Handbuch - Band 1

(m)eine BAU-stelle(n)

In seiner früheren Fassung hieß dieses Handbuch "alpha-Gehirnwellen":

Je nach dem wie stark ich gerade im entweder-oder-Denken & Empfinden (Dualität) verhaftet bin gibt es unterschiedliche Gehirnwellenmuster mit entsprechenden Konsequenzen in meinem Verhalten. Die im normalen Tagesverlauf vorherrschende Sorte, die beta-Gehirnwellen begünstigen die entweder-oder-Grundeinstellung in mir.

Für das tägliche Miteinander und auch für den Frieden auf Erden ist jedoch UND-Einstellung viel förderlicher. Ich suche dann nach Gemeinsamkeiten mit meinem Gegenüber (UND) statt nach Unterschieden. Das geht, allerdings nicht wenn ich's einfach so laufen lasse, dann bleiben es beta-Wellen und entweder-oder.

In der Erstversion, eine Sammlung von Methoden wie man sich besagte alpha-Wellen erarbeiten kann, war ich der Ansicht dass meine alpha-Wellen im Tagesbetrieb zunehmen wenn ich nur fleißig entsprechend der vorgestellten Methoden trainiere. Da ist etwas dran, aber nicht viel. (zur alten Version)

Durch Ausnahmesituationen herbeigeführte alpha-Wellen verbreiten sich nicht automatisch in den Rest des Tages. Es ist lediglich ein kennen lernen, eine erste Erfahrung dass es auch anders geht, eine Appetit Häppchen, eine gelegentliche Praline, mehr nicht. Für eine bleibende Veränderung braucht es meine Veränderung. Und die ist ein Prozess der kleinen Schritte, auch wenn gelegentlich ein großer darunter sein wird. Jedenfalls ist es bei mir so. Und damit sind wir beim neuen Namen dieses Handbuchs: (m)eine BAU-stelle(n). Dabei steht:
  • B für Bereitschaft
  • A für Ausrichtung
  • U für Umsetzung
  • (m) dafür dass es bei mir so ist
  • eine dafür dass es bei anderen auch so sein könnte
  • stelle(n) dafür, dass es jetzt eine bestimmte Stelle und ein bestimmter Job ist - nicht immer gleich und nur für begrenzte Zeit - dann kommt die nächste Baustelle. Das Ganze ist nach oben offen bis hin in die Einheit allen Seins.
Der Schlüssel zu meiner Veränderung ist ehrlich mit mir selbst zu sein und das ist FREIWILLIG. Ich kann mir jederzeit alles mögliche in die Tasche lügen, und tue das auch oft um mich selbst weiterhin mögen zu können.

Denn wenn ich es mich mehr mag so wie ich bin, dann müsste ich mich ändern. Wenn ich mich aber nicht ändern will, das ist schließlich weder bequem noch risikoarm, geht nicht viel außer mir weiterhin und dazu komplizierter in die Tasche zu lügen - ich habe schließlich an mir etwas Verbessernswertes entdeckt und muss es mir jetzt um jeden Preis ausreden. Diese Mentalakrobatik hat ihren Preis, verzögert.

Wenn ich es will, mich ändern, dann kann mir anhand alltäglichen Situationen klar werden wo meine Änderung nötig ist. Es fängt in der Regel bei meinen "Knöpfen" an. Das sind die Triggerpunkte auf die meine Umgebung ständig blind drauf drückt, und auf die ich dann so vorhersehbar und zuverlässig reagiere wie der Hampelmann wenn man an dessen Schnur zieht.
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Links zu den Vollversionen:
1. (m)eine BAU-stelle(n)
2. Schwermetalle & Zahnherde
3. Kuren nach Dr. Clark
4. Zielzappen nach Clark
5. Orgonit - stromlose Bioresonanz
6. fettlösliche Gifte & Borreliose
7. Krebs anders gesehen
8. den Körper aufräumen
9. Symbioselenkung mit EM
10. Der Clark Lotse
11. Testsatz Fibel
12. Gefühle klären
13. Testsatz Leberzauber & Co.
14. Entgiftungshilfen
15. Messen was in der Zelle ankommt

Einstimmung

Inhalt
Bereitschaft
  • ehrlich, authentisch, zum Wohle aller
  • Placebo-Effekt & Schöpferkraft
  • Mein freier Wille
  • Muss Unbekanntes Angst machen?
  • Innerer Dialog
  • Buch des Lebens

  • Ausrichtung
  • Freude und Begeisterung
  • Wohlwollen - positive Kraft im Universum
  • Kosmische Pralinen
  • Synchronizität - Pralinen für alle
  • Resonanzketten
  • Himmel und Erde verbinden
  • zu Herzen nehmen

  • Umsetzung
  • "richtige" Richtung?
  • Gesunder Menschenverstand - Intuition
  • Umsetzung stockt
  • Kosmischer Humor

  • Anhang
  • Sympathikus vs. Vagus
  • Kohärenz
  • Corona
  • Das Baustellen-Konzept stammt nicht von mir. Ich habe es aufgegriffen, von Brigitte, jedenfalls das Gerüst "Bereitschaft, Ausrichtung & Umsetzung".

    Ungefähr 1985 begann meine Yoga-Phase, die tägliches Meditieren beinhaltet hat. Es gab zwei grundlegende Meditationen mit jeweils einem Sanskrit-Mantra. Die Bedeutung des ersten Mantras ist "ich bin Gott" und die des zweiten "alles im Universum ist Gott". Das erste Mantra war für die Meditation in der Stille (sitzend) bestimmt und das zweite vor dem Beginn jedweder Handlung im Laufe des Tages, im Idealfall auch vor jeder mentalen Handlung (Denken & Fühlen).

    Ich hatte große Schwierigkeiten mit dem zweiten Mantra. Es fiel mir meisten erst ein nachdem ich eine Handlung begonnen hatte, und auch dann eher wenn mir deren Ausgang nicht passte. Ich bin mit dieser zweiten Lektion nie richtig warm geworden und ringe bis heute mit ihr. Daran zu denken dass ich Gott bin fällt mir leichter als daran zu denken dass alle anderen auch Gott sind. Es ist (m)ein gelebter Widerspruch der mich viele Jahren gewurmt hat, und den ich heute als freundliche Erinnerung daran schätze dass ich noch sehr viel Luft nach oben habe.

    Wie dem auch sei, die beiden Mantren sind wie die Flügel eines Vogels. Fliegen funktioniert in dem Ausmaß wie beide Flügel gleich kräftig entwickelt sind. Und ich habe jede Menge Bodenhaftung. Heute meditiere ich nicht mehr wie in meinen Yogazeiten, und doch hat die Bedeutung der beider Mantren in meinem Leben weiter dazu gewonnen. Ich entdecke die beiden "Konzepte" überall. Sie sind Yin und Yang, Mutter Erde und Vater Schöpfer, das Wohl Aller und die Ehrung des Schöpferischen Kraft des Universums, mein Streben in die Einheit und der schöpferische Wille der Einheit allen Seins zu mir, ..., meine Ausrichtung und meine Bereitschaft. Wenn sie ausgeglichen sind, dann wird Umsetzung möglich. Yin und Yang erschaffen ein Kind - meine Veränderung.

    Angenommen ich will so eine Veränderung, koste es was es wolle, dann ist die Frage in welche Richtung sie gehen soll. Und hier kommt (m)eine Ausrichtung ins Spiel. Ich kann mich in jede mögliche Richtung verändern die ich will, und all mein Tun hat eine Auswirkung - Ursache und Wirkung (siehe foto rechts; "brewery" heißt Brauerei). Die von mir in der Vergangenheit verursachten Wirkungen sind ein sehr großer Faktor in meinem Leben, wirklich sehr groß!

    Meine Ausrichtung war erst einmal zu meinem Wohl - me, myself, I. Doch das hat zu den gegenwärtigen Komplikationen geführt die ich so gern verändern würde, koste es was es wolle. Damit mein Leben in weiteren Verlauf weniger kompliziert werde brauche ich eine andere Ausrichtung als die bisherige. Denn ich bin ja mit den Auswirkungen meiner bisherigen Ausrichtung nicht zufrieden, jedenfalls nicht immer und nicht ganz. Es gibt Schwankungen, Gott sei Dank, denn dank dieses Unterschieds kann ich mich fragen unter welchen Umständen ich mich mehr zufrieden fühle und was ich dafür tun kann um diese Umstände zu begünstigen.

    In meinem Fall war es so dass ich mich immer dann wohler fühlte wenn meine Ausrichtung das Wohl anderer mit berücksichtigt hat. Es hat nicht so sehr mit den Ergebnissen meines Tuns zu tun, die waren nach wie vor weit gestreut. Die Ergebnisse meines Tuns werden eben von anderen und deren Ausrichtung mitbestimmt. Salopp ausgedrückt ist ein mieses Ergebnis umso erträglicher je mehr meine Ausrichtung das Wohl aller mit berücksichtigt hat.

    Wie dem auch sei, ich versuche mich immer weiter zunehmend am "Wohle Aller" zu orientieren. Wenn sie im weiteren Text das Wort Wohlwollen lesen, dann wissen sie was ich damit meine. Falls sie religiös und/oder spirituell orientiert sind empfehle ich den Zusatz und zu Ehren Gottes: zum Wohle aller und zu Ehren Gottes.

    Wenn meine Bereitschaft da ist und meine Ausrichtung stimmt, dann kommt die Umsetzung. Ich kann mich dann so verändern dass mein Leben langfristig weniger kompliziert wird. Ich möchte das Wort langfristig nochmals und ausgiebig betonen, denn kurzfristige Komplikationen sind garantiert: Staub wischen ohne Staub aufzuwirbeln geht nicht. Doch am Ende ist es weniger Staub. Und wenn ich oft genug wische, wirble ich kaum noch was auf, auch wenn es beim ersten Mal heftige Hustenanfälle gegeben hat. Es ist wie eine Investition ohne Garantie dass ich das Ergebnis mögen werde.

    Außerdem entsteht das Ergebnis über viele Zwischenergebnisse. Und bei jedem Zwischenergebnis geht es wieder von vorn los mit Bereitschaft, Ausrichtung und Umsetzung, eben eine BAU-stelle. Auf Fragen wie hört das denn nie auf? werde ich auch später eingehen. So viel mal vorab: es hat sich immer gelohnt, auch wenn ich es oft erst spät gemerkt habe.

    Und jetzt zu den Details in denen bekanntlich der Teufel steckt.

    Bereitschaft

    Bereitschaft wurde mir vielleicht in die Wiege gelegt. Falls ja, habe ich sie mit der Pubertät verschlampt. Falls es bei ihnen anders ist, herzlichen Glückwunsch. Bereitschaft bedeutet mir meine Gefühle anzuschauen, und zwar alle und ohne Wertung. Mein Ausgangslage sah so aber aus: Die ungewollten Gefühle habe ich unterdrückt und die salonfähigen so lange wiederholt bis sie den Geschmack verloren haben und mir zum Halse heraus hingen. Meine unterdrückte Gefühle sind zum Zeitpunkt ihres Auftretens alle ungewollt gewesen - sonst hätte ich sie nicht unterdrückt. Sie passten nicht dazu wie ich gern wäre, und deshalb wollte ich sie nicht anschauen. Sie wären eine Herausforderung für mein Selbstbild gewesen. Sie hätten mich in Frage gestellt und tun das noch immer.

    Indem ich nach meiner eigenen und fremden Wertung (Familie, Freunde, Partner, Lehrer, Kollegen, ..) nicht salonfähiges unterdrücke, versuche ich so zu sein wie ich gern wäre und/oder wie mich andere gern hätten. Dieses Selbstbild habe ich zum Teil aktiv und zum Teil passiv (von meinen Bezugspersonen übernommen) mit-erschaffen. Es entspricht nicht so sehr dem wer ich bin, es entspricht mehr dem wer ich gern wäre. Mit anderen Worten: es ist nicht ehrlich!

    Es ist leicht zu sagen ich will ehrlich zu mir sein. Ohne mir das anzuschauen was ich einerseits als nicht salonfähig unterdrückt habe, sowie das was ich überbetont habe weil ich es für besonders salonfähig halte, geht das nicht. Es bedeutet nicht schlicht und nicht einfach mein Selbstbild zu ändern. Lasst uns ehrlich sein, Hurra! trägt nicht weit. Es gilt "B" zu sagen. Es gilt die entscheidende Frage Will ich das - mein Selbstbild und damit mich - ändern? mit meinem wie auch immer erworbenen Ja zu beantworten, dem Taten folgen.

    ehrlich, authentisch, zum Wohle aller

    Irgendwann in den 80iger Jahren haben Jugendliche nach einem Wort gesucht und es gefunden, um das auszudrücken was sie unter "ehrlich sein" verstehen. Für mich bedeutete es zu sagen was ich denke. Für Jugendliche bedeutet es zusätzlich auch zu sagen was sie fühlen. Das Wort ehrlich war aber mit dem alten Konzept besetzt und nicht geeignet den neuen erweiterten Standard der Jugendlichen von ehrlich sein auszudrücken. Gemessen an diesem erweiterten Standard roch das alte "ehrlich" sogar nach einer Art Verlogenheit. Wer es noch benutzt beweist damit dass er/sie den Unterschied nicht kennt und immer noch nur sagt was er denkt und verschweigt was er fühlt. Das neue erweiterte Konzept brauchte zur Abgrenzung von der alten Bedeutung ein anderes Wort und so entstand der Begriff "authentisch sein".

    Dieses neue Konzept wurde von älteren Generation nicht geteilt, ja meistens nicht einmal verstanden. Die Bereitschaft unterdrückte Gefühle anzuschauen war selten da - ein Generationenkonflikt von vielen. Für junge Menschen ist es so offensichtlich dass unterdrückte Gefühle sich mit der Zeit aufstauen und irgendwann unkontrolliert entladen müssen, im schlimmsten Fall als Krieg. Und für den jungen Menschen liegt der Lösungsansatz auf der Hand: Gefühle nicht mehr unterdrücken!

    über Wahrheit

    Wie das so ist, Druck erzeugt Gegendruck, auch im Spiel der Generationen. Und im Verhalten jünger Menschen entwickelte sich die Druck-Komponente Gefühle um jeden Preis ausdrücken. In Extremfällen hat so falsch verstandenes und falsch interpretiertes authentisch sein (junge) Menschen mit Schusswaffen in die Schule(n) gehen lassen: Gefühle ausdrücken um jeden Preis!

    Auch authentisch sein genügt nicht, es braucht eine weitere Erweiterung von "ehrlich", sonst führt es manche in neue Tiefen des Egoismus. Das Wohl aller steht immer noch über dem Ausdrücken von Gefühlen und es geht darum Wege zu finden und zu erschließen individuelle Gefühle nicht zu unter- sondern so auszudrücken dass es dem Wohle aller förderlich ist. Denn, wohlgemerkt, das haben die Wortschöpfer von authentisch scharf und richtig erkannt, die Unterdrückung von Gefühlen schadet dem Wohle aller langfristig immer.

