out, ein beruflicher und/oder privater Rausschmiss oder ein Krebs von hinten schubsen und meiner Bereitschaft kompromisslos nachhelfen.

    Alle die es mal gewagt haben sagen hinterher, dass es die Kosten allemal wert war. Sie sagen auch alle, dass es ihnen schwer gefallen ist und dass sie lange gebraucht haben, bis sie bereit waren die nicht überschaubaren Kosten zu tragen. Und sie alle haben sich verändert, so sehr, dass es ihre Umgebung bemerkt und schätzen gelernt hat. Auf die Frage ob sie es wieder tun würden, kommt ein klares und deutliches "jederzeit". Und trotzdem tun sie sich genau so schwer mit dem was für sie als nächstes ansteht, wie ich mit dem was für mich als nächstes ansteht. Wir sind in guter Gesellschaft, rudern alle im gleichen Boot.

    Die einen rudern mehr, die anderen weniger und ja, es hilft wenn wir in die gleiche Richtung rudern. Das läuft zwar nicht optimal, aber es läuft. Nicht Rudern geht nicht. Wir sind und ich bin vom Idealzustand noch ein ganzes Stück weg. Was hilft ist weiter auf ihn zu zielen, den Idealzustand, auch wenn ich ihn nur theoretisch kenne. Das Kleingedruckte ist noch nicht gedruckt, aber schon unterschrieben. So ist es eben in dem Boot, in dem wir alle sitzen.

    Die menschliche Form ist ein Gespenst aus Schmerz und Ablenkung,

    manchmal reines Licht, manchmal grausam,

    das mit aller Macht versucht, das Bild zu erweitern,

    das es von sich selbst so starr festhält.

    Jelal'uddin Rumi (1207-1273)

    Sie meinen, ich sei vom Thema abgekommen? Kann man so sehen. Kann man aber auch anders sehen. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, und ein bisschen Butter ändert daran nichts. Ich nehme viele andere Dinge zu mir: Meinungen, Information, Gefühle, Energien, Reaktionen, ... einiges davon bekommt mir, anderes nicht. Es schadet nicht den Diät-Begriff ein bisschen zu erweitern. Denn auch bei allen anderen Dingen außer Essen & Trinken kommt es darauf zu lernen, das zu mir zu nehmen was mir gut tut und alles anderen zu minimieren. So gut es geht eben, auf meiner ganz persönlichen Baustelle.




    Jun-2014: HOSEN RUNTER

    letzte woche habe ich mir neue unterhosen gekauft, von einem discounter herabgesetzt zu etwa € 1,00 pro stück. solche unterhosen wie auch viele andere preislich günstige kleidungsstücke sind ja eine gelungene mischung aus unverwüstbarkeit und sollbruchkante. unverwüstbar ist das innen eingenähte etikett, dass auch dann noch in druckfrischer schwärze gut lesbar erstrahlt, wenn die restliche unterhose bereits in fetzen hängt.

    während die formgebenden nähte der unterhose sich von waschgang zu waschgang allmählich auflösen, fixieren die etikettennähte selbiges mit der gleichen unverminderter festigkeit wie am ersten tag. anderes material eben - so für die ewigkeit ausgelegt, dass das heraus trennen des etiketts nah-unmöglich wird, selbst wenn der juckreiz des ebenso für die ewigkeit ausgelegten etikettenstoffs es in jeder minute des tragens fordert. das etikett heraus zu trennen braucht derartig viel geduld (zeit) und chirurgische finesse, dass mein arbeitsaufwand die hose so juckreizfrei tragbar zu machen das ursprüngliche "preiswert einkaufen" erlebnis deutlich trübt und auch ökonomisch in frage stellt.

    dass solche hosen nicht aus dem fair-trade kommen können ist eh klar. dass ich hinterlistigerweise gewartete habe, bis diese überproduzierte massenware reduziert unter selbstkostenpreis mit räumungsabsicht verschleudert wird, rechne ich mir als system-unterminierend zugute: wenn das alle machen, geht das billig-system kaputt! ich liefere den strick, an dem es sich selbst aufhängt...

    es lebe die selbstrechtfertigung, auch wenn obiges konzept schon bei seinen urhebern, den kommunisten, versagt hat! denn ehrlich gesagt habe ich keine ahnung, ob langfristig die fairtrade bewegung mehr zur ernährung hungriger kinder beiträgt, als die beschäftigung ihrer eltern in billigfabriken im angesicht sonstiger arbeitslosigkeit - ich weiß es einfach nicht. denn so klar und eindeutig lässt sich das von hier nicht sehen und von dort auch nicht. erfolg ist oft mehr das produkt von unerschrockenen versuchen im angsicht ständiger irrtümer, als dass er sich anhand einer politisch korrekt erstellten und ebenso korrekt umgesetzten gebrauchsanweisung situationsunabhängig einstellt.

    wie dem auch sei, zurück zu meinem blickwinkel auf preiswerte und nicht besonders haltbare unterhosen. auch wenn es wie gemeckert klingt, habe ich es so nicht gemeint. ich würde ja teure und politisch korrekt genähte unterhosen kaufen, wenn denn das etikettenproblem nicht das gleiche wäre, wenn die haltbarkeit und formbeständigkeit proportional...

    wozu das blabla? worum's geht? darum, dass veränderungen nicht im gehirn geboren werden. das gehirn geht damit schwanger und trägt sie aus. es hilft bei der praktischen umsetzung, aber es bringt sie nicht in die welt. der klapperstorch für veränderungen ist die intuition, das anzapfen des wissens das zwar da ist, das ich aber (noch) nicht (er)kenne.

    ein problem - in diesem fall sich auf die evolution der menschheit positiv auswirkender kauf von haltbaren unterhosen mit tragekomfort - lässt sich nicht im rahmen der denkweise lösen, die es entstehen ließ. das beispiel der unterhose ist banal, unwichtig und im günstigsten fall witzig. ich brauche es nicht persönlich zu nehmen - obwohl, gehen tut das schon. doch wie sieht das im fall der waffen aus, mit denen die internationale IS bewegung zivilisten und regierungstreue truppen im iraq abschlachtet. auch die waffen sind international. sie kommen aus sämtlichen waffenschmieden der welt, von china über russland und schweden bis deutschland. und das mit von mir gezahlten steuern subventioniert und durch die von mir mitgewählte regierung gestattet! meine stimme hat gezählt, selbst wenn ich auf meinem wahlzettel in vergeblicher vorraussicht nicht regierende parteien angekreuzt haben sollte.

    wie kann so'was aufhören? ich weiß es nicht. aber ich weiß, dass es aufhören kann und wird. die weltkriege haben aufgehört, der eiserne vorhang ist gefallen, die bundeswehr schrumpft mit und ohne hurra! ich habe keine ahnung wie das alles passieren konnte, und trotzdem ist all das geschehen! ich vermute mal, es hat was mit flächendeckender veränderung der inneren einstellung der betroffenen zu tun. und da gehöre ich nunmal dazu.

    selbst wenn ich es erklären könnte, dann wäre(n) meine erklärung(en) erst nach der vollendeten tatsache entstanden. das ist übrigens das schicksal der meisten erklärungen - sie kommen nach der vollendeten tatsache und bleiben unerklärlich flexibel. profitieren tut davon die geschichtsschreibung, die mode, die rechtsprechung.. - alles auslegungssache. und vor allem profitiert davon die trügerische ruhe meines gewissens, dem ich jederzeit eine neue zeitgemäße rechtfertigung, sozusagen ein ruhe -upgrade liefern kann. ich bin nämlich schlau!

    dass mein gewissen und die gewissen der anderen trotzdem nicht ruhen, beweisen solche nicht stattgefundenen ereignisse wie der 3. Weltkrieg. gewissen ist eben kol-lektiv. wenn sich genug leute schlecht damit fühlen ihre launen an anderen auszulassen und/oder die launen von anderen herunterzuschlucken, dann stirbt krieg langsam aus, innen wie außen. ein selbstmord attentäter hat dann keine aussicht mehr auf 31 jungfrauen und den dazu passenden lebensstil im himmel. mein gott, was für eine menschlich egozentrische, von tierischen trieben gepaart mit kindischer naivität und mit tödlicher sicherheit unzutreffende vorstellung vom himmel! ich könnte sowas nicht glauben. und auch niemand anders den ich kenne, hoffe ich zumindest. auf jeden fall wird es immer schwieriger menschen solche glaubengrundsätze einzuimpfen, hurra!

    statt (un)heimlicher bewunderung wecken selbstmord attentäter in anderen menschen zunehmend (z.b. posthum auf facebook) ungeteilte und strikteste ablehnung ihrer methoden plus heimliches mitgefühl. das hat bereits angefangen und zieht bereits nicht mehr automatische morddrohungen nach sich! es geht voran und darüber bin ich so froh.

    was führt dazu? hosen runter - farbe bekennen. wenn ich meine eigenen unzulänglichkeiten liebevoll auf die schippe nehmen kann, dann gelingt mir das bei anderen auch. eigen-humor hebt die toleranz und rettet leben!



    Eine Nacht angefüllt mit Reden das verletzt,

    meine schlimmsten zurück gehaltenen Geheimnisse:

    Alles hat mit lieben und nicht lieben zu tun.

    Diese Nacht wird vorüber gehen. Dann haben wir Arbeit zu tun.
    Jelal'uddin Rumi (1207-1273)



    Nov-2015: WAS, WIE OFT, WIE LANGE?

    Wenn ich krank bin hinterfrage ich mich und meine Lebensweise. "Was kann/soll ich ändern damit ich wieder gesund werde? In welcher Reihenfolge soll ich die notwendigen Veränderungen durchführen? Wie oft soll ich es tun und wie lange?"

    Meine Überlegungen kommen aus der Überzeugung, dass "Fehler" im Körperlichen zu suchen seien, dass es einfach genügt etwas nicht Funktionierendes auszuwechseln und/oder ein eventuelles Fehlverhalten mit "richtigem" Verhalten zu ersetzen. Als hätte ich ein Loch im Reifen und müsse ihn flicken oder der Scheibenwischer Motor wäre kaputt und ich brauchte bloß einen neuen einbauen lassen.

