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Adamus Metaphysik
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Erlaube deinem Feld dir zu Diensten zu sein

Geoffrey Hoppe

Artikel von Geoffrey Hoppe [1], erschienen in der Sep-26 Ausgabeexterner link des Shaumbra Magazines


übersetzt von Georg Keppler {Fußnoten & geschweifte Klammern eingefügt vom Übersetzer}




Vor vielen Jahren, lange vor Crimson Circle und lange bevor ich mich tief mit Metaphysik beschäftigte, war ich mit einigen Geschäftsfreunden beim Mittagessen. Die Unterhaltung kam irgendwie auf Religion, Spiritualität, und psychischen Phänomene. Ich war schon immer an dem interessiert was jenseits konventioneller Wirklichkeit liegt, selbst wenn ich zu jenem Zeitpunkt in meinem Leben mit Sicherheit nicht mein heutiges Vokabular und Verstehen gehabt habe.

Einer der Männer am Tisch war unnachgiebig der Meinung dass psychische Phänomene Blödsinn sind. Dass es alles Fälschung ist, fabriziert, Wunschdenken oder reiner Betrug. Ich stimmte mit ihm darin überein dass es vielleicht meistens so ist, doch sagte ich ihm dass es auch Dinge gibt die passiert sind, die sich einfach nicht auf die übliche Art und Weise erklären lassen. Er forderte mich heraus.

Vor uns auf dem Tisch stand ein leeres Glas. Ich sah ihn an und sagte: Dieses Glas kann sich bewegen ohne dass ich es berühre. Er lachte, und wir wetteten schließlich um $5.

Nun, ich sollte auf etwas Wichtiges hinweisen: Ich hatte absolut keine Ahnung wie sich das Glas bewegen könnte ohne dass ich es berühre. Ich plante nicht den Tisch heimlich mit meinem Knie anzustoßen, hatte nicht den kleinsten Hinweis oder Eingebung was geschehen würde, besaß keinerlei ungewöhnliche psychische Fähigkeit die mir gestattete ein Trinkglas während eines Mittagsessen in der Luft schweben zu lassen. Aus rationellem Blinkwinkel war es eine dumme Wette, doch etwas in meinem Inneren hatte mir aufgetragen es zu tun.

Also nahm ich einen tiefen Atemzug und wartete. Alle am Tisch starrten das Glas gebannt an. Sie warteten darauf dass ich mich konzentriere, mit meinen Händen darüber herumfuchtele oder irgendein psychisches Manöver durchführe, aber ich tat nichts. Ungefähr 15s später kam die Kellnerin, bemerkte das leere Glas, nahm es und ging damit davon.

Ich schaute die anderen an. Das Glas hatte sich bewegt, ohne dass ich es berührte.

Der Mann mit dem ich gewettet hatte weigerte sich zuerst mich zu bezahlen. Du hast das Glas nicht bewegt!, protestierte er. Ich erinnerte ihn daran dass ich nie behauptet hatte dass ich es bewegen würde. Ich hatte lediglich gesagt dass sich das Glas bewegen würde ohne dass ich es berühre.

Zahle mich aus. Es waren nur $ 5, und das ganze war zum Totlachen, aber ich habe es nie vergessen. Zu jenem Zeitpunkt verstand ich nicht ganz warum. Heute bin ich der Meinung dass ich es verstehe.

Der wichtige Teil der Geschichte war nicht, dass sich das Glas sich bewegt hatte. Der wichtige Teil ist, dass ich keine Ahnung hatte wie es sich bewegen würde.

Die menschliche Obsession mit dem "Wie"

Menschen haben den fast zwanghafte Drang wissen zu müssen wie etwas geschehen wird. Wir entscheiden was wir wollen, und fast sofort beginnt das Gehirn damit den Weg dorthin zu konstruieren. Wer muss was tun? Woher wird das Geld kommen? Welche Unterhaltungen müssen geführt werden? Welche Schritte muss ich machen? Was könnte schief laufen? Wie sieht Plan B aus? Mit anderen Worten, wir wählen nicht einfach bloß eine Erfahrung; wir bemühen uns jegliche Bewegung von Energie zu kontrollieren die an ihrer Erschaffung beteiligt ist.