    Richtig provozierend ausgedrückt: Was sind schon ein paar Hundert Opfer von vereinzeltem egozentrischem Gefühle ausdrücken um jeden Preis im Vergleich zu den Millionen Opfern kollektiv unterdrückter Gefühle? Ist es im Angesicht der Alternative von kollektiv unterdrückte Gefühle unkontrolliert im III. Weltkrieg zu ventilieren ein Schritt in die richtige Richtung oder nicht? Sollen wir nicht neue unbekannte Schritte wagen, üben und verfeinern, also Gefühle ausdrücken, statt dieses Jahrtausende-alte Misserfolgs-Konzept von aufgestauter und unkontrolliert im Massenwahn entladener Gefühlsgewalt endlos zu wiederholen? Die Antwort sollte leicht fallen.

    Placebo-Effekt & Schöpferkraft

    Die Erwartungen und Wünsche des Menschen sind die größten Faktoren seines Wohlergehens und seiner Probleme. In der Wissenschaft wird das Placebo-Effekt genannt und macht bei körperlichen Therapien und Medikamenten nachweislich mindestens 40% des Erfolges oder Misserfolges aus, bei mentalen Therapien und Psychopharmaka mindestens 60%.

    Die Wissenschaft hat sich entschieden den Placebo-Effekt so gut wie es geht zu eliminieren, weil er angeblich das Ergebnis, den Ausgang eines Experiments verfälscht. Wissen soll objektiv sein und diesem Wunsch wird die andere Hälfte der Wirklichkeit - Subjektivität nämlich - geopfert. Diese Geisteshaltung wurde schon 1936 durch das Doppelspalt Experiment von Werner Heisenberg und die daraus folgende Unschärferelation in Frage gestellt: Extrem vereinfacht gesagt verhalten sich Teilchen (Objekte) anders sobald ein Beobachter (Subjekt) dazu kommt.

    In der Wirklichkeit jenseits wissenschaftlicher Forschung ist das ein alter Hut. Klatschendes Publikum steigert die Leistung der Beklatschten, ein scharfer Prüfer triggert den Tafel-Blackout... Und auch was ich von mir selbst erwarte oder befürchte wird in seiner Entstehung begünstigt, mindesten 40% meiner Wirklichkeit hängen davon ab. Das ist eine Menge.

    Was spricht dagegen diesen Faktor zu nützen anstatt zu vergeblich zu versuchen ihn eliminieren? Ist es nicht ratsam, diesen Faktor in jeden Aspekt meines Lebens mit einzubeziehen, so gut wie möglich. Ich habe nunmal Erwartungen und Befürchtungen. Die kann ich vielleicht ändern, aber ich kann sie weder ein- noch ausschalten, egal ob sie mir bewusst sind oder nicht. Wie oft verleihe ich meine 40% an jemand anderen, oder an eine Idee, ein Kunstwerk? Wenn ich wählen gehe, wenn ich "mein Team" anfeure, "meine(n)" Lieblingsmusiker/in beklatsche...

    Erwartungs-Hygiene

    Das, jemandem meine 40% zu verleihen, kann sowohl aus Bewunderung (Hoffnungen), als auch aus Ablehnung (Angst) geschehen. Geschieht es bewusst nennt man es delegieren und ist eine Art gemeinsames Erschaffen mit geteilter Verantwortung und Entscheidungsfindung. Geschieht es unbewusst, dann bin ich immer noch Teil des gemeinsamen Erschaffens, habe jedoch Verantwortung abgegeben und bin an der Entscheidungsfindung nicht beteiligt. Wenn mir das Ergebnis nicht gefällt, ist es leicht zu behaupten ich sei manipuliert worden und zu vergessen dass ich meine Verantwortung abgegeben habe, warum auch immer ich es getan habe: Ich werde dafür bezahlt, ich schulde jemand was, die Situation verlangt es, ich mache es gern...

    Eine Idee von der Spannweite menschlicher Erwartungen geben die unpersönlichen "Wurfsendungen" (Verteiler-Rundbriefe) meines elektronischen Briefkastens. Sie bestehen grob gesehen aus zwei Kategorien:
    1. Meckerpost wie Petitionen, Protestschreiben, Verschwörungstheorien, Katastrophenmeldungen, usw., die mich unterschwellig bis offen dazu auffordern andere Leute aufzufordern sich oder etwas zu ändern

    2. wie-ist-das-alles-so-schön Post wie z.B. *.pps - Dateien mit wunderschönen Fotos und Botschaften, Wunder-Kettenbriefe, Gedichte mit Engeln, usw., die mich unterschwellig bis offen dazu auffordern mich oder etwas auf keinen Fall zu ändern

    Und gelegentlich ist eine Perle wie diese dabei: "Lieber Gott, bitte
    Erwartungen können Berge versetzen - in jede Richtung. Egal wie meine Erwartungen gestrickt sind, ich habe sie zunächst übernommen. Als Baby geht es erstmal darum in die bestehende Situation hinein zu wachsen und zu überleben. Sobald Überleben gewährleistet ist entstehen Freiheiten, zeitlich und finanziell und in vieler anderer Hinsicht. Sie gestatten mir Aktivitäten die zum Überleben nicht notwendig sind! Das ist eine Art Luxus, von dem nicht jeder in seinem Leben gleich viel erhält.

    Diesen Freiraum kann ich dazu nutzen anderen nachzustreben und mir damit deren Erwartung zu eigen zu machen. Oder ich kann, falls ich bereit dazu bin, den Freiraum dazu nutzen mir über meine Erwartungen klar zu werden. Damit fange ich an Verantwortung für meine Erwartungen zu übernehmen, egal wie sie entstanden sind. Wenn ich aufhöre Verantwortung für meine Erwartungen anderen (Eltern, Lehrer, Peers, Entscheidungsträger) in die Schuhe zu schieben, dann kann ich mich gegebenenfalls entscheiden sie zu ändern.

    Mein freier Wille

    Bisher Unterdrücktes/Unbewusstes anzuschauen ist freiwillig. Niemand kann mich dazu zwingen. Das Ergebnis ist ungewiss, eine Menge Unbequemlichkeiten sind garantiert und ich habe keine Ahnung was danach sein wird. Mut ist gefordert, und Selbstvertrauen, und die im Angesicht von Widerständen beharrliche Erwartung dass sich der Aufwand lohnt. Als einfacher und noch immer meist begangener Weg winkt ständig die Alternative ungewollte Gefühle zu unterdrücken und weiterhin in mein bereits bestehendes starres Selbstbild zu investieren. Die Möglichkeit es anders zu tun, ziehen viele erst in Betracht wenn Probleme unübersehbar geworden sind und meine starres Selbstbild schmerzhaft in Frage stellen. Chronische Krankheit, eine ungewollte Trennung, usw. Wenn ich lange genug warte dann konfrontiert mich die Welt mit den Scherben meines unhaltbaren Selbstbildes.

    Oh je, ich bin anders als ich will, mein Selbstbild ist zerbrochen! Das sind die bitteren Erfahrungen im Leben - und eine gute Gelegenheit Danke sagen zu lernen. Denn sie sind eine potentielle Goldgrube der Erneuerung, falls ich den Mut habe das Erfolglose sein zu lassen und noch mehr Mut entwickle neue unbekannte Wege zu gehen, mich neu zu (er)finden. Auch dieses Glas ist halb voll.

    Muss Unbekanntes Angst machen?

    Als ich klein war mussten mich meine Eltern ständig auf dem Weg ins Unbekannte bremsen. Ich kannte ja nichts und ich war so neugierig. Das Unbekannte war mir eine Quelle der Freude und Begeisterung: wenn ich etwas erforschen konnte, habe ich mich immer riesig gefreut. Ich war so sehr vom noch nicht Bekannten motiviert das ich es unbedingt kennen lernen wollte! Wann und vor allem warum ist das bloß anders geworden? Ich könnte mich heute noch freuen und begeistert sein, wenn ich etwas mir Unbekanntes erforsche. Und ganz ehrlich, jedes Mal nachdem es passiert ist bin ich auch heute noch im Nachhinein total begeistert und freue mich. Wieso und gegen jede Erfahrung meines bisherigen Lebens habe ich mittlerweile trotzdem Angst davor?

    Ich weiß es nicht - die älteste Ausrede der Welt. Auf jeden Fall muss es nicht so sein. Das habe ich bereits bewiesen - als kleines Kind regelmäßig und auch heute noch jedes Mal wenn ich meine ungerechtfertigte Angst vor neuen Wegen überwinde und dafür Freude und Begeisterung ernte. Wieso pflege und hege ich trotzdem diese erst im Laufe meines Lebens erworbene Angst vor Neuem? Sie erweist sich jedes Mal als unberechtigt - zugegeben, erst im Nachhinein. Aber auch das war schon so als ich noch klein war. Ich hätte damals schon vorsorglich Angst haben können.

    Als Jugendlicher und junger Erwachsener habe ich die Grenzen der Angst ausgelotet. Ich bin immer größere Risiken eingegangen und habe mich in Situationen manövriert in denen sich meine Angst im Nachhinein als gerechtfertigt erwies. Ich habe es halt übertrieben, mit dem Risiko gespielt und manchmal verloren. Ich verliere auch heute noch manchmal. Und wenn ich es recht überlege habe ich auch manchmal verloren als ich noch klein war. Da hat dann ein Finger geblutet oder die Nase, oder beides.

    über Vertrauen

    Trotzdem, irgendwie stimmt heute das Verhältnis nicht mehr. Ich bin übervorsichtig geworden, scheue Veränderungen, vermeide Risiken und damit mögliche Begeisterung und Freude. Statt Risiken sorgfältig zu kalkulieren und vorsichtig anzufangen, lass' ich es lieber gleich bleiben und ruhe mich Kraft meiner Angst auf Bekannten aus. Begeisterung und Freude werden zu seltenen Ressourcen. Muss das so sein?

    Die Antwort ist Nein. Es muss nicht, aber es kann. Passt es in mein Selbstbild? Nein, aber es ist bequem. Will ich es so lassen? Nein, koste es was es wolle! Wenn ich soweit bin, dann entsteht in mir die Bereitschaft meine unterdrückten Gefühle anzuschauen. Dann ist es egal wie ich an diesen Punkt gekommen bin: eine zerbrochene Beziehung, ein beruflicher burn-out, eine lebensbedrohende Krankheit .., oder nur Sehnsucht nach Begeisterung und Freude.

    Innerer Dialog

    Sich Bereitschaft im Angesicht der eigenen Widerstände zu erarbeiten ist vielschichtig. Mein Versuche es oben intellektuell zu beschreiben stellen mich nicht zufrieden. Denn Bereitschaft hat eine wichtige Komponente die meinem Intellekt nicht zugänglich ist. Es ist meine innere Stimme. Manche sage dazu Stimme des Gewissens, andere nennen es einen geistigen Führer, und ganz Mutige Selbstgespräche mit Gott. Auch eine Steigerung.

    Wie viele Frauen ein "Mama-Gen" haben, diese wissenschaftlich nicht ausreichend erklärbare Verbindung mit den von ihnen Geborenen, so habe ich ein Vorsicht Falle Gen, dass mir meldet wenn jemand versucht mich zu manipulieren. Es schläft nie und seine Auswirkung ist dass ich sehr gern das Gegenteil von dem mache, wohin der von mir empfundene Manipulationsdruck geht. Das ist zwar nicht gerade neutral aber ein Anfang.

    Weder ein Mama- noch ein Vorsicht Falle Gen garantieren, dass ich das "richtige" tue. Sie geben mir aber ein sehr verlässliches Signal dass es gerade nicht egal ist was ich tue oder nicht tue. Es ist eine Art persönlicher Rauchmelder für ein Thema das mir wichtig ist, wie z.b. mein Kind oder ein Manipulationsversuch. So eine Rauchmeldung ist nicht intellektuell und auch nicht emotional, sie ist neutral, so was wie du wolltest doch dass ich dir Bescheid sage sobald....

    So eine intuitive Meldung kann ich jederzeit wegdrücken, rational oder emotional. Und genau das bekommen wir anerzogen: irgendwie wegdrücken, weil es keinen Sinn ergibt oder weil man sowas einfach nicht tut. Wo kämen wir denn hin wenn jeder auf (s)eine innere Stimme hören würde? Ehrlich gesagt wissen wir nicht wohin das führen würde, wir haben keine Ahnung, denn wir haben es noch nie getan. Wir sind ernsthaft dagegen ohne es je ernsthaft probiert zu haben.

    Wie dem auch sei, mein Vorsicht Falle Gen hat in der Kirche immer besonders gern angeschlagen. Und doch blieb ich ernsthaft daran interessiert was vor der Geburt und nach dem Tod los ist. Wenn solche Fragen aufkommen und mein Vorsicht Falle Gen nicht anspringt, dann weiß ich dass ich gerade richtig bin. Darauf lernte ich mich zu verlassen. Davon lasse ich mich führen. Verfilmt wurde sowas auch schon, z.B. in Don Camillo & Peppone.

    Wie dem auch sei, hier kommt mein Versuch die Vielschichtigkeit von Bereitschaft nicht-intellektuell darzustellen: als Hörspiel, als Dialog mit mir selbst, als nicht ganz so fiktives Selbstgespräch.


    Carlo der Katzenlöwe, hat Zugang zu seiner inneren Welt gefunden. Das geschah in Form eines Gesprächs mit (s)einer inneren Stimme, die sich Marian nennt. Inzwischen ist Marian zu Carlos geistigem/r Führer/in geworden. Die beiden unterhalten sich also ab und zu.

    Hallo Marian, bist du da?

    Ja Carlo, immer.

    Wieso kann ich dich dann manchmal nicht hören?

    Weil du halt manchmal nichts hören willst. Du musst nicht, du darfst!

    Du bist aber geduldig. Ich habe manchmal solche Widerstände.

    Da bist du nicht allein.

    Hör mal zu, ich habe eine wichtige Frage.

    Ich weiß, lieber Carlo, denn ich höre immer zu, auch wenn du nicht laut fragst.

    Stimmt und das weiß ich auch. Aber genau das ist es, was mich doch immer wieder irritiert. Du liest mich wie ein Buch, ob ich es will oder nicht. Und wenn ich es gerade nicht will, dann versuche ich es zu vergessen und sträube mich gegen alles. Das Gute daran ist, ich kann sie jederzeit damit aufhören kann, wie jetzt.

    Schön, aber deine Frage musst du trotzdem laut stellen.

    Warum, wenn du sie doch schon kennst?

    Es ist schon so dass ich zwar deine Fragen früher hören kann als du sie aussprichst. Doch das nutzt dir nichts. Es kommt darauf an dass sie dir so wichtig wird, dass du tatsächlich stellst. Deine Frage blubbert erst unklar in dir hoch. Dann beschäftigst du dich damit und versuchst sie in Worte zu fassen. Dadurch wird sie dir klarer. Wenn du die gleiche Frage in verschiedenen Worten mehrmals von dir selber gehört hast, dann kannst du die Frage und ihre Antworten nicht mehr vergessen.

    Wie? Eine Frage und viele Antworten! Wie soll ich das verstehen?

    Jedesmal, wenn du die Frage erneut in Worte kleidest, erinnerst du dich dabei an die letzte Antwort und formulierst deine Frage genauer. Die Antwort ist dann auch genauer und so geht es immer weiter. Die Antwort wird mit jedem Mal ein bisschen klarer bis du die Frage nicht mehr zu stellen brauchst.

    Eine unendliche Geschichte also? Warum nicht gleich eine klare Antwort?

