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auf ein Wort:

gesundschrumpfen (sep-22)

Es gibt ein angebliches Zitat von Lenin, mal ist es Die Kapitalisten werden uns noch den Strick verkaufen, mit dem wir sie aufknüpfen, mal Wir werden den Kapitalisten noch den Strick verkaufen, .... Anscheinend international bekannt wird es Lenin sowohl in Deutschland als auch den USA zugeschrieben. Unabhängig davon ob das Zitat tatsächlich von Lenin ist oder nicht, besagter Strick ist auf jeden Fall eine Metapher. Er steht stellvertretend für eine Tendenz die der Kapitalismus aus sich heraus hat, und die der Strick lediglich beschleunigen würde. Auch ohne gelieferten Strick und unabhängig vom Lieferanten würde das gleiche geschehen, eben nur langsamer.

Was könnte Lenin oder wer auch immer gemeint haben? Was oder wo ist diese schon vor vielen Jahrzehnten wahrgenommene unaufhaltsam wachsende Schwachstelle? Und wie wurde trotz dieser Schwachstelle bislang der Untergang des Kapitalismus umschifft?

Bekannt ist dass die Welt mit ihren Ressourcen begrenzt ist. Angenommen wird, dass Kapitalismus oder, um den von uns lieber genutzten Begriff freie Marktwirtschaft zu verwenden, dass freie Marktwirtschaft von ständigem Wachstum abhängt und nur funktioniert solange Wachstum stattfindet. Begrenzte Ressourcen gestatten aber kein unbegrenztes Wachstum. Wachstum und damit auch freie Marktwirtschaft erreicht irgendwann diese Grenze, funktioniert dann nicht mehr. (Graphik "Milchkrise": http://www.stuttmann-karikaturen.de/)

Das Gegenteil von Wachstum ist Schrumpfung, und gemeinsam erschaffen diese beiden Gegensätze Schwingungen oder Wellen, wie z.B. Ebbe & Flut. Dass auch Ebbe & Flut gelegentlich in ihrem gewohnten Gleichmaß schwanken, lenkt unsere Aufmerksamkeit weg von den gewohnten und langweiligen Rahmenbedingungen auf kurzweiliges Detailgeschehen. Eine Springflut oder eine Super-Ebbe fesseln unsere Aufmerksamkeit und wir zerbrechen uns den Kopf hinsichtliche vorbeugender Maßnahmen. Was kann ich tun damit ich mich bei der nächsten Springflut nicht ändern muss? Dass nach jeder Flut Ebbe folgt, dann wieder Flut, eventuell ein bisschen verzögert oder ein bisschen beschleunigt, es verliert an Bedeutung, wird als gegeben verausgesetzt.

Wir konzentrieren uns gern auf die Vermeidung der Nachteile wenn Ebbe und Flut mal extrem sind. Dabei vergessen wir genauso gern das uns geschenkte alltägliche Wunder ohne das es kein Leben geben könnte, jedenfalls nicht so wie wir es kennen. Mein "Dankbarkeit" für dieses alltägliche Wunder heute geht unter in der Furcht vor möglichen Extremen in einer unbekannten Zukunft. In meiner Gewichtung der kommenden Ereignisse verblasst seine grundsätzliche Verlässlichkeit vor den extremen Randerscheinungen. Das soll nicht heißen dass ich vor den Extremen meine Augen verschließen sollte, doch ohne Dankbarkeit ist das Glas immer halb leer, auch an nicht-extremen Tagen.

Und interessanterweise gedeihen Zivilisation besonders gut neben Vulkanen (Bodenfruchtbarkeit) und in Überschwemmungszonen (Nil, Ganges- und Indusdelta, Mekong, Gelber Fluß, Poebene...) Wir rücken ihnen auf die Pelle weil sie uns so gut tun, und gleichzeitig haben wir berechtigte Angst vor ihnen. Da ist er schon wieder, der lebensfördernde Dualismus mit seinen bequemen Normalschwankungen und den beiden unbequemen Extremen "zu viel" und "zu wenig". Es ist eine Gesamtpaket, nicht in Einzelteilen erhältlich! Wenn mein Glas halb leer ist, dann schmeckt das Gesamtpaket nicht, doch wenn mein Glas halb voll ist, dann schmeckt's auf einmal.

Wir haben gelernt die Extreme zu mildern, und wir sind dabei zu lernen dass solche Milderungsmaßnahmen Konsequenzen haben, an die wir nicht gedacht haben, die manchmal gut sind und manchmal nicht. Staudämme werden erichtet nicht um einen Wasserfluss zu unterbinden, sondern um ihn zu regulieren. Das jahreszeitliche Ebben und Fluten durch Regen und Abtauen auf der einen, und Trockenperioden auf der anderen Seite soll in beide Richtungen kleiner werden. Es geht darum die Extreme zu mildern, die gegenläufigen Ausschläge zu "bügeln". Langfristig stauen wir die Sedimente mit auf, unterbinden Migration von Fischen und anderen Wassertieren, beiinträchtigen den Grundwsasserspiegel...