Das mag hilfreich sein wenn man Möbel zusammensetzt oder eine Reise plant, aber wenn es auf das Leben selber übertragen wird, dann wird es aufreibend. Noch wichtiger, es geht davon aus dass das menschliche Gehirn auf alle relevante Information zugreifen kann, auf Fachwissen, Potentiale, und Energien die an der Situation beteiligt sind, trotz der Tatsache dass es das nicht kann. Das Gehirn sieht nur einen kleinen Teil von dem was tatsächlich geschieht.

Während ich an diesem Tisch saß und mich fragte wie das Glas sich wohl bewegen könnte, was bereits eine weitere Intelligenz am Werk: die Kellnerin. Sie hatte ihre eigene Wahrnehmung, ihre eigene Zielsetzung und ihren eigenen Grund dafür sich dem Tisch zu nähern. Ich habe sie nicht kontrolliert, sie nicht mental herbeigerufen oder gar gewusst dass sie kommen wird, und doch, nur 15s nachdem ich die alberne Wette abgeschlossen hatte stellte sie genau die Energie bereit, die es braucht um diese Erfahrung zu erschaffen.

Wirklichkeit kam heran, nahm das Glas auf und sagte im Grunde: So geht das.

Das Wunder bestand vielleicht nicht darin dass sich das Glas bewegte. Das Wunder war dass alle so konzentriert auf das Glas starrten, auf etwas Außergewöhnliches warteten, dass niemand die Kellnerin beachtete.

Die Tür öffnet sich von der anderen Seite

Etwas ähliches ist mit vor kurzem passiert, wenn auch und sehr viel praktischeren Umständen. Einer der Crimson Circle Mitarbeiter ist für eine großes Aufgabenspektrum verantwortlich. Sie ist sehr kreativ und hat die Fähigkeit das größere Bild zu sehen statt sich in Einzelheiten zu verzetteln.

Eines ihrer Aufgabengebiete beinhaltet endlose Details, Terminpläne, Nachverfolgungen und organisatorische Notwendigkeiten. Für diese extreme Detaillarbeit war sie einfach nicht geeignet, und ich konnte sehen dass sie mit den Verpflichtungen nicht glücklich war, die diese Tätigkeit erfordert. Ich kam schließlich zu dem Schluss dass es weder für sie noch für Crimson Circle gut war, wenn sie diesen Bereich verwaltet.

Es musste sich etwas ändern, aber ich scheute mich vor dem Gespräch. Ich wollte ihre Gefühle nicht verletzen oder den Eindruck erwecken dass sie nicht wertgeschätz würde. Die anderen Aufgaben bewältigt sie unglaublich gut, besser als alle anderen die je damit betreut waren. Ich brauchte bloß zu erklären dass dieser Teil ihrer Arbeit für sie nicht die richtige Rolle war, und dabei klar stellen dass sie die anderen Aufgaben sehr gut erledigte, und ich will dass sie das weiterhin tut.

Wie die meisten Menschen begann ich das Gespräch zu antizipieren, lange bevor es stattfand. Wie sollte ich es ihr sagen? Wie würde sie reagieren? Würde sie sich verletzt fühlen, oder sich verteidigen? Was würde sie danach tun, und wie schnell würde ich jemand anderen finden? Ich stand vor einer geschlossenen Tür, bereitete mich mental darauf vor sie zu öffnen.

Dann geschah etwas erstaunliches. Bevor ich ihr sagen konnte, dass ich sie von einigen ihrer Aufgaben frei stellen muss, teilte sie mir mit dass sie diese spezifischen Aufgaben hasst und glücklich wäre wenn ich jemand anderen dafür finden würde.

Die Tür öffnete sich von der anderen Seite.

Innerhalb von 2 Stunden hatte ich jemand anderen. Es gab keine Konfrontation, keine verletzten Gefühle und kein Drama. Sie war erleichtert, ich war erleichtert, und jemand anders der sehr viel besser dafür geeignet war erfüllte die Rolle.

Solche Momente bezeichne ich gern als Gnade.

Von Energie zum Feld

Über viele Jahre hat Adamus uns immer wieder gesagt, "Erlaube Energie dir zu Diensten zu sein." Hört sich einfach an, ist für Menschen aber eine radikale Aussage.

