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Beziehungen

Oder... was zur Hölle ist mit der Liebe geschen?

Geoffrey Hoppe

Artikel von Geoffrey Hoppe [1], erschienen in der Mai-26 Ausgabeexterner link des Shaumbra Magazines, übersetzt von Georg Keppler {Fußnoten & geschweifte Klammern eingefügt vom Übersetzer}



Geoff: Lieber Adamus, ich war startklar für diesen Monat etwas lustiges und aufbauendes zu schreiben. Vielleicht etwas über Bewusstsein, Energie, Präsenz... etwas Unverfängliches. Belle, der Schaumbra[2] Hund hat sich sogar angeboten am Artikel mitzuschreiben. Und dann tauchst du mit einem einzelnen Wort auf: Beziehungen. Meinst du das ernst?

Adamus: Aber sicher. Denn das ist es worin sich Shaumbra immer noch gern verfängt. Ihr könnt den lieben langen Tag über Bewusstsein reden, doch kaum steckt Shaumbra in einer Beziehung... schon verschwindet die ganze Weisheit schneller als gratis Wein auf einer Crimson Circle Party.

Geoff: Das ist... leider korrekt. Besonders das mit dem Wein.

Wahrscheinlich gibt es kein Thema das mehr aufgeladen, verwirrender, und emotional stärker belastet ist als Beziehungen, besonders wenn sie romantisch sind. Für Shaumbra gilt das verstärkt weil sie nicht länger gewillt sind alte Dynamiken mitzutragen. Aber wir sind nicht ganz sicher womit diese ersetzt werden. Viele Shaumbra habe noch immer den Wunsch nach einer Beziehungen – nicht beiläufig oder oberflächlich, sondern wirklich, tief, bewusst und innig. Eine/n wahre/r Partner/in, jemanden mit dem man das Leben teilen kann. Doch gleichzeitig gibt es da Zweifel. Große Zweifel. Denn das hatten das schon mal. Wir haben die Intensität gespürt, die Leidenschaft, die Verbindung... und mit angesehen wie es langsam – manchmal explosiv – auseinander gefallen ist. Und hier kommt Adamus ins Spiel, und sagt etwas das die meisten nicht hören wollen.

Adamus: In den meisten eurer Beziehungen ging es nicht um Liebe. Es ging um Karma. Punkt.

Geoff: Du wirst das nicht langsam angehen, oder?

Adamus: Warum sollte ich? Du bist nicht für Trost hergekommen. Dir geht es um Klarheit.

Viele Leben lang wurden Beziehungen auf nicht geklärten Energien aufgebaut – Verstrickungen aus vergangenen Leben, alte Übereinkünfte, nicht abgeschlossene Angelegenheiten. Du triffst jemanden, fühlst die sofortige Zuneigung, diese magnetische Anziehung, dieses „ich kenne dich von früher“ Gefühl, und ihr nennt es Liebe. Adamus nennt es anders: Liebe auf den ersten Biss. Es ist diese überwältigende Anziehung die sich nach Bestimmung anfühlt, schicksalhaft, nach „so muss es sein“... und dann, ein paar Monate oder Jahre später wunderst du dich darüber wie du im gleichen emotionalen Schlamassel gelandet bin, von dem du dir geschworen habe es niemals mehr zu wiederholen. Es hat dir etwas zu fühlen gegeben, etwas auf das du reagierst, etwas das du versuchst in Ordnung zu bringen. Und jetzt bricht das Muster zusammen – nicht weil etwas schief gegangen ist, sondern weil du nicht mehr unbewusst genug bist dabei mitzuwirken.

Geoff: Und was passiert wenn jemand bereits in einer dieser karmischen Beziehungen ist – und sie nicht gerade glückselig verläuft?

Adamus: Dann hör' auf sie in Ordnung bringen zu wollen. Das ist die Abhängigkeit.

Das ist der unbequeme Teil, denn instinktiv wollen wir immer alles verbessern. Besser kommunizieren. Geduldiger sein. Mehr Mühe geben. Es besser machen. Vielleicht das eine oder andere Beziehungsbuch lesen oder noch einen Workshop besuchen der die „Transformation deiner Verbindung“ verspricht. Doch falls die Beziehung grundsätzlich karmisch ist, dann hält dieser Aufwand nur das Rad am Laufen.

Was also tun? Du wirst die darüber klar – nicht emotional reagierend oder mental analytisch, nur klar werden. Das Muster sehen, den Energieaustausch und wir du darin verhakt bist. Und dann – hörst du auf es zu füttern. Nicht dramatisch oder mit einer großen Rede oder einem denkwürdigen Abgang um zu beweisen wie erleuchtet du bist. Da hörst einfach auf in der alten Art und Weise mitzumachen. Du hörst auf zu reagieren, versuchst nicht mehr zu verbessern, zu retten, oder die Angelegenheiten der andere Person zu managen. Und dann fängt die wirkliche Verschiebung an. Entweder beginnt die Beziehung sich aufzulösen oder sie transformiert sich in etwas ganz anderes - sie wird auf jeden Fall nicht bleiben wie sie ist.

Adamus: Karma brauch Mitmachen. Höre auf mitzumachen und staune wie schnell das Ganze zusammenstürzt.