Eine Tendenz beginnt sich zu zeigen: Je mehr ein fällige Ebbe oder Flut verzögert wird, umso größer die kommende Springflut oder Super-Ebbe. Das zeigt sich nicht so sehr am Meer, denn das ist eine Nummer zu groß für uns, aber zum Beispiel am Müll. Wie die Minamata-Krankheit, eine chronische Vergiftung durch unkontrollierte Verklappung von organischen Quecksilber-Verbindungen in der Umgebung der japanischen Stadt Minamata. Oder der Tatsache dass sich im Mageninhalt von verendeten Sturmtauchern auf der entlegenen Pazifikinsel Lord How Island bis zu 25g grobe Plastikteile fanden (Mikroplastikpartikel im Gewebe nicht berücksichtigt).

Die Welt ist endlich und alles auf ihr läuft in zyklischem auf-und-ab, und das im Kreis. Was ich heute wegwerfe fliegt mir oder einem meiner Nachkommen irgendwann unweigerlich um die Ohren. Wenn es kompostierbar war dann ist es eher ein Segen, wenn nicht dann eher ein Langzeit-Fluch (Atommüll, Gefühlsmüll, usw).

Unser gesamtes Leben entsteht in alles Aspekten - physisch, emotional, geistig, kollektiv, .. - aus diesen zyklischen hin-und-her Bewegungen zwischen zwei Extremen, und dazu kreisförmig wiederkehrend. Wir nennen es Dualität, viele Asiaten Yin & Yang. Es ist völlig lebensfremd zu erwarten, dass irgend etwas ständig nur in eine Richtung gehen kann. Das ist unmöglich, es muss pulsieren, zu- und abnehmen.

Drei Dinge sind unmöglich:
  1. Stillstand
  2. nur wachsen
  3. nur schrumpfen
Alles andere zwischen den beiden Extremen kehrt periodisch wieder. Das ist normal und sollte als gesund erkannt werden. Krank ist demnach z.B. nur zu jubeln oder nur Trübsal zu blasen.

Und wie verhalten wir uns zu dieser zumindest auf unsere 4D-Erde geltenden Wahrheit? Die politisch korrekte Antwort auf "Hallo, wie geht's?" ist nicht etwa die unumgängliche Wahrheit mal so, mal so, sondern entweder ein fröhliches "Danke, gut! Und Dir?" oder ein deprimiertes "Ach, echt Scheiße." Wo ist da der Puls des Leben geblieben, die bunte Vielfalt zwischen Licht und Dunkel?

Der ist natürlich nicht verschwunden, wie gucken lediglich konzentriert daran vorbei und versuchen weltfremd und beständig einen der Extremwerte anzustreben. Und der ist natürlich immer nur wachsen, immer nur höher-weiter-schneller, immer nur ausdehnen, erweitern, erobern, dominieren. Wie lang kann sowas in der physikalisch vorgegebenen Dualität gut gehen? Erraten.

Zurück zum Kapitalismus, bzw. zur freien Marktwirtschaft. Das einzige was sie - oder jedes andere auf Expansion augerichtete System - vor dem Erreichen der Wachstumsgrenze bewahrt, ist rechtzeitiges Schrumpfen. In der Vergangenheit wurde das hauptsächlich durch Kriege hervorgerufen. Bevor es nicht mehr weiter geht, schlagen wir alles kaputt, raufen uns anschließend zusammen, krempeln die Ärmel hoch und fangen von vorn an.

Das ging etliche Tausend Jahre so, und reicht weit hinter die ersten schriftlichen Aufzeichnungen der Menschheit zurück. Der Rhythmus war etwa alle 30 Jahre oder eine Generation, denn solange braucht es um zu vergessen dass Krieg keine gute Lösung ist, und um in dieses tausendfach erwiesene Misserfolgskonzept erneut Hoffnung setzen zu können.

Wir stehen vor der Lernaufgabe alternative Schrumpfungsprozesse zum Krieg zu entwickeln, denn Schrumpfen ist Pflicht. Wir stehen vor der Lernaufgabe diese alternativen Schrumpfungsprozesse einzuleiten bevor wir erneut in einen Krieg rennen, und mit ihm vor die Wand die nicht nachgibt - die Wachstumsgrenze. Wohlwollender Verzicht ist gefragt, freiwillige Einschränkung wo Wachstum noch möglich wäre aber bereits Blähung verursacht. Schrumpfen ist dann schön und nichts weiter als die notwendige Ebbe welche die nächste Flut ermöglicht, den nächsten Wachstumsschub ermöglicht.