    Das Problem liegt aber woanders, leider. Tatsache ist, dass mein Körper den Reifen jederzeit flicken kann, es aber nicht immer tut. Wenn er es tut, prima, wenn er es nicht tut, warum? Wieso machen dann meinen Zellen Dienst nach Vorschrift oder bestreiken mich gar, wo wir doch alle im gleichen Boot sitzen? Wenn’s mir besser geht, geht’s doch auch meinen Zellen besser, oder etwa nicht? Wem gegenüber sind meine Zellen loyal, wenn nicht mir?

    Die Antwort: meine Zellen sind mir gegenüber bedingungslos loyal, aber nicht unbedingt gegenüber meinem Körper. Anders als ich sind sich meine Zellen ganz und gar bewusst dass ich nicht bloß Körper bin, dass mein Körper eine Art Vehikel ist welches einem höheren Zweck dient. Und ihnen ist es auch ganz und gar bewusst dass Krankheit oder Gesundheit ebenfalls im Dienste dieses höheren Zwecks stehen. Aus diesem Bewusstsein heraus, was manche Zellerinnerung oder Zellgedächtnis nennen, kann mein Körper gar nicht anders als loyal gegenüber diesem höheren Zwecke zu sein, der mir nicht klar ist, geschweige denn bewusst.

    Und darum geht es im Leben wirklich, dass mir dieser höhere Zweck erst klar und dann Schritt für Schritt bewusst wird. Wenn dazu Krankheit dienlicher ist, werde ich krank sein und ggf. kränker werden. Wenn Gesundheit dienlicher ist, werde ich gesund sein und ggf. gesünder werden. Das ist irgendwie unheimlich, entweder unheimlich gut oder unheimlich schlecht.

    In dem Maß wie ich mich als wehrloses Opfer meiner Krankheit fühle ist das unheimlich schlecht. Unheimlich weil ich keinen Zusammenhang zwischen mir und meinem Problem sehen kann/will. Es sucht mich heim wie das Wetter, unberechenbar und willkürlich und von außen. Hinter dieser Willkür und Unberechenbarkeit steckt eine scheinbar äußere Kraft, der eine Art Absicht oder Intelligenz zu unterstellen ich nicht vermeiden kann. Und ich versuche dann diese Kraft zu beeinflussen, mit Opfergaben, Versprechen, Demutsbezeugung, Lobpreisungen, usw., auf meine Seite zu ziehen.

    Was von meinen vielen diesbezüglichen Versuch-und-Irrtum-Verfahren erfolgreich zu sein scheint tue ich öfter, und was keinen Erfolg bringt grabe ich erst dann wieder aus wenn die bis dahin erfolgreich scheinenden Maßnahmen ohne Effekt bleiben. Tatsache bleibt dass diese Kraft - mal wohlwollend, mal Probleme bereitend - einen großen Raum in meinem Leben einnimmt. Sie beschäftigt mich ständig, ich suche sie immer wieder zu ergründen, mit ihr in Beziehung zu kommen auf dass ihr Wohlwollen mir gegenüber zunehme und meine Probleme weniger werden. Im Laufe der Geschichte haben wir dieser Kraft viele Namen gegeben: Gott, schöpferische Quelle, Spirit, ko(s)misches Bewusstsein, uvam.

    Unheimlich gut wird es erst, wenn mir klar wird, dass der/den/das/was ich zu bestechen versuche in mir drin ist: Was du suchst ist das was du suchst! - Wen du suchst ist der den du suchst! Mit schlichteren Worten: Ich bin ein Funke Gottes und du bist es auch. Wir sind alle Funken Gottes. Die schöpferische Kraft steckt in jedem von uns, wir nutzen sie ohne sie zu erkennen, ohne sie anzuerkennen – und bleiben so Opfer der selbst geschaffenen Umstände.

    Warum fällt es mir so schwer, den Funken des Schöpfers in mir und anderen zu sehen. Das liegt am WIR-Aspekt, dass die uns umgebende Wirklichkeit ein gemeinsam gestrickter Pullover ist in dem sich meine Maschen unter der Vielzahl der von anderen gestrickten Maschen zu verlieren scheinen. Dieser Pullover sieht überhaupt nicht so aus wie ich ihn mir vorgestellt habe: "Damit will ich nichts zu tun haben, aber auch gar nichts. Das bin ich nicht!"

    Und doch habe ich mit-gestrickt und stricke weiter mit. Eine Masche ist ihn zu mögen, dieses monströse Gemeinschaftsprodukt mit seiner ganzen Vielfalt die meinen persönlichen mit meinem Herzblut gestrickten Beitrag fast unsichtbar macht. Eine andere Masche ist ihn nicht zu mögen. Egal, was ich tue, beides ist m/eine Masche. Die eine Masche macht krank, die andere macht gesund. Und die Summe aller Maschen – nicht nur meiner – macht den Pullover so wie er im Moment ist.

    In diesem kollektiven Pullover beeinflussen meine Maschen die mich unmittelbar umgebenden Umstände (Maschen) mehr als alle anderen Maschen. Das ist das unheimlich Gute daran, denn meine Maschen stricke ich und wenn sie mir nicht passen kann ich sie anders stricken. Das geht und es hat erstaunliche Auswirkungen auf meine unmittelbare Umgebung. Und genau hier setzt die Loyalität meiner Zellen an.

    Meine Zellen bilden zwar meinen Körper, sie sterben und sie leben mit mir, aber sie sind im Vergleich zu mir relativ "ich-frei". Sie als selbstlos zu bezeichnen wäre falsch, denn meine Zellen haben zwar eine Vorliebe für meine Maschen, aber ihr "Selbst"-Verständnis umfasst den ganzen Pullover, den höheren Zweck. Und ihr Selbstverständnis geht auch darüber NOCH ein Stück hinaus, sie sehen den ganzen Pullover nicht nur so wie er gerade ist, sondern sie behalten immer das ursprüngliche Design im Auge und sehen den Pullover so wie er sein soll. Und genau dem wie er sein soll, dem dient ihre Loyalität.

    Um das ganze richtig kompliziert zu machen verraten sie mir davon nichts, sie behalten das ursprüngliche Design für sich und begleiten mich stumm aber nicht leise auf dem Weg es selber herauszufinden. Immer wenn ich an meinen Maschen etwas im Sinne des ursprünglichen Designs verändere, verstärken sie meine Tendenz mit zunehmender Gesundheit, machen mein Tun "lauter". Und wenn ich etwas stricke was vom ursprünglichen Design wegführt, dann erschweren sie mein Tun durch abnehmende Gesundheit, machen es wieder "lauter" damit ich auch mitkriege gegen welche Wand der von mir eingeschlagene Weg führen wird.

    Ist das nicht genial, jedenfalls aus dem Blickwinkel des ursprünglichen Designs, das sich im Zellgedächtnis jeder meiner Zellen befindet (und damit in mir!). Das ist unheimlich gut, egal wie viel ich davon mitbekomme, oder? Langfristig gesehen ist es sogar "idiotensicher".

    Jetzt wird auch klar dass meine "was - wie oft - wie lange" Fragen, ausgelöst von m/einer Krankheit, nicht so linear beantwortet werden können wie ich es mir wünsche. Es geht ja schließlich nicht darum dass meine Maschen so werden wie ich sie mir vorstelle, geschweige denn der ganze Pullover, es geht um das ursprüngliche Design. Und das kann ich mir - wenn überhaupt - nur unvollständig vorstellen. Die Antwort soll mich in eine Richtung führen die ich mir nicht vorstellen kann, egal wie sehr ich es anstrebe.

    Wenn Antworten im Rahmen dessen gegeben werden was ich mir vorstellen kann, dann können sie nicht dem ursprünglichen Design dienen. Das was ich mir vorstellen kann, meine Maschen, haben schließlich die Krankheit hervorgebracht. Und was meine Krankheit zurückbildet muss nicht nur anders aussehen als meine aktuellen Maschen, es muss über meine Maschen, meine gegenwärtigen Vorstellungen von ursprünglichem Design hinaus führen. Solange es meinen Rahmen nicht übersteigt kann es nicht gesund für mich sein. (foto links: http://www.stuttmann-karikaturen.de/)

    Verstehen ist mir nur innerhalb meines Rahmens möglich. Alles darüber hinaus Gehende braucht meinen Verzicht auf Verstehen, es braucht immer bedingungsloseres aus meinen Erfahrungen geborenes Vertrauen: "Ich verstehe es zwar nicht, aber es funktioniert." Ohne den göttlichen Funken in mir zu spüren und seine Führung erlebt zu haben, ist Vertrauen unmöglich. Alles Menschliche in mir und in anderen hat sich in der Vergangenheit immer wieder als unzuverlässig erwiesen. Nur dort wo der göttliche Funken zum tragen kam, war Vertrauen berechtigt.

    Nochmals, keine meiner "was - wie oft - wie lang" Fragen trifft das Problem. Denn alle diese Fragen werden aus der Einstellung geboren: "Wie kann ich gesund werden ohne meine Maschen ändern zu müssen?" Und das geht leider oder auch Gott sei Dank nicht. Ich finde das abwechselnd unheimlich gut oder unheimlich schlecht, je nachdem ob ich den Pullover wie er sein soll im Auge behalte, oder nur meine Maschen wie ich sie gern hätte. Hab‘ ich die Wahl? Ja, leider oder auch Gott sei Dank.

    Wichtig zu verstehen ist, dass nicht ich als Mensch auf dem Prüfstand stehe. Es geht nicht darum Dinge richtig oder falsch zu machen. Es geht darum inwieweit ich dem Funken Gottes in mir und anderen, den ich schon immer mit Opfergaben, Versprechen, Demutsbezeugung und Lobpreisungen auf meine Seite zu bringen trachtete, aus freiem Willen die Hand reiche und das ihm innewohnende Wohlwollen, das ursprüngliche Design in meine Maschen einlade. Ich werde nicht dazu gezwungen, allerdings ginge es mir deutlich besser, wenn ich mich weniger sträubte.