    Du verstehst eine klare Antwort nicht wenn du sie noch nicht ganz hören willst. Und wenn das so ist und du eine klare Antwort bekommen würdest, dann vergisst du sie gleich wieder. Darum kommt die Antwort in verdaulichen Scheibchen, soviel, so wie du sie vertragen kannst ohne in Widerstände zu gehen.

    Und wer entscheidet, wie viel ich vertrage?

    Na, du natürlich! Indem du nur hörst was du hören magst, und indem ich deinen freien Willen achte und nicht auf dem bestehe was du noch nicht hören magst. Wenn es wirklich wichtig ist dann wird dich das Leben erneut vor die gleiche Frage stellen, solange und so oft bis du bereit bist die Antwort zu hören.

    Ah, jetzt verstehe ich auch, was ein Wink mit dem Zaunpfahl bedeutet. Wenn ich mir eine Frage nicht stellen mag, dann muss man mich lauter fragen. Du winkst öfter damit, oder?

    (erfreut) Ja, so ist es. Ich versuche, dir damit zu helfen deine noch ungestellten Fragen in Worte zu kleiden, bevor sie sich zu Problemen auswachsen.

    Den Wink verstehe ich nicht. Den Zaunpfahl bitte!

    Ein schlauer Römer (Marc Aurel) hat mal gesagt "den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen schleift es".

    Moment, Moment! Bei mir hat gerade was geklickt, und ich muss das nochmal ganz langsam nachvollziehen. Also, wenn eine Frage in mir schon blubbert, ich sie aber nicht wirklich stellen will, dann wird das zum Problem, richtig?

    Ja, weiter!

    Weil irgend jemand mit dem Zaunpfahl winkt!

    "Ja, weiter! Wer?

    Das Leben. Das, was ich nicht fragen will, kommt als Leben auf mich zu.

    Genau. Und wie?

    Als Problem, erst klein und falls ich es nicht sehen will, immer größer. Erst ein Fingerzeig, dann ein Wink mit dem Zaunpfahl, dann ein Problem, ...

    Ja, ein anderer schlauer Mensch (C.G. Jung) hat das sinngemäß so ausgedrückt: Wenn einem inneren Impuls kein Raum gegeben wird, dann muss er sich als Schicksal manifestieren.

    War wohl ein Psychologe. Geht das nicht auch mit einfachen Worten?

    Ja und ja. Ein schlauer Mensch löst seine Probleme, wenn sie noch ganz klein sind und wartet nicht, bis sie so groß geworden sind dass sie ihn totschlagen.

    Jetzt dämmert es! Und ein ganz schlauer Mensch kleidet seine Fragen in Worte, bevor sie zu Problemen werden die ihm das Leben entgegenbringt?

    Jawohl.

    Und woher weiß das Leben, was es mir entgegenbringen soll?

    Das Leben ist eben noch viel hellhöriger als ich.

    Du willst sagen, die ganze Welt kennt meine Fragen schon bevor ich sie ausgesprochen habe?

    So in etwa. Wie sollte sie dir sonst deine unausgesprochenen Fragen mit passenden Problemen vergegenwärtigen können?

    Oooch, das ist aber ungerecht. Alle wissen es, nur ich nicht. Das ist nicht fair!

    Doch, denn du willst es noch nicht wissen. Und weil du es noch nicht wissen willst, gibt das Leben dir immer wieder Gelegenheit und Anregung, deine Meinung zu ändern. Sobald du es wissen willst, bekommst du die Antworten die du verdauen kannst und die dich wachsen lassen. Du bekommst, was du braucht und nicht das, was du willst!

    (schmollt) Ich empfinde es trotzdem nicht als fair!

    Das ist bei allen anderen Menschen genau so. Jeder befindet sich an seiner Grenze. Jeder hat blubbernde Fragen, die er nicht anschauen möchte und die ihm dann das Leben als Schicksal präsentiert, bis er/sie hinschauen möchte.

    (entrüstet) Todsichere Methode, was?

    (verkneift ein Lachen) Hast du ziemlich klar zusammengefasst.

    (prustet) So hatte ich es gar nicht gemeint. Aber es stimmt schon. Es geht bis zum Tod. Wenn ich auf den Zaunpfahl nicht reagiere, wird es zum T-Träger. Todsicher .., hihihi.

    Das könnte als schwarzer Humor ausgelegt werden.

    (kichert) Ganz unbeabsichtigt, übrigens. - Da bin ich also in guter Gesellschaft mit meinem "nicht Hören wollen".

    Tja, die älteste Ausrede der Welt Ich hab's doch nicht gewusst. Fast alle Menschen gehen davon aus, dass ihr für Dinge die euch nicht bewusst sind keine Verantwortung tragt. Und darum haltet ihr alles was euch unbequem ist krampfhaft im Unterbewussten. Bloß nicht hoch lassen, bloß nicht anschauen! Was ich nicht sehen kann mich nicht sehen! Dabei sagt ihr doch selbst, dass Unwissenheit nicht vor Strafe schützt.

    (schmollend) Zugegeben, Zusammenleben geht nicht anders, es braucht klare Regeln für den Streitfall. Und doch macht es mich wütend! Ganz besonders wenn ich dann Fühlen muss was ich nicht Hören wollte.

    (einlenkend) Aber schau doch mal, wenn du jemand ohne es zu wollen Schaden zufügst, wer ist dann verantwortlich dafür? Der andere? Und auf wen bist du dann wütend?

    (schnaubt) Natürlich nicht! Und wütend bin ich dann immer auf mich, weil ich so blöd war. Im Nach-hinein kann ich's dann auch sehen und frage mich jedes mal warum ich so lange gebraucht habe.

    Ich weiß dass es unbequem ist. Das wird sich auch so schnell nicht ändern, nur die Unbequemlichkeiten werden anders.

    Wie, es bleibt unbequem? Ich habe gedacht auf der anderen Seite ist das kein Thema.

    Hier drüben ist das auch kein Thema. Aber du bleibst nicht lange hier, willst bald zurück und dort weitermachen wo du vorher aufgehört hast. Du kommst wieder an neue Grenzen. Und zur Unterstützung bekommst wieder was du brauchst - nicht was du willst - und lernst wieder dazu sobald du dazu freiwillig bereit bist. Deine Grenzen sind dann vielleicht etwas weiter gesteckt, aber das hast du dir dann erarbeitet, mit dem was du jetzt tust. Ein Menschenleben ist kein 100m-Lauf. Ihr fangt nicht alle an der gleichen Startlinie an. Das erscheint euch ungerecht, ist es aber nicht. Hier auf der anderen Seite könnt ihr dann sehen, dass die ursprüngliche Startlinie für alle Funken Gottes gleich ist, und die Ziellinie auch. Aber zwischendurch, als Mensch mit Körper, erscheint das anders. Im eurem Leben, wenn die Erinnerung nicht vollständig ist, halten viele Menschen Geburt und Tod für Start und Ziel. Dabei sind diese nur eine Drehtür zwischen Leben mit und ohne physischen Körper.

    Wow, das ist ne' Menge Info in 'ner ziemlich kurzen Zeit.

    Wenn du magst, können wir ein andermal darüber reden. Ich möchte gern auf den Unterschied zwischen "wissen" und "bewusst" zurückkommen.

    (gespielt enthusiastisch) Oh, ja, lass uns noch ein paar Haare spalten!

    (unbeeindruckt) Jeder weiß Alles, aber nicht Alles ist ihm oder ihr bewusst. In jedem von uns steckt das gleiche Wissen, doch wir haben unterschiedlichen Zugriff darauf. Ich habe Zugriff darauf was mir bewusst geworden ist. Du hast Zugriff auf das, was dir bewusst geworden ist. Der Unterschied liegt darin, dass mir manches bewusst geworden ist was du noch nicht hören willst.

    (sarkastisch) Also gibt es noch Hoffnung für mich?

    Ich versichere dir, wenn du bereit bist für alles, was in dir ist und deshalb aus dir herauskommt, die Verantwortung zu übernehmen, dann wird sich dein Leben sehr positiv verändern. Hab' Vertrauen.

    (leicht aufgebracht) Hab' Vertrauen, hab' Vertrauen! Das sagst du so einfach. In etwas Vertrauen haben das ich nicht kenne, wo ich nicht weiß, was dabei 'rauskommt. Das ist wie einen Blankoscheck unterschreiben. Alles in mir sträubt sich dagegen. Wenn ich wenigstens nachschauen könnte wie viel ich auf dem Konto habe.

    (lacht) Es ist gut, dass dein Humor zurückkommt..., nachschauen wie viel auf dem Konto ist..., das ist gut. Das ist wirklich gut!

    Was ist daran so lustig?

    Du weißt ganz ganau wie viel du auf dem Konto hast, du willst es nur nicht wahr haben. Schon wieder die älteste Ausrede der Welt!

    (betroffen) Was meinst du?

    (lacht) Na, dein Konto ist dein göttlicher Funke und in dem ist das ganze Universum. Und du, hahaha, willst nachschauen wie viel du auf dem Konto hast. Das ist einfach köstlich!

    (verwirrt) Wie, mein Konto ist mein göttlicher Funke? Was soll der Quatsch? Ich rede hier von Ungewissheiten und du fängst an, zu philosophieren.

    Nicht doch, das ist keine Philosophie, das ist ganz einfach gesunder Menschenverstand. Deine Ausreden sind kompliziert und hoch-philosophisch. Wer etwas nicht sehen will, was ganz einfach ist und für alle anderen auf der Hand liegt, der macht es richtig kompliziert. Vernebelungstaktik nennt ihr so etwas.

    (nachdenklich) Vernebelung, das trifft's ganz gut. Ich fühl' mich total vernebelt. Kannst du mir das bitte etwas verständlicher erklären? Und ich weiß genau dass du gerade deine nicht vorhandenen Augen verdrehst.

    Dumm stellen ist auch eine Form von Widerstand. Wenn du schon weißt dass ich meine nicht vorhandenen Augen verdrehe, dann weißt du auch warum. Du musst es dir nur noch eingestehen. Du tust manchmal so naiv und trotzdem bist du ein ganz schön schlauer Bursche. Wie gut dass ich weiß was in dir vorgeht. Sonst würde ich deine Gefühle immer wieder für bare Münze nehmen und auf dich hereinfallen.

    (bissig) So, du weißt also was in mir vorgeht, was meine wahren Gefühle sind und was nicht? Wieso weiß ich es denn nicht?

    (seufzt) Du weißt es auch, selbst wenn du es nicht wahr haben willst. Und leider muss ich darauf warten bis du es wahr haben willst. Auch wenn ich dir manchmal viel lieber in die Ohren posaunen würde. Ohne Geduld, Geduld, Geduld komme ich mit dir nicht weiter!

    (betroffen und doch erleichtert) Puuhhh, irgendwie bin ich sehr froh darüber dass du warten musst, jedenfalls wenn ich ehrlich bin. Ich weiß auch, dass ich letztendlich nicht darum herum komme zu sehen, was ich nicht sehen will. Und wenn mich niemand dazu zwingen kann oder darf, dann dauert es zwar ein bisschen länger, aber ich brauche keinen extra-Widerstand aufzubauen, denn den wieder abzubauen dauert dann noch länger. Danke dass du so viel Geduld mit mir hast. Ich vertraue dir fast mehr als mir selbst.

    Dein Vertrauen in dich selbst ehrt mich! Also danke für's fast. Und wie ist dieses Vertrauen entstanden?

    Dadurch dass du mich nie zu etwas zwingst, dass du mir keine Entscheidungen abnimmst, und dass du mich meine Suppen selbst auslöffeln lässt. Unbequem aber effektiv! Nochmals danke!

    (gespielt beiläufig) Kannst du überhaupt jemand anderem mehr vertrauen als dir selbst?

    Das ist eine Fangfrage, oder?

    (unbeirrt) Wenn das so wäre, was sagt das dann über dein Vertrauen aus?

    Na, dass ich kein echtes Vertrauen habe, weder in mich - sonst würde ich keine Erwartungen an jemand anderen haben - noch in jemand anders.

    (gespielt ironisch) Guuut!

    Ich bin jetzt ganz schön müde geworden.

    Versteh' ich. Das waren schwierige Themen.

    Früher, ach was, noch vor Kurzem hättest du mich mit solchen Themen um den Block jagen können. Wieso interessiert mich das auf einmal?

    Hast du schon mal von Energie Verschiebung gehört?

    Ach, dieser Eso-Quatsch, wo die Leute immer mal wieder zum Jahresanfang auf irgendwelche Berge steigen und darauf warten, von UFOs abgeholt zu werden? Ich war' mir ganz schön blöd vorgekommen, mit meinem Reisegepäck wieder vom Berg herunterzusteigen. Wohl auch eine Art Zaunpfahl Erfahrung. Was wollten die nicht hören?

    (lacht) Ja, ja, das war wohl eine der extremeren Begleiterscheinungen. Aber diese Leute hatten wenigstens Mut zu Versuch und Irrtum. Bei denen geht es halt auch um Eigenverantwortung.

    (provokativ) Für die eigene Blödheit?

    (unbeeindruckt) Nein, das meine ich nicht. Wieso erwarten sie, von den menschen-geschaffenen Problemen auf der Erde einfach so erlöst zu werden, ohne eigenes Zutun? Sind sie was Besseres als der Rest der Welt? Haben sie keine Mitverantwortung am Zustand der Erde?

    (aufgebracht) Du meinst Scotty, beam me up und Schluss mit den ganzen Problemen geht nicht? Es gibt keinen Instant-Aufstieg dank wohlwollender ET's? Und was ist dann mit dem Jüngsten Gericht. Kommt das auch nicht?

    (unbeeindruckt) Jedenfalls nicht so. Es war eben ein Irrtum. Vor dem nächste Versuch werden sich die Leute etwas verfeinerte Fragen stellen und entsprechen klarere Antworten bekommen. Und dann wird der nächste Versuch auch etwas klarer aussehen.

    (leicht vorwurfsvoll) Sehr diplomatisch! Du hälst dich gerade ganz schön 'raus.

    Na immerhin hast du meine Antwort eben ohne Protestschreie aufgenommen, obwohl du nach eigenen Angaben ganz schön müde bist. Das wäre vor unserem Gespräch wohl anders abgelaufen. Dazu gratuliere ich dir übrigens.

    (nachdenklich gefasst) Danke sehr und stimmt, ich bin heute nicht mehr aufnahmefähig. Dir ganz herzlichen Dank für dieses unbequeme und doch heitere Gespräch, das ich gebraucht habe. Es hat mir geholfen und ich bin sehr froh, dass wir es geführt haben!

    Ja, Carlo, ich auch. Es hat mit Freude bereitet und ich danke dir für dein Vertrauen.

    Fast hätte ich Tschüss gesagt. Habe mich gerade nach daran erinnert dass du immer da bist. Und das ist für mich jetzt auch kein so großes Problem mehr wie eben noch. Ganz weg ist es aber noch nicht.

    Das dauert eben ein bisschen. Von Wissen zu Bewusstsein braucht Zeit. Es muss in jeder deiner Zellen ankommen und das dauert. Du hast alle Zeit der Welt und jeder Schritt von Dir bereitet uns Freude - also keine Hast.

    (etwas verlegen) Ich versuche hier Abschied von jemand zu nehmen der keinen Abschied kennt. Das ist gewöhnungsbedürftig. Wie sage ich Tschüss ohne "Tschüss" zu sagen?