Mit anderen Worten, Evolution ist ohne Schrumpfen nicht möglich, weder für ein Individuum noch eine Gesellschaft. Warum gehens wir's nicht an, schrumpfen freiwillig + kontrolliert bevor es in den unkontrollierbaren Massenwahn Krieg ausartet?

Wir müssten klein anfangen, zuhause mit den persönlichen Kleinigkeiten im täglichen Alltag. Versuchen zu ruhen wenn ich müde bin, statt immer wieder mit Red Bull einen energetischen Kredit aufzunehmen, den ich irgendwann mit Zinsen zurückzahlen muss. In der Regel haut's mich dann irgendwann trotz Red Bull um. Ich verbringe ein paar Tage im Bett, in deren Verlauf sich mein Körper reguliert. Dazu hat er mich nah-komatös ruhig gestellt, um sich damit den absolut notwendigen Raum für die aufgelaufenen Unterhaltungs-Arbeiten zu schaffen. Die werden es mir zukünftig erneut ermöglichen mittels Red Bull mein Ruhebedürfnis künstlich hinaus zu zögern. Das hört sich nach einem Miniatur Grabenkrieg an, oder? Und irgendwann geht was kaputt und nicht mehr so weiter. Dann muss ich neu anfangen. Es würde besser laufen wenn ich es schaffen würde, es nicht darauf ankommen zu lassen.

Der Leib sagt es der Seele oft dass er auf ihre Bess'rung hofft;

Er fleht das Rauchen einzudämmen, ihn nicht mit Bier zu überschwemmen,

Ihm etwas Ruhe doch zu gönnen - bald wird er's nicht mehr schaffen können.

Die Seele murrt: "Lass' Dein Geplärr! Du bist der Knecht - ich bin der Herr!"

Der Körper, tief beleidigt, schweigt - bis er dann eines Tages streikt.

Die Seele, hilflos und bedeppt, den kranken Leib zum Doktor schleppt.

Und was meint ihr erfährt sie dort? Genau das Selbe Wort für Wort,

womit der Leib ihr jeden Tag vergeblich in den Ohren lag.
Eugen Roth

Solche kleinen Grabenkriege drücken sich nicht nur durch Rauchen, Trinken und andere Formen von Kerze an beiden Enden abbrennen aus. Es sind Symptome eines inneren Unfriedens, von Ungeduld mit dem Ebben und Fluten der inneren Unmstände, und als Folge davon auch der äußeren Umstände. Ich hätt's gern anders obwohl gerade langsamer-kürzer-niedriger dran ist. Wenn dann schneller-weiter-höher nicht funktioniert und nicht funktionieren kann, müssen die äußeren Umstände und andere als Sündenböcke herhalten. Wie kann ich andere verändern und was müssen die anderen ändern, damit ich mich nicht zu ändern brauche? - Sobald zwei so drauf sind geht`s es schon richtig rund zuhause. Und wenn viele so drauf sind, dann geht es richtig rund da draußen. Viel Schwung, wenig Fortschritt.

Den Willigen führt das Schicksal,

den Unwilligen schleift es.
Epiktet

Epiktet starb 135 n. Chr., also ist das Problem nicht neu, und seine Lösung auch nicht. Nur haben wir es noch nicht geschafft, diese Lösung mit den Genen oder wenigsten unseren Angewohnheiten an die nächste Generation weiter zu geben. Wir geben schneller-weiter-höher um jeden Preis weiter, was unweigerlich Konflikte schaffen muss, nämlich immer dann wenn die Umstände langsamer-kürzer-niedriger diktieren. Das zu erkennen, gut zu heißen, und vorausschauend umzusetzen ist die Lernaufgabe, deren Bewältigung es uns ermöglicht mit Kriegen aufzuhören.

Wenn ich als Individuum mit meinen Miniatur Grabenkriegen nicht aufhören kann, schauen sich das meine Kinder von mir ab, und deren Kinder... - die bekannte Geschichte eben, zurück bis weit hinter alle schriftlichen Aufzeichnungen. Weiter so? Das liegt an mir und an dir. Wenn wir's weiter schleifen lassen würden, dann wiederholt sich die bekannte Geschichte auch in der Zukunft. Tun wir aber nicht, zumindest ich nicht. Und wenn es viele nicht tun, werden die Miniatur Grabenkriege immer weniger und, als unmittelbare Konsequenz davon auch die großen Kriege immer kleiner.