    Dazu gehört eben auch mich nicht mehr so sehr auf meine menschliche Verkleidung zu begrenzen und über meinen schöpferischen Funken immer aktiver an meinen Maschen mitzuwirken. Davon profitiert der ganze Pullover. Meine Maschen sind ein Teil davon, nicht mehr und auch nicht weniger. Wenn meine Maschen gesünder werden und ich mit ihnen, dann geht der ganze Pullover ein Stückchen Richtung ursprüngliches Design. Auch wenn’s keiner sieht, es ist trotzdem so.



    Ich sprechen nicht laut,

    ich spreche zu den Ohren deiner Seele.

    Erinnere dich an das was ich gesagt habe, denn morgen werde ich

    öffentliche verkünden wovon ich heute Nacht spreche.
    Jelal'uddin Rumi (1207-1273)



    Dez-2015: Die Normalverteilung wehrt sich

    Dass die Evolution einschließlich unserer menschlichen Entwicklung nicht entsprechend der statistischen Wahrscheinlichkeit verlaufen sein kann ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Anschaulich ausgedrückt (und etwas übertrieben): Wenn man einem Affen eine Schreibmaschine geben würde und er solange zufallsbedingt Tasten bedienen würde bis ein Bühnenstück Shakespeares - sagen wir "King Lear" - dabei herauskommen würde (siehe Infinite-Monkey-Theorem auf Wikipedia, wo auch das Bild herkommt), wäre das Universum zu klein um das Papier der ganzen Fehlversuche zu beherbergen.

    Die Mathematik zu dieser Berechnung nennt sich Normalverteilung, die graphisch in der so genannten (Gauß'schen) Glockenkurve dargestellt ist. Wenn zum Beispiel mit einem Zufallsgenerator gewürfelt wird, dann entspricht die Wahrscheinlichkeit dass jeder sechste Wurf eine Sechs produziert dem Maximum der Kurve. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich oder der Generator mehr als sechs Versuche dafür brauche, nimmt ab: 7 Versuche sind noch häufiger als 8 Versuche, und 9 Versuche sind etwas weniger häufig, 10 Versuche weniger häufig, 11 Versuche deutliche weniger häufig, .., aber im Durchschnitt brauchen wir (der Generator und ich) 6 Versuche. Dieses Abnehmen der Wahrscheinlichkeit wird von einer Seite der gegen Null laufenden Kurve dargestellt - sagen wir die linke Seite.

    Zu anderen Seite (rechts) der Kurve sieht das ganz ähnlich aus: Dass ich 5 Versuche brauche kommt häufiger vor als nur 4 Versuche, und nur 3 Versuche sind weniger häufig, nur 2 Versuche deutlich weniger häufig, nur 1 Versuch ist selten (zwei Sechser hintereinander), 2 mal hintereinander 1 Versuch (3 Sechser hintereinander) geht Richtung Lottogewinn, .., und im Durchschnitt brauchen wir (der Generator und ich) 6 Versuche. Es geht gegen Null.

    Die Abweichungen zufälliger Ereignisse vom Mittelwert (Normalverteilung) wird mit der Glockenkurve entweder exakt oder wenigstens in sehr guter Näherung beschrieben. Das gilt auch für die Abweichung von (Mess-)Werten vieler natur-, wirtschafts- und ingenieurswissenschaftlicher Vorgänge vom Mittelwert (vor allem Prozesse, die in mehreren Faktoren unabhängig voneinander in verschiedene Richtungen wirken). Wir haben deshalb im Laufe des wissenschaftlichen Zeitalters die Tendenz entwickelt zu glauben, dass alle Prozesse im Universum gemäß der Glockenkurve abliefen. Wie Eingangs "bewiesen" hält sich die Evolution allerdings nicht an die Glockenkurve. Bildlich gesprochen wurden und werden im Prozess der Evolution wesentlich "mehr Sechser gewürfelt" als die Normalverteilung erwarten lässt, d.h. der Zufallsgenerator "liefert im Fall der Evolution mindestens jedes 5te Mal eine sechs". Er mogelt sozusagen - der Zufallsgenerator der Evolution.

    Wenn man's ernst nimmt und konsequent zu Ende denkt, dann heißt das, dass die Evolution das Leben bevorzugt, sozusagen voreingenommen ist, ein Vorurteil hat. Spirituell und religiös veranlagte Menschen machen einen an dieser Stelle einen Sprung in den nicht-wissenschaftlichen Teil des Lebens, zu dem selbst Einstein noch in der Lage war wie folgendes Zitat von ihm zeigt: "Ich glaube nicht dass Gott würfelt." Die Physik spielt jedoch in der Evolution auch eine Rolle, sie ist sozusagen die Hand Gottes, das ausführende Organ, und zeigt sich in puncto Evolution gegenüber Leben genauso wohlwollend wie es Gott nachgesagt wird.

    Physik mit einer Voreingenommenheit wird für Spinnerei gehalten und ist trotzdem eine Tatsache. Wenn ich dem "entweder-oder-Denken" verfallen bin, dann hab' ich jetzt ein Problem: Es darf und kann nur eine Physik geben, die überall gilt! Tut es aber nicht, aus dem entweder-oder-Blickwinkel gibt es schon auf unserem Planeten mindestens zwei Arten - eine die der Glockenkurve folgt, und eine die es nicht tut. Wenn ich dem "und-Denken" verfallen bin, dann ist das Problem nicht ganz so groß. Ich kann damit leben, dass sich die Physik auf unserem Planeten (und da im Universum wo wir hin gucken können) auf zwei verschiedene Weisen funktioniert, die vermutlich einen gemeinsamen Nenner haben, den ich noch nicht sehen kann. Ich kann mich dann fragen und auch entsprechend wissenschaftlich forschen: Unter welchen Bedingungen hält sich die Physik an die Glockenkurve und unter welchen Bedingungen tut sie das nicht? Wie sehen die jeweiligen Bedingungen aus? Kann ich Bedingungen herbeiführen, die dazu führen, dass sich die Physik weniger an die Glockenkurve hält?" Mehr Sechser wären schließlich nicht schlecht, oder?

    An diesem Punkt möchte ich das Wort "Evolution" durch das Wort "Schöpfung" ersetzen. Es ist für alle ausschließlichen entweder-oder-Denker die letzte Gelegenheit auszusteigen. Übertragen heißt es nämlich, dass Schöpfung, wahre Kreativität, nur unter verlassen der Glockenkurven-Physik möglich ist.

    • Weder Beethoven's Neunte noch die Mona Lisa sind ausschließlich entlang der Normalverteilung entstanden.
    • Kekulé, der Vater der Strukturformel von Benzol, hat das Konzept und die Darstellung der besonders stabilen chemischen Bindung in Aromaten geträumt, wohlgemerkt nach langer forschender Beschäftigung mit dem Problem.
    • Die Mischung symbiontischer, friedlich in einer Lösung lebenden Aerobier plus Anearobier genannt Effektiven Mikroorganismen, nach der Prof. Higa jahrelang geforscht hatte, wurde zufällig "entdeckt": eine verworfene und aus dem Fenster gegossene Probe bewirkte im Boden einen deutlich sichtbaren Wachstumsschub der Pflanzen im Auftreffbereich, der erst nach Monaten sichtbar wurde.
    • Stanislaw Jewgrafowitsch Petrow () stufte als leitender Offizier in der Kommandozentrale der sowjetischen Satellitenüberwachung einen vom System gemeldeten Angriff der USA mit nuklearen Interkontinentalraketen auf die UdSSR als Fehlalarm ein. Damit verhinderte er das Auslösen eines Atomkriegs, des befürchteten Dritten Weltkriegs. Es gibt sowohl einen Dokumentarfilm als auch eine Holywoodversion (The man who saved the world) darüber.
    Es gibt in der dokumentierten Geschichte zahllose Beispiele für solche kreativen Momente jenseits der Normalverteilung. Solche Evolutions-"Sprünge" sind vielleicht der wahre Motor für unsere langsame Entwicklung vom Kampf ums Überleben zu Frieden auf Erden.

    Wie sehen die Umstände aus die Menschen ermöglichen über sich hinaus zu wachsen und solche Ausnahme-Entscheidungen zu treffen oder Ausnahme-Kunstwerke zu erschaffen? M/eine Vermutung:

    • Wohlwollen, es zum Wohle aller zu tun, selbst wenn es mir zum Nachteil gereichen sollte.
    • Und natürlich die Erwartung, dass ich es kann, den Glauben an oder das Wissen um meinen schöpferischen Funken.
    Kein großes Ding sagen sie? Lippenbekenntnisse sind da nicht gut genug, leider, sonst wär' ich schon ..

    Worte bauen Brücken oder errichten Mauern, je nachdem was ich wirklich fühle. Das versinnbildlicht nebenstehendes Wortgedicht nach Ernst Jandl. Solange wir uns mögen herrscht Wohlwollen und Worte bauen Brücken. Mögen wir uns aber nicht oder nicht mehr (schluchz), dann errichten die gleichen Worte Mauern, dann ist kein Wohlwollen da, dann macht der Ton die Musik und es entsteht eine mehr oder weniger breite Kluft zwischen uns, zwischen meinen honigsüßen Worten und meinem selbstsüchtigen Tun.

    Auch beim Glauben an/Wissen um meinen göttlichen Funken sind Lippenbekenntnisse ähnlich unwirksam. Mein schöpferischer Funke schläft weitgehend solange ich mich entlang der Glockenkurve bewege. Das ist auch ganz gut so, denn stellt euch vor mir wäre es möglich trotz eigensüchtigen Motiven schöpferisch zu handeln. Was schon entlang der Glockenkurve dabei rauskommen kann wird gerade vom IS gezeigt.

    In seiner totalitären und herzlosen Ideologie erinnert der IS sehr an vergangene und gegenwärtige Diktaturen, in denen die wichtigsten Herrschaft-Instrumente Angst und Terror sind. Neu ist, dass es sich weder um einen Krieg zwischen Nationen noch einen Bürgerkrieg handelt. Es ist eine internationale Form von Bruderkrieg, mit einer Steigerung der Grausamkeit zwischen so ähnlichen Brüdern im Vergleich zu den vergangenen nationalen Bürgerkriegen (Griechenland, Spanien, ..). Es sieht so aus als würden Menschen, die noch an Gewaltherrschaft glauben, aus allen Ländern zureisen und Menschen, die Gewaltherrschaft ablehnen in andere Länder flüchten.