    (fest) Carlo, ich liebe dich!


    Buch des Lebens

    In fast allen Kulturen gibt es die Vorstellung von Vorbestimmung, dass ein gewisser Anteil im Leben eines Menschen bereits fest steht ist bevor es stattfindet, dass es für mein Leben einen Rahmen gibt in dem ich mich zwar frei bewegen, ihn aber nicht überschreiten kann. Das bekannteste dieser Konzepte heißt Karma. Vereinfacht hat jede meiner physischen, geistigen und emotionalen Handlungen Konsequenzen die ich irgendwann ausbaden muss. Diese potentiellen Konsequenzen bedingen meinen Handlungsrahmen, der nicht ganz starr ist weil ja alle weiteren Konsequenzen meiner zukünftigen Handlung in seine Gestaltung mit einfließen.

    Je mehr Karma ich angesammelt & auszubaden habe, desto mehr Zeit verstreicht zwischen (m)einer Handlung und dem Punkt im meinem Leben an dem ihre Konsequenz auf mich zukommt. Und umso schwieriger ist es den Zusammenhang zwischen ursächlicher Handlung und ihrer Konsequenz herzustellen. Diese Summe potentieller Konsequenzen steht als selbstgemachte Illusion (Maya) zwischen mir und Gott. Und ich sollte möglichst so leben dass diese Summe abnimmt und ich eines Tages vor dem unverschleierten Antlitz Gottes stehe.

    Dieses Konzept entstand vielleicht aus der langfristigen Beobachtung vieler Menschenleben und ist ein Versuch diese mysteriösen Wirren mit erklärendem Sinn zu erfüllen. Während die Hindus mit ihrem Karma Konzept einen neutralen Blickwinkel einnehmen, ankert unser westliches Weltbild in der Wertung dass unser Leben auf Erden ein Jammertal sei, eine Art Strafe. Ohne Wiedergeburtskonzept lässt sich die gleiche Beobachtung unserer mysteriösen Lebenswirren nicht als kumulierte Altlasten erklären. Die Lösung des Problems? Der Mensch wird stattdessen "sündig geboren", und bei Religions-konformem Verhalten unter diesen erschwerten Bedingungen besteht die schwache Aussicht auf einen Platz im Paradies. Solche Gedankengänge standen wohl auch beim Sysiphos-Mythos Pate, hier ohne paradiesische Aussichten. Ein Schelm wer sich dabei Böses denkt? Ein Esel wer solchen Karotten nachläuft? Ein Realist wer den darin versteckten Kern der Wahrheit enthüllt.

    Auch das Hindu Konzept von Karma geht von einem linearen abarbeiten der potentiellen Konsequenzen aus, ähnlich einer Route auf einer Landkarte, obwohl mir mein Karma nicht bewusst ist. Die Route ist also auf der Karte nicht eingetragen, ich muss sie sozusagen auf der Straße an jeder Kreuzung neu erspüren. Dazu brauche ich ein Navi, meine innere Stimme, die mir die nächste Abbiegung ansagt. Trotzdem läuft es in etwa so wie man ein Buch liest, von vorn Seite für Seite nach hinten.

    Das, ein Buch Seite für Seite von vorn nach hinten lesen, tue ich schon lange nicht mehr. Meisten blättere ich Zeitschriften von hinten an. Ein unbekannten Roman schlage ich zufällig auf und schaue ob er mich anspricht. Falls ja lese ich erstmal da weiter und springe nach jeweiligem Interesse vor und zurück. Sachbücher nutze ich grundsätzlich wie Nachschlagewerke, lese nur was mich gerade interessiert. Das kann auch mit den potentiellen karmischen Konsequenzen so laufen, nicht unbedingt von Start bis Ziel wie eine Route auf der Landkarte. Hauptsache in bin irgendwann mit den Konsequenzen durch. Und wenn ich nicht alles abgefahren habe und den Inhalt trotzdem verstehe ist es auch gut.

    Wie Quantum Kids lesen (english)

    Als Menschheit bewegen wir uns aus unserer bisherigen 4D-Wirklichkeit (LxBxH plus Zeit) heraus und betreten multi-D. Das ist wie ein Wechsel von schwarz-weiß zu bunt, ohne die Zwischenstufen 5D, 6D, 7D, usw., ins Vollspektrum der Farben. Alle schwarz-weiß Konzepte werden bunt, werden quantum oder verschwinden. Wer dafür Indizien oder Inspiration sucht kann Videos unter "instant Karma" googeln.

    Was das mit Karma zu tun hat? Nun, ich brauche die Route nicht mehr an einem Stück abfahren, darf stückeln und Hauptsache ich bin irgendwann durch, egal wie. Das eröffnet neue noch unbekannte Strategien, verbesserte Navigation... Es geht vielleicht gar nicht mehr darum meine bisherigen angesammelten Konsequenzen in Form von Schicksal auszubaden. Wenn ich die darin enthaltenen Lektionen anders lerne ist auch gut. Die Konzepte von Gott werden multi-D, auch meine Bereitschaft. Wenn sich mir ein multi-D Konzept auftut, bin ich bereit es zu nutzen?

    Das ist Neuland.

    Ausrichtung

    Jeder Mensch hat eine Ausrichtung. Meine Ausrichtung ist zunächst so einmalig wie meine Fingerabdrücke. Die Entstehung meiner Ausrichtung auch. Es ist eine Kombination aus Erlerntem und Erfahrungen im Bedingungsgefüge meiner bisherigen Lebensumstände. Darauf wie sie entstanden ist und vor allem warum, will ich nicht mehr näher eingehen. Das habe ich jahrelang gemacht und mich damit erfolgreich davon abgelenkt meine Ausrichtung so zu sehen wie sie ist. Ich habe mich vorrangig damit beschäftigt nach Ausreden und Entschuldigungen zu suchen die meine gegenwärtige Ausrichtung rechtfertigen und zementieren. Dann brauche ich mich nämlich nicht zu ändern und kann ich im Spiegel weiterhin das sehen was ich gern sehen will.

    Die Gewohnheit mich vor mir selbst zu rechtfertigen ist ja gar nicht das Problem. Das Problem ist meine Selbstbild, das nicht stimmt und dass ich bisher bereit war um jeden Preis aufrecht zu erhalten, trotz der zahllosen Dellen welche die korrigierenden Impulse des täglichen Lebens mit sich bringen. Irgendwann habe ich angefangen mich und mein Selbstbild zu hinterfragen, ein bisschen wenigstens. Es war einfach kaum mehr aufrecht zu erhalten.

    Die menschliche Form ist ein Gespinst aus Schmerz und Ablenkung, manchmal reines Licht manchmal grausam,

    das mit aller Macht versucht das Bild zu erweitern das es von sich selbst so starr festhält.

    Wie es dazu kam, das mein Selbstbild anfing zu bröckeln und weiterhin bröckelt?

    Freude und Begeisterung

    Wenn ich mich mit jemandem unterhalte, dann macht das manchmal Freude und manchmal nicht. Und deshalb stelle ich mir immer wieder die Frage, was eine Unterhaltung mit Freude erfüllt. Ich weiß nicht mehr wann und wo ich die Antwort darauf gelesen habe, aber sie hat mich so im Innersten berührt dass ich sie nie wieder vergessen habe:

    Menschen erinnern sich sehr gut daran wie sie sich gefühlt haben als ich etwas sagte. Sie erinnern sich nicht so gut daran was ich gesagt habe.


    Der Ton macht die Musik, und die gleichen Worte können Brücken bauen - wenn wir uns "gut fühlen" oder mögen - oder Mauern errichten wenn wir uns nicht mögen. (Das Wortgedicht ist von Ernst Jandl)

    Wenn ich jemanden nicht mag wird das vom Reden nicht besser. Ganz im Gegenteil, alles was er/sie sagt kann und wird gegen sie/ihn verwendet werden, denn mögen und nicht mögen beruht auf Gegenseitigkeit. Die Chemie stimmt oder sie stimmt nicht wenn wir uns begegnen. Wenn ich jemanden also nicht mag, wir uns nicht mögen, was kann ich tun wenn wir reden müssen? Wie bringe ich mich dazu jemanden zu mögen, so dass er/sie mich mögen kann, damit die Chemie stimmt und unsere Worte Brücken bauen? Erraten, wenn ich nicht mit dem Mögen anfange, in Vorleistung gehen kann, bleibt's ein Graben. Wenn es mir gelingt mein Gegenüber so zu sehen, wie Gott sie/ihn gemeint hat, dann besteht die Möglichkeit dass wir den Graben gemeinsam zuschütten und eine Brücke bauen.

    Dass die Physik ein Vorurteil hat - zu viele Sechser würfelt wenn es um die Förderung von Leben geht - haben alle menschlichen Zivilisation erfasst, egal welchen Wissensstand sie haben oder hatten. Und sie alle haben Systeme entwickelt, Brücken gebaut für jene die keinen direkten Zugang zu ihrem Funken Gottes haben, um die vielen Sechser zu feiern und dafür zu danken, und dieses Wohlwollen zu begünstigen (siehe Resonanzketten). Dass solche Systeme zum Erlangen persönlicher Vorteile missbraucht wurden/werden hat weder mit Jesus angefangen, noch wird es mit dem Dalai Lama aufhören. Wo liegt der Unterschied zwischen deinem Erleben der Existenz und dem eines Heiligen?

    Der Heilige weiß, das der spirituelle Weg ein nobles Schachspiel mit Gott ist,

    und das der Geliebt gerade einen phantastischen Zug gemacht hat,

    damit der Heilige jetzt ständig über Freude stolpert und in Lachen ausbrechend sagt "Ich gebe auf!"

    Wohingegen ich fürchte, mein(e) Liebe/r, dass du immer noch glaubst du hättest Tausend Züge.

    Persisches Gedicht von Hafiz

    Aber bloß weil jemand anders Dinge missbraucht, muss ich es nicht auch tun. Und nebenbei bemerkt, bloß weil jemand anders damit materiellen Erfolg hat ist das noch lange keine Garantie dass es mir auch Erfolg bringen wird. Es kann auch in die Hose gehen. Wie dem auch sei, wenn ich gegen besseres (Ge-)Wissen aus eigennützigen Motiven der wohlwollenden Ausrichtung des Lebens entgegen handle, dann werde ich meine Freude und Begeisterung allmählich verlieren. Die Richtung stimmt nicht mehr und das kostet auf Dauer.

    Wohlwollen - die positive Kraft im Universum

    Wir haben im Laufe des gegenwärtigen wissenschaftlichen Zeitalters die Tendenz entwickelt zu glauben, dass alle Prozesse im Universum gemäß Wahrscheinlichkeit ablaufen. Um eine Sechs zu würfeln brauche ich durchschnittlich sechs Versuche. Übertragen auf die Entstehung von Leben auf der Erde bis hin zum Menschen ist das in etwa so als würde ich einem Affen eine Schreibmaschine geben und darauf warten dass er rein zufällig ein Bühnenstück - sagen wir "King Lear" von Shakespeares - produziert.

    Dank unseres Fortschritts in der Computer Technologie und den damit steigenden Rechnerleistungen konnte das "nachgerechnet" werden. Anschaulich ausgedrückt wäre das Universum zu klein um das Papier der ganzen Fehlversuche zu beherbergen. Die Theorie von der zufälligen Entstehung des Lebens spielt heute in der Wissenschaft keine Rolle mehr. (Siehe Infinite-Monkey-Theorem auf Wikipedia, wo auch das Bild herkommt.)

    Die Evolution hält sich also nicht an die Glockenkurve, die statistische Normalverteilung. Bildlich gesprochen würfelt die Evolution ständig wesentlich mehr Sechser als der Zufall erlaubt. Ihr Zufallsgenerator liefert bei jedem fünften Würfeln eine sechs, oder ist es bei jedem vierten? Sie mogelt sozusagen, und zwar so sehr dass es auffällt. Die Evolution ist voreingenommen für die Entwicklung von Leben, sie ist parteiisch. Das hat unser gesunder Menschenverstand schon erfasst bevor es Wissenschaft gab. Sämtliche Schöpfungsmythen sind Versuche diese unwahrscheinlich vielen Sechser zu erklären und zu ehren.

    Rice-Experiment von Dr. Emoto (english)

    Was das mit (m)Ausrichtung zu tun hat? Nun ja, als vorläufiges Endprodukt der Evolution, als Krone der Schöpfung auf der Erde, ist dieses Wohlwollen Teil von mir. Es ist in mir drin, in meiner Biologie, in der Physik die meiner Biologie zugrunde liegt. Ich und sie, wir haben uns auf Grund der "parteiisch Seins der Physik des Universums" entwickelt. Es gäbe uns sonst nicht - der Affe wäre immer noch am tippen.

    Was haben wir sonst noch geerbt? Auch ich könnte mogeln, so unwahrscheinlich viele Sechser würfeln wie die Evolution selbst. Was steht dem im Wege? Nun, gegenwärtig verstehen wir unter "einen Sechser würfeln" den Hauptgewinn: ich bekomme was ich am liebsten will. Aber die Sechser des Evolution sehen anders aus, ihre Absicht ist das Wohl aller. Wir bekommen was wir brauchen, nicht was wir wollen. Stellen sie sich vor Nicolas Maduro oder Lutz Bachmann oder gar ich könnten unwahrscheinlich viele Sechser würfeln. Das wäre für den Rest der Menschheit und den Planeten nicht so gut, weil Maduro oder Bachmann ihren persönlichen Einfluss damit ausbauen würden, und weil ich weder von Politik noch Wirtschaft eine Ahnung habe. Da leistet die Wahrscheinlichkeit echte Schadensbegrenzung.

    Unwahrscheinlich viele Sechser würfeln darf und kann nur wer im Sinne der Evolution handelt, parteiisch ist für das Leben, für das Wohl aller. Ich bin es (noch) nicht genug, meine Ausrichtung braucht weitere Verfeinerung.

    Kosmische Pralinen

    Der Psychologe Abraham Maslow prägte bereits in den 60-iger Jahren den Ausdruck peak experiences (Spitzen Erlebnisse). Das Konzept versank nach seinem Tod weitgehend in den Archiven des Wissens, und ich werde sie mit der gestelzen Fachsprache und der offiziellen Definition verschonen. "Kosmische Pralinen" finde ich sowieso viel schöner.

    Anfangs habe ich kosmische Pralinen "aus der Dose" gesucht und gefunden, Worte von anderen mit denen sie ihre Erlebnisse zu beschreiben versuchten, u.a.
    Meine ersten Spitzen-Erlebnisse geschahen Jahre davor und sie trafen mich unvorbereitet. Es hat lange gedauert bis ich sie im Rückblick als kosmische Pralinen erkannte. Da war zum Beispiel der seltsame Moment auf dem einsamen Bergpass, wo ich plötzlich die Stille hören konnte, trotz pfeifendem Wind und in meine Ohren pochendem Puls. Erst als der Moment vorbei war, merkte ich, dass er über eine halbe Stunde angedauert hatte und doch nur einen Wimpernschlag. Was mir durch den Kopf ging? Ich wusste es schon nach dem Wimpernschlag nicht mehr. Aber gut habe ich mich gefühlt, sehr gut.