Wir sind darauf konditioniert zu glauben dass wir Energie kontrollieren müssen, sie anhäufen, anschieben, ihr ein Richtung geben, hart für sie arbeiten und die Umstände so manipulieren müssen, dass wir genug davon bekommen um das zu erschaffen was wir wollen. Selbst viele metaphysische Lehren versehen das gleiche alte Konzept einfach mit einem spirituellen Überzug: Visualisiere stärker. Konzentriere deine Absicht. Manifestiere das Ergebnis. Projiziere den korrekten Gedanken ins Universum damit das Universum liefert was du bestellst.

Das menschliche Gehirn bleibt der Manager.

Doch unser Verstehen hat sich geändert. In unseren kürzlichen Erkundungen von Präsenz, Licht, Intelligenz, Weisheit, und Feldern zeichnet sich ein anderes Verstehen dieser Aussage von Adamus ab. Es ist wohl Zeit Erlaube Energie dir zu Diensten zu sein in etwas Größeres auszuweiten.
Erlaube deinem Feld dir zu Diensten zu sein.
Darin liegt einen bedeutender Unterschied.

Dein Feld in nicht einfach bloß ein Behälter für die deinen Körper umgebende Energie. Es ist keine Aura, und es ist kein unsichtbares Warenlager in dem deine metaphysischen Vorräte aufbewahrt werden. Dein Feld lebt. Es enthält und verbindet mit deinem Licht, deiner Energie, Intelligenz, Weisheit, Potential, und Gewahrsein. Und am wichtigsten, du bist in ihm präsent.

Wenn du in deinem Feld präsent bist, müssen sich diese Elemente nicht mehr wie von einander getrennte Kräfte operieren. Sie können sich aneinander ausrichten. Intelligenz kann Potentiale erkennen die das Gehirn nicht sehen kann. Weisheit kann die zusammengefasste Essenz von Erfahrungen ins Spiel bringen ohne die Wunden der Vergangenheit in die Gegenwart zu zerren. Licht kann Möglichkeiten enthüllen die zuvor außerhalb des Gewahrseins lagen, während Energie verfügbar wird um die Erfahrung zu machen.

Das alles kann anfangen den zu unterstützten der präsent ist - nicht als Person die ein Ergebnis fordert, nicht das Gehirn das Anweisungen erteilt, und auch keine alte Identität die sich selber zu reparieren versucht, sondern dich, das Ich Bin.

Präsenz erlaubt dem Feld dich zu erkennen

Das bringt uns zu etwas das vielleicht noch grundlegender ist:
Präsenz bringt das Feld nicht dazu dir zu gehorchen. Präsenz erlaubt dem Feld dich zu erkennen.
Wie kann dein Feld dir dienlich sein wenn du nicht zuhause bist?

Wenn du dich in Sorgen um das Morgen verlierst, das Gestern wiederholst, durch eine alte Identität agierst, mit Selbstwert ringst, oder versuchst mental jedes mögliche Ergebnis zu kontrollieren, dann ist die Beziehung verzerrt, obwohl enorme Mengen an Energie und Intelligenz verfügbar sind. Das Feld antwortet immer noch, aber auf was? Auf Angst? Kontrolle? Alte Muster? Widersprüchliche Wünsche? Erwartungen anderer Leute?

Wenn du wirklich präsent bist - Ich Bin Hier - dann ändert sich etwas. Klarheit ist da, nicht unbedingt mentale Klarheit, über das was als nächstes passieren wird. Tatsächlich wirst du ziemlich oft keine Ahnung haben was als nächstes passiert. Doch in dir ist Klarheit, und mit dieser Klarheit können verschiedene Intelligenzen, Energien, Weisheit und Potentiale anfangen sich in deinem Feld natürlich aneinander auszurichten.

Du brauchst das Konzert nicht zu dirigieren. Doch für die Musik musst du anwesend sein.

Ausrichtung, nicht Kontrolle

Meiner Meinung nach ist das Wort Ausrichtung wichtig, weil dein Feld dir nicht gehorcht; es richtet sich an dir aus. Das sind unterschiedliche Beziehungen.

Kontrolle sagt: Ich will das und das, und es muss jetzt passieren.

Erlauben sagt: Das ist die Erfahrung die ich gewählt habe. Ich muss den Mechanismus dafür nicht vorschreiben.