    Es findet eine noch nie da gewesene Polarisierung zwischen Gewalt-Suchenden und Gewalt-Flüchtern statt, die eher ihr Leben auf der Flucht in eine erhoffte, jedoch ungewisse Freiheit riskieren als in der sicheren Gewaltherrschaft zu verbleiben. Hitler-Deutschland wäre unter diesen Bedingungen - der Bereitschaft persönliche Risiken bis hin zum Tod einzugehen, um sich nicht vom herzlosen Regime verbiegen lassen zu müssen, nicht möglich gewesen. Dass wir Deutschen eine gewisse "Pflicht" zu helfen spüren, macht schon irgendwie Sinn, oder?

    Wie dem auch sei, der Konflikt kann als weltweit interpretiert werden, weil er gewohnten Grenzen wie Religion, Sprache, Politik, Staaten, Kultur übergreift. Es ist ein Konflikt zwischen Wohlwollen und Eigensucht im Menschen, unabhängig von Zugehörigkeit zu den Rubriken Religion, Sprache, Kultur, Politik,.. Ist das der erwartete und befürchtete Endkampf zwischen "Gut & Böse", nur das die Bösen nicht kommunistisch und die Guten nicht kapitalistisch sind, oder umgekehrt? (foto links: http://www.stuttmann-karikaturen.de/)

    Eigensucht oder Wohlwollen, für eine der beiden Richtungen wird sich jeder Mensch entscheiden müssen, und das nicht nur auf einem Wahlzettel, sondern durch Denken, Fühlen, Sprechen und schließlich Tun. Vielleicht wird niemand neutral abwartend "auf dem Zaun sitzen bleiben" dürfen.

    Eigensucht ist in der menschlichen Geschichte der Ursprung wo wir herkommen, der Kampf ums Überleben, koste er was es wolle, selbst Mord und Totschlag. Auch wenn wir im Laufe der Geschichte langsam immer weniger barbarisch geworden sind, ist der Kampf ums Überleben immer noch normal und verläuft entlang der Normalverteilung und sorgt für den Verbleib in nicht-schöpferischen physikalischen Bedingungen. Der Mensch kann seinen schöpferischen Funken nicht erkennen und kann nicht über sich hinauswachsen. Was ist denn mehr als "ein Mensch?" - Viele Menschen! Zum Wohle aller!

    Wohlwollen ist in der menschlichen Entwicklung wo wir hingehen, die Synergie, das WIR-Bewusstsein, Kollektivität, Zivilisation, .. Es kennzeichnet unseren geschichtlichen Weg genauso so wie der Kampf ums Überleben, und das Wohlwollen hat langsam zugenommen, hat den Kampf ums Überleben immer weniger barbarisch gemacht. Auch das sind wir Menschen, diesmal nicht entlang der Normalverteilung, sondern in den seltenen und glorreichen Momenten eines aktiven schöpferischen Funkens, die trotz ihrer Seltenheit den statisch überwiegenden Kampf ums Überleben ein winziges kleines bisschen mehr als ausgleichen und so unsere schleichende Evolution ermöglicht haben. Es geht also. Warum tun wir's dann nicht öfter? In Zukunft wenigstens, so gut es eben geht? Es ist ja nicht so als ob nichts geschieht.

    WOHLWOLLEN IST MÖGLICH !


    Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir ungenügend sind.

    Unsere tiefste Angst ist, dass wir unermesslich stark sind.

    Von unserem Licht, nicht vor unserer Dunkelheit fürchten wir uns am meisten.

    Wir fragen uns: "Wer bin ich denn, dass ich brillant, großartig, talentiert, wunderbar sein könnte?"

    Tatsächlich aber: Wer bist du, dass du es nicht sein könntest?

    Du bist ein Kind des Geistes. Wenn du dich klein machst, dienst du nicht der Welt.

    Es ist nicht erleuchtet, wenn du dich duckst, damit sich andere in deiner Gegenwart nicht unsicher fühlen.

    Wir sind geboren, um den Glanz des Geistes, der in uns ist, zu manifestieren.

    Er ist nicht nur in manchen von uns, er ist in allen.

    Und wenn wir unser Licht leuchten lassen, geben wir anderen die Erlaubnis, es zu tun.

    Wenn wir uns von unserer Angst befreien, befreit unsere Gegenwart andere.

    (Aus der Antrittsrede von Nelson Mandela)




    Dez-2015: Zwischen "hau drauf" und "hau ab"

    Wir wollen nicht sterben. Auch alle anderen biologischen Strukturen haben diesen unbändigen Trieb zu leben, vom Einzeller und seinen Vorformen bis hin zum Blauwal und seinen Nachkommen singt es in unseren Zellen: Ich will leben! Im Dienste des Überlebens rennen wir weg wenn's brenzlig wird, im Dienste des Überlebens haben wir gelernt anzugreifen falls das unsere Chance zum Überleben erhöht, im Dienste des Lebens sind wir sogar in der Lage unser eigenes Leben zu opfern - wenn es denn einen Vorteil bringt. Am Anfang steht jedoch die Angst vor dem Sterben.

    Der Zweck von Angst ist die Erhaltung des Lebens. Darum rennt die Maus vor der Katze weg und ich bestehe gegenüber einem rollenden Lastwagen nicht auf meinem Vorfahrtsrecht. Dass die Maus vor einer Blattlaus davon rennt und ich vor einer Maus macht keinen Sinn. Angst ergibt also nicht immer einen Sinn, ist nicht immer lebenserhaltend. Darum hat sich "Plan B" entwickelt, die Aggression. Wenn ich in der Lage bin etwas Lebensbedrohendes mit dem Leben zu bedrohen, dann hilft das meinem Überleben mehr als davon zu laufen. Mit anderen Worten, sobald die Maus größer/stärker als die Katze ist...

    Ratten sind zwar alleine nicht größer/stärker als eine gesunde Katze, aber sie haben gelernt ein Team zu bilden und dagegen hat die Katze keine Chance. Auch wir Menschen haben das bereits in der Steinzeit gelernt und so Mammuts gejagt und Säbelzahntiger vertrieben. Dann haben wir angefangen diese Kombination aus Teamfähigkeit und Aggression gegeneinander einzusetzen und das immer weiter ausgefeilt bis hin zur Atombombe. Vor der sind wir dann doch zurück geschreckt. Aber bloß weil der Werfer todsicher mit drauf geht. Das war wirklich auf den letzten Drücker.

    Jeder der sich mal geprügelt hat, vielleicht auch nur emotional, kennt den Punkt an dem sich Angst und Vorsicht in Gewaltbereitschaft wandeln. Wir alle haben sowohl die Angst vor dem Sterben wie Tötungshemmung, bevor diese durch ständige Überschreitungs-Übungen annähernd wegtrainiert werden kann. Diese Grenze zu Überschreiten birgt schließlich immer noch, egal wie unwahrscheinlich das bei Profis auch geworden sein mag, die Möglichkeit des eigenen Todes. Angst ist also die Mutter von Aggression. Aggression ist sozusagen Angst der zweiten Generation, "Plan B".

    Angst kann nützlich sein fürs Überleben oder schädlich, Aggression kann fürs Überleben nützlich sein oder schädlich. Und es gibt Situationen in denen sowohl Angst wie Aggression schädlich fürs Überleben sind: wenn zum Beispiel beide eine Atombombe haben. Da braucht es etwas was sowohl über Angst als auch Aggression hinaus geht, Angst der dritten Generation, "Plan C", etwas zwischen "hau ab" und "hau drauf". Und auch das sind wir bereits im Begriff zu entwickeln, sonst hätten wir die Bomben längst geschmissen und ich könnte das hier nicht schreiben.

    Nein, ich meine nicht Diplomatie, ich meine WIR-Gefühl. Ich meine die Fähigkeit unsere Gemeinsamkeiten im Blick zu halten selbst wenn unsere Unterschiede zurzeit die Wirklichkeit gestalten. Ich meine die Fähigkeit zu erwarten das Gutes geschieht selbst wenn es gerade schlecht aussieht. Ich meine die Fähigkeit mir bewusst zu werden, dass ich die Wahrscheinlichkeit für Schlechtes enorm steigere wenn auch ich Schlechtes erwarte. Mit dieser Erkenntnis wird es mir/uns möglich über meine/unsere Angst der ersten und zweiten Generation hinaus zu denken, zu fühlen und zu handeln und mir/uns das immense Spektrum zwischen "hau drauf" und "hau ab" immer weiter zu erschließen. (foto oben: http://www.stuttmann-karikaturen.de/)

    Hier in Deutschland und anderen ähnlich wohlhabenden Ländern hat der "Überlebenskampf" vollständig neue Formen angenommen. Um Angst haben zu können, mussten wir erfinderisch werden. Der Durchschnittsdeutsche braucht weder um seine nächste Mahlzeit zu bangen, noch um eine warme Unterkunft oder sonst irgendwelche minimal-Notwendigkeiten des Überlebens. Bei uns herrscht Überfluss und nicht Mangel, und trotzdem tun wir noch immer so als wären wir in Not. Das ist anstrengend und macht keinen Sinn, denn in den meisten Situationen sind weder Angst noch Aggression geeignet meine Überlebenschancen zu erhöhen.