    Oder auf dem Spielfeld, als die Zeit sich verlangsamte und ich die anderen aus der Zeitperspektive einer Fliege erlebte. Keiner hatte auch nur den Hauch einer Chance mich mit der Klatsche zu erwischen, sie waren viel zu langsam. Es war nicht fair, aber angenehm. Ich hätte nichts dagegen gehabt wenn es so geblieben wäre.

    Irgendwann kam die Botschaft an: Ich, Mensch, bin zu Erlebnissen fähig, die über das Menschliche hinausgehen! In mir muss etwas Göttliches stecken, ein Funke zumindest, auch wenn er sich nur für kurze kostbare Momente in diesen Spitzen-Erlebnissen zu einer wahrnehmbaren Flamme entzündet. Und was macht den Unterschied aus zwischen dem undankbar mit dem Fuß aufstampfenden Gör', wenn die angestrebte egozentrische Wiederholung nicht funktioniert, und der Seele, die das Aufflackern ihres eigenen göttlichen Funkens voll des Dankes als nächsten Schritt auf dem Weg nach Hause feiert?

    Ja, meine Ausrichtung macht den Unterschied.

    Sie macht es mir möglich die Kluft zwischen meinem Schein (Gör') und meinem Sein (Seele) wahrzunehmen ohne mich und/oder andere dafür in die Pfanne zu hauen. Ich begann mit dieser Kluft zu leben und sie schätzen zu lernen. Denn erst die Wahrnehmung des Unterschieds ermöglicht es mir etwas anders zu wollen koste es was es wolle, mich auch auf den göttlichen Funken in mir auszurichten, und mich dann auch im Lichte alltäglicher Situationen ein klein bisschen anders zu erleben.

    Manchmal gelingt es mir sogar mich zu freuen - an der Kluft.

    Synchronizität - Pralinen für alle

    Später, nachdem ich aufmerksam geworden war und empfangsbereiter, erwuchsen kosmische Pralinen aus UND-Situationen mit anderen Menschen. Wie den halb ausgesprochenen Satz von jemand anderem nahtlos zu vollenden, wechselseitig zu dritt. Oder als ich merkte dass ich eine mir auf dem Herzen liegende Frage nicht aussprechen musste, weil sie mein geliebter Yogalehrer sowieso beantworten würde, auch wenn ich sie nicht stellte.

    Wohlwollende Ausrichtung wird vom Universum mit Synchronizität beantwortet, mit einer Sechs die statistisch nicht gerechtfertigt ist. Sie alle kennen vermutlich Beispiele aus dem täglichen Leben wie:
    Eine Definition für Synchronizität können sie im Internet selber suchen. Ich habe noch keine gefunden, der ich entnehmen konnte was folgendes Beispiel aus der Praxis von C.G. Jung so anschaulich darstellt:

    Eine junge Patientin hatte in einem entscheidenden Moment ihrer Behandlung einen Traum, in welchem sie einen goldenen Skarabäus zum Geschenk erhielt. Ich saß, während sie mir den Traum erzählte, mit dem Rücken gegen das geschlossene Fenster. Plötzlich hörte ich hinter mir ein Geräusch, wie wenn etwas leise an das Fenster klopfte. Ich drehte mich um und sah, dass ein fliegendes Insekt von außen gegen das Fenster stieß. Ich öffnete das Fenster und fing das Tier im Fluge. Es war die nächste Analogie zu einem goldenen Skarabäus, welche unsere Breiten aufzubringen vermochten, nämlich ein Scarabaeide (Blatthornkäfer), Cetonia aurata, der gemeine Rosenkäfer, der sich offenbar veranlasst gefühlt hatte, entgegen seinen sonstigen Gewohnheiten in ein dunkles Zimmer gerade in diesem Moment einzudringen.

    Schwarmverhalten, Sychronizität & Gleichgewicht

    Jetzt wieder weg von der Dosenkost: Einmal habe ich mir selbst erstaunt zugehört, wie ich so ziemlich das Gegenteil von dem aussprach was ich hatte sagen wollen. Für etwa ein Jahr lang war ich dann mehr oder weniger das Werkzeug von etwas größerem. Ein Jahr lang, bis diese Arbeit erledigt war, die aus diesen von mir ausgesprochenen und mit Erstaunen gehörten Worten geboren wurde, pflegten alle Ampeln grün zu werden sobald ich mich näherte. Danach waren sie wieder mal rot, mal grün.

    Ich habe mich sehr auf Synchronizität eingestellt. Den Grad ihrer An- oder Abwesenheit interpretiere ich als Zeichen dafür in welchem Ausmaß ich gerade zum Wohle aller, und dadurch auch zu meinem eigenen, unterwegs bin. Dazu ein Erlebnis aus meiner Zeit als Freiwilliger bei einem Flüchtlingsprojekt in Athen:

    Immer wieder frage ich mich ob das was ich tue irgend jemandem wirklich hilft. Auf der Suche nach der Antwort nutzen mir keine Statistiken und kein Zuspruch. In einem religiösen Film ist das die Stelle wo sich der Hauptdarsteller Hände ringend gen Himmel wendet und aus der Tiefe seines Herzens fordert: "Gib mir ein Zeichen! Gib mir ein Zeichen!"

    Eines schönen Tages, an einem Tag wie jeder andere, hörte ich das nicht aufhörende und nicht schwächer werdende herzzerreißende Geschrei eines Kindes. Es schrie wie am Spieß, unaufhörlich, Minute über Minute. Ich war im Computer Raum und ging zu Tür, öffnete das kleine Fenster darin und versuchte zu ergründen was vor sich ging. Leute rannten die Treppe hoch und runter und zumindest einige davon waren beteiligt. Ich sah es an ihren Augen, aufgerissen im Schrecken den dieses Schreien in uns allen auslöste. Ich hatte gerade wenig zu tun und ging nach unten in die Lobby, zur Quelle des Schreiens.

    Die Anwesenden standen ratlos da. Es ist so eine Sache mit dem Einmischen. Wenn jemand anders bereits etwas tut, mische ich mich nicht ein. Hier tat niemand etwas. Ein etwa 6-jähriger Junge lag auf dem Boden. Er schlug und trat laut schreiend mit aller Macht um sich. Ich hob ihn auf. Weil er unvermindert um sich zu schlagen und treten suchte, umschlang ich ihn fest mit meinen Armen und drückte ihn an mich. Er beruhigte sich kein bisschen, seine Anstrengungen ließen nicht nach und er schrie genauso weiter.

    Seine beiden Brüder, etwa 13 und 4, standen daneben und ich deutete nach einer Weile mit dem Kopf zum Fahrstuhl. Der ältere öffnete die Tür und wir gingen hinein. Nichts änderte sich und wir fuhren die vier Stockwerke langsam nach oben wo das Zimmer der Familie war. Ganz allmählich ließ die Spannung in dem Jungen ein bisschen nach. Als wir an der Tür ankamen dauerte es ein Zeit bis sie geöffnet wurde. Der Junge schrie immer noch und wand sich in meinem Griff. Ich hielt in weiter bis der Vater an die Tür kam und sagte dann, wohl wissend dass er mich nicht verstehen würde: "It's o.k., everything o.k.! No need to beat him! Don't beat him!"

    Ich ließ den Jungen ganz langsam runter. Er hatte aufgehört zu schreien und sich gegen etwas zu wehren was keiner von uns sehen konnte. Der Vater gab ihm eine Ohrfeige und ich ging schnell, denn der Junge hätte sonst mehr Ohrfeigen bekommen.

    Ein paar Tage später war wieder ein großes Geschrei in der Lobby. Diesmal zwischen Erwachsenen, nicht so herzzerreißend aber ebenso laut und andauernd. Einem war ein Unrecht geschehen und er wollte sich nicht beruhigen lassen, fing immer wieder an. Der ältere Bruder des Jungen war da. Er ging auf den Schreienden zu und redete beruhigend auf ihn ein, zog den Erwachsene an dessen Armen so lange herunter bis der nachgab. Er umarmte ihn dann. Ich hatte mein Zeichen bekommen.


    Aus zunehmender Synchronizität entstehen mit der Zeit "Resonanzketten".

    Resonanzketten

    Magnetkraft und fließender Strom kommen nur zusammen vor. Wenn und solange Strom fließt (Elektronen sich bewegen) ist dieser von einem Magnetfeld umgeben. Und wenn man ein Magnetfeld verändert hat das einen Einfluss auf die sich bewegenden Elektronen in diesem Magnetfeld. Deswegen ist ein Bestandteil unsere Nerven das sie umgebende interaktive Magnetfeld, welches wir messen können. Die in den Nerven übertragene Ladung (sich bewegende Elektronen) und das sie umgebende Magnetfeld sind eine Funktionseinheit. Diese Magnetfelder sind ein Teil unserer Physiologie, den wir anatomisch nicht nachweisen können. Er ist trotzdem da und wirkt. PS: Auch die Schwerkraft können wir mit dem Skalpell nicht finden.

    Interessant wurde es als wir herausgefunden haben, dass schwingende, sich verändernde elektromagnetische Felder Information übertragen (Funk). Wir benutzen es jeden Tag - drahtlose Übertragung (WLAN, Blue Tooth, ..). Wieso hält uns das nicht davon ab zu glauben, dass die Informationsübertragung in unseren Nerven rein von der Ladungsveränderungen innerhalb der Nerven abhängt? Überall sonst in unserem Leben brauchen wir keine Drähte zur Übertragung von Info, aber in unserem Körper geht es nur mit Draht (Nerven)? Nicht besonders glaubwürdig, oder?

    Jede pulsierende Energie überträgt Informationen. Das garantiert allerdings nicht ihren Empfang. Dazu brauche ich einen passenden Empfänger, und es muss eingeschaltet sein, empfangsbereit. Nach diesem Prinzip funktioniert auch die stromlose Bioresonanz (Orgonitmuffin, Orgonstrahler, radiästhetische Geräte, etc.), die Zapper nach Clark samt aller anderen strombetriebenen Bioresonanzgeräte (Frequenzgeneratoren, etc.), alle Informationsübertragungen mittels Funkwellen, Gedankenübertragung (schwarze wie weiße Magie, Placebo Effekt, morphogenetische Felder, Familienstellen, Rückführungen, etc.) und Channeling, Kommunikation mit dem eigenen höheren Selbst und mit dem von anderen, Erdheilungen, und vielleicht vieles an das noch keiner von gedacht hat und wofür wir deshalb noch nicht empfangsbereit sind.

    Was es braucht um Info zum Übertragen sind ein Sender und ein Empfänger die aufeinander abgestimmt sind. Das mehr als zwei magnetische Felder Resonanzketten bilden ist auch nichts neues. So triggern die elektromagnetischen Veränderung in der Sonne über den Sonnenwind Reaktionen im Erdmagnetfeld die wir u.a. als Polarlichter zu sehen bekommen. Das Erdmagnetfeld wiederum triggert Veränderungen in unsere Stromnetz die sich ggf. als Stromausfälle bemerkbar machen. Und Elektrosensible sind das nächste offensichtliche Glied in der Resonanzkette, wo es ggf. Ausfälle im Nervensystem gibt. Das Nervensystem wäre dann schon das 5. Glied in dieser Resonanzkette. Nummer sechs ist die DNS, die ein eigenes Magnetfeld hat.

    Weltraumwetter

    Hier wird es dann richtig interessant, denn neben jedem DNS Molekül mit seinem eigenen magnetischen Feld gibt es ein kollektives DNS-Feld des Individuums, von manchen Leuten als Aura bezeichnet, von anderen als Merkabah. Wir sind eben tatsächlich mit allem verbunden, über solche Resonanzketten. Und wie gesagt, Empfang der gesendeten Info ist und bleibt freiwillig. Ich muss nicht, aber ich kann und ich darf.

    in Resonanz mit sich selbst und dem Universum

    Wenn sich ein Glied in dieser Kette gegen die Übermittlung von Informationen sperrt (nicht in Resonanz geht), dann kann die Übertragung nicht vollständig stattfinden. Mit unserem freien Willen haben wir Menschen diese Möglichkeit. Wir können die Übertragung von Informationen aus dem Erdmagnetfeld in die Magnetfelder der DNS behindern oder begünstigen. Das Problem bin ich, oder besser gesagt, das Problem ist mein Ego, mein freier Wille. Der macht's möglich. Solange ich an meinen Mustern des Fühlens, Denkens, Sprechens und Handelns festhalte, wird meine persönliches Magnetfeld mit dem Erdmagnetfeld eingeschränkt und meinen Zellen ist aktuelle kosmische Information nur beschränkt zugänglich.

    Und jetzt zum spukhaften Aspekt von Resonanzketten:
    1. sie übertragen potentiell in beide Richtungen
    2. es kostet Energie, sich gegen die übertragene Info zu sperren und es ist nur möglich wenn man einen freien Willen hat
    Manchmal ist das leichter nachzuvollziehen wie im Fall der DNS wo die einzelnen Moleküle untereinander über das Gesamtfeld kommunizieren, oder bei den morphogentischen Feldern, oder dem (kollektiven) Unbewussten. Manchmal ist es schwer vorstellbar, wie z.B. Astrologie, oder Quantenverschränkung. Denn es widerspricht unserem linearen Denken, das nur wenn-dann-Kausalität zulässt obwohl das kern-physikalisch nicht mehr haltbar ist. An beiden Enden der Resonanzketten, im ganz Kleinen (Teilchenphysik) und im ganz Großen (kosmischer Maßstab), gelten physikalische Gesetze die wir uns zwar teilweise theoretisch erschlossen haben, die aber im täglichen Alltag (noch) keine Rolle spielen. Wir können sie uns nicht vorstellen und deshalb auch nicht wahrnehmen. Trotzdem nutzen wir jeden Tag das Internet und den Rundfunk.

    Was ist denn am Ende der Resonanzkette in Richtung ganz groß und ganz klein? Egal wie weit wir unsere Forschung treiben, es geht immer noch einen Schritt weiter. Beide Kettenenden bleiben mysteriös. Hinter bereits Erforschtem verbirgt sich mehr zu Erforschendes. Das Mysterium wird nicht kleiner, es wird tiefer, in beide Richtungen, und das seit es Forschende gibt, und kein Ende abzusehen. Muss das (noch) nicht begreifbare geleugnet werden oder kann ich auch Dinge nutzen die ich nicht verstehe? Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung wie meine Handy funktioniert, es ist mir mysteriös aber nicht seinen Schöpfern.

    Himmel und Erde verbinden

    In dieser Zwickmühle von Mysteriösem an beiden Enden der Resonanzkette - und das ganz kleine ist ja auch in mir - kann man das schon mal Gott nennen, oder Tao, oder schöpferische Kraft des Universums, oder sonst einen der vielen Begriffe für das Mysteriöse das in jeder Kultur erkannt und benannt wurde: am Anfang war das (mysteriöse) Wort.

    Aus taoistischer Sicht ist es die Aufgabe oder Bestimmung des Menschen Himmel und Erde zu verbinden. Mit Himmel ist die schöpferische Kraft des Universums gemeint. Als Kinder von Vater Himmel und Mutter Erde sind wir aus ihrer Verbindung geboren, verlieren aber im Prozess der Anpassung an das praktischen Leben auf der Erde erst mal unsere Anbindung an die kosmischen Eltern (Yin und Yang). In der Bibel ist dieser erzieherische Prozess in den Kampf ums Überleben auf dem Planeten durch die Parabel vom Sündenfall beschrieben und - grob missinterpretiert.