Wer wünscht sich letzteres nicht? Nur einige wenige Kriegstreiber die sich ausrechnen davon zu profitieren ohne zu sterben. Wer ist bereit dafür an der Verkleinerung seiner eigenen internen Miniaturkriege zu arbeiten? Ich hoffe ein paar mehr, als es aktive Kriegstreiber gibt.

Dass das zum Wohle aller wäre versteht jeder Mensch, selbst die aktiven Kriegstreiber unter uns. Sie handeln nur bewusst dagegen weil sie ihr eigenes Wohl anstreben, koste es was es wolle. Aber dass es auch zu ihrem/meinem eigenen Wohl ist, immer kleinere Kriege nämlich, haben sich viele noch nicht eingestanden, sonst könnte ich/man/Frau nicht weiter darauf hoffen, dass der Weg in mein Wohl über die gewaltsame Veränderung anderer Menschen führe. Der Kriegsgedanke lebt ausschließlich von dieser vergeblichen Hoffnung, oder diesem kalten Kalkül. (Graphik "Der Plan...": http://www.stuttmann-karikaturen.de/)

Nun mal angenommen ich hätte die Bereitschaft dazu an der Verkleinerung meiner eigenen internen Miniaturkriege zu arbeiten, und ich hätte die dafür notwendige Ausrichtung - zum Wohle aller in dem mein Wohl enthalten ist - was wäre der nächste Schritt?

Sitze nicht so lange mit traurigen Freunden herum.

Wenn du in einen Garten gehst,

schaust du dann auf die Dornen oder auf die Blumen?

Verbringe mehr Zeit mit Rosen und Jasmin.

Jellal'uddin Rumi

Sich selbst zu ändern ist möglich, aber meist nicht einfach. Wenn ich bereits schlechte Laune habe, dann ist es schlichtweg unmöglich zum Wohl aller beizutragen. Im besten Fall bin ich da gerade so noch neutral. Also ist der erste Schritt, Wege aus der eigenen schlechten Laune zu finden. Wie ich das schaffe ist für andere ziemlich unwichtig, wenn's hoch kommt inspirierend. Wichtig ist dass sich jeder ein paar für sich erfolgreiche Methoden erschließt, mit denen sie/er seine Laune bei Bedarf erhellen kann, und dass es/sie diese Methoden auch bei und trotz getrübter Laune anwendet. Das dauert, es braucht Training. Zuerst muss ich mich durch das riesige Angebot solange durchprobieren bis ich etwas finde womit ich Erfolg habe. Dann heißt es das pflegen und weiterentwickeln, was ich zuverlässig und erfolgreich selber anwenden kann, selbst unter Stress.

So sind z.B. Wellness Massagen schön und gut, doch bleibe ich von Masseur/Innen abhängig. Selbst muss der/die Mann/Frau werden, etwas finden was funktioniert und wozu sie/er niemand anderen braucht. Bei mir tut Obertonsingen den Job, oder auch Übungen auf dem Osflow, oder Tai Chi. Ob's bei ihnen funktionieren würde? Ehrlich gesagt keine Ahnung. Sie werden um Versuch und möglichen Irrtum nicht herum kommen. Und Aufgeben bleibt eine Option, allerdings mit der Konsequenz dass die Laune so lange schlecht bleibt bis die garantiert nächste Flut von selber einsetzt. Das kann dauern.

In der der Raumfahrt nennt man sowas ein launch window. Wenn ich z.B. auf den Mond will, geht das zwar theoretisch zu jedem beliebigen Zeitpunkt, aber praktisch nur wenn die Abschussrampe auf der Erde und der Mond günstig zueinander stehen. Sonst ist es zu aufwendig. Und wenn ich ein launch window verpasst habe, muss ich auf das nächste warten. Das zyklische auf-und-ab des Lebens klickt eben auch hier, und ich kann lernen es vorteilhaft zu nutzen. Ob und wann ich richtig bin? Das ist so einfach zu spüren wie beim Surfen - ich schaffe es mich von der Welle tragen zu lassen, oder nicht. Der Unterschied ist deutlichst spür- und sichtbar (heißt auch andere können es sehen).

Angenommen ich habe mir zuverlässige Methoden zur Erhellung meiner Laune erschlossen und wende sie auch an, wie sieht dann der nächste Schritt aus? Ich müsste den Ursachen meiner Launetrübungen auf den Grund gehen und diese Schrittchen für Schrittchen beseitigen. Im Klartext heißt das Gefühlsmuster klären. Und dafür gibt es kein Standard Lehrbuch aus dem ich einen Lösungsweg zur Entwirrung meiner individuellen Verkettung von Gefühlsmustern abkupfern könnte. Schon wieder komme ich um Versuch und möglichen Irrtum nicht herum - Scheibenhonig! Und nicht vergessen, Erfolg ist die letzte Stufe auf der Leiter des Misserfolgs. Wer darauf spekuliert von meiner Misserfolgs-Leiter etwas abgucken zu können, der kann es hier probieren - ohne Garantie.