    Während ich mir Gedanken über die Innenfarbe meines nächsten Kühlschranks mache, haben in anderen Ländern viele nichts was sie in einen Kühlschrank stellen könnten. Während ich mir Gedanken machen kann was ich in meiner freien Zeit tun möchte, ist bei vielen Menschen der Tag nicht lang genug um die notwendige Arbeitsleistung für sättigende Mahlzeiten erbringen zu können. Kann es sein, dass ich Luxusprobleme habe? Ich frage mich WO ich essen gehe, während sich andere fragen OB sie etwas zu essen bekommen. Ich habe hier soviel Geld übrig, dass ich eine Lebensversicherung abschließen kann damit jemand anderer Geld bekommt wenn ich sterbe. Woanders verlassen Menschen ihr Heimat, setzen ihr ganzes Hab und Gut für die Chance ein auf menschenwürdige Weise zu leben. (foto rechts: http://www.stuttmann-karikaturen.de/)

    Die Krisen in denen wir stecken sind nicht mit Angst und/oder Aggression zu meistern. Das sind einfach nicht die richtigen Werkzeuge. Ich kann mit geballter Faust keine Hände schütteln, egal ob ich sie aus Angst oder Aggression geballt habe. Und künstlich Krisen zu schaffen wo es keine mehr zu geben braucht, bloß damit ich mit geballten Fäusten im Überlebenskampf-Modus bleiben kann, dient weder meinem Leben noch dem von irgendjemand anderem. In gewissem Sinne bin ich wie ein Feuerwehrmann in einer mittlerweile brandsicheren Region, der seinen Beruf durch Brandstiftung gewaltsam erhält. Sieht so mein "Plan C" aus? Habe ich einen "Plan C"? Haben wir einen "Plan C"?

    Es ist unsere Aufgabe im Überangebot des Wohlstandes nicht nur überleben zu lernen, sondern die menschliche Entwicklung aus dem "hau ab" oder "hau drauf", das uns immerhin bis hierher geführt hat, in etwas hineinzuführen was wir noch nicht kennen. Es geht bei uns nicht mehr ums nackte Überleben, es geht um sinnvolles Leben im Speck des Wohlstandes. Ist es wirklich ein so großer Schritt mir die Tatsache einzugestehen, dass es für mich gesünder wäre das "zu viel" in meinem Leben dort hin zu leiten wo das entsprechende "zu wenig" herrscht?

    PS: hier noch ein Vorschlag für Plan C



    Mit der Minuter in der ich meine erste Liebesgeschichte hörte,

    begann ich nach dir zu suchen, nicht ahnend wie blind das war.

    Liebende treffen sich nicht letztendlich irgendwo,

    sie sind ineinander - schon die ganze Zeit über.
    Jelal'uddin Rumi (1207-1273)



    Dez-2015: Wenn alte Wege nicht mehr funktionieren

    Im meinem Leben gibt es immer wieder Momente in denen es so was von selbsterklärend ist, dass es so nicht weitergeht. Das Alte funktioniert einfach nicht mehr, egal in welcher Variante ich versuche es anzuwenden - Neues wird von mir gefordert (schluck). Während ich das Alte kenne, mit ihm auf "du und du" bin, ist mir das Neue ein Rätsel. Ich kenne es nicht! Ich will es ehrlich gesagt auch gar nicht kennen lernen. Wenn ich bloß die Wahl hätte - das Alte zu wählen meine ich natürlich! (foto rechts: http://www.stuttmann-karikaturen.de/)

    Aber Nein! Ausgerechnet das geht nicht, wo es sich doch in der Vergangenheit so gut bewährt hat. Da soll ich für 'was Neues opten, für's Ungewisse, wo ich keine Ahnung habe was dabei 'rauskommen wird? Das ist doch wie einen Blankoscheck ausstellen. Ich liefere mich (bzw. mein Bankkonto) einem Unbekannten aus. Wer weiß wie viele Nullen der vor das Komma hinschreibt, oder noch schlimmer wie viel Neuner. Das einzig tröstliche, wenn er/sie sich zu sehr vergeigt, dann sprengt er meinen Kreditrahmen und kriegt gar nichts. Hoffentlich ist er gierig. Oder noch besser ich räum' vor dem Unterschreiben erst noch mein Konto ab. Am besten, ich überzieh's bis kurz vor's Limit. (foto links: "Bildergeschichten & Cartoons" auf http://www.bildergeschichten.eu/)

    Ich glaube ich bin vom Thema abgekommen. Es ging darum dass das Alte nicht mehr klappt und ich zur Veränderung gezwungen bin, dass ich Entscheidungen treffen soll, obwohl ich nicht sicher bin was dabei herauskommen wird. Ich brauche Hilfe, eine Beratung von jemandem der/die sich auskennt, von 'nem Fachmann oder 'ner Fachfrau. - Aber Moment mal, wenn's 'was wirklich Neues ist, dann kann sich doch noch gar niemand damit auskennen, oder? Dann gibt es noch gar keine Fachleute.

    Ich brauch' also eine Beratung von jemandem, der auf's Erkunden unbekannte Dinge spezialisiert ist. Jemand der mir beibringt wie man/Frau etwas Neues angeht und unterscheidet was probierenswert ist und was sich nicht lohnt. Jemand der mir zeigt wie man die Risiken möglichst klein hält und Warnsignale respektiert ohne sich dadurch abschrecken zu lassen, jemand mit Pioniergeist. Jemand den sein Pioniergeist nicht umgebracht hat im Gegensatz zu Otto Lilienthal, der bei der Google-Suche nach Pioniergeist ganz vorn steht!

    Vielleicht sollte ich das ganze von hinten anfangen und versuchen zu verstehen was bei der Suche nach Neuem wenig Chancen hat. Was schon andere erfolglos versucht haben, kann ich vielleicht sein lassen und schauen was übrig bleibt.

    Was sich garantiert NICHT lohnt:

    1. Der Angst Raum geben
    2. Der designierte Nachfolger
    3. Das Problem falsch einstufen
    4. Wenn Worte und Gefühle nicht übereinstimmen


    5. Warten bis der Zufall kommt




    6. die Schuldfrage verfolgen
    7. Experten bevollmächtigen
    8. Suchtverhalten
    9. Terror & Despotismus
    10. Splendid Isolation
    11. Such-Verhalten
    12. Größenwahn & Minderwertigkeitskomplex(e)


    Was sich GANZ BESTIMMT lohnt:

    1. der Zukunft vertrauen
    2. über den Tellerrand schauen
    3. NETTwerken
    4. Gutes erwarten
    5. den göttlichen Funken sehen
    6. Synchronizität beachten
    7. Arbeit teilen & Verantwortung behalten
    8. Mut zur Wahrheit
    9. WIR-Faktor
    10. Improvisieren
    11. Fortsetzung folgt
    12. Feiern was nicht geschehen ist

    Fortsetzung folgt




    Jan-2016: Gern zu Hause & gern unterwegs

    Es ist gesund zu Flüchten wenn das eigene Leben bedroht wird !

    Im vielen aktuellen Fällen liegt die Bedrohung oft darin, dass der eigene Staat die Sicherheit seiner Bürger nicht gewährleisten kann oder Teile seiner Bürgerschaft zum Zwecke der eigenen Machterhaltung gezielt vertreibt. Solche Völkerwanderungen lassen sich verzögern oder beschleunigen, aber sie können nicht an- oder abgestellt werden.

    Eine Made im Speck wird den Speck nicht verlassen. Die Willigkeit ihn zu teilen, egal wie er erworben wurde, ist begrenzt. Heuschrecken werden nicht auf einem kahlen Baum sitzen bleiben, egal ob sie ihn leer gefressen haben oder ob er aus anderen Gründen kahl wurde. Unsere Überflussgesellschaft wird es gut tun zu teilen, insbesondere da der Speck zum Teil von besagten Bäumen kommt.

    Es bringt jetzt keine Lösungen mehr darüber zu philosophieren, warum Menschen fliehen. Sie tun es bereits, sie tun es massenhaft und aus verschiedenen Gründen. Die Flüchtlinge haben Wunschdenken geprägt von Hoffnungen und wir, die "Aufprallzone" für die Flüchtlinge haben auch Wunschdenken, geprägt von Befürchtungen und vielleicht schlechtem Gewissen. Wenn Wunschdenken den Blick auf die Wirklichkeit trübt, dann sind auch die daraus geborenen Handlungen getrübt - sie treffen die Wirklichkeit nicht. Lösungen greifen in dem Maß wie sie die Wirklichkeit treffen. Es braucht viel Versuch und Irrtum, dann erneute Versuche unter Berücksichtigung der bereits begangenen Irrtümer. (foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Brunnen_Ahmedabad.jpg)

    Hoffnungen in der Fluchtzone

    • Ich kann der Dunkelheit des IS entkommen indem ich weglaufe. - Der IS ist international. Er verbirgt sich sogar im Strom der Flüchtlinge. Er "flieht" mit und arbeitet in der Aufprallzone genauso mit allen Mitteln gegen mich wie da wo ich herkomme. Der IS wird auch von Menschen unterstützt die in Aufprallzone geboren wurden und versucht auch hier einen Keil zwischen Menschen zu treiben, sie mittels Angst zu trennen und zu kontrollieren.

    • Gastfreundschaft für einen kurzen Zeitraum in Anspruch zu nehmen oder zu gewähren ist etwas anderes als Asyl auf unbestimmte Dauer, oder Integration. Die Menschen in der Aufprallzone können sich die Not und den Mangel in der Heimat von Flüchtlingen lediglich vorstellen, sie haben sie nicht am eigenen Leib erfahren. Ihre Probleme haben mehr mit Überfluss zu tun, mit der daraus entstandenen Bequemlichkeit. Dass Teilen des Überflusses ihre Probleme verringert, ist eine/ihre Lernaufgabe.

    • Die Sicherheit garantierenden Strukturen in der Aufprallzone schränken persönliche Freiheit ein. Für geflüchtete bedeutet das erstmal Lagerleben und endlose scheinende Formalitäten. Von der ersehnten Freiheit bleibt abzüglich der Bedrohung des Lebens nicht viel übrig. Doch Menschenwürde ist mehr als "irgendwie überleben" und nicht alle in der Aufprallzone geborenen Menschen leben menschenwürdig. Hier ist der Hunger emotional und heißt Vereinsamung. Es herrscht zwar Frieden im Land, doch innerer Frieden ist dadurch nicht garantiert.