    Es geht nicht um die Verfehlungen des Menschen in seinem durch die Geburt auferlegten Kampf ums Überleben. Es geht um mein Potential mich trotz dieser Umstände an meine kosmische Herkunft zu erinnern und den mir angeborenen Platz als Kind von Gott Vater und Mutter Erde (Yang & Yin) für mich zu beanspruchen und einzunehmen. Das ist auch die wahre Bedeutung des Gebotes du sollst Vater und Mutter ehren.

    Selbst wenn mein leiblicher Vater ein Säufer gewesen sein sollte, und meine Mutter promiskuitiv, habe ich das Potential zu erkennen dass sie in den herrschenden Umständen genau so viel getan haben wie sie in der Lage waren. Statt ihnen ihre menschlichen Verfehlungen anzukreiden kann ich die Verantwortung für meine eigenen übernehmen, egal wie diese zustande gekommen sind, und mich ändern. In dem Ausmaß wir mir das gelingt, mich ändern, beginne ich Himmel und Erde zu verbinden und meine erweiterte wahre Abstammung als Funke Gottes auf der Erde zu erfüllen.

    Was oben noch als Zwickmühle erscheint entpuppt sich als mein wahres Potential. Nelson Mandela in seiner berühmten Antrittsrede als Präsident der Südafrikanischen Republik beschreibt es so: Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir ungenügend sind. Unsere tiefste Angst ist, dass wir unermesslich stark sind. Von unserem Licht, nicht vor unserer Dunkelheit fürchten wir uns am meisten.

    Diese Urangst ermöglicht es mir/uns: Globale Lösungen

    Diese Urangst ermögliche es mir allerdings auch, für mich hin zu stehen und ihre wahre Natur durchschauend, den Funken Gottes in mir zu erkennen. Es ist die Kraft die ich missverstanden und (in Goethes Faust) als jenen Geist angesehen habe, der stets das Böse will, und doch das Gute schafft.

    In der Versöhnung mit ihr, meiner missverstandenen Urangst, verbirgt sich der wohlwollende Wille des Universums zu mir, der keine Ruhe geben wird bis ich in meiner Urangst die bedingungslose Liebe erkenne, die sie tatsächlich ist. Ich kann das verzögern, nahezu unendlich an der Fehlintrepretation der bedingungslosen Liebe als Urangst festhalten, aber nicht ewig. Ausdauernder Widerstand ist möglich, aber zwecklos. Denn das Universum wird ihm mit unendlicher Geduld begegnen.

    Egal wie ich die schöpferische Kraft des Universums betrachte oder nenne, es ist auf jeden Fall sinnvoll mich an ihr auszurichten, damit was ich heute noch nicht erforscht habe, morgen erforscht werden kann. Die Lösungen all meiner/unserer Probleme warten im noch nicht Erforschten auf ihre Entdeckung. Wie hat das Einstein so anschaulich ausgedrückt (sinngemäß)? Probleme können nicht mit der Mentalität gelöst werden, mit der sie erschaffen wurden. Beispiel: mit geballter Faust kann man keine Hände schütteln. Warum ist meine Faust geballt? Anders gesagt konnten meine Probleme nur entstehen weil mir ihre Lösungen noch mysteriös sind.

    Dort besteht das Wort wie wir es meinen, seine Deutung übertrifft uns still.

    Denn der Geist der uns vereinsamt will ganz sicher sein uns zu vereinen. (Rilke)


    Let's go.
    Liebesgedichte von Rumi


    zu Hrzen nehmen: Mitgefühl

    Wenn wir sagen "Das hat er/sie sich zu Herzen genommen." ist das eine Anerkennung eine bleibenden Veränderung im betroffenen Menschen die nicht einfach war (plus die Anmaßung zu wissen warum). Wenn es mir also gelingt mir etwas zu Herzen zu nehmen dann kann ich mich verändern, und das Motiv dahinter ist das Wohl aller gewesen. Um mich eingennützig zu verändern brauche ich mir nämlich nichts zu Herzen zu nehmen, das geht jederzeit auch so.

    Herzensangelegenheiten sind eine mysteriöse Sache, denn in jeder Herzensangelegenheit geht es um mehr als mich und meine Wohl. Es sind die raren Momente in denen mein Wohl so offensichtlich mit dem Wohl anderer verknüpft ist, dass ich nicht umhin komme das Wohl aller anzustreben weil ich erkenne wie mein Wohl darin und nur darin enthalten ist. Und in der Folge des Erlebens solch gnadenvoller Momente des Mitgefühls entfalte ich das notwendige Rückrat, um für mich unbequeme Dinge tun zu können wenn und weil sie zum Wohl aller sind.

    Mitgefühl ermöglich mir für andere mit zu denken. Wenn ich das ohne Mitgefühl versuche - für andere mit zu denken - dann kommen dabei bloß diktatorische Tendenzen raus. Wir haben alle ein eingebautes "Meßgerät für Mitgefühl". Es schlägt an wenn das Mitgefühl von außen kommt, und noch intensiver wenn es von innen kommt. Ich und meine Widerstand, wir schmelzen dann dahin.



    Umsetzung

    Sobald meine Ausrichtung stimmt und meine Bereitschaft zu tun da sind, wird Umsetzung möglich. Wohlgemerkt möglich; sie ist keinesfalls garantiert. Stimmt die Richtung nicht werde ich zwar auch irgendetwas umsetzen aber es wird nicht zur Lösung des anvisierten Problems beitragen. Und wenn die Richtung stimmt, ich aber davor zurückschrecke das Notwendige zu tun, wird auch nichts aus der Umsetzung.

    Umsetzung ist Tun in die "richtige" Richtung, der Versuch ein bestehendes Problem zu lösen, das Mysterium zu ent-mystifizieren.

    Arbeitsdefinition von Umsetzung: Entmystifizierendes Tun (ET ).

    Neues Vater unser

    Wenn mir im Laufe meines Lebens etwas klar geworden ist was ich an mir verändern möchte, analog zu der anfänglich unklaren Frage im obigen nicht ganz so fiktiven Selbstgespräch, dann kommen in meinem Leben verstärkt Situationen auf mich zu, in denen ich entweder gemäß meinem alten Muster handle oder mir neue erschließe. Ein praktisches Beispiel:

    meine mutter hat mich mit aufmerksamkeit überversorgt. nach ihrer heirat aus einer neunköpfigen dörflichen familie heraus in die zweisamkeit einer städtischen mietwohnung war sie wohl kurz vor dem durchdrehen als sie ihre erstes kind, meine ältere schwester, tot zur welt brachte. der arzt hat meinen vater zur seite genommen und gesagt: "machen sie sie sofort wieder schwanger, sonst wird sie noch verrückt." ein wenig später als neun monate danach kam ich. ich habe seitdem AES - Aufmerksamkeits-Exzess-Syndrom.

    meine partnerin hat eher ADS - Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom. in ihrem fall heißt das nicht, dass sie chronisch unaufmerksam ist. nein, sie bekam als kind zu wenig aufmerksamkeit und hat daher ein echtes defizit. während ich vor zu viel ungewünschter aufmerksamkeit davonlaufe, wünscht sie sich viel mehr davon und tut alles mögliche, um diese zu erlangen. (sie dürfen schmunzeln oder auch herzlich lachen)


    Zurück zur Theorie, denn ich arbeite zwar schon länger am obigen Muster, bin aber für seine Lösung noch nicht besonders kompetent. Wenn ich mich immer wieder für Neues entscheide, dann wird mein altes Muster allmählich schwächer. Es verblasst. Energie folgt der (meiner) Aufmerksamkeit, dem/den neuen Muster(n) die Kraft meiner Aufmerksamkeit immer stärker werden. Es geht selten darum mein altes Muster vollständig zu eliminieren, es geht darum dass ich auf ähnliche Reize variabler und situationsgerechter antworte indem ich zusätzliche Muster erwerbe.

    Angenommen ich reagiere auf jede Art von Kritik mit Rückzug und Kommunikationsabbruch. Ich merke es und möchte es ändern koste es was es wolle. Wenn ich dann das nächste Mal mit geschlossenem Deckel in meinem Schneckenhaus sitze, kann ich mich, sobald ich mich beruhigt habe, dazu entscheiden zu der Person zu gehen die mich kritisiert hat und versuchen herauszufinden warum die Kritik, ob die sie vielleicht berechtigt war, ob die Person einen interessanten Vorschlag hat, sich gar mit Rückzugsverhalten auskennt, ..

    Beim nächsten Mal wird es mir dann vielleicht möglich sein den Deckel meines Schneckenhauses einen Spalt auf zu lassen, und beim übernächsten Mal ihn nur noch halb zu schließen. Und ziemlich bald, vorausgesetzt ich bleibe dran, ziehe ich mich nur noch zurück wenn Kritik nicht konstruktiv ist. Denn bei nicht konstruktiver Kritik macht Rückzug immer noch Sinn. Und wenn ich weiter dran bleibe, dann kann ich irgendwann destruktiver Kritik mit Gleichmut begegnen.

    Das ist ein Weg. Er mag Jahre dauern, oder auch Leben.

    Woran merke ich das meine Umsetzung in die "richtige" Richtung läuft?

    An den Veränderungen in meinem Leben, denn wenn ich mich verändere reagiert meine Umwelt. Manche Mitmenschen werden aus meinem Leben treten und andere neu dazukommen.

    "Normal" ist mir von anderen zu wünschen, dass sie sich so verändern dass ein Problem verschwindet und ich mich nicht zu ändern brauche. Das ist zwar normal aber nicht realistisch. Normal bedeutet eben dass es (fast) alle so machen: Auch die anderen erwarten von mir dass ich mich so verändere dass ihre eigenen Problem kleiner werden. Was dabei rauskommt? Im günstigsten Fall ein Gerangel - wir geben uns gegenseitig Druck den jeder mit Gegendruck beantwortet - und im schlimmsten Fall bedeutet es ein Krieg.

    Meine Veränderung, wenn es nicht ums gefühlte Überleben geht, ist freiwillig. Ich muss sie wollen, anstreben, bereit sein das Risiko der noch unbekannten Konsequenzen auf mich zu nehmen. Wenn ich mich freiwillig verändert habe, jenseits vom Druck-Zug Spiel gegenseitiger Erwartungen, dann stelle ich meine Umgebung vor eine vollendete Tatsache. Meine Mitmenschen sind dann unter Zugzwang und können sich an diese Veränderung anpassen oder weggehen. Eins von beiden.

    Das wird nicht ohne Kommentare und Proteste ablaufen, aber es wird ablaufen und ist von meiner Seite nicht mehr verhandelbar, denn ich bin jetzt anders und lasse mir das nicht mehr nehmen. Nach dieser Stressperiode wird in meinem Leben mehr "Ruhe" einkehren als zuvor, eine bisschen mehr Zufriedenheit, etwas mehr Lebensfreude, Dankbarkeit und Wohlwollen. Ich werde meine Veränderung ab und zu feiern, notfalls heimlich nur mit mir.

    Lasst uns feiern was jetzt nicht mehr geschieht!

    Gesunder Menschenverstand - ein anderes Wort für Intuition

    Wenn ich gute Laune habe und versuche mit einem Hund zu schimpfen, dann wedelt der mit dem Schwanz. Wenn ich schlechte Laune habe und versuche nett zu sein, dann kneift er den Schwanz ein und winselt oder vermeidet mich. Tiere lassen sich bezüglich Gefühlen nichts vorgaukeln. Sie nehmen meine Gefühle so wahr, wie sie sind, nicht das was ich zu zeigen wünsche. Diesen unmittelbaren Zugang zu Gefühlen haben wir versucht uns abzutrainieren, erfolglos. Denn solche Gefühle sind nicht weg, sie sind lediglich unterdrückt, in mir.

    Die gute Nachricht ist: unterdrückte Gefühle kann man klären und damit diese verlässliche Meldung reaktivieren, die Meldung der wahren Natur von mir entgegengebrachten Gefühlen hinter der mir gezeigten Fassade. Denn diese eingeborene Fähigkeit die ein Hund hat, die ist auch in mir angelegt. Nennen wir sie Intuition.

    Das Problem ist, dass ich mir abgewöhnt habe ihr zu trauen. Ich könnte stattdessen auch sagen dass sie mir aberzogen wurde und ich habe es dabei belassen habe. Wie dem auch sei, wenn ich meine Intuition reaktivieren und zu dem verlässlichen Werkzeug machen möchte das sie potentiell ist, dann ist das möglich. Aber niemand wird es für mich tun.

    Biofeedback 1 - mit geht's gut

    Intuition spricht "Gefühlssprache", zunächst nur drei Worte:
    1. ich fühle mich gut = bitte mehr davon
    2. ich fühle mich schlecht = bitte sein lassen
    3. ich fühle mich weder gut noch schlecht = egal, es ist nicht wichtig ob ich damit weitermache oder es sein lasse
    Wer sein Leben de-komplizieren möchte kann erstmal alles weg lassen was egal ist. Dadurch entsteht eine Menge Raum. Und die Unterschiede von was gut für mich ist und was nicht werden treten stärker hervor. Je mehr ich auf meine Intuition höre desto schneller lerne ich sehr gut von ganz gut und o.k. und geht so zu unterscheiden. Es ist wie ein neue Sprache lernen, viel Übung hilft viel und baut Vertrauen und Selbstsicherheit auf.

    Und bald frage ich mich wieso ich das nicht immer schon so gemacht habe, denn es hilft mir wie mein Navi in einer fremden Stadt. Die Antwort lautet dass die Wahrnehmung meiner Intuition (m)eine Ausrichtung nach Innen ist, auf das Mysterium in mir, auf das ganz kleine Ende der Resonanzkette. Ich erforsche bisher Unbekanntes in mir. Und je mehr ich von mir kennen lerne, z.B. was ich alles unterdrückt habe, desto besser funktioniert meine Intuition. Es ist ein Engelskreis - das Gegenteil von einem Teufelskreis.

    Never change a winning horse!

    Biofeedback 2 - Unterschiedsbildung

    Früher oder später merke ich dass mehr drin ist als diese drei Worte. Genauer gesagt, ich bemerke früher oder später dass ich und meine Intuition sich manchmal geirrt haben. Das liegt daran dass ich hinsichtlich gut/schlecht/egal fühlen gewisse Voreinstellungen habe, Vorlieben, Hoffnungen, Befürchtungen... Und die trüben sozusagen meinen Blick, un zwar nicht manchmal sondern immer! Es ist meine Brille, meine Auslegungsgewohnheit die alles von mir Wahrgenommene einfärbt. Das ist normal. Jeder hat seine eigene Brille auf, ist dadurch Christ oder Muslim oder religionsfrei oder.. , Wähler der Grünen/CDU/SPD/AFD/... oder nicht-Wähler, Maskengegner oder -befürworter, Nestflüchter oder Nesthocker, homo- hetero- oder bi- oder a-sexuell, usw., usw.

    Wie gesagt, das ist normal. Nicht normal ist wenn ich andere Brillen bekämpfen muss, wenn ich der irrigen Meinung bin es gäbe nur eine gute Brille und alle anderen sollten verboten werden. Ich will ja auch keine fremde Brille tragen müssen oder gar aufgesetzt bekommen. Aber wenn alle meine Brille tragen würden wär das schon besser, oder? Hand auf's Herz, für wen?