Sobald ich wirklich bereit bin mich zu ändern, zum Wohle aller, dann wird das Leben Umstände an mich herantragen, die mir die Möglichkeit dazu geben. Jedoch ist es an mir diese mir angebotene(n) Möglichkeiten zu ergreifen (und damit den einen möglich Irrtum riskieren). Ohne mein aktives Zugreifen geht dieses launch window wieder zu, und das nächste ist für mich weniger offensichtlich, weil mittlerweile mehr Wasser den Berg hinunter fließt und meine Aufmerksamkeit ablenkt.

Und ja, es geht hier um nicht weniger als die Aktivierung meiner Verbindung zum Universum. Die Verbindung ist da, schon immer, aber nur selten aktiv. Ich fühle mich dann abgeschnitten, und das ist deprimierend. Bei aktiver Verbindung dagegen ist meine Laune hell. Und wenn sie kräftig ist, meine Verbindung, dann sprühe ich vor Lebenslust und Energie. Denn das sind die Qualitäten des Universums die es gerne durch mich hindurch wirken lassen würde, wenn ich nur ließe/lasse.

Wer blickt nach Innen - von Außen?

Wer findet sogar in zerütteten Gehirnen hunderte von Geheimnissen?

Schaue durch seine Augen was er sieht.

Wer ist es der dann durch seine Augen blickt?

Jellal'uddin Rumi

Die zuverlässige Führung durch mein persönliches inneres Labyrinth (inneres Universum) kommt von Innen. Sie gilt es zu erschließen. Das ist freiwillig und kontra-intuitiv, soll heißen es geht mir erstmal gegen den Strich. Mein Hirn rebelliert dagegen, und mein Bauchgefühl erst recht. Was bleibt dann noch übrig? Was kann dafür sprechen?

Im Laufe des Lebens finden wir alle früher oder später heraus dass weder Gehirn noch Bauchgefühl immer zuverlässig sind. Manchmal sind sie es, manchmal nicht. In den wenigen Fällen wo sie übereinstimmen ist die Zuverlässigkeit größer, aber halt selten.

Sobald ich versuche zu ergründen wann die beiden zuverlässig sind und wann nicht, dann werde ich auf die Momente stoßen in denen Ebbe und Flut im Gleichgewicht sind, in der Übergangsphase von einen Extrem ins andere, dort wo Wachsen und Schrumpfen sich die Waage halten und eine Ruhe herrscht, wie wir sie vom Sonnenauf- und -untergang kennen. Das sind täglich wiederkehrende launch windows die darauf warten von mir genutzt zu werden. Es gibt noch eine Menge andere, doch sind sie schwieriger zu treffen (z.B. Tag-und-Nacht-Gleiche).

Wenn es mir gelingt mich in diesen Momenten aus meinem Tagesgeschehen zu lösen, die Situation und mich selbst in ihr aus der Ruhe des Moments zu betrachten, dann werde ich ein Qualität in mir bemerken die sonst nicht da ist. Ich bin relativ neutral, kann die Extreme meines Lebens im Speziellen, und die Extreme des Lebens im Allgemeinen aus der Adlerperspektive betrachten, wie ein unbeteiligter Schachspieler die Partie zwischen zwei anderen Spielern. Das hilft. Und wenn ich davon etwas ins auf-und-ab des kommenden Tages hinüber retten kann, dann wird es meinen Tag erleichtern, mich beim Navigieren der äußeren und inneren Umstände unterstützen.

Sonnenauf- und -untergang und andere launch windows können zu meiner Tank- und zu meiner Dankstelle werden, zu meinem vorübergehenden Hafen in dessen Sicherheit ich die Energie für die Meisterung kommender Ebben & Fluten schöpfe, die mir die Zukunft garantiert bringen wird.
mehr über launch windows
Mehr Inspiration:

Wachsen und Schrumpfen in der Astrologie

In der Astrologie ist Saturn mit Einschränkung und Begrenzung verbunden. Wo Jupiter erweitert, engt Saturn ein. Obwohl die Themen des Saturn deprimierend erscheinen, bringt Saturn Struktur und Bedeutung in unserer Welt. Saturn kennt die Grenzen von Zeit und Materie. Saturn erinnert uns an unsere Grenzen, unsere Verantwortung und unsere Verpflichtungen. Es bringt Definition für unser Leben. Saturn macht uns die Notwendigkeit für Selbstkontrolle und von Grenzen bewusst, und von unseren Grenzen.