    Befürchtungen in der Aufprallzone

    • Wenn wir die Mauer nur hoch genug machen, dann kommt keiner mehr drüber. - Das hat noch nie funktioniert. Es ist eine Frage des Drucks auf der anderen Seite. Druck erzeugt Gegendruck. Je konsequenter ich staue, umso eher bricht der Damm. Alle Dämme leben von kontrolliertem abfließen lassen. Und mit Mauern ist es genau so, siehe Mauerfall.

    • Wenn wir die ankommenden Flüchtlinge unterbringen, schaffen wir das schon irgendwie.- Das Leben wird zweifellos weitergehen, aber wie? Ein treffender Vergleich ist das Kinder kriegen. Wir sind gerade bei der Zeugung. Das macht Spaß. Dann kommen die 15 bis 20 Jahre Verantwortung bis zur Eigenständigkeit der Kinder/Flüchtlinge, und das fängt gerade erst an. Wenn wir diese 15-20 Jahre ordentlich hinkriegen, dann wird es sich lohnen, jedenfalls statistisch.

    • Der IS ist ein Problem der islamischen Fluchtländer und hat nichts mit unserer Kultur und Lebensweise zu tun. - Der IS hat hinsichtlich "multi-kulti", internationaler Finanzierung, Technologie-Austausch, dezentralisierte Zentralisierung, Kommunikation, Arbeitsmoral (persönlicher Einsatz), usw. die Nase vorn. Keine einzelne Regierung und keine einzelne private Organisation auf der ganzen Welt kann mithalten. Man kann und wird manches von ihm lernen. Wie ist es dem IS möglich ein derartig unterschiedliches Publikum unter seinem Hut zu vereinen. WO und WAS ist die Gemeinsamkeit? Was den IS vereint ist sein konservatives Wunschdenken. Der IS ist trotz aller Innovation und Fortschrittlichkeit erzkonservativ. Er strebt die Kontrolle der wenigen Auserwählten über die Vielen an, sehr gerne die totale Kontrolle weltweit. Und dieses Wunschdenken wird von den "Mitgliedern" so intensiv geteilt, dass sie zu jeder erdenklichen Kriminalität bereit sind. Solche Mitglieder sind auch hier geboren worden, nicht nur mit migrativem Hintergrund.

    • Rechte Bewegungen wirken dem Flüchtlingsproblem/IS entgegen. - Das mag zwar die Absicht von Pegida & CO. sein, doch ihre Wirkung sieht anders aus. Auch sie treiben mittels Angst Keile der Trennung in die Bevölkerung. Sie unterstützen damit den IS, selbst wenn sie das nicht zu wollen glauben.

    • Mein Land / Region / Stadt / Viertel / Haus bleibt vom IS-Terror verschont. - Der IS ist wie jemand der mit einem Stock (Terroranschläge) auf das Bienenhaus (alle Menschen der Welt) einschlägt mit dem Kalkül "die Bienen sollen soviel Angst bekommen, dass sie im Stock bleiben und kuschen". Das ist das Wunschdenken des IS.

    Jelal'uddin Rumi (1207-1273)

    Unbeliebte Tatsachen

    • Die meisten Flüchtlinge sind nicht freiwillig hier. Sie wären lieber zu Hause geblieben und möchten wieder nach Hause sobald das möglich wird.

    • Es gibt zwar Fluchtländer und Länder in die Menschen fliehen, trotzdem lassen Fluchtzone und Aufprallzone sich nicht so sauber trennen wie wir es gern hätten.

    • Der IS ist so "einig" wie zurzeit sonst niemand auf der Welt. Er tut alles Menschen mögliche um Angst zu erzeugen, damit wir selber aus dieser Angst heraus unsere Freiheit "freiwillig" einschränken und kuschen. Wer Angst nährt unterstützt den IS, egal ob er/sie das möchte oder nicht. Nur wenn die Welt sich einiger wird als es der IS bereits ist, kann er "besiegt" werden. Dann hat der IS in mir, die Tendenz zur Trennung nämlich, keine Chance mehr.

    • Ich kann nicht unparteiisch bleiben, du kannst nicht unparteiisch bleiben, keine Organisation auf der ganzen Welt, auch keine Nation kann unparteiisch bleiben. Ich bin entweder gegen den IS und handle entsprechend oder ich bin für ihn und handle entsprechend. Zwischen den beiden Lagern wird es bald keine neutrale Zone mehr geben. Die "Bienen aller Länder" vereinigen sich im Hagel der IS-Schläge auf den Bienenkorb (Welt). Obama und Putin schütteln sich die Hände, auch wenn sie ihre Hände hinterher sofort desinfizieren. Der König von Saudi-Arabien wird von seinem Volk im Laufe der Zeit gezwungen werden die Hand des iranischen Führungs-Ayatollas zu schütteln. Der IS spielt unfreiwillig die Rolle des Mephisto (in Goethes Faust): "Ich bin die Kraft, die stets das Böse will und doch das Gute schafft."

    • Der IS ist die Summe aller Menschen denen die Freiheit anderer Menschen auf die Nerven geht. Deine Freiheit schränkt mein Kontrollvermögen ein. Das war schon immer so und wird weiter so bleiben. Jede Leine hat zwei Enden. Der Hundehalter ist für den Hund verantwortlich und das ist auch gut so, denn es gibt keine Augenhöhe. Aber welcher Mensch kann/darf/soll einen anderen an der Leine führen und trotzdem mit ihm/ihr auf Augenhöhe sein? In dem Maße wie ich Kontrollvermögen mit Freiheit verwechsele unterstütze ich den IS.

    • Der IS lebt vom konservativen Wunschdenken in mir. Konservativ kommt von "konservieren", etwas so lassen/ behalten wie es ist. Mit anderen Worten ich will keine Veränderung. Und um das zu erlangen benötige ich die totale Kontrolle über alles, was sich verändern will: andere Leute, die Umstände... Das Leben ist aber Veränderung. Nur eine Konserve verändert sich nicht und wird dadurch haltbar, aber sie ist fortan leblos. Sie ist sozusagen tot und das ist der Preis für ihre Konservierung.

    • Flüchtlinge riskieren ihr Leben und haben damit Mut und Bereitschaft zu persönlichem Handeln bewiesen. Diese positiven Eigenschaften können besser in ihren Herkunftsländern Gesellschafts-aufbauend eingesetzt werden als hier. Dort braucht es keine langwierigen Integrationsverfahren, in denen diese Eigenschaften "in der Warteschleife versauern". Langfristig ist es in jeder Hinsicht günstiger, potentielle Flüchtlinge in ihrer Heimat so zu unterstützen, dass sie nicht zu fliehen brauchen.

    • Die Funktionsfähigkeit des IS hängt an unserem Geld. Die IS-eigene Finanzierung aus eroberten Gebieten ist dabei wegzubrechen, weil die betroffenen Wirtsstaaten sich zusammentun und Ölfelder und andere Ressourcen rückerobern. Auf Dauer kann der IS ohne durch reguläre Finanzkanäle fließende Zuwendungen seine Kämpfer weder füttern noch mit Waffen versorgen. Alle Personen und Organisationen, denen finanzielle Zuwendungen an den IS - oder auch nur die Beteiligung oder Duldung - nachgewiesen werden, verlieren sofort jegliche politische, wirtschaftliche, soziale und sonstige Unterstützung außerhalb von IS-Kreisen. Lasst und dem IS den Geldhahn zudrehen.

    • Dem IS den Geldhahn zudrehen braucht eine Veränderung in mir/uns. Wenn ich transparente internationale forensische Buchführung verlange, damit der IS keine Fördergelder mehr bekommt, dann setzt das meine Bereitschaft voraus meine eigene Buchhaltung transparent zu machen - keine Schwarzgelder mehr, egal wo. Auf internationaler Ebene lässt sich nur die finanzielle Integrität durchsetzten, die in den Nationen von ihren Bewohnern praktiziert wird. Wenn ich jemandem in die Karten sehen will, dann heißt es mit gutem Beispiel voran zu gehen und erst mal meine Karten auf den Tisch zu legen. Das ist unbequem!



    Innerhalb der großen Mysterien des Seins

    gehört uns eigentlich überhaupt nichts.

    Was ist diese Lust zum Wettstreit die wir verspüren

    bevor wir einer nach dem anderen durch das gleiche Tor gehen?



    Jun-16: Gewissheit - klar werden in der kreativen Grauzone

    Im Sprachgebrauch sind die Worte "glauben" und "wissen" miteinander vermischt. Angeblich bezeichnen sie zwei völlig verschiedene Dinge, wobei das Wort "glauben" den Religionen zugeordnet wird und das Wort "wissen" den Wissenschaften. Angeblich gibt es dazwischen keine Grauzone, entweder-oder: "Glauben ist nicht wissen!" sagt man(n)/Frau. Der wahre Gläubige weiß nicht(s) und der reine Wissenschaftler glaubt nicht(s). Der Versuch einer Trennung von Wissen & Glauben ist nicht besonders alt, er ist auch nicht besonders erfolgreich und ganz bestimmt nicht natürlich. Denn die Wirklichkeit des Alltags sieht anders aus. Jenseits geschlossener Labortüren hat sich viel ehemaliges Wissen als irrtümlicher Glaube erwiesen, z.B:
    • die Erde ist eine Scheibe
    • 90% der DNS sind überflüssiger Unsinn (Junk-DNS)
    Und immer wieder setzt sich Glaube gegen jedes bessere Wissen und jede Wahrscheinlichkeit durch, wie z.B:
    • Placebo-Effekt
    • selbst-erfüllenden Prophezeiung
    • Spontanremission
    Ins Extreme getragen erinnern mich die jeweiligen Vertreter an solch feindliche Geisteszwillinge wie Hitler und Stalin. Sie waren sich in ihrer Verschiedenheit so ähnlich, beide gleich rechthaberisch und entsprechend größenwahnsinnig, sowie entsprechend gefährliche für ihre Umwelt. Was macht es da für einen praktischen Unterschied dass sich der eine für braun und der andere für rot begeisterte? Um es mit Hannes Wader zu sagen: "Die Roten wollen erst diskutieren bevor sie drauf hauen." (foto links: http://www.stuttmann-karikaturen.de/ - PS: Es sind nur 19!)