Das ist der Punkt an dem es wirklich ehrlich wird. Wenn diese alten Dynamiken anfangen zu zerfallen, verspüren die meisten Shaumbra zunächst keine Erleichterung – sie fühlen sich leer. Die Beziehungen waren die wichtigste Art Verbindung, Bestätigung, sogar Identität zu erleben. Wenn das wegfällt, dann ist die Frage nicht nur „Was jetzt?“ Sie ist: „Möchte ich überhaupt noch eine Beziehung haben?“ An diesem Punkt betreten wir vollkommenes Neuland, denn was sich jetzt entfaltet ist keine bessere Version der alten Beziehung – es ist ein vollständig neues Paradigma.

Adamus nennt es Liebe 2.0, und es hat nichts mit der emotionalen Achterbahn zu tun die ihr viele Leben lang Liebe genannt habt. Es ist keine Liebe die jemand anderen braucht um zu existieren, keine Lieben die von Verhalten abhängig ist, und keine Liebe die damit steigt und fällt wie ihr an diesem Tag behandelt wurdet. Es ist eine Liebe die von Innen kommt – sich selbst genügt, souverän ist und ohne Kompromisse.

Goeff: Das hört sich wunderschön an... aber auch ein bisschen isolierend.

Adamus: Nur wenn du noch immer abhängig bist, jemand anderen brauchst um dich ganz zu fühlen.

Ich möchte einen Augenblick ganz direkt werden. Die meisten Menschen wollen gar keine Liebe. Sie wollen Bestätigung. Sie wollen Trost. Sie wollen jemand der ihnen sagt dass sie gut sind so wie sie sind. Und wenn sie das nicht bekommen, dann nennen sie es eine „schlechte Beziehung“.

Adamus: Du hast nicht nach Liebe gesucht. Du hast jemanden gesucht der dir dabei hilft deine Identität zu bestätigen. Das ist ein großer Unterschied.

Jetzt möchte ich zu der Frage kommen die die meisten Shaumbra leise stellen: „Was wenn ich nie mehr eine weitere romantische Beziehung in diesem Leben habe?“ Ich möchte das nicht schön reden - es ist sehr realistische Möglichkeit. Das liegt nicht daran dass ihr versagt habt, oder daran das etwas nicht stimmt, sondern weil ihr über das alte Modell hinaus gegangen seid.

Adamus: Du hast keine Angst davor allein zu sein. Du hast Angst davor niemand mehr zu haben der dich von dir selber ablenkt.

Lasst das einsinken. Denn Einsamkeit ist nicht die Abwesenheit einer anderen Person, es ist die Abwesenheit der Verbindung zu mir dir selbst. Und viele Leben lang waren Beziehungen die perfekte Ablenkung... von dir selbst. Wenn du anfängst diese tiefere Verbindung mit dir selbst zu zulassen – diese Liebe 2.0 – dann fängst du an etwas ganz anderes zu fühlen: deine eigene Präsenz, deine eigene Energie, dein eigenes Bewusstsein. Das ist keine theoretische Idee, es ist viel mehr das Fühlen von etwas sehr Wirklichem, Intimen, und es ist sofortig. Darin klingt Einsamkeit nicht einfach bloß ab – sie wird gegenstandslos.

Das heißt nicht das Beziehungen verschwinden. Es bedeutet dass sie nicht länger notwendig sind. Wenn eine auf deinem Lebensweg liegt, dann wird sie nicht karmisch sein, wird nicht in Notwendigkeit wurzeln, wird nicht darauf beruhen sich gegenseitig zu ergänzen oder in Ordnung zu bringen. Es werden zwei souveräne Menschen sein die wählen eine Erfahrung zu teilen – keine Abhängigkeit, keine emotionalen Verträge, und keine ungeschriebenen Gesetze. Und ja, das mag fast zu einfach anmuten.

Geoff: Also keine Hollywood Romanze?

Adamus: Hollywood ist Phantasie die auf Dysfunktion aufbaut. Wenn du Drama haben möchtest, schau' dir einen Film an. Wenn du Bewusstsein haben möchtest, hör' damit auf einen Film nachzuspielen.

Hier kommt jetzt die große Frage – nicht „Wo ist mein Partner?“ und nicht „Wann werde ich die/den Richtige/n finden?“ sondern: Bin ich bereit mit mir selbst zu sein – ganz und gar, aufrichtig, ohne Ablenkungen? Denn solange die Antwort darauf nicht ja ist, wird keine Beziehung dich jemals zufriedenstellen können. Nicht wirklich.

Nimm' einen tiefen Atemzug. Hör' auf zu suchen, lass die Erwartung gehen, die stille Angst das etwas – oder jemand – fehlt. Fühle in diesen Moment hinein. Du bist hier. Du bist klar. Du existierst. Und damit steckst du schon in der tiefgreifendsten, intimsten, unausweichlichen Beziehung die du jemals haben wirst.

Adamus: Und falls das nicht genug für dich ist... niemand anders wird es jemals sein.

Es ist das Ende von Illusion, und der Anfang von etwas sehr Wirklichen.

Liebt weiter, liebe Shaumbra