Saturn wird oft mit Vorvätern oder Vater/Autorität verbunden. In der Kindheit verhängten sie Disziplin, Regeln und Vorschriften über uns – als Eltern, Lehrern und dergleichen – und waren nicht immer angenehm. Aber tatsächlich halfen und helfen sie uns die Welt um uns herum zu verstehen. (..) Diese Beschränkungen sind wichtig, und wir müssen lernen sie zu verwalten. Einschränkungen sind das Fachgebiet von Saturn, wie es auch jede Form von Disziplin oder Verzögerung ist.

MYTHOLOGIE:
Saturn wird mit dem griechischen Titan Kronos [Zeit] identifiziert. So wurde von ihm ebenfalls berichtet, er habe seinen Vater überwältigt, kastriert und anschließend seine Kinder gefressen, bis er schließlich vom eigenen Sohn Jupiter (Graphik links) gestürzt wurde. Nach seiner Entmachtung floh er und lehrte Menschen die Kunst des Ackerbaus.

Jupiter, auch Saturns astrologischer Gegenspieler, ist ein Planet der Fülle. Er ist tolerant und expansiv, strebt als vorderster der sozialen Planeten nach Einsicht durch Wissen. Schlüsselwörter sind Moral, Dankbarkeit, Hoffnung, Ehre und das Gesetz. Jupiter ist der Planet um der breiteren Zweck [das Wohl aller] zu erreichen, und die Gunst der Möglichkeit zu nutzen; bei den Griechen wurde er mit Zeus gleichgesetzt, und später auch zum obersten Gott Roms.

Jupiter ist viel mit Glück und den Reichtum in Verbindung gebracht worden. Er herrscht über Optimismus und Wachstum (einschließlich der psychischen und spirituellen Wachstum), was einen Sinn für Humor, guten Willen und Barmherzigkeit voraussetzt. Die mehr negativen Erscheinungen von Jupiter sind blinder Optimismus, Exzess und Maßlosigkeit, woraus dann Verantwortungslosigkeit entsteht.

Gute Zeiten, Schlechte Zeiten

schrumpfen emotional: abhauen

Wir wollen nicht sterben. Auch alle anderen biologischen Strukturen haben diesen unbändigen Trieb zu leben, vom Einzeller und seinen Vorformen bis hin zum Blauwal und seinen Nachkommen singt es in unseren Zellen: Ich will leben! Im Dienste des Überlebens rennen wir weg wenn's brenzlig wird, im Dienste des Überlebens haben wir gelernt anzugreifen falls das unsere Chance zum Überleben erhöht, im Dienste des Lebens sind wir sogar in der Lage unser eigenes Leben zu opfern - wenn es denn einen Vorteil bringt. Am Anfang steht jedoch die Angst vor dem Sterben.

Der Zweck von Angst ist die Erhaltung des Lebens. Darum rennt die Maus vor der Katze weg und ich bestehe gegenüber einem rollenden Lastwagen nicht auf meinem Vorfahrtsrecht. Dass die Maus vor einer Blattlaus davon rennt und ich vor einer Maus macht keinen Sinn. Angst ergibt also nicht immer einen Sinn, ist nicht immer lebenserhaltend. Darum hat sich "Plan B" entwickelt, die Aggression. Wenn ich in der Lage bin etwas Lebensbedrohendes mit dem Leben zu bedrohen, dann hilft das meinem Überleben mehr als davon zu laufen. Mit anderen Worten, sobald die Maus größer/stärker als die Katze ist... Angst ist also die Mutter von Aggression. Aggression ist sozusagen Angst der zweiten Generation, "Plan B".

Ratten sind zwar alleine nicht größer/stärker als eine gesunde Katze, aber sie haben gelernt ein Team zu bilden und dagegen hat die Katze keine Chance. Auch wir Menschen haben das bereits in der Steinzeit gelernt und so Mammuts gejagt und Säbelzahntiger vertrieben. Dann haben wir angefangen diese Kombination aus Teamfähigkeit und Aggression gegeneinander einzusetzen und das immer weiter ausgefeilt bis hin zur Atombombe. Vor der sind wir dann doch zurück geschreckt. Aber bloß weil der Werfer todsicher mit drauf geht. Das war wirklich auf den letzten Drücker.