    Um es klar zu stellen, ich bin weder für reines Wissen noch puren Glauben. Ich halte sie für Synergenten und bin für ihr UND. Denn gerade im UND, in der Grauzone zwischen scheinbar unversöhnliche Extremen steckt viel schöpferisches Potential des Menschen. Wenn es mir gelingt anscheinend unvereinbares zu vereinen, mich auf die Gemeinsamkeiten zu konzentrieren statt auf die Unterschiede, dann ist (in diesen Momenten) mein Wohlwollen "gleich groß" wie mein Ego. Aus meinem "ENTWEDER zum Wohle aller ODER zu meinem Wohl" ist, wenn auch nur vorübergehend, ein "zum Wohle aller UND zu meinem Wohl" geworden. Und in diesem Moment universellen Wohlwollens zwinkert schöpferische Kraft durch mich die Welt an, etwas Neues entsteht und entwickelt Eigenleben:
    • Alle Kinder werden in der kreativen Grauzone der Extreme Yin & Yang gezeugt.
    • Das gleiche gilt für Kinder des Geistes - Ideen, Konzepte, Theorien...

    Der Weg dahin

    Statt vergeblich zu versuchen ein Glaubenspotenzial (Placebo-Effekt) zu eliminieren, das wissenschaftlich nachgewiesen mindestens 40% des Ergebnisses ausmacht, verlangt gesunder Menschenverstand dieses Glaubenspotential nutzen zu lernen. Obwohl ich lediglich zu wissen glaube wie mein Auto und mein Computer funktionieren nutze ich sie beide jeden Tag, und das mit einer gekonnten Kombination aus Unwissenheit & praktischer Erfahrung.

    Sowohl Fahren zu erlernen als auch Bedienung eines Computers kann ohne Wissen nicht funktionieren. Das dazu benötigte Wissen musste erforscht werden - Antworten auf neue (kreative) Fragen wurden gesucht und gefunden. Um neue kreative Fragen zu stellen und die in Folge erforschten Antworten so zu geben dass sie jeder verstehen kann, sind Worte und Konzepte hilfreich, die es gestatten meine Navigationsversuche in der kreativen Grauzone zwischen wissen und glauben zu kommunizieren.

    Viele versuch(t)en den künstlichen Graben zwischen Glauben und Wissen zu überbrücken. Rabindranath Thakur war/ist so ein Mann der Synthese, er sagt(e):

    Glaube ist wie ein Vogel der bereits singt wenn es noch dunkel ist.

    Das ist natürlich mehr als ein Glauben, es ist eine Gewissheit die wir alle mit dem Vogel teilen. Wie wir diese Gewissheit umsetzen ist anders. Wir warten mit dem Singen bis die Sonne tatsächlich scheint - es könnte ja rein theoretisch sein dass heute die Sonne nicht aufgeht. Mer weeß es net! (pälzisches Sprichwort) Und falls es regnen sollte singen wir sowieso nicht. Wie dem auch sei, Herr Thakur näherte sich dem kreativen UND von der poetischen (nicht-wissenschaftlichen) Seite. Von der anderen, der wissenschaftlichen Seite kommt zum Beispiel Albert Einstein. Er sagt(e):

    Gott würfelt nicht.

    Kaum ein ernsthafter Wissenschaftler kann sich der Glaubensfrage für immer verschließen. Insbesondere Kernphysik und Biochemie (Cloning) sehe ich immer mehr auch als Zweige der Theologie. In ihnen leben Glauben und Wissen in (un)heimlicher wilder Ehe. Wann dürfen sie endlich heiraten? Wenn entgegen jeglicher Logik und Religion die Gewissheit dass sie zusammen gehören in unserer Gesellschaft groß genug wird. Also für mich wär's o.k.

    Gewissheit - das Wort für die Grauzone

    Wie kommt Gewissheit zustande? Es hat mehr mit wiederholter Erfahrung zu tun, nicht so sehr mit Wissen. Wenn wiederholte Erfahrung meinem gegenwärtigen Wissen widerspricht, dann bin ich langsam bereit meinen Wissenstand um diese Erfahrung zu erweitern, selbst wenn ich sie nicht erklären kann. Alles beugt sich dem Erfolg. Ein einmaliges Geschehen reicht dazu aber nicht aus. Es ist so wie mit Zement, Zement muss aushärten. In der Zeit der Aushärtung bleibt er anfällig und es muss gegebenenfalls erneut zementiert werden. Analog ist es möglich (und sinnvoll) dass blinder Glaube zu Gewissheit aushärtet. Und es sollte auch möglich sein das gleichermaßen blindes Scheinwissen sich zu praktischer Gewissheit aufweicht.

    Wenn ich Gewissheit habe, dann wissen die anderen dass sie mit mir nicht zu diskutieren ist weil es auf der Wissensebene nicht geht – meine Gewissheit ist nicht logisch – und auf der Glaubensebene auch nicht, denn sie ist ja nicht bloß eine naiver Glaube (Osterhase). Gewissheit ist das Ergebnis, nicht der Prozess dort hin. Jetzt brauchen wir noch ein Wort für den Prozess, ein Tätigkeitswort für den langen Weg von frommem Glauben oder theoretischem Scheinwissen hin zu praktischer Gewissheit. Das Wort was viele vorschlagen würden, "erkennen", eignet sich meiner Meinung nach nicht, denn es klingt so als wäre es eine einmalige Sache – einmal erkennen, das war’s. So ist es aber nicht. Der Zement muss aushärten.

    Etwas erkennen ist sicherlich der erste Schritt, ich erkenne einen Fehler, z.B. das die Erde keine Scheibe ist, und wenn ich sie dann ein paar mal in alle Richtungen umsegelt habe wird mir klar dass sie eine Kugel ist. Da kann dann auch die "Hohle Erde Theorie" nichts mehr daran ändern. Wir sollten uns weder auf blinden Glauben noch auf blindes Wissen versteifen und immer für ein klar werden in der kreativen Grauzone offen bleiben. Das ist ein Tun, wiederholtes Tun.

    Gewissheit muss dynamisch bleiben. Der Möglichkeit dass es morgen anders sein wird, möglicher Veränderung muss Raum gelassen werden, auch wenn es noch so unwahrscheinlich ist. Sonst verhärtet Gewissheit in Irrglauben und Scheinwissen. Äußerlich lassen sie sich so gut einer bestimmten Richtung zuordnen: Religion und Wissenschaft - äußerlich feindliche Zwillinge mit nahezu identischen Auswirkungen (Blindheit).

    Da kommen wir her, das haben wir bereits ausgiebig gehabt. Es sind zwei starke Misserfolgsmodelle und doch die Steigbügel für eine noch stärkere Synthese, sobald aus dem verhärteten entweder-oder endlich das gewisse UND wird. Statt des bisherigen "mit geballten Fäusten kann man keine Hände schütteln" ist ein "reich mir die Hand Bruder" fällig, als wiederholt Erfahrung die zur Gewissheit aushärtet. Was ich von dir erwarte macht mindestens 40% des Geschehens aus:

    Wenn nicht ich, wer dann? - Also Bruder/Schwester, reich mir die Hand ! - Bitte !





    NACHWORT

    Warum habe ich meine Selbstgespräche mit ihnen geteilt? Damit sie mich kennen lernen? Nein - das geht so nicht. Ich habe es getan, um ihnen Einblick zu gewähren, wie ich mich selbst tiefer kennen gelernt habe. Ihnen Einblick zu gewähren ist jedoch nicht mein Anliegen, es ist nur Mittel zum Zweck: Ich möchte sie dafür begeistern, sich selber tiefer kennen zu lernen.

    Ich hoffe, das klappt auch bei ihnen. Ich hoffe, sie finden ihren eigenen Weg ohne den Versuch, meinen Weg zu gehen oder zu imitieren. Ich bin nämlich kein Lehrmeister. Ich bin bestenfalls ein Lehr Leerling, ein Mensch, der ein bisschen Erfolg damit hatte, mit Gottes Hilfe seine Gefühle zu klären, und der dadurch ein paar Gefühlsmuster loslassen konnte, loslassen durfte.

    In diesem Sinne bin ich heute leerer als zuvor, aber eben immer noch Lehrling. In mir gibt es jetzt mehr Raum für die Summe aller Möglichkeiten, die mir mein Lehrmeister, das Universum, täglich bietet. Ich reagiere nicht mehr so vorhersehbar wie früher, weniger zwanghaft. Manche empfinden es als weniger verlässlich. Ich bin eben von vielen fixen Ideen verlassen worden.

    Mir hat Humor sehr geholfen. Das Leben ist schon komisch, es sei denn, ich sehe es als Tragödie. Am Anfang war mein Humor eher von Selbstironie und versteckter Kritik an anderen geprägt, und mein Lachen war selten von Herzen. Doch in dem Maß, wie ich erlebt habe, dass mich Mutter Natur und die universelle Schöpfung auch dann lieben, wenn ich Scheiße baue, in dem Maße konnte ich immer herzlicher mit dem Leben mitlachen.

    Jetzt meckere ich nicht mehr so viel mit mir und auch nicht mehr so viel über andere.

    Wie oft haben mir heiß ersehnte Dinge gar nicht mehr geschmeckt, als sie endlich eintrafen. Und wie oft haben mir Dinge, die ich mit aller Macht zu vermeiden suchte, bei ihrem Eintreffen unendlich geholfen! Schon lange lehren mich meine Erfahrungen, dass ich gar nicht wissen kann, was gut oder was schlecht für mich ist oder sein wird. Und wenn ich es noch nicht einmal für mich wissen kann, wie soll ich es dann im Falle von jemand anderem wissen können? Darauf gibt es nur eine Antwort darauf: Gar nicht!

    Aber das Universum weiß es! Mutter Natur weiß es! Und die Menschheit beginnt, das wieder anzuerkennen. Physiker, Biologen, Geologen und viele andere Wissenschaftler kommen alle zum gleichen Ergebnis: Die Wahrscheinlichkeit für das zufällige Erschaffen von Erde, Pflanzen, Tiere und Menschen ist etwa so, wie eine Sechs nach einer Sechs zu würfeln, und dann noch eine Sechs, und dann noch ein Sechs, und..., Tausend mal hintereinander.