    Wie dem auch sei, wenn ich meine Brille ein bisschen genauer betrachte dann werde ich feststellen müssen, dass vieles davon gar nicht "meine" Brille ist. Ich habe vor allem erstmal eine ganz ähnliche Brille wie meine Eltern/Lehrer/Bezugspersonen auf, die dann mit dem Lauf meiner gesammelten Lebenserfahrungen andere Merkmale bekommt oder nicht, und damit vielleicht beginnt von den Meinungen derjenigen abzuweichen unter deren Fittiche ich aufgewachsen bin. Mit meiner "eigenen" Meinung ist es gar nicht so weit her wie ich vielleicht gedacht habe. "Meine" Meinung ist eher ein Sammelsurium von Meinungen in dem ich irgendwann die erst Geige spielen könnte. Das ist ein Weg, ein längerer. Die erste Geige spielen erst mal andere.

    Nun ja, dieses mein wie auch immer entstandenees Meinungs-Sammelsurium bestimmt auch mit wie ich eine Botschaft von meinem Körper (Intuition) bewerte, denn gut/schlecht/egal fühlen enthällt meine Wertung, ist durch meine Brille gesehen, und daher nicht vollständig neutral. Klassisches schwarz-weiß-malerisches Beispiel aus meinem Leben: Die Tafel Schokolade gestern abend war so richtig lecker und hat mir sooooo gut getan, aber heute morgen hatte ich Zahnfleischbluten. Und weil das schon öfter (jahrelang) so gewesen sein könnte, mache ich jetzt ein paar Experimente um heraus zu finden ob an meinem Verdacht etwas dran. Ich werde also zwei Tafeln Schokolade essen (Mmmmhhh!!) und sehen ob ich dummerweise doppelt so viel Zahnfleischbluten bekomme.

    Mit einem eher unfreiwilligen Schritt wie diesem - es waren Erdnüsse und Eier und daraus resultierende Muskelverspannungen - begann sich das Vokabular zwischen mir und meinem Körper zu erweitern. Er tippte mir auf die Schultern (z.B. Zahnfleischbluten) und ich machte mir Gedanken wo das her kommen könnte und dann Experimente um meine Gedanken zu bestätigen oder zu widerlegen. Am Anfang waren die Experimente krass, wie 500g Erdnüsse nach 22:00 Uhr oder ein Omelett aus 6 Eiern nach 2 Wochen Eier-freier Ernährung. Ich war eben schwerhörig, musst laute Fragen stellen und habe nur laute Antworten verstanden. Das ist dann kontinuierlich besser geworden.

    Dadurch habe ich gelernt dass:
    1. meine gut/schlecht/egal fühlen statistisch präziser ist als wenn ich mir von jemand anders vorgeben lasse was gut/schlecht/egal ist
    2. genauere Kommunikation möglich ist wenn ich sie mir erarbeite und das bedeutet
      • mir darüber klar zu werden wie meine Brille aussieht, sie zu sehen wie sie ist und sich auf mein Leben auswirkt
      • dazu ist es (leider) notwendig meine Gefühle zu klären (siehe dazu Handbuch 12) damit ich Dinge nicht mehr reflexartig beurteile (Schokolade ist lecker) sondern
      • Situationen erschaffe in denen ich über Unterschiedsbildung die Vor- und Nachteile abwägen kann und
      • in Zukunft nicht mehr gemäß meinen Voreinstellungen immer die gleichen Entscheidungen treffe(n muss)
    Das hat sich gelohnt. Es lebe der Unterschied!

    Biofeedback 3 - leise Töne

    Es gibt also eine ganz leise Stimme in mir die mich auf meine Irrtümer aufmerksam machen möchte: Im Nachhinein gesehen habe bei jedem meiner "Fehler" eine Hinweis/Warnung bekommen, zusammen mit der Möglichkeit diesen Hinweis/Warnung zu überhöhren. Wenn ich gewollt hätte, wenn ich aufmerksam gewesen wäre... Jetzt wollte ich und war aufmerksam, gespannt wie ein Flitzebogen. Selbstversuch wurde mein zweiter Vornahme, und ich dafür berühmt bei den einen und dafür berüchtigt bei den anderen.

    Irgendwann habe ich die Flöhe husten hören. Z.B. wenn ich unter einer Hochspannungleitung durchgelaufen bin wurde mir speiübel. Das war vorher nicht so und ist heute auch nicht mehr so. Ich konnte kein anderes Brot mehr essen außer selbst gebackenes aus 80% Bio-Dinkel und 20% Bio-Weizen von einem örtlichen Bauern, selber gemahlen. Auch das war vorher nicht so und ist heute nicht mehr so. Ich könnte noch sehr viel weiteres aufzählen. Zugegeben, ich habe damals entgiftet und das spielte eine wichtige Rolle, aber nicht die einzige und vor allem nicht die wichtigste.

    Ein Vitamin ist das Gemüt, das schwindet wenn es abgebrüht.
    Soll's kräftig sein und lebensfroh, lass' man's getrost ein bisschen roh.

    Das ist ein Gedicht von Eugen Roth und ich habe es schon immer gemocht, allerdings nur begrenzt verstanden - eben so gut wie meine Gefühle geklärt waren/sind. Ein Interpretations-Tipp: "roh" ist das Gegenteil von "raffiniert", und das bezieht sich nicht nur auf Zucker.

    Zum wichtigsten Faktor sollte/wollte ich kommen, und das fällt mir noch immer nicht leicht. Bestimmt 40 Jahre bin ich um den heißen Brei herum geschlichen und tue es jetzt noch, aber nicht mehr immer. Ich erwarte dass es ihnen genau so schwer fällt das einzugestehen wie mir, und deswegen schleiche ich noch ein bisschen. Dagegen was jetzt kommt ist Gefühle klären ein Klacks.

    Die Theorie dazu ist bekannt und erforscht, wird in jedem wissenschaftlich anerkanntem Experiment berücksichtigt. Über die Art und Weise der Berücksichtigung kann man verschiedener Meinung sein. Wenn ich mich davon nicht gelöst hätte, wäre ich noch abgebrühter geworden als ich es bin. Tatsächlich bin ich wieder ein wenig verroht und das hat dazu geführt dass ich Gedichte wie dieses (Jellal'uddin Rumi) mag:

    Die menschliche Form ist ein Gespenst aus Schmerz und Ablenkung,

    manchmal reines Licht manchmal grausam,

    das mit aller Macht versucht das Bild zu erweitern

    das es von sich selbst so starr festhält.


    Oder dieses Gedicht von Rainer Maria Rilke:

    Dort besteht das Wort wie wir es meinen,

    seine Deutung übertrifft uns still,

    denn der Geist der uns vereinsamt

    will ganz sicher sein uns zu vereinen.


    Mit anderen Worten, ich habe mich davon verabschiedet alles wissen zu müssen, Wissen zu alleinigen Grundlage meiner Entscheidungen zu machen. Ich habe nicht nur wieder Raum in mir für das nicht vollständig erklärbare Mysterium des Lebens, sondern ich erfreue mich daran, stehe mit ihm - dem Mysterium - auf du und du (wer möchte findet hier mehr davon).

    Sie sind noch bei mir? Gut, dann jetzt zum wissenschaftlichen Teil. Die Erwartungen und Wünsche des Menschen sind die größten Faktoren seines Wohlergehens und seiner Probleme. In der Wissenschaft wird das Placebo - Effekt genannt und macht bei körperlichen Therapien und Medikamenten nachweislich mindestens 40% des Erfolges oder Misserfolges aus, bei mentalen Therapien und Psychopharmaka mindestens 60%. Es ist deshalb ratsam, diesen Faktor in jeden Aspekt des Lebens mit einzubeziehen, und zwar so bewusst wie möglich. Denn wenn ich es nicht bewusst tue, dann tue ich es unbewusst. Oft verleihe ich unbewusst meine 40% an jemand anders oder an eine Idee. Das kann sowohl aus Bewunderung (Hoffnungen), als auch aus Ablehnung (Angst) geschehen. Erwartungen können Berge versetzen - in jede Richtung. (geschrieben 2008, mehr davon hier: Wem schenkst du deine 40%?)

    In allen wissenschaftlichen Experimente versuchen wir diesen größten Faktor mittels Doppel-Blindstudien zu eliminieren. Das finde ich uneffektiv. Ich versuche ihn so gut ich kann mit einzubeziehen. Das mag diletantisch anmuten, ich bin's aber sehr zufrieden. Unsere Wissenschaft steckt genauso in der Sackgasse wie alle anderen Bereiche unseres Lebens. Und mittlerweile bekommen wir es demonstriert, vom Klimawandel, vom sich verschiebenden Magnetfeld der Erde, vom immer näher rücken des Momentes in dem wir die eine oder andere Ressource von Mutter Erde vollkommen ausgebeutet haben werden, von den Müllbergen von nuklear bis Plastik die mittlerweile über die Nahrungsketten zu uns zurück finden, von den Kindern die so ganz anders sind und bereits als junge Erwachsene die Berufsmärkte fluten, und jetzt alles unübersehbar hochgekocht durch die erzwungene Besinnung im Corona Lockdown. Änderung ist ein Muss, das fühlen wir alle. Doch keiner weiß wie, wir werden Neuland betreten müssen und haben alle die Hosen so voll. Hier würde das ein bisschen rohe Gemüt helfen.

    Das Mysterium des Lebens kann gerade nicht übersehen werden. Es ist wahrnehmungspflichtig geworden, Tendenz zunehmend. Da habe ich Glück wenn ich an meinen guten Tagen mit ihm auf du und du stehen und mich daran erfreuen kann. Ups! Das riecht verdächtig nach Eigenverantwortung. Oh je, lass' das bitte nicht wahr sein! Alles, nur das nicht. Und die Wissenschaft weiß seit dem Doppelspaltexperiment in den 30iger Jahren des vergangenen Jahrhundert, das sind satte 80 Jahre, dass sich beobachtete Teilchen anders verhalten als nicht beobachte. Einfacher gesagt, wenn ich hinschaue macht das einen Unterschied, ich verändere Wirklichkeit allein durch meine Anwesenheit und ziemlich viel wenn ich dazu noch fokussiert bin. Und es ist egal ob ich das will oder nicht. Mein Einfluss ist so groß dass er aus jedem Experiment eliminiert werden muss, sonst hat das Ergebnis einen so großen Georg-Faktor (mindestens 40%) dass es nicht mehr allgemeingültig sein kann.

    Autsch. Im täglichen Leben geht eliminieren nämlich nicht, das geht nur im Labor. Wir erleben es jeden Tag. Der Ladendieb wartet bis ich wieder weg gucke, die Stechmücke haut ab wenn ich sie direkt anschaue, der Hund wedelt mit dem Schwanz wenn ich raus gehen will und wenn ich üble Laune habe kneift er ihn ein. Kinder spielen anders wenn eine Bezugsperson zuschaut, Teenager verhalten sich richtig merkwürdig in der Anwesenheit ihres Schwarms (ich nur ein bischen), scharfe Lehrer triggern wesentlich mehr Tafel-Blackouts als wohlwollende, usw., usw. Das ist die Wirklichkeit, nicht der Doppel-Blindversuch und die damit erschaffenen Ergebnisse. Sie sind Sonderfälle.

    Und hier kommt das kritische Stichwort und der Grund für mein 40-jähriges Herumeiern: ERSCHAFFEN. Ich erschaffe Wirklichkeit, egal was ich tue. Auch mein nichts-Tun erschafft Wirklichkeit. Das einzige was nicht geht ist mich aus der Beteiligung an der gemeinsamen Erschaffung unserer gemeinsamen Wirklichkeit nicht zu beteiligen. Das geht nicht! Seit ich damit im Frieden bin kann ich wieder unter Hochspannungsleitungen durchlaufen ohne dass mir schlecht wird. Sie sind noch immer kein guten Einfluss auf mich, aber ich minimiere die Auswirkungen auf mich mittels meinen reformierten Erwartungen (geklärte Gefühle) und dadurch dass ich nicht darunter stehen bleibe.Das geht auch in die andere Richtung, ich könnte die Auswirkungen mittels meiner Erwartungen maximieren und mich erbrechen. Meine Wahl. Und bitte daran denken, egal was ich erwarte, die Hochspannungsleitung wird davon nicht weggehen. Sie bleibt ein Faktor, spielt aber nicht mehr die 1. Geige.

    Und hier noch ein weiteres Forschungsergebnis das gut bekannt und schlecht erklärt ist: Dass die Evolution einschließlich unserer menschlichen Entwicklung nicht entsprechend der statistischen Wahrscheinlichkeit verlaufen sein kann ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Anschaulich ausgedrückt (und etwas übertrieben): Wenn man einem Affen eine Schreibmaschine geben würde und er solange zufallsbedingt Tasten bedienen würde bis ein Bühnenstück Shakespeares - sagen wir "King Lear" - dabei herauskommen würde (siehe Infinite-Monkey-Theorem auf Wikipedia, wo auch das Bild herkommt), wäre das Universum zu klein um das Papier der ganzen Fehlversuche zu beherbergen. (geschrieben 2015, mehr davon hier: Die Normalverteilung wehrt sich)

    Und was sagt mir das? Das Universum ist bezüglich Schöpfung parteiisch, es schaut sozusagen wie eine liebende Mutter zu und begünstigt dadurch die Entwicklung ihres Kindes. Wer möchte kann das Gott nennen. Für mich ist ein starkes Indiz dafür dass mich die Schöpfung mag, und es bedeutet dass auch dass alle anderen Geschöpfe von ihr gemocht werden. Vielleicht sogar meine kleinen bescheidenen Schöpfungsbeiträge, wenn sie wohlwollend sind? Oder weiter gedacht, bin ich im Einklang mit der Schöpfung solange und in dem Ausmaß in dem ich wohlwollend bin? Und wenn ich im Einklang bin, bin ich dann ein mitwirkender Teil der Schöpfung, nicht nur Geschöpf sondern einer der unzähligen winzigen Mitschöpfer, ein Funke Gottes sozusagen?

    Meine Antwort darauf ist JA. Und sie führt mich auch in eine weiter verfeinerte Kommunikation mit meinem Körper. Ich durfte/musste/konnte erleben dass mein gut/schlecht/egal fühlen eine kollektive Komponente hat: das Wohl aller. Nur wenn ich das berücksichtige verstehe ich meinen Körper besser, höre ich auch noch leisere Hinweise und kann mir doppeltes Zahfleischbluten ersparen. Ich bin gespannt was als nächstes kommt.


    Was tun wenn meine Umsetzung stockt?

    Die Umsetzung stockt in zwei Fällen:
    1. meine Bereitschaft ist nicht mehr da
    2. meine Ausrichtung stimmt nicht mehr
    Bleiben wir beim Beispiel weiter oben mit dem Rückzugsmuster bei jedweder Form von Kritik. Nehmen wir an ich bin 10x mal aus meinem Schneckenhaus herausgekommen und habe den Dialog mit der Person gesucht die an mir Kritik geübt hat. Danach bin ich 11x in meinem Schneckenhaus geblieben. Jetzt fängt's an zu stocken. 12x Dialog suchen und 11x nicht, es kommt ganz langsam wieder ins laufen. 20x Dialog und 17x nicht, es läuft so lálá, 25:17 es nimmt Fahrt auf. Bereitschaft einmal erarbeitet bleibt nicht automatisch in Kraft. Das Universum fragt immer wieder nach, ob ich trotz leicht veränderter Umstände noch bereit bin für das Risiko des ungewissen Ausgangs.