Angst kann nützlich sein fürs Überleben oder schädlich, Aggression kann fürs Überleben nützlich sein oder schädlich. Und es gibt Situationen in denen sowohl Angst wie Aggression schädlich fürs Überleben sind: wenn zum Beispiel beide eine Atombombe haben. Da braucht es etwas was sowohl über Angst als auch Aggression hinaus geht, Angst der dritten Generation, "Plan C", etwas zwischen "hau ab" und "hau drauf". Und auch das sind wir bereits im Begriff zu entwickeln, sonst hätten wir die Bomben längst geschmissen und ich könnte das hier nicht schreiben.

mehr dazu

schrumpfen physiologisch

Jeden Tag essen wir und bringen auch jeden Tag eine etwas gleich große Menge zur Toilette. Dazwischen liegt unser Stoffwechsel der das Essen verarbeitet, nützliches von nicht nützlichem trennt, und das nicht nützliche mit nicht mehr gebrauchtem zusammen aus dem System eliminiert. Das ist bildlich gesprochen eine koordinierte Kooperation von Jupiter und Saturn. Wenn hier das Gleichgewicht dauerhaft nicht stimmt, dann funktioniert das System immer schlechter, man/Frau wird krank.

Unsere Gesellschaft ist Jupiter-lastig (wie Griechen und Römer), wir setzten einseitig auf alle Formen von Wachstum und Expansion und vernachlässigen dabei das, was zur Expansion gehört wie die andere Seite zur Münze - zusammenziehen, schrumpfen, altern. Das gilt auch für die Nahrungsaufnahme. Essen läuft im Rampenlicht und Kacken ist tabu, schon allein das Wort. Kompensatorisch ist dann vieles andere Scheiße. Als Wort der Wertung ist Scheiße nicht tabu, nur als Stoffwechselprodukt. Ist da vielleicht etwas faul? Oder zumindest aus dem Gleichgewicht?

Die Leber hat eher Saturnfunktionen. Der von ihr produzierte Gallensaft ermöglicht das weitere Aufbrechen der Nahrung (nach Mund und Magen) und führt gleichzeitig Unmengen von aus dem Blut gefilterten Stoffwechselmüll in den Darm ab. Und das alles ganz weit hinter der Bühne über den Hof links, in einem Schattendasein das so gar nicht das notwendige Gegengewicht zur auf der Bühne präsentierten Jupiterenergie würdigt.

Aufgaben der Leber

schrumpfen wissenschaftlich

Synthese ist die Vereinigung von zwei oder mehr Bestandteilen, Elementen oder Merkmalen zu einer neuen, übergeordneten einheitlichen System, mit astrologischen Worten Jupiter. Die Synthese ist untrennbar verbunden mit dem ihr entgegengesetzten Verfahren der Analyse.

Analyse, bzw. Saturn ist eine systematische Untersuchung, bei der das untersuchte Objekt in seine Bestandteile (Elemente) zerlegt wird. Diese Elemente werden dabei auf der Grundlage von Kriterien erfasst und anschließend geordnet, untersucht und ausgewertet. Insbesondere betrachtet man die Beziehungen und Wirkungen zwischen den Elementen, die gegenseitige Abhängigkeit.

Der Vorgang der Analyse endet in der Erkenntnis über das Wesen einer Erscheinung und deren innere Zusammenhänge. Die Synthese kehrt diesen Vorgang um und versucht, aus den Elementen, welche durch die Analyse gefunden wurden, ein neues und erweitertes Ganzes zusammenzusetzen. Und dann wieder von vorn. Erst der nicht endende Gezeitenwechsel von Analyse und Synthese ermöglicht den Zugewinn belastbaren Wissens und Gewissens. Ohne ihn, ohne das Schrumpfen & Wachsen, ohne die wiederkehrenden Fluten und die Ebben der beiden gegeläufigen Verfahrensweisen ist auch wissenschaftlicher Fortschritt unmöglich.

wikipedia:
Die meisten Wissenschaftszweige (z. B. Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Informatik, Ingenieurwissenschaften usw.) verwenden für Analysen bestimmte statistische Werkzeuge. In der Regel werden Beziehungen und Auswirkungen zwischen spezifischen Kennzahlen analysiert. Dies kann zum Beispiel anhand von ABC-Analysen, Trends, Varianzen oder Portfolio-Analysen getan werden. Die Datenanalyse entspricht dabei der Phase der Auswertung und anschließenden Interpretation der gesammelten Daten. Das Ziel einer solchen Analyse ist meist die Feststellung eines Ist-Zustandes oder die Erforschung von Ursachen dieses Ist-Zustandes. Dabei kann man zwischen qualitativer Analyse ("Gibt es Hinweise auf Zusammenhänge zwischen Variablen?") und quantitativer Analyse ("Wie stark sind diese Zusammenhänge?") unterscheiden.