    Das Universum hat offensichtlich Vorurteile: Es ist voreingenommen für die Erschaffung von Leben, es ist voreingenommen für die Erhaltung von Leben und es ist voreingenommen für die Entwicklung von Leben. Das Universum weiß nicht nur, was gut für mich ist, es tut es auch noch. Das geschieht mitunter entgegen meiner Wünsche, aber immer im Sinne meiner Entwicklung.

    Manchmal sehe ich das und manchmal sehe ich es nicht. Manchmal verstehe ich es und oft verstehe ich es nicht. Früher war nicht verstehen der Punkt, an dem ich angefangen habe zu meckern. Heute ist es der Punkt, an dem ich anfange herzlich zu lachen. Der kosmischen Humor gibt mir die Freude und die Gelassenheit, auf mein Verstehen mit der Gewissheit verzichten zu können, dass die Ergebnisse immer lebensbejahend sind. Der kosmische Humor bringt mich nicht immer gleich zum Lachen - wenn im Betriebsmodus "Tragödie" bin, dauert es eine Weile - aber immer öfter und immer schneller.

    Apropos Humor, wie sie sicherlich bemerkt haben, finden sie hier keinerlei Anweisungen und/oder Methoden, kein Techniken, keine Therapien, wie man/Frau seine/ihre Gefühle klären kann, nicht einmal den kleinsten Hinweis. Nun, das liegt daran, dass jede Hoffnung auf eine Wirksame Methode oder Therapie von dem ablenkt, worum es wirklich geht:
    • Sind sie bereit sich zu ändern, koste es, was es wolle?
    • Sind sie bereit sich zu ändern, obwohl sie und auch niemand anders auch nur die leiseste Ahnung hat, wohin das dann führen wird?
    • Haben sie das Vertrauen in sich und das Universum, dass jede mögliche Veränderung auf jeden Fall ein Schritt auf sie selbst zu ist, dass sie ihrem Seelenplan auf jeden Fall ein kleines bisschen näher kommen?

    Ohne diese Bereitschaft, ohne dieses Vertrauen werden sie sich an eine von außen vorgegebene Methode klammern wollen, wie ein Krebskranker an eine Chemo. Sie würden ihre Verantwortung und Kreativität abgeben – an die Methode, an das Heilmittel, an den Therapeuten,

    Das alles wäre nicht im Sinne ihrer Seele. Sie können so ihrem Seelenplan nicht näher kommen. Die Kommunikation mit ihrem Höheren Selbst und damit ihr Zugang zu ihrem Seelenplan bleibt solange blockiert, wie sie von außen kommenden Informationen (Therapeut, Therapie, Therapeutikum) mehr vertrauen, als ihrer eigenen inneren Stimme.

    Wenn sie hingegen diese Bereitschaft aufbringen, dann wird sie ihre innere Stimme zu den für sie geeignetsten Therapien, Therapeuten und Therapeutika führen. Das ist vergleichbar mit einem Navigationsgerät, dass ihnen nur immer mitteilt, was sie an der nächsten Ecke tun sollen: Rechts, links oder geradeaus. Es zeigt ihnen keine Generalkarte mit festem Streckenverlauf. Es behält sich vor, sie gegebenenfalls umzuleiten, wenn es einen Stau gibt, eine Baustelle, einen Unfall. Und irgendwann sagt es ihnen, dass sie gerade angekommen sind.

    Ich wünsche ihnen viel Freude auf ihrem Weg und die Gelassenheit, sich mit ihrer Einschätzung des Geschehens solange zu gedulden, bis das Wohlwollen des Universums für sie offensichtlich wird.

    Georg Keppler - Nov 2016

    PS: Hin und wieder habe ich Gedichte von Jelal'uddin Rumi (1207-1273) eingestreut oder Freiraum damit verziert. Seine persischen Liebesgedichte und Liebeslieder sind in die Sufitradition eingebettet, wo trunkene Liebe für Gott und trunkene Liebe für die/den Geliebten sich in der Sprache treffen. Des Persischen nicht mächtig, habe ich diese Gedichte aus dem Englischen übersetzt, und zwar aus:
    1. OPEN SECRET, Versions of Rumi, translated by John Mayne & Coleman Barks, Threshold Books, ISBN 0-939660-06-7
    2. UNSEEN RAIN, Quatrains of Rumi, translated by John Mayne & Coleman Barks, Threshold Books, ISBN 0-939660-16-4
    Warum ich bereits Übersetztes nochmal übersetze? Weil ich sie dann verinnerliche, weil der Gott in meinem Innern mich dann stärker anhaucht, denn er geht mit dem Gott im Innern des Dichters und der Übersetzer in Resonanz. Ich bin heute noch zu Tränen gerührt jedesmal wenn ich eines davon aufmerksam lese.


    Bleibe in der Begleitung von Liebenden.

    Alle anderen Arten von Menschen wollen dir jeweils etwas zeigen.

    Eine Krähe wird dich in eine leere Scheune führen,

    ein Papagei zu Zucker.
    Jelal'uddin Rumi (1207-1273)




    SCHLUSSWORT (nicht von mir): Geistführer & Engel

    Ich möchte darüber reden, was ich den schlimmst-möglichen Fall der Vermenschlichung von Gott nennen würde, und das berührt den Kern so vieler von euch. Es geht darum, wie ihr Geistführer und Engel visualisiert. Nun, das wird enorm anders werden als vieles, was euch erzählt wurde. Seid deshalb darauf gefasst, anders zu denken. Das wird kein göttliches Wesen schmälern, es nur aufwerten, um es in Ausrichtung mit multi-dimensionalem Denken zu bringen.

    Existieren Engel? Gar keine Frage, aber nicht so, wie ihr denkt oder es euch beigebracht wurde. Gibt es geistige Helfer? Gar keine Frage, aber wiederum nicht so, wie ihr denkt. Wenn in vergangenen Zeiten Engel Menschen besucht haben und die Ereignisse von jenen beschrieben wurden, die anwesend waren, um Zeuge der Erfahrung zu sein, dann garantiere ich euch, dass es ziemlich anders war, als sie auf dem Papier ausdrücken konnten. Wenn ein Engel vor einem Menschen erscheint, sieht das wie ein wirbelnder Ball von Energie aus, manchmal sogar wie Feuer, das nicht heiß ist und nichts verbrennt. Engel haben keine menschliche Form und hatten niemals eine. Sie sind multi-dimensionale Wesen, nicht in 3D. Und doch wollt ihr ihnen Haut und Flügel geben und sie mit einem Namen versehen! Warum? Ihr fühlt euch dann besser mit ihnen. Wir verstehen das.

    "Wer sind sie?" Ihr gebt ihnen Namen; ihr gebt ihnen Merkmale. Dieser Engel tut dies; jener Engel tut das. Was wäre, wenn ich euch sage, dass sie alle zusammen sind? Ihr würdet reagieren. Ihr würdet sagen: "Ich mag das nicht. Ich möchte, dass sie Individuen sind und verschiedene Dinge tun." Menschen wollen, dass Engel die "himmlischen Fabrikarbeiter Gottes" sind, jeder mit einer Aufgabe. So ist es nicht! Wenn ihr Luft einatmet, stellen sich dann die Moleküle als Individuen mit Namen und Aufgabe auf und betreten dann in einer Reihe eure Lungen? Gewöhnt euch an das Konzept, das sie der Physik entanglement {Verschränkung} nennen. Das ist ein in der Quantenwelt benutztes Wort, welches die seltsamen Merkmale von Materie beschreibt, die "jederzeit mit allem verbunden" zu sein scheint.

    Ich möchte, dass ihr euch an etwas gewöhnt, das tiefgreifend und wunderschön ist. Ihr seid ein Teil von allem! Ihr seid nicht davon getrennt. Ihr gehört dazu. Ihr mögt in 3D individuelle Körper sein, aber in der multi-dimensionalen Welt seid ihr mit allem verbunden!

    Ich möchte in einem mehr spezifischen und historischen Zusammenhang über geistige Führer und Helfer reden. Die Channelings [Schriften] der Altvordern gehen mit eurer Visualisierung von drei Geistführern einher. Aber ihr solltet euch über diese Nummer "drei" in der neuen Perspektive klar werden, denn ich werde euch jetzt etwas mitteilen, das von 3D abweicht.

    Vor 20 Jahren bin ich einfach mit eurer Wahrnehmung von "drei geistigen Führern" einhergegangen. Es war euch dienlich und es gab nicht die Lebensweisheit, irgendetwas anderes zu verstehen. Jetzt gibt es sie. Ich habe Neuigkeiten für euch: Ihr habt keine drei geistigen Führer. Die drei ist lediglich die numerologische Identifizierung von Helfer-Energie. Die Nummer drei wird zum "Wegweiser" zu einer anderen Bedeutung. Ich habe es früher am heutigen Tag gesagt [in einem vorhergehenden Channeling], dass ihr alle durch eine dritte Sprache an meinem Channeling beteiligt seid. Manche von euch hören das überhaupt nicht, was ich mit meinem Partner tue [das Channeling, das ihr lest]. Stattdessen geschehen eure eigenen persönlichen Botschaften und die werden jetzt gerade übermittelt. Darum ist das, was wir "Dritte Sprache" nennen, eine katalytische multi-dimensionale Sprache. Sie katalysiert Energie zwischen euch und mir, und wenn ihr vor mir sitzt und das öffnet, was euer drittes Auge ist, dann ist die Zirbeldrüse weit offen. Dann fängt der Katalysator an zu arbeiten und ihr bekommt intuitive, kommunikative Botschaften.

    Der Katalysator wirkt zwischen der Energie, die ihr eingeboren nennt, oder euer Höheres Selbst, und dieser Seite des Schleiers, auf der ich bin. Diese Sprache funktioniert mit eurer Intuition, gibt euch blitzartige Einsichten, gibt euch Anweisungen, hält eure Hand, gibt euch Liebe. Das ist die Dritte Sprache. (aus: Die Vermenschlichung Gottes)