Es bedeutet nicht auf dem Sofa sitzend auf jemand anderen zu warten der dein Leben lebt. Es bedeutet nicht Unterscheidungsvermögen, praktisches Tun oder gesunden Menschenverstand abzuschaffen. Wenn etwas nach Handlung verlangt, dann handle. Doch es gibt einen enormen Unterschied zwischen Handlung die aus dem Moment natürlich entsteht, und zwanghaftem Kontrollieren jedes möglichen Ergebnisses weil du nichts und niemand traust das außerhalb deines Gehirns liegt.

Das Gehirn hat die Tendenz zu glauben wenn es keinen Mechanismus sehen kann, dass es dann keinen gibt. Das Feld weiß es besser. Verwechsele nicht deine Unfähigkeit den Mechanismus zu sehen mit der Abwesenheit des Mechanismus.

Andere Menschen treffen Entscheidungen, die Umstände ändern sich, Potentiale bewegen sich, und es laufen Unterhaltungen von denen du keine Ahnung hast. Eine neue Konstellation des Mitarbeiterstabes steht vielleicht schon zur Verfügung. Jemand anders läuft vielleicht schon von der anderen Seite auf die Tür zu. Eine Kellnerin ist vielleicht schon auf dem Weg zum Tisch.

In meinem Feld leben

Vor Kurzem, als ich an einem Song für den kommenden Merlin FelderGiN-link Event arbeitete, tauchte eine Zeile auf die anfangs nur poetische zu sein schien.

Ich lebe in meinem Feld.

Und auch mein Feld lebt.


Je mehr wir damit gearbeitet haben, desto signifikanter wurde es, denn in deinem Feld leben ist ganz anders als das metaphysischen Konzept "Feld" zu verstehen.

Man kann Felder untersuchen, über Felder reden, Diagramme von Feldern machen, und man kann Licht, Energie, Intelligenz und Bewusstsein diskutieren ohne tatsächlich im eigenen Feld zu leben. In deinem Feld leben heißt präsent genug zu sein um die Beziehung zur Erfahrung werden zu lassen.

Das Feld ist keine dich umgebende statische Struktur. Es lebt in Beziehung mit dir, und wenn du präsent bist, kann das Leben beginnen zu dir auf Arten und Weisen zu kommen, die dein Gehirn nicht hätte orchestrieren können. Die Türen die du für geschlossen gehalten hast fangen an sich zu öffnen. Die Träume die zu träumen du dir niemals gestattet hast fangen an zum Vorschein zu kommen. Liebe kann dich finden ohne dir Freiheit zu nehmen. Weisheit erscheint ohne danach zu suchen. Potentiale die du nie geplant hast fangen an in deinem Gewahrsein aufzutauchen.

Energie ist zu Diensten, nicht weil du besser im Kontrollieren von Wirklichkeit geworden bist, sondern weil du endlich damit aufgehört hast die Arbeit des Feldes selbst zu tun.

Vielleicht ist es das wohin uns lange Jahre des Lehrens über Energie hingeführt haben. Wir mussten zuerst verstehen dass Energie keine gegnerische Kraft ist. Wir brauchen sie nicht zu bekämpfen, sie anzuhäufen, oder sie von jemand anderem zu stehlen. Energie kann uns zu Diensten sein.

Vielleicht können wir jetzt die größere Beziehung verstehen:
Erlaube deinem Feld dir zu Diensten zu sein.
Lass die Intelligenz sich ausrichten, lass Weisheit da sein, lass dein Licht Potentiale beleuchten, und lass Energie die Erfahrung unterstützen. Lass andere Intelligenzen teilnehmen ohne den Zwang sie zu kontrollieren. Lass das Leben sich bewegen.

Und vor allem, sei präsent.

Du brauchst nicht zu wissen wie sich jede Tür öffnet oder woher die Antwort kommen wird. Du musst nicht mental alle beteiligten Personen, Umstände und Energien, die an der Erschaffung deiner Erfahrung beteiligt sind, auf die Reihe bringen. Manchmal öffnet sich die Tür von der anderen Seite. Manchmal sucht ein Traum nach dir.

Und manchmal, wenn du bereit bist einen tiefen Atemzug zu nehmen und dem zu vertrauen was du noch nicht sehen kannst, kommt die Wirklichkeit an deinen Tisch gelaufen, nimmt das leere Glas und trägt es davon.

Du brauchst nicht zu wissen wie sich das Glas bewegen wird.

Erlaube deinem Feld herauszufinden wer/was das Tablett bewegt.