    Vor dem Universum zählen keine Lippenbekenntnisse. Die durchschaut auch mein Hund. Es zählt auch nicht meine gestrige Bereitschaft und nicht die von heute morgen, sondern allein meine jetzige. Mein freier Wille ist weiterhin aktiv. Ich darf ihn jederzeit ändern und darum wird er immer wieder abgefragt.

    Nehmen wir an ich bin bereit geblieben. Ich brauche mich gar nicht mehr ins Schneckenhaus zurückziehen und trotzdem geht's nicht vorwärts. Wie ist meine Ausrichtung? Hat sie sich verändert? Anfangs hatte ich das Wohl aller im Blick. Mein Rückzug hat niemand geholfen und all meine Beziehungen für alle Beteiligten behindert. Ich habe mich für den unbequemen Weg der eigenen Veränderung entschlossen, damit es für alle Beteiligten leichter wird. Und dann habe ich gemerkt dass ich so meinen Willen besser durchsetzen kann und habe angefangen mein neu erlerntes Verhalten eigennützig auszubauen. Folge, meine Ausrichtung stimmt nicht mehr ganz. Mein Wohl wiegt jetzt schwerer als das Wohl aller.

    Ich bemerke es und schaue es mir an. Es kommt aus mir, ich habe offensichtlich eine bisher inaktive Tendenz andere zu übervorteilen wenn sich die Gelegenheit dazu bietet. Puuh, irgendwie tue ich das sogar gern, irgendetwas in mir wächst daran. Will ich das? Und jetzt ringt mein Ego und mein Gefühl für das Wohl Aller miteinander um meinen freien Willen. Mal setzt sich mein Ego durch, mal mein Wohlwollen, und je nach Gewichtung stockt's oder läuft's, ganz ähnlich wie mit meiner Bereitschaft. Auch hier zählen keine Lippenbekenntnisse. Ich kann mich jederzeit belügen, aber weiter kommen tue ich so nicht.

    Wen ansprechen wenn es in mir klemmt? Wer kennt sich aus in meinem inneren Labyrinth wenn nicht ich? Niemand von außen hat auch nur die leiseste Chance meinen freien Willen auszutricksen. Aber ich kann mich nach Innen wenden, an die göttliche Weisheit in mir. Das nennt man dann beten oder vielleicht auch meditieren oder kontemplieren. Keines der Worte garantiert das geschieht worauf es ankommt - das Zwiegespräch mit der schöpferischen Quelle des Universums. Wenn sie antwortet, wenn ich die Antwort wahrnehme, und ich sage gezielt nicht wenn ich die Antwort verstehe, dann stimmt meine Ausrichtung wieder. Und ja, ohne meine Bereitschaft den wie auch immer gearteten Dialog mit dem Schöpfer zu suchen ist nichts zu machen.

    Alles weitere sprengt den Rahmen eines Handbuchs. Falls die Bereitschaft da ist den Dialog mit der schöpferischen Quelle (Gott) zu suchen, finden sie hier eine Anregung: Neues Vater Unser


    Kosmischer Humor

    Als kleiner Junge wurde ich manchmal gefragt was ich denn werden wolle wenn ich mal groß bin. Ich konnte keine klare Vorstellung davon entwickeln, aber eine sehr klare davon was ich auf keinen Fall werden wollte: nicht Politiker und nicht Geschäftsmann und kein Hauseigentümer!

    Als es dann soweit war mit dem Beruf ausüben hatte ich noch immer nur klare Vorstellungen vom was nicht. Und witzig wie das Leben nun mal ist war einer meiner ersten gewerblichen Tätigkeiten der An- und Verkauf von gebrauchten Autos um ein Haus zu bezahlen. (herzlich lachen und schmunzeln ist wieder erlaubt)

    Mein Leben macht es sich immer wieder zur Aufgabe meine Scheuklappen zu erweitern, egal ob ich sie selbst gemacht habe, ob ich sie mir anerziehen ließ oder aus vergangenen Leben mitgebracht habe. Und durch die oft dramatisch erweiterten Scheuklappen - "Drama" bezieht sich auf das drum herum, die Inszenierung, denn die Größe der Erweiterungen ist nicht dramatisch (leider) - lachen wir uns irgendwann herzlich an, ich versöhnt und das Universum erleichtert weil ich's mit Humor nehme. Die Dosierung hat gestimmt.

    Das war großartig, bitte mehr davon!

    Auch hier ist Bereitschaft gefragt, herzlich mitzulachen wenn beleidigt zu sein eine Option wäre. Ehrlich zu sein mit mir selber weil es mich in die Ausrichtung bringt Veränderungen anzustreben die nicht bequem sind. Wenn immer mir das gelungen ist, bin ich einen Schritt weiter gekommen. Für solch innerlicher Ernte potentiell negativer Erlebnisse gibt es keine mir bekannten Schablonen und Muster, oder Prinzipien. Es gibt viel Versuch und Irrtum. Und wenn ich meine Irrtümer nicht scheue, dann werden sie zu wichtigen Helfern auf meinem ganz individuellen Weg zum Ziel das alle anstreben. Ob ich das Ziel kenne? Nein, natürlich nicht, sonst wäre ich schon da. Aber ich komme ihm immer wieder einen Schritt näher. Und solche Schritte habe ich hier beschrieben: Selbstgespräche zum Mitlesen




    Anhänge

    Sympathikus vs. Vagus

    Unser Körper regeneriert sich jede Nacht in den ersten 30 Minuten nach dem Einschlafen. Diese Aktivierung der Selbstheilungskräfte, gekennzeichnet durch so genannte "alpha"-Gehirnwellen, passiert auch während eines kurzen Nickerchens von maximal 30 min. Wer also Nickerchen machen kann, sollte das unbedingt tun weil sie/er damit die tägliche Regeneration VERDOPPELT. Aufgepasst, wer länger "nickt" verpasst den Effekt und ist anschließend mehr erschöpft wie zuvor.

    Wenn aber täglicher Stress und Hektik zu viel werden, fällt der erschöpfte Mensch direkt in den Tiefschlaf. Die regenerierende Einschlafphase wird übersprungen, die nächtliche Selbstheilung kann nicht, zumindest nicht ausreichend statt finden. Irgendwann können die täglichen Arbeiten nicht mehr erledigt werden und fangen an aufzulaufen. Der Müll bleibt auf der Straße liegen. Wieso machen wir das?


    Gute Arbeit setzt Konzentration voraus. Es gibt zwei Möglichkeiten Konzentration zu erlangen - durch Entspannung oder durch Stress. Während Entspannung nur freiwillig möglich ist, kann Stress auch erzwungen werden. Das tun z.B. Adrenalin Junkies ganz gezielt. Viele andere hetzen sich weniger gezielt mittels "zwingender" Umstände tagsüber (im beta-Zustand) derartig ab, dass Sie abends todmüde ins Bett und sofort in tiefen Schlaf fallen. Da der alpha-Zustand so übersprungen wird, wacht Mann/Frau morgens genauso müde auf, wie er/sie abends eingeschlafen ist . Es konnte ja keine körperliche Regeneration, keine Selbstheilung stattfinden.

    Durch viele mutwillige Wiederholungen wird so die im Menschen angelegte Fähigkeit situations-gemäß von Überlebensaktivität (Sympathikus dominiert) auf Regeneration (Vagus dominiert) umzuschalten ausgehebelt und schließlich inaktiv. Die gute Nachricht: das lässt sich wieder rückgängig machen. Das Umschaltvermögen von Sympathikus (willkürliches Nervensystem) auf Vagus (unwillkürliches Nervensystem), und damit die Selbstheilungskräfte, lässt sich re-aktivieren.

    Willkürlich kann ich z.B. meinen Arm anheben, aber nicht meinen Darm bewegen. Das heißt jedoch nicht, dass ich keinen Einfluss auf die unwillkürlichen Prozesse in meinem Körper habe. Die Schnittstelle ist die Atmung. Meinen Atem kann ich verändern, ihn kohärent machen, was innerhalb weniger Atemzüge Einfluss auf den Herzschlag nimmt und dann in einer Kaskade auf sämtliche unwillkürlichen Funktionen meines Körpers wirkt.

    Stress ist das Gegenteil von Kohärenz, beides sind Gewohnheiten die ich mir in einem ungeahnt großen Umfang an- oder abgewöhnen kann. Wie dem auch sei, durch meine Atmung kann ich in mir das Umschalten von sympathische auf vagale Dominanz beeinflußen, und zwar in beide Richtungen:

    Cortisol Stresshormon Nr. 1

    auch Kortisol, Hydrocortison und Hydrokortison genannt:
    Literatur:

  • Die Polyvagal-Theorie von Stephen Porges
  • Kohärentes Atmen von Wilfried Ehrmann



  • Kohärenz

    Ein gesundes Herz schlägt nicht wie ein Metronom, es schlägt variabel, flexibel. Und das ist für Gesundheit unerlässlich. Die Flexibilität oder Schwankungen, Herzfrequenzvariabilität (HRV) genannt, wird vom Zusammenspiel des sympathischen und parasympathischen Tonus des autonomen Nervensystems hervorgerufen. Es ist das unwillkürliche Nervensystem, das primitiven Gehirn, und es fungiert als Gas- und Bremspedal was das Gleichgewicht des Körpers garantiert. Eine gute HRV zeigt gute Gesundheit und wird Herzkohärenz oder kardiale Kohärenz genannt.

    Höhere Schwankungen der Herzfrequenz weisen auf eine gute Gesundheit und einer ausgewogenen autonomen Funktion (Sympathikus und Parasympathikus) hin. Eine niedrige Herzkohärenz deutet auf eine Erhöhung der sympathischen Aktivität hin (Ergotropie). Dies findet typischerweise statt bei erhöhte Stresslevels, Unruhe, Unausgeglichenheit und führt nicht selten zu Schlafstörungen.

    Kardiale Kohärenz kann durch freiwillige Praxis (Atmung, Emotion, Geist...) und durch andere Mittel, körperliche Aktivität, Pflege, Massage, Musik, regelmäßige Einnahme bestimmter Produkte verbessert werden, was in steigende Gesundheit führt weil es den gesamten Organismus synchronisiert und synchron hält. Begleiterscheinungen sind Empathie und Wohlwollen.

    Anschaulich übertrieben: Die Atmung ist der Dirigent eines Orchesters von Organen: Herz (1. Geige), Lunge, Leber, Magen, Nieren, Duodenum, Pankreas, Milz, Ileum, Jujenum, Colon ... Wenn der Dirigent an auf seinem Handy rumdaddelt (nicht kohärente Atmung), dann macht jeder im Orchester was er will. Der eine übt die Stelle, der andere geht eine rauchen, der dritte sendet social messages und jemand hat sogar sein Notebook rausgeholt - Kakophonie. Sobald der Dirigent mit dem Taktstock gegen sein Pult schlägt, legen alle ihre Nebenbeschäftigung zur Seite und beginnen ein gemeinsames Klangkunstwerk zu erschaffen das keiner allein hinbekommen könnte. 1 plus 1 macht dann 5.

    Durch Stress wird die Atmung chaotisch, verliert seine eigne Kohärenz und die Synchronisation des Organismus nimmt ab. Wer Stress bemerkt kann mit kohärentem Atmen - einer einfachen Atemübung - der Stressentfaltung entgegenwirken und sie mit etwas Übung stoppen, vorausgesetzt er/sie erinnert sich im Moment des Stresses an das kohärente Atmen und führt es durch. Das ist wie gesagt freiwillig. Wenn ich dem Dirigent (Atmung) nicht auf die Schulter tippe daddelt er weiter auf seinem Handy und der Rest macht was er will.

    Und hier nochmal der link zum kohärenten Atmen.
    über größere Orchester: Sychronizität



    Corona

    Der Corona-Virus ist Neuland. Egal ob er wegen menschlicher Nachlässigkeit aus einem militärischen Forschungslabor entwichen ist, oder sonst wie entstanden, keiner weiß so richtig wozu er in der Lage ist und wozu nicht.

    Die Entscheidungsträger müssen spekulieren und beim Spekulieren liegt man manchmal richtig und manchmal falsch. Wenn jemand freiwillig spekuliert und andere unter dem Resultat leiden, dann wird der Spekulant mit Recht zur Verantwortung gezogen. In der Corona Situation sind jedoch die Entscheidungsträger gezwungen zu spekulieren. Keiner weiß was geschehen wird. Alle sind auf Vermutungen angewiesen und schauen sich gegenseitig fragend an. In dieser Situation jemand für nicht vorhersehbare misslungene Ergebnisse verantwortlich zu machen, ist ungerecht, es sei denn grobe Fahrlässigkeit, Eigennutz, .., waren im Spiel.

    Das Virus Geschehen ist dabei die Gesellschaft zu spalten, in enthusiastische Maskenträger und in unfreiwillige Maskenträger, jeweils ausgerüstet mit großer Intoleranz gegenüber der anderen Gruppe. Es erinnert mich an die Religionskriege in Europa oder den Sezessionskrieg in den USA, oder jeden anderen Bruderkrieg. Sie werden mit besonderer Schärfe ausgetragen und im Nachhinein betrachtet erscheinen sie auch besonders sinnlos.

    Das Ergebnis aller Bruderkriege ist, und da hör' ich den Kosmos laut lachen, dass das anschließende Reparieren des gleichen Bootes in dem die vorübergehend feindlichen Brüder auch zuvor schon saßen, und das gemeinsame Rudern im diesem Boot harmonischer verläuft als zuvor. Gemeinsam bewältigte Krisen stärken das Zusammengehörigkeits-Gefühl, schon immer. Wir bräuchten nur noch den Krieg weglassen.

    Was muss in meinem Innern alles passiert sein damit ich meinen Bruder hassen kann, nur weil er die gleiche Maske enthusiastisch trägt, die ich selber unfreiwillig trage? Warum ist das gemeinschaftliche Merkmal, alle tragen Masken, nicht etwas das uns vereint? Corona ist ein gemeinsames Problem an dem wir einvernehmlich wachsen könnten statt uns gegenseitig das Leben schwer zu machen.

    Welche Fraktion Recht behalten wird ist noch nicht in Sicht. Vermutlich wird die durch den Virus implementierte Wirklichkeit keine der beiden Extremansichten rechtfertigen. Ein Blick in die Geschichte lässt erwarten, dass beide Maskenmeinungen gleich wenig zur Lösung des Problems beitragen werden, weil beide im gegenseitigen Hass verblendet das tatsächlich Problem nicht sehen können.

    Und spätere Generationen mit dem Vorteil das gelegte Ei zu betrachten, werden vielleicht verständnisvoll lächeln. Oder sie werden verständnislos den Kopf schütteln und irgendwann später eine Erfahrung machen die das mangelnde Verständnis nachliefert.

    Spaltung kommt von Innen. Wenn ich in mir gespalten bin, dann kommt das bei Gelegenheit nach Außen. Und uns Menschen die Gelegenheiten für alles zu bieten, dass ist die Natur des Lebens. Ich bin jedoch nicht verpflichtet alles tun was sich anbietet. Ich darf frei wählen.

    Und mit den jeweiligen Konsequenzen leben.

    Georg Keppler (Sep-2020)
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