Die Normalverteilung wehrt sich

schrumpfen philosophisch

In der Philosophie bezeichnet Synthese allgemein die Verknüpfung von Vorstellungen, Begriffen und Aussagen. Immanuel Kant ging davon aus, dass es "synthetische“ Sätze oder Urteile gibt, in die nicht analytisch erklärbare Teile einfließen und ihnen somit scheinbar Neues hinzufügen. Man spricht in diesem Zusammenhang von Erweiterungsurteilen. Die Welt könne nicht ohne unsere eigenen so genannten synthetisierenden Leistungen gedacht werden:

Um aber irgend etwas im Raume zu erkennen, z. B. eine Linie, muss ich sie ziehen, und also eine bestimmte Verbindung des gegebenen Mannigfaltigen synthetisch zustande bringen, so, dass […] dadurch aller erst ein Objekt (ein bestimmter Raum) erkannt wird. (aus "Kritik der reinen Vernunft")

In Geisteswissenschaften ist die Analyse eines Sachverhalts in allen Untersuchungen und Studien ähnlich ausgerichtet. In allen Wissenschaften, die sich mit Kunst und kulturellen Leistungen beschäftigen, insbesondere der Kunsttheorie, ist die Analyse die Untersuchung der formalen Aspekte der Informationsquelle und der erste Schritt zu einer Interpretation eines Werkes.

Kant unterschied zwischen analytischen und synthetischen Interpretationen/Urteilen. Die analytischen Urteile nannte er Erläuterungsurteile, die synthetischen Erweiterungsurteile. Analytische Urteile setzen synthetische voraus, denn wo der Verstand vorher nichts verbunden hat, da kann er auch nichts auflösen. (siehe "Kritik der reinen Vernunft")

GEDANKEN zur FLÜCHTLICHGSSFRAGE:
theoretisch und praktisch Teil I / Teil II / Teil III

schrumpfen im eigenen Leben

Ein gebürtiger Steinbock (wie ich) kann keinen Astrologen mit dem Ausmaß überraschen, in dem saturnische Prozesse in seinem Leben eine Rolle spielen. Ich habe schon in meinem Auslieferungszustand eine Voreinstellung dafür gehabt. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen habe ich mich selber damit überrascht. Und das würde mir vielleicht auch bei ihnen gelingen. Falls sie sich darauf einlassen wollen, bitte hier klicken:

Saturn Potentiale

Ganz doll zugespitzt, extrem anschaulich und entsprechend unbequem finden sich Saturn und Jupiter im meinem täglichen Kampf um's Überleben. Sie sind nicht zu übersehen! Und hier habe ich selten zeitlichen oder sonstwie gearteten Spielraum für die Konsultation der Sterne, eine philosophische Überlegungen, wissenschaftliche Untersuchungen oder gar physiologisches Zaudern. Es geht dabei um (m)eine blitzschnelle Einschätzung der Situation und die verzögerungsfreie Umsetzung (m)einer Entscheidung: "hau drauf" oder "hau ab"? Und das immer wieder, den ganzen Tag lang.

Wir leben in solchen Momenten nicht aus dem Kopf heraus. Der ist zu langsam. Auch das Bauchhirn bestimmt nicht die Richtung, es geht schließlich um mehr als momentanes Wohlgefühl. Beide Hirne sind wichtige Player, aber nicht in diesen Momenten. Da sitzt wer ganz anderes im Fahrersitz, nämlich die geeinte Sofortantwort und koordinierte Soforteaktion meiner sämtlichen Zellen, mein gesunder Menschenverstand.

Bleibt noch die Frage wie gesund er ist, mein Menschverstand. Das ist von Person zu Person ziemlich unterschiedlich - und unwichtig. Ich kann nämlich nur da weiter machen wo ich gerade stehe. Für die Pflege und die nötige Weiterentwicklung meines gesunden Menschenverstandes eignen sich die "hau drauf" oder "hau ab" Situationen nicht. Dort wirkt er sich aus so wie er jetzt gerade ist. "Hau drauf" und "hau ab" Situationen triggern die Maximalausschläge im Tidenhub meiner Jupiter- und Saturnbestrebungen - da ist kein Platz für Experimente.

Meine Veränderungbestrebungen brauchen anfänglich die gleiche Aufmerksamkeit und Pflege wie Pflanzensetzlinge. Wenn sie dann groß geworden sind, falls sie überleben, werden sie zu den erneuernden Faktoren meines gesunden Menschenversandes und kommen überall in meines Lebens zum Tragen, auch in den Maximalausschlägen ohne Platz für Veränderung. Wo sich Jupiter und Saturn die Waage halten, das sind die günstigen Momente für die Pflege meiner Änderungsbestrebungen. Hier spielen "hau drauf" oder "hau ab", der tägliche Kampf um's Überleben, keine große Rolle, es sei denn ich will es so.

Bruce Lipton über Geist und Gene
Intelligente Zellen: Wie Erfahrungen unsere Gene steuern, von Bruce Lipton



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